Archiv ‘Reisen’

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Vom us-amerikanischen Turbo-Kapitalismus noch nicht erreicht: Die Autobahn

Gefühlte 20 Mal bin ich seit meinem ersten Aufenthalt im Juni 2001 wohl schon in die USA geflogen.

Ich kenne die Sitten und Gebräuche in den zwei Ballungszentren an der Westküste (das Bernerische San Francisco und das Zürcherische LA) und habe mittlerweile verinnerlicht, dass man (auch) in den USA ein „schönes“ Leben führen kann. Schön, gemessen an anderen Massstäben und Werten als man es hierzulande kennt. Aber anders ist ja nicht schlechter.

Schön, auf demselben, wenn vereinzelt vielleicht sogar höheren Standard als in der Schweiz. Sofern man als Familie einen Zapfen von sagen wir mindestens $250,000 jährlich heimbringt.

Dann steht einem alles offen: Ruhige, besinnliche Nachbarschaft, mit einem Zaun umgeben und einem Wachmann am Eingangstor, zwei stattliche Karrossen auf der Einfahrt zur Doppelgarage, ein schlecht isoliertes Holzhäuschen (Bretterbude), die für einen Schweizer unerklärbarerweise rasch einmal einen Wert im einstelligen Millionenbereich aufweisen, Privatschule für die Kinder, inklusive direktem Weg in Richtung einer namhaften Universität. Und natürlich einer Heerschaar an oftmals lateinamerikanisch-stämmigen Hilfskräften, die den Pool säubern, den Rasen mähen, den Haushalt schmeissen, die Kinder hüten und vielleicht sogar kochen.

Geld regiert die Welt, und hat man dieses in den USA, ist das Leben durchaus angenehm zu ertragen.

Was mir aber bei meinen mehrwöchigen Aufenthalten im 2011 aufgefallen ist und bis heute fasziniert, ist der eklatante Sozialismus, welcher im sonst so kapitalistisch orientierten Land in einem bestimmten Bereich vorherrscht: Nämlich auf der Autobahn!

Bewegt man sich im Grossraum LA oder in der Bay Area, stauen sich morgendlich und abendlich die Karrossen der Einwohner auf den Hauptverkehrsachsen, dem Highway 101, der I-280 und der I-405. „Bumper to bumper“, wie der Lokalansässige sagen würde. Was hat das mit Sozialismus zu tun? In Amerika, wo ich mir sonst mit ein paar grünen Scheinen Sonderbehandlungen erkaufen kann, funktioniert diese Methode ausgerechnet auf den Lebensadern des Landes nicht. Dort tummelt sich dann in Stauzeiten vom 30-jährigen, unversicherten mit Lackschäden verunstalteten Pick-Up des illegalen Einwanderers aus dem Süden über den Tesla S (die $100,000-Karrosse) bis hin zum Lamborghini und McLaren einfach alles. Teilweise nur ein Meter mit ein wenig Blech voneinander getrennt prallen hier Welten aufeinander. Die Käfige stellen aber wie die Gated Communities sicher, dass sich die verschiedenen Schichten nicht wirklich mischen. Gemeinsam am selben Ort, aber von Austausch keine Spur.

Würde man den in den USA durchaus als erstrebenswert propagierten Kapitalismus auch auf die Autobahn übertragen, hätte man doch seit jeher eine Spur mit freier Fahrt für die Reichen. Mit einem jährlichen, saftigen Obolus an den Staat (oder nicht besser doch an ein privates Unternehmen?) würde man sich das Recht erkaufen, auf dieser Spur fahren zu dürfen.

Nun, mögen einige einwenden, Kalifornien hat indirekt etwas ähnliches längst umgesetzt: Wer seinerzeit den Toyota Prius, den wohl ersten massenhaft in Serie hergestellten, kommerziell erfolgreichen Hybrid gekauft hat, erhielt die Energieplakette und durfte damit die Carpool Lane benutzen (die Spur, welchen Autos mit mindestens 2 Insassen offensteht), auch wenn das Auto nur einen Insassen aufwies.

Doch der Fakt bleibt: Die Highways in den USA sind eines der sozialsten Umgebungen, die das Lsnd hervorgebracht hat. Egal ob jemand für den Mindestlohn von vielleicht $8 arbeitet oder mit jeder Minute Fahrt einen Tausender verdient: Alle teilen sich alle Spuren der Autobahn, fahren über dieselben Schlaglöcher. Einzig vielleicht die Behandlung durch die CHP (California Highway Police) ist je nach Gegenüber etwas freundlicher und toleranter. Oder eben nicht.

