Archiv ‘Uncategorized’

Dienstag, 9. Mai 2006

Ladies and gentlemen, it’s boarding time!

Van den Briel says that while Southwest’s open seating might seem like an invitation for chaos, it actually illustrates a tendency among passengers to self-organize when left to their own devices.

Quelle: Airlines Try Smarter Boarding

Sehr spannend. Insbesondere das Faktum, dass der „low-tech approach“ locker mit dem auf viel Hirnschmalz basierenden Konzept mithält, freut mich. Mein Wahlspruch Keep it simple, wieder einmal bestätigt.

Swiss

Wie Kollege Ritz mir kürzlich erzählt hat, hat auch die Swiss diesen lästigen Teil des Flugbetriebs gestrafft. Die Flugzeuge sind nun nicht mehr eine Stunde (kein Gewähr) am Boden, sondern heben wohl so nach 40 Minuten wieder ab.

Ökonomie des Fliegens

Wer es noch nicht weiss: Ein Flugzeug generiert nur dann Geld, wenn es in der Luft ist. Wenn wir also aus dem Easyjet-Flug ausgestiegen sind, fliegt das Gefährt mitsamt Crew gleich weiter an die nächste Destination und danach, wenn die Gäste ausgestiegen sind weiter an die nächste Destination, und danach, wenn die Gäste ausgestiegen sind … etc.

Diese Erkenntnis habe ich übrigens nicht mir selber zu verdanken (bin ja kein BWL-Student), sondern liess mir das von Kollege Belina verklickern.

Wenn man sich dessen bewusst wird, ist es (für mich) umso erstaunlicher, dass sowenig Unfälle passieren. Andererseits fliegen die Jets ja unzählige zehntausende Kilometer, um danach in Generalüberholung zu gehen. Dann werden sie im Innern (im Äussern auch?) komplett auseinandergebaut, gewartet, gereinigt und neu eingerichtet.

Die Fliegerei – ein unentdecktes Land.

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 7. Mai 2006

Jubiläum, Liebe und Männer

Auf Grund den sich in Riesenschritten nähernden Jubiläums meiner (zur Zeit diesen Namen eigentlich gar nicht verdienenden) Beziehung (ich habe im ersten Anlauf gerade „Bedienung“ getippt – ein Freudscher Vertipper?) trifft sich gut, dass die heutige NZZ am Sonntag just zur Feier des Tages einen Liebes-Artikel mit sich bringt.

Der Anlass

Vier lange (sorry: „kurze“, sonst gibt’s Krach *grins*) Jahre – 8. Mai 2002 bis 8. Mai 2006 – haben Melanie nun also auf dem „Buckel“. Wobei ich bei ihrer Rückkehr aus Afrika (irgendwann nach Juni 2006) den Antrag stellen werde, das „verlorene“ Jahr abzuziehen. Aus der Zeitrechnung zu tilgen. Offiziell für „nicht stattgefunden“ zu erklären. Nicht zuletzt, um dem drohend näherrückenden verflixten siebenten Jahr (so Gott will) ein Schnippchen zu schlagen, es also noch etwas hinauszuzögern.

Meine zu karge Gefühlswelt?

Nun gut, Leute, die mich näher kennen, wissen, dass ich definitiv nicht von Gottes Prototypen abstamme, der Sensibilität, Romantik, Zuneigung, Kuschelfaktor (vgl. für die aktuellste, sich dauernd im Fluss befindliche Liste Cosmopolitan, Anabelle, emma oder gar Akut), mit sich bringt.

Der viel gepriesene „neue Mann“ ist für mich ein Fremdwort. Ja, desöfteren wurde ich bereits mit einem Trampeltier verglichen und mir so jegliche Verwandtschaft mit der Menschheit abgesprochen. Ich bin Version 1.0 von Mann, vielleicht sogar noch ein Vor-Serienmodell. Ein Single-Task-Geschöpf, wie Kollege Belina letzten Freitag empirisch herausfand. Gemäss Lehrmeinung für die heutige Welt also gänzlich ungeeignet.

Ich persönlich bin der Meinung, sowenig wie möglich, aber soviel wie nötig von den oben genannten Eigenschaften mitbekommen zu haben.

Wenn die Flamme erlischt …

Nein, das ist keine Andeutung zwischen den Zeilen bezüglich meines Liebeslebens. Aber wenn man über Liebe bloggt, ist auch der Herzschmerz nicht weit. Deshalb muss ich es hier erwähnen, obwohl ein Jubiläums-Artikel ja nur Positives enthalten sollte.

