Samstag, 3. Januar 2026, 9:27 Uhr

Messmer sieht die Ukraine auf der Siegesstrasse

Drüben bei arlesheimreloaded.ch stimmt Manfred Messmer zum Jahresende auf eine Lobeshymne an die Ukraine an: Warum die Zeit im Ukraine-Krieg für die Ukraine arbeitet

Für mich ein komplett irritierender Blog-Post. Ich meine wir haben Ende 2025, und nicht April 2022.

Wie können zwei belesene Schweizer Zeitgenossen, in derselben Wirklichkeit lebend (oder?) zu komplett unterschiedlichen Schlüssen der Situation kommen? Ich meine es ist schon recht starker Tobak, Putin und Russland Ende 2025 in der „schwächeren“ Position zu sehen.

Begründung: Ein Land, das ums Überleben kämpft, „erzeugt höchste Widerstandskraft“.

Huh? Das napoleonische Frankreich 1815? Die Konföderierten 1865? Das deutsche Kaiserreich 1918? Nazi-Deutschland 1945? Imperiales Japan 1945? Standen diese Mächte nicht alle vor einer Niederlage, „welche keine zweite Runde erlaubt[e]“?

Auch mutig: Die 90 Milliarden, die die EU zusammengeklaubt haben will und nach Kiev schickt, würden gemäss Messmer der EU weitere zwei Jahre „Planbarkeit“ erkaufen. Was meint er damit? Dass die Ukraine damit zwei weitere Jahre gegen Russland kämpfen kann? Ist Geld wirklich das einzige — oder: wichtigste — Problem der Ukraine? Ich hätte eher auf Menschenmaterial getippt. Aber was weiss ich schon.

Egal wie viel Geld die EU noch verlocht: Wenden sich die USA ab, kollabiert das Land. Endgültig. Man erinnere sich: Kreislaufwirtschaft. Reiner Durchlauferhitzer. Das Geld, welches nicht in Taschen von Funktionären wandert, ist gleich wieder auf dem Weg aus der Ukraine zu Kreditgebern und Rüstungsproduzenten im Westen.

Nun gut, drüben in Arlesheim stirbt die Hoffnung wohl zuletzt.

PS: Trump und sein Secretary of War bringen Messmer in diesen Minuten in die Bredouille: Ich freue mich schon auf den Blog-Artikel, welcher den Endsieg der Venezuelaner und Maduros über die USA voraussagt. Die Akteure dort können „nicht mehr ausweichen“, die „Motivation ist nicht austauschbar“, und eine Niederlage „erlaubt keine zweite Runde“.

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Labels: Europa, Krieg, Politik

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