John Gruber hat mich kürzlich darauf hingewiesen, dass es auch im Nahrungsmittelbereich ein ähnliches Phänomen gibt (festgestellt bereits von Andy Warhol):

What’s great about this country is that America started the tradition where the richest consumers buy essentially the same things as the poorest. You can be watching TV and see Coca-Cola, and you know that the President drinks Coke, Liz Taylor drinks Coke, and just think, you can drink Coke, too. A Coke is a Coke and no amount of money can get you a better Coke than the one the bum on the corner is drinking. All the Cokes are the same and all the Cokes are good. Liz Taylor knows it, the President knows it, the bum knows it, and you know it.

Quelle: Daring Fireball. Linked List

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Montag, 1. August 2016

Unbekannte Kreditkartenbelastung

Nach unserer Rückkehr von unserer Weihnachtsreise nach Israel ging ich Ende Januar 2016 wie jeden Monat die Kreditkartenabrechnung durch.

Bei einer der aufgeführten Transaktion stockte ich, da ich mir nicht erklären konnte, wo ich was mit der Kreditkarte eingekauft hatte:

Gama Management and Clear Tel Aviv
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Tel Aviv? An dem Tag weilten wir am Morgen zwar noch in Tel Aviv, waren aber zum Zeitpunkt der Buchung längst in Jerusalem angekommen. Ausserdem sagte mir „Gama Management and Clear[ing]“ rein überhaupt nichts. Eine säuberlich aufbewahrte Quittung fand sich in meinen Unterlagen auch nicht, was den Fall weiter verdächtig machte. Immerhin ergab sich aus dem Bloomberg-Porträt des Unternehmens die Erkenntnis, dass es sich wohl um einen israelischen Kreditkarten-Acquirer handeln muss.

Ein Anruf bei der Hotline des Kreditkartenherausgebers half mir nicht weiter, da die Hotline-Mitarbeiter in ihren Applikationen offenbar auch nur diejenigen Angaben zu einer Buchung sehen, welche ich bereits in der Smartphone-App hervorgeholt hatte. Eine Nachforschung nach einem Kaufbeleg sei nicht möglich; stattdessen bot man mir an, die Transaktion zu stornieren, meine bisherige Kreditkarte als ungültig zu erklären und mir kostenlos eine neue Kreditkarte auszustellen.

Da ich die Kreditkarte vielen Shops im Internet hinterlegt habe, fand ich das keine so tolle Idee, verstand aber die Motivation dahinter auf Anhieb: Für das Kreditkartenunternehmen kommt diese Massnahme deutlich günstiger, als mühsame Nachforschungen für Kunden durchzuführen. Ich lehnte das Angebot höflich ab, teilte der Mitarbeiterin mit, dass ich selber versuchen würde, Nachforschungen zu tätigen, und legte den Anruf auf.

Mittels Foursquare-Checkins (Zeitzonenumrechnung nicht vergessen!) hatte ich bereits vor dem Anruf eingrenzen können, dass die Transaktion in der Alrov Mamilla Avenue, einer Shopping-Mall amerikanischer Prägung, stattgefunden haben musste. Die Mall war 10 Fussminuten von unserem damaligen Hotel, dem Dan Panorama, entfernt.

Kaum hatte ich aufgelegt, kam meine Frau nach Hause. Ich erzählte ihr von der unbekannten Buchung und fragte sie, ob sie sich an eine Kreditkartenzahlung in dieser Mall erinnern konnte. Wie aus der Kanone kam aus ihr herausgeschossen: „Ja, da ich mein Portemonnaie im Hotel vergessen hatte, hast du mir doch im Zara einen Schal bezahlt … Weisst du nicht mehr?“.

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Sonntag, 17. April 2016

Was tun mit us-amerikanischen Münzen?

Wir kennen es alle — nach einem mehr oder weniger langen Aufenthalt in den USA sammeln sich die Quarters (25 Cents), Dimes (10 Cents), Nickels (5 Cents) und Pennies (1 Cent) in den Hosentaschen an und machen sie schwer. Diese (fast) wertlosen Münzen nach Hause mitzunehmen wäre zu viel des Guten — was also sollte man damit tun?

Seit unserem letzten Aufenthalt in den USA weiss ich es: Man fährt zum nächstgelegenen Safeway (es gibt beispielsweise einen gleich um die Ecke am Flughafen SFO — ein optimaler Zwischenhalt, bevor man den Mietwagen zurückbringt) und sucht dort in der Nähe des Kiosks nach einem Münzzählautomaten der Firma Coinstar.

