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Mittwoch, 1. April 2026

Schweiz: Kommen nun drei neue AKWs?

Seit 1969 kamen in der Schweiz Nuklearreaktoren ans Netz. Als letztes das AKW Leibstadt. 1984, vier Jahre nach meiner Geburt, begann es zuverlässigen, günstigen, und CO2-armen Strom zu produzieren.

Danach ergab man sich der Jute-Sack-Fraktion, und baute kein neues AKW mehr. Dafür werden wir nun büssen. Nach dem Ukraine-Krieg zeigt uns bald der Iran-Krieg auf, wie abhängig wir von Energielieferungen aus dem Ausland sind. Hätten sich unsere Väter und Mütter (falls sie nicht sogar selbst Teil des Problems waren) realistisch verhalten, hätten wir seit 1984 noch ein paar Reaktoren ans Netz genommen, und vor allem vor ein paar völlig unnötig, irrational das noch voll funktionsfähige AKW Mühleberg verschrottet.

Nun gibt es aber einen Schimmer Hoffnung, dass auf Grund der kommenden Energiekrise die Realos das Ruder übernehmen und wir so rasch wie möglich drei neue AKWs planen, genehmigen, bestellen, und bauen. Keine Schweizer Spezialwünsche, erprobte Reaktoren von der Stange.

Wieso drei? ChatGPT sagt mir, dass wir über die Wintermonate eine Lücke von 5 bis 10 Terrawattstunden (TWh) haben, welche mit 1 bis 2 Gigawatt (GW) zusätzlicher, stetiger Stromproduktion gestopft werden kann. Reaktoren der neuesten Generation liefern zwischen 1.1 und 1.7 GW, somit sollten uns drei Reaktoren die nötige Resilienz geben, um die Lücke zu füllen, aber auch, um die älteren Nukleardampfer wenn nötig zu warten und so auf ein möglichst langes Leben vorzubereiten.

Die grösste Sorge machen mir die Bewilligungs- und Einspracheprozesse. Es besteht die riesige Gefahr, dass die Gesuche von Beamten monate- und jahrelang von einer Seite des Schreibtisch auf den anderen verschoben werden, alle paar Tage und Wochen neue Fragen und „Biiig Problems“ auftauchen, die man klären möchte, ohne aber je einen Entscheid zu fällen (weil, dann, nun ja, ist man verantwortlich dafür und könnte belangt werden — welcher Beamte möchte das schon?). Danach wird es auf allen Ebenen Einsprachen von Linken, Grünen und NGOs, hageln, über alle Instanzen hinweg, mit unzähligen Rekursmöglichkeiten, mit extrem langen Prozesszeiten.

Dem muss ein Riegel geschoben werden.

In der Pandemie wurde völlig grundlos von Notrecht Gebrauch gemacht. Nun, ich schlage vor, dass wir dieses Mittel für einmal pragmatisch und realpolitisch anwenden, um unser Land vor dem akuten Energietod retten, und die nächsten Generationen energietechnisch optimal aufzustellen.

Hinzu kommt der Ausbau der Wasserkraft. Aus meiner Sicht in Kombination mit Atomkraft deutlich bessere „Batterien“ als dass wir kurzlebige, mit überteuertem kWh-Preis Lithium-Ionen-Batterien aus China importieren.

Ich will keine Gaskraftwerke, die mit konstanten Gasflüssen aus Russland, dem Nahen Osten oder den USA am Leben erhalten werden müssen. Ich will keine Windräder, die unsere wunderschöne Schweizer Natur verschandeln und nur dann Energie liefern, wenn es dem Wettergott passt, und genau so wenig will ich als Staat auf Solarenergie setzen im Wissen, dass die Sonne hierzulande am kürzesten Tag (21. Dezember) acht Stunden scheint, und wir irgendwie 16 Stunden überbrücken müssen. Die Deutschen haben voll auf dieses tote Pferd gesetzt, und ich habe absolut kein Problem, denen am Mittag die im Überfluss generierte Solarenergie abzunehmen (und dafür von denen noch Geld zu kriegen), um sie in Wasserkraft umzuwandeln, und den Deutschen dann für gutes Geld wieder zu verkaufen, wenn deren PV-Anlagen null Ertrag liefern. Aber das natürlich auch erst, wenn wir unsere Bedürfnisse als Land gestillt haben.

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Labels: Energie, Schweiz

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