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Samstag, 13. Mai 2017

Wein aus dem kalifornischen Napa Valley

Vor einigen Jahren erfuhr ich im Gespräch mit einem damaligen Arbeitskollegen vom Gerücht, das Weine aus dem Napa Valley nicht zwingend aus Trauben hergestellt würden, die vor Ort gewachsen sind. Diese Vermischung mit Trauben anderer Herkunft müsse so nicht deklariert werden, da die USA kein AOC kennen würden …

Bestätigen konnte ich diese Vermutung nie, aber auch nie widerlegen.

Über Ostern 2017 war ich wieder einmal in Kalifornien und besuchte dabei auch das Napa Valley und einige der dortigen Wineries — zum ersten Mal die Rutherford Hill Winery, gefolgt von einem köstlichen Mittagessen in der benachbarten Auberge du Soleil mit einer Flasche Pinot Noir Carneros von Merryvale (der für Schweizer bekannt klingende Familienname von René Schlatter, der auf der Etikette vermerkt ist, lässt richtig vermuten: Herr Schlatter ist tatsächlich Schweizerischer Abstammung). Anschliessend weiter zu Frog’s Leap (da war ich mit Stephanie bereits einmal). Die Krönung dann bei Robert Mondavi in Oakville, wo ich nun bereits vier mal an einer Besichtigung teilgenommen habe.

Doch erst bei diesem Mal fiel mir bei den einführenden Erläuterungen im Besammlungsraum die Bemerkung unseres Tour Guides auf: Nur 4 Prozent der kalifornischen Weinproduktion erfolge im Napa Valley selber. Stünde auf einer Flasche Wein „Napa Valley“, müssen die Trauben auch im fünf mal dreissig Meilen langen Tal gewachsen sein. Steht sogar ein konkreter Ort auf der Flasche, müssen die Trauben aus dieser spezifischen Gemeinde des Tals stammen, bspw. Oakville (bei Mondavi).

Wahrscheinlich hatte mein Walliser-Kollege eine solche Erläuterung der Spur nach gehört und erzählte die Geschichte nach seinem Verständnis der Sitiattion.

In der Folge achtete ich mich viel aufmerksamer auf die Etiketten der Weine, bspw. bei Whole Foods, aber auch heute gerade in der Mondovino-Broschüre.

Während der Laie nur auf den Weinproduzenten schaut („Robert Mondavi“, „Behringer“) verpasst nur allzu schnell, dass auf den Weinetiketten plötzlich nur „California“ steht. Gemäss den Ausführungen des Tour Guides könnten die Trauben aus dem ganzen Staat Kalifornien stammen.

Tun sie wohl auch, denn auf der Fahrt der Küste entlang von Los Angeles nach San Francisco fielen uns Hektaren um Hektaren an Weinreben auf. Von hier kommen dann wohl die restlichen 96 Prozent der kalifornischen Weinproduktion und werden auch von den grossen Namen verwendet, um günstigere Weine herzustellen.

Ob das nun Kundenverarsche ist oder übliches Geschäftsgebahren muss jeder selber entscheiden. Wie üblich mit dem Portemonnaie.

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Sonntag, 5. März 2017

Welcher Wein zu asiatischer Küche?

Meine Frau veranstaltet jährlich anlässlich des Chinesischen Neuen Jahres ein Abendessen, zu welchem Freunde und Bekannte eingeladen sind.

In diesem Jahr habe ich mir etwas Zeit genommen und online recherchiert, welche Weine denn überhaupt so zu asiatischem Essen passen. Nachfolgend einige Links und Weinempfehlungen, die ich im Netz aufgeschnappt habe.

Quintessenz: Im Zweifelsfalle trinkt man lieber Bier, da asiatisches Essen und Wein mehrheitlich schlecht harmonieren.

  • „Zu scharfen Sachen – beispielsweise nach Szechuan-Art zubereiteten Gerichten – passt ein Primitivo sehr gut.“ Coopzeitung
  • „Ein Blauburgunder aus der Schweiz oder Deutschland oder ein Beaujolais bieten sich beispielsweise an, allenfalls auch ein Zweigelt aus Österreich.“ NZZ
  • „Sehr scharfe Gerichte vertragen sich nur mit wenigen Weinen gut; die in China beliebten süss-sauren Gerichte verweigern sich dem vergorenen Traubensaft sogar ganz.“ Tagesanzeiger
  • Blauburgunder respektive Pinot noir gut mit der Küche aus dem Land der aufgehenden Sonne zusammengeht.“ Tagesanzeiger
  • „Ein Riesling oder ein Gewürztraminer aus dem Elsass oder von einer guten Lage aus Deutschland kann sehr gut passen», sagt Studer. Wirklich süsse Weine wie zum Beispiel eine sogenannte Auslese würde Studer aber nicht verwenden.“ Tagesanzeiger
  • „Asiatische Küche: süss-sauer und leichte Schärfe, Sushi: Riesling“ sowie „Asiatische Küche: scharf (Chili!): Chardonnay barrica, Riesling, Altair“ Gerstl
  • „Zu asiatischen Gerichten mit Chili passen beispielsweise aromatisch-fruchtige Weißweine wie ein kräftiger Riesling oder Gewürztraminer gut. Auch halbtrockene Spätlesen von Weißburgunder, Silvaner oder Soave können passen. Süß-saure asiatische Speisen lassen sich gut mit einem restsüßen Riesling, einem aromatischen Gewürztraminer oder einer Scheurebe Spätlese kombinieren.“ EDEKA
  • „Knackig Frisches aus dem Wok sucht spritzig-frischen Riesling Die sehr beliebte Zubereitung von frischem Gemüse und Fisch im Wok ist eine schnelle und gesunde Art der Ernährung: leichte, fettarme Küche, viele Vitamine und Ballaststoffe. Ideal dazu sind leichte, spritzige Weine mit anregender Säure. Leichter Riesling aus Deutschland ist dazu immer eine gute Wahl.“ sowie „Schmorgerichte mögen Riesling mit vollem Aroma Das Fleisch wird oft mariniert und anschließend vielfältig und intensiv gewürzt. Zu diesen Gerichten empfiehlt sich ein gehaltvoller Riesling, z. B. eine trockene Spätlese, dessen volle Frucht sich mit dem asiatischen Aromenpotpourri verbindet.“

Schlussendlich servierte ich einen Riesling Château Ste Michelle aus dem Columbia Valley im US-Bundesstaat Washington. Mit einer besonderen, offenbar Riesling-typischen Note, die nicht nur ich herausschmeckte: Petrolgeschmack.

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