Man wirft den Automaten an, bedient den LCD-Screen und wirft anschliessend alle Münzen ein, die man finden kann und lässt sich dann einen Beleg ausdrucken. Mit diesem geht man zur nächstgelegenen Kasse und erhält Dollarnoten in die Hand gedrückt (und wieder etwas Münz, wenn man Pech gehabt hat):

Safeway Coinstar
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Selbstverständlich lässt sich das Unternehmen diesen Service gehörig kosten — wenn ich mich richtig erinnere, zwackt Coinstar eine Kommission von 13 Prozent ab. Doch wer nicht auf Altmetall steht, nimmt diese Abzocke zähneknirschend in Kauf.

Übrigens: Die Firma unterhält auf ihrer Web-Site auch eine Standortsuche.

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Sonntag, 22. Februar 2015

Unabdingbare Reisebegleiter

Aktualisiert: April 2017

Mehrere Male pro Jahr verreise ich mit Langstreckenflügen nach Übersee. Nachfolgend eine Liste von Kleidungsstücken und Accessoires, welche ich dabei nicht mehr missen möchte:

Arc’teryx Wanderhosen

Ich besitze ein Paar Arc’teryx Palisade Pants-Wanderhosen (Waist 34″, Inseam 32″; Typenschild CA#34438 429660412), welche ich ca. 2005 für 170 Franken bei Transa in Bern gekauft habe. Seit über 10 Jahren sind sie mein treuer Begleiter für Wanderferien, und seit einigen Jahren trage ich sie auch, wenn ich einen Langstreckenflug besteige.

Arc’teryx Men’s Palisade Pant (Achtung: Die neuen Hosen scheinen keinen Reisverschluss mehr an den Hüfttaschen angebracht zu haben; für mich ein klarer Nachteil).

Wieso zum Teufel Wanderhosen? Nun, ganz simpel: Die Hosen sind superleicht, trocknen schnell, haben mich aber trotzdem noch nie frieren lassen. Was ich im Gegensatz zu Jeans äusserst schätze sind die insgesamt vier Taschen, zwei pro Seite, allesamt mit einem Reissverschluss verschliessbar. Im Gedränge und Stress am Flughafen gehe ich so sicher, dass es Diebe nicht einfach haben, mir Dinge aus den Taschen zu entwenden.

Der grösste Vorteil sind die zwei Kartentaschen auf Höhe des Oberschenkels. Der Platz reicht problemlos aus, um meinen Pass mitsamt dem überlangen Flugticket darin zu verstauen. Innert eines Bruchteils einer Sekunde habe ich den Pass und das Ticket aus den Hosen gezogen. Im Flugzeug verschliesse ich die Seitentasche einfach und öffne sie erst wieder, wenn ich ein Einreisevisum ausfüllen muss — oder wenn ich in Richtung Einwanderungsbehörden unterwegs bin.

Kürzlich musste ich die Reisverschlüsse reparieren lassen — die vielen Reisen und wohl auch die Waschvorgänge liessen den Klebestoff brüchig werden, worauf sich der Zipper vom umgebenden Stoff löste. Nun sind zwar alle Zipper vernäht, doch mit 10 Franken Einsatz sollten die Hosen weitere 10 Jahre halten.

Langärmliges Odlo Thermohemd

Seit ich mir im Februar 2014 ein Odlo Thermohemd (Typenschild: 13.05.OP, 132, CAR-10283) in der Grösse M für 49.90 Franken gekauft habe, verwende ich dieses nicht nur für’s Skifahren, sondern auch auf Langstreckenflügen. Die blaugraue Farbe passt blendend zu den Wanderhosen, doch ich trage dieses Kleidungsstück primär, um nach der Aktivierung der Klimaanlage in den Fliegern nicht zu erfrieren.

Odlo Herren Shirt Long Sleeve Crew Neck Warm

Nachtrag im April 2017: Folgende Leibchen eignen sich genau so gut wie die Odlo-Wäsche:

Uniqlo Daunenjacke

Dieses Kleidungsstück hat erst im Dezember 2014 Einzug in mein Reisegepäck gefunden, aber ich würde nie mehr ohne in ein Flugzeug steigen. Es ist superleicht, spendet aber sofort Wärme, wenn man es anzieht. Uniqlo liefert auch ein kleines Säckchen mit, in welches die Daunenjacke komprimiert verpackt werden kann.

