Archiv 27. Juli 2007

Freitag, 27. Juli 2007

Doppelzüngige SVP

Claudio Zanetti (SVP): Die Linken fordern wieder einmal eine neue Steuer. Sie nennen das zwar nicht so und sprechen lieber euphemistisch von einer Lenkungsabgabe oder, wenn sie sich besonders modern geben, von „road pricing“. […] Und was gibt dem Staat eigentlich das Recht, mich lenken zu wollen?

Kommentar eines Lesers: Bei der Landwirtschaft und dem Verbot von Parallelimporten sowie bei der Unterstützung der Pharmamultis ist die Lenkung bzw. die Unterstützung von schweizerischen Höchstpreisen durch die SVP maximal. Die SVP lenkt in diesen Bereichen bis hin zur völligen Ausschaltung jeglicher Marktkräfte. Die durch die SVP durchgesetzten Steuern, Abgaben, Zölle und Zuschläge sind nicht mehr zu überbieten. Keine Partei fordert von der Bevölkerung mehr Steuern, Abgaben, Zölle und andere Zuschläge als die SVP.

Quelle: Lenken, was das Zeug hält

Geil, bei NZZvotum fliegen ja die Fetzen. SVP-Bashing, Grüne-Bashing, SP-Bashing – bei jedem Artikel wird gebasht, was das Zeug hält. Popcorn her – und fertig ist die Abendunterhaltung.

Dank: Kollege (und baldiger Pappi) Liechti

Labels: Blogosphäre, Politik

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Freitag, 27. Juli 2007

iPhone: Kleine Schwächen

Despite all of these criticisms of the iPhone, our venture capitalist admits that he would switch over to the iPhone if only it supported push email, calendar and contacts synchronization, and GPS.

Quelle: iPhone v. BlackBerry: Side By Side, Two Week Comparison

Tönt alles ganz schlüssig – bis man sich vor Augen führt, dass das iPhone einem Smart gleichzusetzen ist, der „venture capitalist“ aber einen Mercedes E-Klasse haben möchte. Da hat jemand die Philosophie hinter dem Gerät einfach nicht begriffen.

Das iPhone war und ist bis heute nicht als BlackBerry-Ersatz für geschäftliche Anwender gedacht! Es richtet sich an Heimanwender, die mit Apples Produkt das erste Mal ausserhalb der eigenen vier Wände mit dem Hosentaschen-Internet (Web, Mail und Google Maps) in Kontakt kommen. Es geht darum, Millionen von privaten Internetnutzern anzufixen, um einerseits den iPhone-Absatz zu stimulieren, andererseits den Mobiltelefonieunternehmen Kunden zuzuschanzen, die ihr künftiges Leben lang teure Datenpläne abonnieren werden.

Apple interessiert sich (momentan) nicht für stinkreiche „Giele“ mit ihren Server-Monkey, die schnell einen Exchange Server anschaffen, aufsetzen und Blackberry-kompatibel machen. Es handelt sich bei den Profis um eine schlichtweg zu kleine Zielmenge, die für die nötige Infrastruktur genügend Kapital aufwerfen kann.

Der Consumer-Markt ist deutlich grösser und gibt sich (mit Blick auf die Wünsche des „venture capitalist“) mit deutlich weniger „Features“ zufrieden. Die Geschichte wiederholt sich: Natürlich gab es bei der Einführung des iPods unzählige Power-User, die den fehlende Ogg-Support, die mangelnde Linux-Kompatibilität, die nicht austauschbare Batteri bemängelten. Und heute? Der iPod ist ein Verkaufsschlager. Wieso? Weil Apple verzichtet hat, auf die (kostspieligen) Spezialwünsche einer kleinen Menge an äusserst lauten Power-Usern einzugehen. Stattdessen hat Apple gezeigt, dass die Leute in Cupertino den richtigen Riecher haben, was den Normalanwender am meisten interessiert. Apple ist Meister darin, deshalb wird Apple Hard- und Software wie wild gekauft.

Der verlinke Blog-Artikel beweist folglich nur, was Sachverständigen seit langem klar war: Das iPhone ist kein Business-Smartphone. Aber es wollte es auch nie sein (notabene: Apple hat sich gehütet, das iPhone mit „Business“ in Verbindung zu bringen. Das ist kein Zufall!).

