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Mittwoch, 8. Juni 2011

Zertifikatsprobleme mit imapfilter bei einem loadbalancierten Exchange 2010-Server

ACHTUNG: Funktioniert leider doch nicht wie erwünscht.

imapfilter ist das Tool meiner Wahl, um einkommende Mail-Nachrichten in IMAP-Unterordner zu verschieben. Dessen Anwendung habe ich in einem Blog-Artikel erläutert.

Seit mein Arbeitgeber mein E-Mail-Konto von einem Unix-Mailserver auf eine Microsoft Exchange 2010-Lösung migriert hat, gab es Probleme mit den Zertifikaten. (Natürlich hätte ich die Regeln erneut unter Exchange erfassen können, aber der Vorteil von imapfilter ist eben gerade, dass man nur die Serververbindung anpassen muss, und die Mails werden weiter schön sauber sortiert).

imapfilter lässt man bekanntlich beim ersten Verbindungsversuch im interaktiven Modus laufen und akzeptiert dort dann brav das Zertifikat das Mail-Servers:

Server certificate subject: /1.3.6.1.4.1.311.60.2.1.3=CH/ 
1.3.6.1.4.1.311.60.2.1.2=Bern/businessCategory=Government Entity/ 
serialNumber=1834-03-14/C=CH/ST=Bern/L=Bern/O=Universitaet Bern/ 
OU=Informatikdienste - SYS/CN=mail.campus.unibe.ch
Server certificate issuer: /C=BM/O=QuoVadis
Limited/OU=http://www.quovadisglobal.com/CN=QuoVadis 
 Global SSL ICA
Server key fingerprint: CD:10:34:E9:6D:1D:07:09:3D:9E:53:FC:B5:94:B0:10
(R)eject, accept (t)emporarily or accept (p)ermanently? p

Doch leider schien dieser Server in der Folge einfach so den Fingerprint zu wechseln. Als ich imapfilter nach einiger Zeit (und Fehlermeldungen im cron.log) erneut im interaktiven Modus ausführte, erschien folgende Warnung:

Server certificate subject: /1.3.6.1.4.1.311.60.2.1.3=CH/ 
1.3.6.1.4.1.311.60.2.1.2=Bern/businessCategory=Government Entity/ 
serialNumber=1834-03-14/C=CH/ST=Bern/L=Bern/O=Universitaet Bern/ 
OU=Informatikdienste - SYS/CN=mail.campus.unibe.ch
Server certificate issuer: /C=BM/O=QuoVadis
Limited/OU=http://www.quovadisglobal.com/CN=QuoVadis 
 Global SSL ICA
Server key fingerprint: 6D:D9:E8:FF:A3:70:2A:D8:44:10:0C:7D:0E:94:65:FC
ATTENTION: SSL/TLS certificate fingerprint mismatch.
Proceed with the connection (y/n)? y

Leider führte das Bestätigen der Warnung nicht dazu, dass dieses neue Zertifikat akzeptiert wurde (wohl, weil für denselben Server bereits ein anderes Zertifikat gespeichert war). Meine Vermutung: Da mein Arbeitgeber einen loadbalancierte Exchange 2010-Infrastruktur aufgebaut hat, besitzt jeder Server ein anderes Zertifikat (auch wenn beide gegen aussen als mail.campus.unibe.ch in Erscheinung treten).

Der Workaround sah folgendermassen aus:

$ copy ~/.imapfilter/certificates ~/.imapfilter/certificates.old
$ imapfilter -c myconfigfile
(... accept certificate permanently ...)
$ cat ~/.imapfilter/certificates.old >> ~/.imapfilter/certificates

Ab sofort motzte imapfilter nicht mehr über den gelegentlich wechselnden Fingerprint, weil nun einfach beide möglichen Zertifikate in der Datei gespeichert sind.

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Samstag, 12. März 2011

IMAP-Mailbox lokal sichern

Am 23. März 2011 ist es soweit: Ich erhalte endlich das Diplom zu meinem Studienabschluss in die Hand gedrückt. Da ich seit dem 31. Januar 2011 von der Universität Bern exmatrikuliert bin, ist es nur eine Frage der Zeit, bis mein Mailkonto mario.aeby@students.unibe.ch aufgehoben wird.

Damit ich ein vollständiges und sicheres Backup meines gesamten E-Mail-Verkehrs auf meiner lokalen Festplatte ablegen kann, verwende ich mit imapbackup.py ein frei aus dem Internet verfügbares Python-Script, welches — einmal aufgerufen — standardkonforme .mbox-Dateien im aktuellen Verzeichnis ablegt.