MEN Ultra Light Down Parka

Meine Jacke habe ich für umgerechnet 82.30 Franken in Taiwan gekauft, weshalb sich das Modell von der obigen Version unterscheiden könnte. Auf meinem Label steht 10-31-4F137A sowie 311-139203(44-11) und 1004-00TA-38B. Da ich es in Asien gekauft habe, musste ich die Grösse L wählen. Dort drüben gelte halt sogar ich als Riese …

Nachtrag im April 2017: Mittlerweile habe ich mir eine zusätzliche Version ohne Kapuze gekauft. Die braucht man im Flieger nun wirklich nicht.

iDsonixMulti-USB-Ladegerät

Als eifriger Leser von vowes Blog stiess ich irgendwann einmal im letzten Jahr auf einen Artikel, in welchem er ein Multi-USB-Ladegerät anpries. Da für mich kurz darauf eine Reise in die USA anstand, orderte ich kurzerhand folgendes Produkt:

iDsonix® 5V 6Amps 30Watts US Plug AC Wall Charger With Two 5V 2.1A Port and Two 5V 1A Port for iPhone,iPad,Cell Phone,Tablet PC,External Battery Pack,Camera,MP3,MP4 and other USB Powered Devices-White

(ACHTUNG: iDSonix bietet auf Amazon mittlerweile neuere Modelle an, weshalb ich vor dem Kauf des obigen Modells unbedingt noch einen Blick auf die Neuankömmlinge werfen würde.)

Seit diesem Trip ist das Ladegerät immer auf Reisen mit dabei. Damit lade ich mittels USB-Kabel resp. USB-zu-Lightning-Kabel gleichzeitig vier Geräte auf. Perfekt für mein iPhone sowie mein iPad, und denselben Zirkus von Stephanie. Zwei Buchsen liefern 1 Ampère, 2 Buchsen liefern satte 2 Ampère, weshalb dort angeschlossen auch iPads sauber und rasch aufgeladen werden können.

Einziger Nachteil ist der us-amerikanische Stecker am Gerät — wenn man nicht in den USA oder Taiwan unterwegs ist. Über Ricardo findet man aber problemlos entsprechende Adapter von US- auf europäische Zwei-Pol-Stecker für 1-2 Franken pro Stück, mit welche das Ladegerät auch zu Hause in der Schweiz angeschlossen werden kann.

Wer auf der Suche nach einem Modell mit europäischen Zwei-Pol-Steckern ist, sollte bei tizi vorbeischauen und insbesondere deren „Tankstation“ genauer unter die Lupe nehmen:

tizi Tankstation 5x MEGA (via vowe).

Nachtrag im April 2017: Mittlerweile führe ich folgendes Gerät mit mir mit: Aukey PA-T15 Quick Charge 3.0 54W (Ladegerät, 3A)

Netgear PR2000 Trek WiFi Travel Router

Obwohl ich das Teil nach all den Erfahrungen aus mehreren Übersee-Reisen nicht empfehlen kann, erwähne ich es hier dennoch — Travel Routern gehört ganz klar die Zukunft.

Netgear PR2000 Trek PR2000-100EUS wireless Router (300Mbps, USB 2.0)

Ich habe den Router auf verschiedenen Reisen durch Kalifornien, in Taiwan und in China verwendet, doch die Resultate sind gemischt — manchmal funktioniert der Router tadellos, doch bei verschiedensten WiFi-Installationen in Hotel verlor der Router regelmässig die Verbindung und musste neu konfiguriert werden.

Dabei wäre die Idee genial: Ich konfiguriere den Router mit derselben SSID und dem Passwort wie des Access Points zu Hause. Sobald ich den Router mit Hotel-WiFi verbunden habe, verbinden sich alle Smartphones, Laptops und Tablets wie von Geisterhand mit dem Gerät. Die Eingabe von Hotel-Zugangsdaten pro Gerät entfallen so.

Was, wenn man einem Travel Router noch einen SIM-Karten-Slot verbauen könnte? Nun, indirekt gibt es solche Geräte schon, mit welchen man bei störrischem, teuren oder nicht-existenten Hotel-WiFi auf 3G wechseln könnte. Hier ein Beispiel, welches ich mir näher anschauen werde:

TP-Link TL-MR3020 Portable 3G/4G WLAN-Router (WISP Client Router, Travel Router Mode (AP Mode) [Amazon frustfreie Verpackung]

Vakuum-Packsäcke

Wäsche packe ich mittlerweile nach Zweck getrennt in Vakuum-Packsäcke. Die Säcke sind aus durchsichtigen Plastic, lassen sich mit einem kleinen Plastic-Werkzeug luftdicht verschliessen und können dann gerollt werden, was die Luft am unteren Ende der Säcke austreten lässt. Einziger Nachteil: Geschäftshemden werden so zerknittert. Dennoch ein guter Begleiter, der Hilft, Wäsche platzsparend und vor allfälliger Feuchtigkeit geschützt zu transportieren.

Wir verwenden dazu Säcke der Marke Embark, die meine Frau in den USA bei Target gekauft hat. Heute sind diese dort nicht mehr erhältlich, aber es gibt Ersatz — sowohl bei Target selber, als auch bei verschiedenen anderen Anbietern:

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Donnerstag, 5. Februar 2015

Swiss und Skiplagged

Vor einigen Wochen wurde publik, dass United Airlines und Orbitz Skiplagged, die Suchmaschine für günstige Flugtarife, verklagt haben.