Ob man sich für eine gewisse Gefühlskargheit entschuldigen muss? Es erscheint mir manchmal so, wenn mir Gesprächspartner meinen (nicht immer todernsten) Statements mit offenem Mund begegen. Sorry, dass bei meiner Erziehung oder Entwicklung etwas schief gelaufen ist. Um ehrlich zu sein: Es lebte sich damit die letzten 25 Jahre recht ansehnlich, insbesondere dann, wenn wieder einmal ein unglücklicher Zeitgenosse (darin ist auch die weibliche Form enthalten) die Liebe seines Lebens entgleiten sah.

Anstelle in den Erinnerungen und Gefühlen der tollen, verflossenen Zeit zu baden, beschränkt man sich heute nach Trennungen darauf, mindestens ein halbes Jahr seinen Kollegen allabendlich vorzuflennen, was man gut, was man falsch, was der Partner gut, was er falsch gemacht hat (Schwerpunkt: letzteres). Nirgends ist man sicher: Spricht man mit einem solchen Beziehungs-Opfer, am Telefon, per ICQ, per SMS – jederzeit besteht die latente Gefahr, dass das Thema aus den dunkelsten Orten der Verbannung hervorkriecht. Und es tut es fast jedes Mal. Dabei war man selber doch derart darauf bedacht, jedes Wort vor der Aussprache auf die Waage zu legen, um dem Gegenüber ja kein Anhaltspunkt zu bieten, um wieder auf das ewigselbe und nach ein, zwei Wochen aller Welt bekannten Klagelied einzustimmen. Solchen Leuten sei angeraten, sich dem Einsiedlertum zu widmen und erst dann zurückzukehren, wenn sie geläutert sind.

Zum eigentlichen Artikel

Nicht zuletzt deshalb wohl fand ich – auf die Gefahr hin, das Jubiläum mit wenigen Worten zum letzten seiner Reihe zu machen und von allen weiblichen Geschöpfen auf diesem Planeten für immer und ewig in die sympathie-technische Verbannung geschickt zu werden – den Artikel gut, sehr gut sogar.

Hier einige Ausschnitte:

Zu den leisen Freuden der späten Jahre, des Lebens goldenem Hochsommer sozusagen, gehört, dass die Bekannten weitgehend vernünftiger werden. Oder sich selber entsorgen durch vollends verblödete Lebensentwürfe. Die, die bleiben also, fallen dadurch angenehm auf, dass sie nicht mehr nächtelang von Liebesquatsch erzählen.

Ich geb’s ja zu, am Anfang verfällt wohl jeder in diese Phase. Sie trübt den Geist stärker als ein Vollsuff, führt zu permanent roten Ohren, einem Tunnelblick, einer Laissez-Faire-Attitüde, der rosaroten Brille, Flugzeugen im Bauch, Gedankenblockaden und all den anderen Errungenschaften, die in uns die Natur (nicht völlig uneigennützig) hervorruft. Zu einem temporär unbrauchbaren Menschen, sozusagen. Der Mai 2002 war in dieser Hinsicht wirklich intensiv *smile*

Die Verklärung der grossen, romantischen Liebe ist ein Privileg der dummen Jugend. […] Noch bedauernswerter allerdings, wenn aus den tapsigen Jugendlichen alte Säcke geworden sind, die immer noch ihrer eigenen und Hollywoods Idiotie auf den Leim gehen und nach der grossen Liebe suchen.

In meinem Kollegenkreis hat sich intern der Spruch „die Liebe des Lebens suchen“ eingebürgert, wenn eines der folgenden Kriterien zutrifft: a) Raclette-Party zu Hause bei einem Kollegen. Der Wein fliesst in Strömen, alle haben’s lustig, alle sind satt, man berichtet, hat die Uhrzeit längstens aus den Augen verloren, es könnte noch stundenlang so weitergehen. Doch dann betritt der Übeltäter die Bühne, im Hinterkopf die Absicht, die Gruppe zu einem Aufbruch an eine öffentliche Festivität zu bewegen, weil die erhoffte Liebe des Lebens noch irgendwo dort herumlungern soll. Die gute Stimmung wird durch Hektik ausgetauscht, der Tross verschiebt sich an den Zielort, um danach nur zu realisieren, dass man wohl lieber zu Hause geblieben wäre. Und es kommt noch schlimmer: Der Übeltäter findet die Liebe des Lebens nicht!

