Archiv 27. September 2026

Sonntag, 27. September 2026

Erinnerungen an das Baby, welches die Elternteile mit ins Grab nehmen

Meine Mutter starb am 26. Oktober 2025 „nach langer, schwerer Krankheit“. Eine Floskel, die man vor einem solchen Verlust regelmässig in Todesanzeigen liest und zur Kenntnis nimmt — man sich aber nicht wirklich vorstellen kann, welche Leiden sich dahinter verbergen.

Mein erstes Kind, Ella Giulia, wurde am 20. Januar 2026 geboren. Wie ein Bekannter, welcher etwas ähnliche durchmachte, so schön sagte: „Die beiden sind wohl im Lift aneinander vorbeigefahren …“

Gerade eben ist Ella eingeschlafen, alleine bei mir im Bett. Nach dem üblichen „Abefahre“-Ritual mit Papa. Zuvor lag sie auf meinen angewinkelten Oberschenkeln, wir schauten uns an, und ich habe ihre kleinen Füsschen genommen und über die Stoppeln meines Dreitagebartes gestrichen. Das „Schleifpapiergefühl“ oder das „Nadelgefühl“ irritiert sie sofort sichtbar, aber begleitet mit komischen „Meerschweinchen“-Geräuschen des Vaters bringt sie das zum Lachen. Das eigene, einen anlachende Baby, etwas vom Schönsten, was das Leben bietet. Als Abwechslung blase ich ihr auch auf die Fussunterseite, was sie zum Kichern bringt. Halt ganz persönliche, experimentelle Dinge, welche man mit dem ersten Kind so macht.

Dabei kommt mir der Gedanke an meine Mutter, und ich frage mich, welche Dinge sie mit dem acht Monate alten Mario wohl angestellt hat, die nur ich und sie erlebt haben. Und da ich keine Erinnerung an diese Zeit habe, bedeutet dies leider auch, dass sie diese Erinnerungen mit ins Grab genommen hat …

Ein Grund mehr, im nächsten Leben viel früher Kinder zu zeugen und grosszuziehen. Damit solche Fragen nicht zwangsläufig unbeantwortet bleiben …

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Labels: Baby

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