Skiplagged funktioniert anders als die üblichen Suchmaschinen für Flugpreise: Die Web-Site hat sich darauf spezialisiert, dem Reisenden Flüge mit mehreren Zwischenhalten zu verkaufen, obwohl der Reisende schlussendlich nicht alle sog. „Legs“ eines Flugplans abfliegen wird. Wieso? Airlines verkaufen Flüge mit einem Zwischenhalt an einer populären Destination teilweise günstiger, wenn der Flug zum finalen Reiseziel schlecht ausgelastet ist.

Imaginäres Beispiel: Ein Direktflug von Los Angeles nach Paris kann äusserst teuer sein — doch wenn man mit demselben Ticket einen Anschlussflug von Paris nach Marseille bucht, könnte man plötzlich weniger bezahlen als der Direktflug. Paradox, aber so funktioniert die kommerzielle Luftfahrt.

Zwei Haken:

  • Da man an einer Zwischenstation aussteigen wird, darf man kein Gepäck aufgeben. Dieses wird sonst an den Zielort transportiert, während man den Flughafen an der Zwischenstation längst verlassen hat. Internationale Flüge nur mit Handgepäck zu bestreiten erachte ich nun wirklich nicht als mein Ding, weshalb meines Wissens Skiplagged eher auf den Flugverkehr innerhalb der USA abzielt.
  • Hin- und Rückflug müssen als separate Tickets am besten mit separaten Airlines gebucht werden. Erwischt eine Airline nämlich den flunkernden Reisenden, erlauben es die Vertragsbedingungen, alle verbleibenden Flüge der Flugbuchung verfallen zu lassen.

Dass gerade der letztere Punkt keine leere Drohung ist, zeigen die Vertragsbedingungen, welche ich kürzlich bei einer Buchung bei Swiss vorfand:

Swiss Skiplagged
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Dienstag, 6. Januar 2015

Kurzer Besuch von Dubai während eines Anschlussflugs („Layover“)

Am 31. Dezember 2014 landeten wir mit Emirates EK367 kurz nach 5 Uhr morgens von Taipei herkommend in Dubai. Unser Anschlussflug Emirates EK85 nach Zürich sollte gemäss Flugplan um 16:15 Uhr Ortszeit, das heisst 11 Stunden nach unserer Ankunft in Dubai, abheben.

Wir hatten diesen sog. „Layover“ in Dubai bewusst gebucht, um einen kurzen Ausflug in die Stadt zu unternehmen und ausgewählte Touristenattraktionen zu besuchen sowie um in einem der nicht ganz billigen Küchen der Stadt ein Mittagessen einzunehmen.

Gerne bestätigen wir, dass dieses Unterfangen – mit einigen Komplikationen – im Grossen und Ganzen gut geklappt hat und empfehlen es all denjenigen Personen weiter, welche Flugreisen und Layovers mit einer gewissen Lässigkeit begegnen können.

Dusche

Nach der Ankunft ging es darum, zuerst einmal eine warme Dusche zu nehmen, sich der neuen Temperatursituation anzupassen und den kulturellen Umständen angemessen umzukleiden. Da wir bereits vor Abflug wussten, dass wir in Terminal 3 ankommen würden, hatte Stephanie den Health Club auf dem 5. Stockwerk ausgemacht.

Dieses hygienische Vorhaben verkomplizierte unseren Kurzausflug nach Dubai ein wenig, denn: Als Passagier mit Anschlussflug muss man hierzu der Signalisation „Transfer“ folgen (und noch nicht Richtung „Baggage Claim“ oder Richtung Flughafen-Ausgang/“Immigration“), geht durch einen der Security Checks und nimmt dann die Rolltreppe oder den Lift auf das 3. Stockwerk für abfliegende Passagiere. Anschliessend nimmt man einen anderen Lift in der Nähe der Information auf den 5. Stock und geht zur Reception des Fitness-Clubs. Obwohl erst ungefähr 5:45 Uhr morgens war die Reception mit einer asiatischen Angestellten bedient, die problemlos Englisch sprach. Wir bezahlten je umgerechnet 15 USD für eine Duschkabine.

Anschliessend wurde zuerst Stephanie zur Toilette begleitet (strikte Geschlechtertrennung!), dann ich. Nachdem wir unsere Notdurft erledigt hatten, führte uns die Dame einzeln zu den ebenfalls strikt nach Geschlechtern getrennten Duschen.