Oder: b) An einem Abend von Party zu Party fahren (das Automobil macht es möglich) und nicht einsehen, dass die Festlichkeiten immer schlechter werden. Unbeirrt wird man angetrieben von der unausgesprochenen Hoffnung auf das Treffen mit dem Seelenverwandten.

Berichtet mir jemand […] mit über vierzig immer noch von Auflösung, nach der er sich sehnt, nach Leidenschaft und Unendlichkeit, kann ich nur sehr glasig schauen. […] Nach vierzig Wiederholungen sollte auch jeder mässig intelligente Tropf begriffen haben, dass das, was uns allen als grosse Liebe verkauft wird, nichts weiter als eine biologische Laune der Natur ist, um die Art am Leben zu erhalten. […] Bitte, wer sich unglücklich machen will, kann weiter von romantischer Liebe faseln und alleine bleiben.

Da habe ich nichts zu ergänzen.

Die anderen […] haben sich meist in etwas eingefunden, das als Zweckgemeinschaft verurteil wird. Von wem? Vom kitschigen Volksempfinden. Was soll falsch an einem Zweck sein? […] Der Zweck einer Zweckgemeinschaft ist doch, nicht mehr sinnlos alleine in den Fernseher zu stieren, sondern jemanden zu haben, dem man seine eingerissenen Zehennägel zeigen kann […] Ist das Liebe? Unbedingt. […] Der Zweck der Zweckgemeinschaft ist: jemanden lieben lernen. […] Denn man kann viele Leute lieben, wenn man sie erst mal kennen gelernt und sich an sie gewöhnt hat.

Im Mai 2002 war ich über alle Ohren in Melanie verliebt, mittlerweile liebe ich sie (ein Unterschied aus meiner Sicht).

Obwohl dies ein schönes Schlusswort wäre, geht der Artikel noch weiter. Ich kann ihn nicht vorenthalten:

Der Rest, die Liebe, würde sich mit der Zeit einstellen. Und sehr oft ging dieses Konzept [arrangierte Heirat] auch auf.

Die verquastete Liebesidee der Neuzeit kann andererseits nicht als Erfolgsmodell bezeichnet werden. […] Freunde werden meist erst nach einigen Jahren wirklich zu Freunden. Wenn man sich an sie gewöhnt hat, wenn man sich mit iihnen entspannt und sich traut, ihnen alle Launen zuzumuten.

So würde ich den Wechsel von Verliebtheit zu Liebe charakterisieren – alle Launen zumuten. Das ist das Kernelement!

[…] und so zieht man zusammen mit einem wildfremden Menschen und erwartet, dass die Anfangseuphorie die Kiste trägt. Meist erwachen die Menschen nach zwei, drei Jahren aus ihrer Idiotie neben einem normalen Menschen und rennen davon, weil sie die Euphorie wieder haben wollen, und meinen den Menschen, der da schnrarcht, nicht zu lieben […]

Um ehrlich zu sein: Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, jemals mit einer Frau zusammen zu ziehen. Schrecklich, nicht?

Darum ein kleines Lied auf die Zweckgemeinschaft, sie macht Menschen ausgeglichener und zufriedener. […] Nicht die grosse Leidenschaft, sondern die freundliche, wohlschmeckende Vertrautheit lässt uns genüsslich schmatzen. Austoben kann man sich im Fitnessraum.

Ich persönlich habe wirklich das Gefühl, dass seit Melanie weg ist ich wieder mehr Kanten aufweise, aggressiver bin, unausgeglichener. Zufall?

Quelle: NZZaS, 7. Mai 2006, „Liebe ist gut, Vernunft ist besser. Nicht die Leidenschaft, sondern die wohltemperierte Zweisamkeit macht uns zu glücklicheren Menschen. Ein Loblied auf die nutzenorientierte Partnerwahl.“, S. 87.

Fazit

Ich freue mich also angesichts der wohlklingenden Ausführungen von Sybille Berg, diesen heutigen Tag nicht derart stürmisch, gefühls- und triebbetont zu feiern wie unser erstes Zusammentreffen vor vier Jahren. Um ehrlich zu sein, vermisse ich weniger die körperliche Zuneigung, als viel eher die traute, stabilisierend wirkende Zweisamkeit. Die unzähligen Stunden zu zweit, von denen ich rückblickend den grössten Teil nicht mit etwas konkretem in Verbindung bringen kann. In einigen Wochen habe ich dich zurück *froi*.