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Freitag, 27. Juli 2007

Unsere TV-Pfahlbauer und der Hunger

Momentan bringt Schweiz Aktuell täglich die zwei Familien, die sich als Pfahlbauer versuchen. Ich schaue die Sendung zwar nicht, doch möchte kurz meinen Senf zur Ernährung der Leute geben. Dies, weil ich vorletztes ein Seminar besucht habe zu Kriegsernährung. Man kann die Ernährung mit derjenigen der Pfahlbauer vergleichen (falls ich völlig falsch liegen sollte: sofort kommentieren!).

Folgende Feststellungen kann ich mit Wissen der Ernährungssituation im Zweiten Weltkrieg machen:

  • Nachhaltiger. Pfahlbauer haben sich kaum von Tieren ernährt, sondern vor allem von Pflanzen. Dies ist durchaus sinnvoll, denn tierische Kalorien sind grundsätzlich eine Verschwendung von pflanzlichen Kalorien (das Verhältnis beträgt 1:4 oder mehr). Weder Dünger noch Pestizide kommen zum Einsatz, die „Felder“ werden nicht industriell bearbeitet. Die liefern so zwar tiefere Erträge, aber für die Böden ist dies sicherlich verträglicher.
  • Verdauungsprobleme. Wegen des Umstieg von einer tierischen auf eine pflanzliche Ernährung gibt es Probleme bei der Verdauung (Durchfall? Blähungen?). Sicherlich noch verstärkt beim Umstieg auf wilde Pflanzen
  • Hunger. Mangels Fleisch und Fett fühlt man sich hungrig; besonders dann, wenn man harte körperliche Arbeit verrichten muss (kein MIGROS um die Ecke). Hunger bedeutet aber während der Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung nicht viel; es ist nur ein Zeichen des Körpers, dass er die vorherige Ernährung (Zucker, Fett) zurückwünscht. Man bleibt leistungsfähig, solange man genügend Kalorien aufnimmt.
  • Gesünder. Erstaunlicherweise traten im Krieg viel weniger Zahnkrankheiten auf (mangels Zucker), die Leute fühlten sich auch sonst „fitter“ (jedenfalls solange, bis das absolute Minimum von ca. 2000 Kalorien am Tag nicht unterschritten wurde; dies war erst ab etwa 1944 der Fall). Bei den Pfahlbauern kommt noch die Bewegung dazu sowie das „Heizen“ des Körpers (mangels isolierter Häuser).
  • Gewichtsverlust. Ich bin gespannt, wie viele Kilogramm die Personen innerhalb der wenigen Wochen abnehmen werden (ausser das Fernsehen muss von aussen eingreifen und schickt Rosinenbomber). Es wird die Fettschicht (Reserve) aufgebraucht. Ich erwartige kantigere Konturen.
  • Ausgewogenheit Pflicht. Wichtig wird sein, sich ausgewogen zu ernähren. Das bedeutet ein guter Mix aus Kolehydraten, Proteinen (primär pflanzlich, wobei das Fernsehen wohl dann und wann einen Sonntagsbraten spendieren wird) und Vitaminen. Getreide ist diesbezüglich kein gutes Grundnahrungsmittel; Kartoffeln kannte man damals nicht. Es wird deshalb wichtig sein, (wildes) Gemüse und (wilde) Früchte zu Essen, um nicht einen Vitaminmangel zu erleiden.

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Freitag, 27. Juli 2007

Woran wir sterben

Vor langer Zeit hatte ich eine Diskussion mit meinem Bruder über Todesursachen. Er war der Meinung, dass sich in der Schweiz viele Leute umbringen, also Suizid begehen. Mehr noch als sonstige, natürliche Todesursachen. Ich habe nachgeschlagen und komme erst jetzt dazu, die Erkenntnisse auch der restlichen Welt mitzuteilen:

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Quelle: Todesfälle: Anzahl, Entwicklung und Ursachen

Ab 44 Jahren sollte man höllisch vor Herz- und Kreislaufkrankheiten (Herzinfarkt?) und Krebs aufpassen. Wir Jungen (25-44) dagegen bringen uns eher mit Unfällen oder durch Gewalteinwirkung um.

Die mit dem Alter grösser werdende Gefahr, an Krankheiten des Atmungsapparates zu sterben, hängt wohl mit dem Rauchen zusammen.

Deshalb: Weniger saufen, weniger rauchen, weniger fressen!

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Labels: Leben, Schweiz

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Freitag, 27. Juli 2007

Orientierungslos

Ich fände es aber sympathisch, wenn sich die oft als so ehrgeizig beschriebenen 20-Jährigen trotz des großen Drucks mehr Zeit nähmen, um zu sich selbst zu finden. Einfach mal ein bisschen mehr leben und ausprobieren – den großen Karriereplan kann man ohnehin nicht mehr einfach so verwirklichen. Wichtiger fände ich, sich politisch zu engagieren, das macht ja heute keiner mehr.