Nachdem man das Script heruntergeladen und vorzugsweise im eigenen Home-Verzeichnis abgelegt hat, geht man folgendermassen vor:

$ python ~/imapbackup.py -s mail.unibe.ch -u ma02i093

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Samstag, 14. August 2010

E-Mails mit imapfilter serverseitig ablegen

Seit vielen Jahren verwende ich das IMAP-Protokoll zum Zugriff auf alle meine Mail-Adressen. Doch leider nimmt die Mailflut immer mehr zu, und das stört.

Bis zum heutigen Tag habe ich mich „Regeln“ in Apple Mail beholfen, um Mails beim Eintreffen in die entsprechenden Unterordner abzulegen. Seit ich aber einen Laptop und ein iPhone besitze und zunehmend auch unterwegs Mails abrufe, wäre es äusserst nützlich, wenn ich eingehende Mails vollständig automatisch serverseitig vorsortieren und in Unterordner ablegen könnte.

Bisher war ich dazu genötigt, die Regeln von Apple Mail auf meiner Workstation zu Hause auf den Laptop zu übertragen. Immer wieder habe ich mir dabei vorgenommen, diese Redundanz aufzuheben. Heute ist es nun soweit!

Was tun? Wer einen dedizierten Mailserver im Keller stehen hat, wird sich auf procmail-Scripts stützen (ich habe auch schon darüber berichtet), die eingehende E-Mails nach bestimmten Kriterien in Unterordner verschieben. Dies ist für mich keine Option, weil mein von Genotec betriebener Mailserver keinen Shellzugriff bietet. Auch bietet der Hoster keine anständige Möglichkeit an, serverbasierte Filter einzurichten.

Heute nun bin ich via einer diesbezüglichen Frage auf der Community Serverfault auf imapfilter gestossen.

Installation

Zuerst installiert man sich das Paket unter Debian auf einem ans Internet angeschlossenen Server, der nonstopp läuft:

apt-get install imapfilter

Filterregeln erstellen

Anschliessend schreibt man sich mit der Sprache Lua (vgl. die Beispiele Rotating email into your inbox using imapfilter sowie sample.config.lua.txt) entsprechende Filter-Rezepte und legt diese nach einem chmod 600 * im Homefolder beispielsweise unter ~/.imapfilter/filter/ ab.

Nachfolgend ein solches „Rezept“ für einen meiner Mailkonti:

mbox = IMAP {
    server = 'mail.server.tld',
    username = 'user@domain.com',
    password = '********',
    ssl = 'ssl3'
}

-- Facebook
messages = mbox.INBOX:contain_from('facebookmail.com')
messages:move_messages(mbox['Facebook'])

...

-- AHC
messages = mbox.INBOX:contain_field('List-ID','gi-ch.googlegroups.com')
messages:move_messages(mbox['AHC'])

...

Wie man anhand dieses Beispiel sieht, kann man jedes beliebige Feld des Mail-Headers auswerten. Als Hilfe für alle verfügbaren contain_X-Befehle sei auf die Dokumentation unter imapfilter_config – imapfilter configuration file verwiesen. Es gibt auch noch andere Befehle, die es ermöglichen, noch deutlich feingranuliertere Regeln zu programmieren.

Hat man wie ich mehrere Mail-Konti, die abgegrast werden sollen, erstellt man entsprechende Filter für jedes Konto und legt diese im selben Ordner unter einem aussagekräftigen Namen ab.

Shell-Script schreiben

Damit man diese nun alle auf’s Mal durchackern lassen kann, empfiehlt sich, ein kleines Shell-Script zu schreiben:

#!/bin/sh

IMAPFILTER=`which imapfilter`
RECIPESROOT="~/.imapfilter/filter"

cd $RECIPESROOT

for RECIPE in *
do
        #echo "Running $IMAPFILTER -c '$RECIPESROOT/$RECIPE'"
        $IMAPFILTER -c "$RECIPESROOT/$RECIPE"
done

exit 0

Cron-Job einrichten

Anschliessend richtet man einen Cron-Job ein, der die Mailserver beispielsweise alle 5 Minuten nach neuen Nachrichten abfragt und je nachdem die Filterregeln anwendet:

*/5 * * * *	/usr/local/bin/imapfilter.sh

Fertig ist der kostenlose, transparente Filterservice für eingehende Mails.

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