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 7. Mai 2006

FLV-Player for Mac OS X

Die FLV-Videos nehmen ja danke YouTube und Konsorte im Netz mächtig überhand (ich bevorzuge weiterhin Quicktime-Streams, da ich Macromedias Kernkompetenzen bislang nicht im Videomarkt sah).

Ziel ist es eigentlich, dass die Videodateien über ein Flash-Objekt in die Web-Seite eingebettet und nur im Browser abgespielt werden.

Dank dem Activity-Fenster von Safari (Window > Activity) ist es aber problemlos möglich, die entsprechende .flv-Datei mitsamt ihrere URL zu lokalisieren und diese mittels Doppelklick herunterzuladen (klappt übrigens auch mit kopiergeschützen Flickr-Photos). Activity ist einer der Gründe, weshalb ich immer noch nicht auf Firefox umgestiegen bin (gell, Kollege Burgdorfer).

Doch: Wie spiele ich nun eine .flv-Datei ab, die auf meinem Desktop liegt? Die Frage habe ich bereits im Januar beantwortet. Das Tool ist aber ein GUI-technischer Alptraum, und die neuesten .flvs scheinen auch nicht mehr abgespielt zu werden (wahrscheinlich auf Grund eines neuen Video-Codecs).

Erst heute habe ich bemerkt, dass ich den besten FLV-Player bereits seit Jahren auf meiner Platte habe: VLC resp. Videolan resp. Videolan Client (keine Ahnung, welcher Name der aktuelle ist). Heute übrigens gerade in der Version 0.85 erschienen.

Ziehe ich die .flv-Datei auf das Player-Icon, startet die Wiedergabe ohne Murren. Halleluja! So konnte ich mir heute als Feuertaufe gleich mal Morphis Blogrrr-Verriss reinziehen. Gut gebrüllt, Löwe. Keine Ahnung, was Blogrrr.com genau sein soll.

Via: Mac Standalone FLV Player

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 7. Mai 2006

Illegale Importe, Erpressung, Drogenhandel


Illegale Importe, Erpressung,
Drogenhandel

Originally uploaded by emeidi.

Entschädigung sexuelle
Gefälligkeiten

Originally uploaded by emeidi.

War ich im Februar 2006 noch der Meinung, dass mit „sexuellen Gefälligkeiten“ mein Fungieren auf Geheimdienst-Listen bereits erreicht wäre, musste ich diesen Eindruck heute beim Nachführen der Buchhaltung revidieren. Mittlerweile wird meine Internetverbindung wohl rund um die Uhr überwacht. Und bei den letzten Telefonaten hat’s in der Leitung so komisch geknackst? Hmmm …

Illegale Importe, Erpressung, Drogenhandel
next time at least say hello DICK rude asshole

Quelle: Überweisung von Martin

Entschädigung sexuelle Gefälligkeiten
muahahahahaha
gr dr

Quelle: Überweisung von Daniel

Nachtrag: Wer den Februar-Artikel nicht gelesen hat, mag sich wundern. Hier die vorsorgliche Auflösung der Fragezeichen: Bei Banküberweisungen unter Kollegen haben wir es uns zum Sport gemacht, möglichst auffällige und den Staatsschutz auf den Plan rückende Zahlungsgründe anzugeben.

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, 6. Mai 2006

Wie Blocher auf Bundesbeamte wirkt

  • In seinem Departement haben Leute Angst, in die Pausen zu gehen, weil der Bundesrat persönlich jederzeit auftauchen und sich über den unnötigen Break beschweren könnte
  • Vorgesetzte scheuen sich, Papiere zu Unterschreiben und Verantwortung zu übernehmen. Explodiert Chrigu ab Entscheiden der Kragen, sei der Arbeitsplatz gefährdet
  • Karikaturen sind aus den Büros verschwunden
  • In einem Büro ist eine Blocher-Puppe gesichtet worden, die wohl zum Aggressionsabbau dient. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie die Puppe mittlerweile aussieht …

Allesamt unbestätigte Gerüchte vom Hörensagen, aber aus meiner Sicht alle im Bereich des Möglichen. Vielleicht gibt es genauso Abteilungen, die einen Heidenspass mit dem Scheff haben … Anyone?

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Freitag, 5. Mai 2006

Royal Snail Mail


Royal Snail Mail
Originally uploaded by emeidi.

Im Oktober 2005 ersteigere ich auf eBay zwei Delerium-Vinyls (echte Raritäten, unter anderem Tiestos In Search of Sunrise Mix von „Silence“). Bezahle den Anbieter Musicsearcher prompt per Paypal – und höre dann lange nichts mehr. Nach unzähligen Mails über eBay wird mir im Dezember 2005 das Geld zurückerstattet.