Der Fitnessclub verfügt über geräumige Duschkabinen mit mehreren Duschköpfen, unter anderem zwei auf Bauchhöhe. Für überforderte Zeitgenossen liegen Anleitungen bereit, wie man eine warme Dusche nimmt. Ausserhalb des Nassraums gibt es genügend Stauraum für (angemessenes) Handgepäck (solche Zeitgenossen sind explizit ausgenommen) und eine verschliessbare Plasticbox, in welche man Objekte verstauen kann, die nicht nass werden sollen. Shampoo, Seife, Kamm, Rasurmaterial, Zahnbürste und -pasta werden in Hotelmanier bereitgestellt.

NB: Eine ausführlichere Erläuterung der Duschmöglichkeiten in Dubai findet sich hier: Where can I take a shower at Dubai Airport?

Reverse Security Check

Frisch geduscht standen wir vor einem Problem: Wie komme ich als Transferpassagier aus dem Abflugbereich heraus, um zum „Baggage Claim“ respektive zur „Immigration“ zu gelangen?

Wir fragten an der Information im 3. Stock nach, welche uns zur Information beim Security Check im 2. Stock verwies. Leider war diese nicht besetzt. Wir gingen also wieder in den 3. Stock und wendeten uns mit unserem Anliegen an die nächstbeste Flughafenmitarbeiterin (erkennbar an ihrem gut sichtbar getragenen Ausweis). Diese verwies uns an den Emirates-Schalter für Visas, Städtetouren und Hotelbuchungen gleich um die Ecke. Die dortige Mitarbeiterin teilte uns mit, dass wir einfach entgegen dem Passagierstrom durch den Security-Check gehen sollten.

Wir verschoben also wieder mit dem Lift in den 2. Stock (die Alternative wäre die Treppe gewesen). Und tatsächlich war die umgekehrte Durchquerung des Security Checks kein Problem. Wir hielten sogar unsere Pässe als auch das Flugticket, aber das Sicherheitspersonal interessierte sich keinen Deut dafür. Sie wünschten uns sogar einen schönen Aufenthalt in Dubai. Glücklicherweise hatten wir gerade eine Phase erwischt, in welcher kaum Passagiere den Security Check durchliefen.

Anschliessend folgten wir den Schildern zum „Baggage Claim“ und zur „Immigration“.

Immigration

Der Einwanderungsbereich resp. die „Passkontrolle“ ist hochmodern ausgestattet – doch leider versagte die Technik zum automatischen Einlesen der maschinenlesbaren Pässe vollumfänglich – nicht nur bei uns, sondern allen anderen Passagieren auch. Deshalb mussten wir uns in die Reihe anstellen und den manuellen Check durch Bürger in der traditionellen Kleidung der Region über uns ergehen lassen.

Mit einem Schweizerischen resp. US-Amerikanischen Pass hat man die Erlaubnis, visumsfrei in die Vereinigten Arabischen Emirate einzureisen. Insgesamt gilt diese erleichterte Einreise für ungefähr 30 Nationen.

Und nein, ich kann nun endlich persönlich bestätigen: Den israelischen Stempel in meinem Pass störte keine Menschenseele. Es handelt sich somit um Urban Myths, die im Internet kursieren und Leuten wie mir unnötig Angst machen.

Ankunftshalle: Wo bleibt unser Fahrer?

Um 7:30 Uhr kamen wir in der Ankunftshalle an. Ich kontaktierte unseren Ansprechpartner Geimi „Jimmy“ Nahra von Uni Tourism Llc, von welchem ich über Get Your Guide einen Fahrer für 8 Stunden für 200 USD gebucht hatte. Leider erhielten wir keine Antwort. Um 8 Uhr, dem eigentlich vereinbarten Abholungstermin, war von unserem Fahrer nichts zu sehen. In der Annahme, dass man es im arabischen Raum wohl nicht so genau mit der Pünktlichkeit nehme, warteten wir bis 8:15 Uhr.

Dann aber begann ich nervös zu werden: Wir hatten lange vor der Reise Tickets für die Besichtigung des Burj Khalifa, des höchsten Gebäude der Welt, gebucht. Der Eintritt war auf 9 Uhr terminiert. Nach unzähligen unbeantworteten Telefonanrufen, gesendeten iMessages, Facebook- sowie WeChat-Nachrichten erhielt wir kurz vor 8:30 Uhr den lange ersehnten Rückruf: Der Fahrer falle aus; ein Ersatz sei unterwegs, könne aber erst um 9 Uhr am Flughafen sein.

Ich sagte Geimi, dass wir um 9 Uhr im Erdgeschoss des Burj Khalifa sein müssten und wir deshalb ein Taxi nehmen würden. Der Fahrer solle uns später bei der Mall of Dubai unter/neben dem Burj Khalifa aufladen. Geimi war mit dem Vorgehen einverstanden.