Quelle: Wo, bitte, geht’s zu mir selbst?

Labels: Gesellschaft, Medien

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Freitag, 27. Juli 2007

Data-Mining StudiVZ

Bevor der StudiVZ-Virus in der Schweiz um sich griff (irgendwann einmal im Frühjahr 2007 begann die virale Infektion der Schweiz von Fribourg her nach Bern ausbreitend), nutzte ein findiger deutscher Programmierer seine Web-Kenntnisse, um mehr als eine Million StudiVZ-Profile abzugrasen. Die Auswertung („Data-Mining“) der so gewonnenen Daten finden sich hier:

StudiVZ – Inoffizielle Statistikpräsentation

Seither hat StudiVZ einiges (Geld & Grips) in Lösungen investiert, um das „crawlen“ von Profilen zu verhindern. Als gelegentlicher Benutzer der Plattform sind mir primär zwei Vorsichtsmassnahmen aufgefallen:

  • Captchas. Nachdem jemand eine bestimmte Anzahl von Seiten aufgerufen hat, muss er eine in einer Grafik angezeigte Zeichenfolge abschreiben. So verhindert man, dass die Anfragen von einer „Maschine“ ausgeführt werden.
  • Hashes als User-ID. Anstelle einer aufsteigenden Nummer verwendet man eine Zeichenkette aus Zahlen und Buchstaben, um einen Benutzer eindeutig zu identifizieren. Verwendet man wie bspw. Partyguide Benutzernummern, kann ein selbst geschriebenes Programm die Profile abgrasen, indem ein Zähler in einer Schleife konstant um hochgezählt wird (für Programmierer: i++).

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Freitag, 27. Juli 2007

Vom Selbstverständnis der Swissair-Piloten

Was ihr Selbstverständnis prägte, ist laut Hänzi die Sozialisation: Ihre Herkunft aus einem bestimmten Sozialen Milieu. […] So sah sich der Aufsteiger aus der Arbeiterklasse, wiewohl Kommandant an Bord, nie als Chef, sondern als Kollege – und die Swissair als Gemeinschaft, wo jeder am selben Strick zog. Für den Kaufmannssohn dagegen ist der Pilot ein Art Unternehmer, der sein Flugzeug als Kapital möglichst sicher und gewinnbringend einsetzt: „Man hatte ein Gerät, das 125 Milllionen kostet, und das wurde einem anvertraut.“ Nicht umsonst spricht er von der Crew als „Firma in der Firma“.

Quelle: Der kleine Bund, 9. Juni 2007, „Helden auf der Couch“, S. 6.
Buchtipp: Hänzi, Denis: Wir waren die Swissair. Piloten schauen zurück.

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Labels: Medien, Schweiz, Wirtschaft

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Freitag, 27. Juli 2007

Datei aus tar-Archiv wiederherstellen

Von Zeit zu Zeit erstelle ich von meinem Linux-Server hier zu Hause ein Backup mit mkcdrec. Das daraus resultierende iso-Image wird dann auf CD gebrannt und in mein Bankschliessfach nach Bern transferiert. Damit ich bei einem Notfall nicht bei meiner Bank vorsprechen muss, belasse ich das iso auf dem Server.

Leider muss ich hie und da auf die Backups zurückgreifen – wie heute. Mit einer blöden Aktion habe ich mir meine named.conf überschrieben. Was nun?

Als erstes habe ich das Image auf meine Workstation (Mac OS X) kopiert und danach gemountet (das Mounten ginge selbstverständlich auch ohne Transfer über das Netzlaufwerk). Danach habe ich die entsprechende Partition gesucht und das Datei-basierte, komprimierte Backup auf den Desktop verschoben.

Als nächstes musste die gz-Datei entpackt werden:

$ gunzip sda7._.tar.gz

Nun haben wir eine tar-Datei rumliegen. Im Normalfall möchte man einige wenige Dateien wiederherstellen, weshalb es sich nicht lohnt, gleich den ganzen Inhalt des „Tape Archives“ zurückzuschreiben. Deshalb sucht man den exakten Pfadnamen der Datei, in meinem Fall named.conf:

$ tar --list --file=sda7._.tar | grep named.conf
./etc/bind/named.conf

Mit der obigen Angabe können wir nun die Datei aus dem Archiv herausholen:

$ tar --extract --file=sda7._.tar ./etc/bind/named.conf

Fertig.

Labels: Linux

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