Donnerstag, 10. August 2006

Heute in "heute" …

Wegen angeblichem „Hack“ auf Partyguide.ch

Strafanzeige gegen Blogger

NEUENEGG BE. Der Berner Mario Aeby (25) bloggte über Sicherheitslücken bei Partyguide.ch. Nun reichten die Macher Strafanzeige ein und verpetzten ihn beim Chef.

[…]

Quelle: Strafanzeige gegen Blogger

Endlich …

… erfahren Benutzer von Partyguide auf breiter Basis über die Unsicherheit des Community-Portals. Ich bin mir sicher, dass dieser zusätzliche Druck förderlich für die Sicherheit des Portals sein wird. Und vielleicht sogar den einen oder anderen Nutzer sensibilisiert, grundsätzlich vorsichtiger mit Passwörtern und persönlichen Daten im Internet zu hantieren.

In den Partyguide-Foren wird bereits Rege diskutiert. Löblich. (Dank: Torquie)

Jason vs. Mario

Jetzt gerade erreicht mich noch der Hinweis auf die Stellungnahme Jason Fellmanns auf den ‚heute‘-Artikel.

Lustiges Bildli – der Zeitung kann man garantiert nicht vorwerfen, dass zu wenig personalisiert wird *grins*.

Ich betone ein weiteres Mal: Ich habe die Zugangsdaten erst veröffentlicht, als die Passwörter bereits vom Betreiber geändert worden waren (wie sonst könnte ich das E-Mail abdrucken, dass einem kompromittierten User zugesandt wurde?!)

Mir ist zudem immer noch unverständlich, wieso Benutzer mit unsicheren Passwörtern dieses nicht beim nächsten Login zwingend wechseln mussten?

Aber eben … In unserem nächsten Leben ist zwischen mir und Jason alles vergessen und wir gehen einen Saufen. Versprochen. Vielleicht programmieren wir dann ja sogar zusammen eine Party-Web-Site? (Dank: Torquie)

Nocheinmal genau so?

Jein.

Ich weiss zwar jetzt, …

  • … dass in der Schweiz jeder jeden anzeigen kann,
  • … wie eine Befragung bei der Polizei abläuft,
  • … wie eine Hausdurchsuchung vonstatten geht (der Server darf nicht ordnungsgemäss heruntergefahren werden, sondern der Stromstecker muss im laufenden Betrieb gezogen werden),
  • … dass 808GB Festplattendaten beim Freund und Helfer in Bern nun quasi als Backup gelagert werden und auf die Beweissicherung warten,
  • … dass die Hardware dank meinem Kooperationswillen mit dem Hüter von Gesetz und Ordnung bereits nach knapp einer Woche anstelle nach drei bis vier Monaten wieder freigegeben wurde,
  • … dass die Blogosphäre zur Angelegenheit nicht geschwiegen hat und Solidarität, aber auch Kritik ausgeteilt hat, die ich zu Herzen nehmen werde
  • … ich nicht zuletzt bei meinen Kollegen für Unterhaltung („du siech wirsch so öppis vo iglochet, aeby!“) gesorgt habe,
  • … ich von unzähligen Tipps und gutgemeinten Ratschlägen förmlich erschlagen wurde (u.a. Gegenklage, Anzeige wegen Ehrverletzung, Anwalt nehmen),
  • … ich unbedingt eine Rechtschutzversicherung abschliessen muss,
  • … dass mein Umgang mit telefonischen Anfragen von Seiten der Medien verbessert werden konnte,
  • … dass der Hack erst so richtig an Nachrichtenwert gewann (und die nötige Reizschwelle überschritt), als Strafanzeige gegen mich erlassen wurde und Partyguide danach (nachdoppelnd?) zur Feder griff,

Dennoch: Alles in allem hinterlässt die ganze Sache einen zwiespältigen Eindruck. Nahe legen kann ich solche Aktionen niemandem.

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Labels: Neuenegg

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