Plan B: Taxi

Wir reihten uns in der langen Menschenschlange ein, welche ein Taxis in die Stadt nehmen wollten. Nach wenigen Minuten wurden wir einem luxuriösen schwarzen Taxi zugeteilt – ein Vorteil, wenn man im Gegensatz zu allen anderen Anstehenden nur mit Handgepäck unterwegs ist und kein Grossraumtaxi benötigt …

Burj Khalifa

Die Fahrt verlief reibungslos, und kurz vor 9 Uhr lud uns der Taxi-Fahrer am Haupteingang der Mall of Dubai aus. Entschädigt wurde er mit 80 AED („Dirham“), umgerechnet etwa 22 CHF. Nach weiteren fünf Minuten hatten wir den Einkaufstempel durchquert, nahmen den Lift ins Untergeschoss und kamen am Empfang des Burj Khalifa an. Meine elektronische Ticketbestätigung wurde geprüft und wir erhielten unsere Fast Track-Tickets ausgehändig. Obwohl horrend teuer, lohnte sich dieser Entscheid rückblickend allemal, um unser restliches ambitioniertes Programm durchzuziehen.

Neben dem Empfang gaben wir unser Handgepäck ab und betraten den Weg zu den Liften. Offenbar schienen um 9 Uhr noch kaum Leute das Gebäude besuchen zu wollen; erst kurz vor den Liften stauten sich die Menschenmassen, welche wir dank den Spezialtickets einfach übersprangen.

Die Aussicht über die Stadt war kurz nach 9 Uhr sehr gut. Wir liessen von den angestellten Photographen einige Souvenirphotos schiessen (inkl. Greenscreen-Szenen), verzichteten dann aber darauf, diese zu kaufen, da ein (!) Abzug umgerechnet 70 CHF kostete.

Kurz vor 10 Uhr machten wir uns an den Abstieg und durften dank unseren Tickets wieder die vor dem Lift wartende Menschenschlange überspringen.

Zweiter Versuch: Fahrer

In der Zwischenzeit hatte uns ein SMS erreicht, in welchem Jimmy uns die Telefonnummer des Ersatzfahrers bekannt gab und uns versprach, die Kosten für die Taxifahrt zurückzuerstatten. Das grösste Problem war nun, den Fahrer zu finden. Er wollte, dass wir ihn bei der „Al-Majib Bank“ trafen, obwohl wir keine Ahnung hatten, wo sich besagte Bank befand. Schlussendlich gaben wir auf und meldeten dem Fahrer, dass er uns doch bitteschön einfach am Haupteingang des Einkaufszentrums aufgabeln sollte. Doch offenbar hat die Lokalbevölkerung Mühe, den Begriff „Mall of Dubai Main Entrance“ zu deuten. Nach mehreren Telefonaten und der Angabe von Tiffany & Co. schafften wir es dann doch noch, unseren Fahrer zu treffen. Das Auto, eine Toyota Familienkutsche, hatte er im grossen Parking des Einkaufszentrums parkiert.

Spice Souq

Nun ging es zum Spice Souq in Dera Dubai, im ursprünglichen, alten Teil der Stadt. Da zeigte sich eine weitere Schwäche meiner Planung: Stau. Auf der Autobahn durch die Stadt lief noch alles zügig, doch kurz nach der Autobahnausfahrt fuhren wir auf stockenden Kollonnenverkehr auf, was uns sicherlich 30 bis 45 Minuten kostete. Uns blieben nur noch 15 Minuten für den Besuch des Marktes.

Der Souq selber war enttäuschend und erinnerte mehr als alles andere an eine Touristenfalle. Sobald ich mich als Schweizer zu erkennen gab, hörte ich „Chuchichäschtli“, „Adieu“, „Tschüss“ und sonstige Floskeln. Stephanie kaufte „Safran“ aus dem Iran, obwohl ich immer noch das Gefühl habe, dass uns ein Imitat angedreht wurde. Ganz unappetitlich wurde es, als ich während Stephanies Preisverhandlung ein Gefäss mit getrockneten Pfefferkörnern aus dem Regal nahm – und einen Wurm das Gefäss hochkriechen sah …

Indego

Eingedeckt mit Gewürzen riefen wir den Fahrer zurück, stiegen in das Fahrzeug ein und liessen uns nach Dubai Marina chauffieren. Dort hatten wir als Sylvester-Mittagsessen einen Tisch im Indego by Vineet gebucht. Punkt 12:30 Uhr – der Öffnung des Restaurants – waren wir als erste Gäste des Tages vor Ort. Gegen 13:30 Uhr begann sich die Terrasse dann doch noch zu füllen … leider war es auf Grund der Schattenlage und des Meerwindes auf der Terrasse nicht ganz so warm wie vermutet.

Wir spiesen bis wir platzten (inkl. eines Glases Neuseeländischen Pinot Noirs), mussten aber auf Grund der vorgerückten Zeit und auf Grund fehlendem Magenvolumen auf das Dessert verzichten. Wir liessen uns die Reste packen, erhielten diese aber nur gegen die Unterzeichnung eines „Liability Waiver“ ausgehändigt. Und da denkt jemand die Amerikaner seien prozessfreudig …

Zurück an den Flughafen

Um 14:34 Uhr fuhren wir zurück an den Flughafen, wo wir um 15:15 Uhr ankamen. In der Zwischenzeit hatte ich es geschafft, dass mir der Fahrer die versprochenen 80 AED aushändigte.

Nach einem langen Fussmarsch durch die Eingangshalle – vorbei am Check-In, da es ja nichts einzuchecken gab – vorbei an der Dame von der Passkontrolle, dann durch den Security Check. Die Essensreste kamen problemlos durch den Scan, was mich erstaunte.

Schlussendlich schafften wir es noch vor dem ersten Aufruf zum Boarding bis in die Menschenmassen beim Gate. Ich hatte sogar noch genügend Zeit, ein letztes Mal eine Toilette auf dem Erdboden aufzusuchen. Auf Grund Bauarbeiten an einer der Pisten verzögerte sich unser Abflug schlussendlich noch um satte 30 Minuten, doch das war uns zu dem Zeitpunkt egal.

Fazit

Die Wolkenkratzer und die Shoppingmeilen in Dubai sind zwar eindrücklich, nicht aber wirklich mein Ding. Dubai kommt mir vor wie das Las Vegas des Mittleren Osten: Eine herzlose Stadt ohne Charakter, mit Personen, die in klimatisierten Fahrzeugen zwischen klimatisierten Räumen hin- und herpendeln und eigentlich viel lieber an einem anderen Ort der Welt wären.

Nichtsdestotrotz habe ich diesen Ausflug geschätzt, da er die Grenzen des Machbaren ausgereizt hat und ich wieder einmal einiges nützliches Jetset-Wissen aneignen konnte.

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Samstag, 3. Januar 2015

Karte des Huayu Resort & Spa, Yalong Bay, Sanya, Hainan, China

Ein Abstecher nach Taiwan über die Festtage 2014 bewog uns, eine Woche Strandferien auf der chinesischen Insel Hainan im südchinesischen Meer anzuhängen.

Wir entschieden uns nach längeren Recherchen auf Tripadvisor für das Huayu Resort & Spa in der Yalong Bay, 45 Autominuten vom Flughafen Sanya (SYX) entfernt.

Wir kamen im Zimmer 1338 unter, das heisst im Gebäude 1, Stockwerk 3 (englische Zählweise; d.h. für Schweizer im 2. Stock) im Zimmer 38. Unser Balkon zeigte auf den Überdachten Pavillon, welcher von der Lobby zum Sichuan Hot Pot-Restaurant führte.

Da sich im Internet nirgends ein anständiger, hochauflösender Plan des Resorts findet, erlaube ich mir, den Scan des Mäppchen unseres Schlüsselkartenhalters hochzuladen:

Huayu Resort Spa Yalong Bay Sanya Hainan Map
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Und hier noch der Scan des ganzen Schlüsselkartenhalters als PDF:

Huayu Resort Spa Key Card Sleeve

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Dienstag, 1. Oktober 2013

Zahlencodes von Samsonite Aeris Spinner-Koffern ändern

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Dienstag, 8. Januar 2013

Massgeschneiderter Anzug in Taipei, Taiwan

Ich habe im Dezember 2012 auf Stephanies und meinem Trip nach Taiwan in Taipei zwei massgeschneiderte Anzüge anfertigen lassen. Ich bin mit der Qualität sowie dem Preis-/Leistungsverhältnis (knapp 1000 CHF für 2 Massanzüge, 3 Hemden, 2 Kravatten und einem Gurt) sehr zufrieden und empfehle deshalb hier den Händler gerne weiter:

EZ Collezioni

Die Kette hat verschiedene Filialen; uns hat es in das Trendviertel Ximending verschlagen.

Da Stephanie die sprachliche Verständigung zwischen dem Schweizer und dem taiwanesischen Verkäufer in die Hände genommen hat, hatten wir den Auftrag nach ca. 2 Stunden unter Dach und Fach. Ob man auch mit Englisch zum Ziel kommt kann ich leider nicht sagen.

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