Heute, am 5. Mai 2006, die Überraschung: In der Post das Päckchen mit den Records. „By Air Mail“ steht darauf. Unglaublich! Das setzt völlig neue Massstäbe bezüglich Pünktlichkeit. Entgegen dem Kassensturz würde ich unsere Post als „schneller als das Licht“ bezeichnen. Jedenfalls, wenn man diese mit der Royal Mail vergleicht …

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, 3. Mai 2006

Wieso wir Schweizer so reich sind

Erst vor kurzem habe ich bezüglich dieser Frage mit meinem Bruder gestritten.

Chrampfer und Büetzer …

Er, Polymechaniker von Beruf, stellte die Arbeitsamkeit der Bevölkerung in den Vordergrund (als Kritik an den „Studierten“ im Sinne vom „Überlegt lieber einmal, wem ihr dies alles hier zu verdanken habt!“. Ein Grundton, der übrigens auch in einem Kommentar von Torquie mitschwingt.)

… oder gewiefte Gschäftlimacher?

Ich hielt (eher spontan, schliesslich „fägen“ solche Gespräche ja nur, wenn man ein Gegenargument präsentieren kann) dagegen, dass man zwar die Leistung der „Büetzer und Chrampfer“ nicht unter den Scheffel stellen sollte. Aber, gab ich zu bedenken, könnte es nicht eher sein, dass wir dank unserer Neutralität zwei Weltkriege ohne nennenswerte Schäden überstanden hatten? Keine verbombten Städte, kein Verlust von im besten Alter stehenden Soldaten, dafür aber mächtig viele Waffenexporte (wo die Büetzer als dafür benötigte Industriearbeiter schon wieder mit im Spiel wären) sowie natürlich – last, but not least – der Bankenplatz!

Also eher im Stil von „Wenn zwei sich streiten …“ – denn eines muss man uns (resp. unseren Vorfahren) lassen: Wenn Blut- resp. Geldhunde einmal Witterung aufgenommen hatten, liessen sie nicht mehr von der Fährte ab, bis das Kässeli voll war.

Die (verspätete) Antwort

Stammtischgeplänkel hin oder her – heute hatte ich die Ehre, die persönliche Seite einen Arbeitskollegen auf Vordermann zu bringen. Und siehe da, genau diese Frage beantwortet er (vorläufig) in einem Working-Paper:

When did the Swiss Get so Rich? Comparing Living standards in Switzerland and Europe

Zwar bin ich erst auf Seite 2 angelangt, aber das bisher gelesene macht Lust auf mehr.

Der springende Punkt

Schon – oder gerade für die Zeit um die Jahrhundertwende – ist aber folgende von grosser Bedeutung:

One could therefore imagine, for example, that Switzerland already enjoyed a high level of GDP per capita before World War I, while the majority of its citizens did not share the benefits of this economic success and were still comparably worse off than their neighbours when looking at real wages.

Quelle: Seite 4f., unten.

Auch heute ist die Sachlage identisch – die Schweiz ist das reichste Land der Welt, aber wir zählen dennoch 200’000 „Working Poors“. 24 Millionen SFr. von Ospel und ein Arbeitsloser zusammengerechnet ergeben halt immer noch das schöne Jahressalär von 12 Millionen pro Kopf … Ich rette mich jetzt aber lieber von den bereits rot anlaufenden B- und VWLern anhand des stümperischen Vergleichs *grins*

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, 3. Mai 2006

Die Blogosphäre denkt in gleichen Bahnen

Spannend, wie sich die Geschichte um die neuen „Get a Mac“-Spots von gestern entwickelt hat:

Torquie: ABQ

Kollege Torquenstein postuliert in den Kommentaren zu meinem Artikel seine ABQ „Anything but Quicktime“-Attitüde. (Zwischenfrage: Wieso eigentlich? Ich habe hier auf meinem Mäck Quicktime, WMW Player sowie Real installiert, ohne dass ich am Ende meines Lebens in den Hades kommen werde für den Frevel …)

Das Wort ABQ lehnt sich an ABM „A Bon Marché“ „Anything but Microsoft“ an. Die letztere Einstellung gefällt mir übrigens deutlich besser als ABQ.

Okey, ihr habt Recht, das war jetzt nicht unbedingt erwähnenswert.

Worauf ich eigentlich herauswill:

Kollege Walt

Ich weiss, dass Apple Walt Mossberg vom WSJ gerne zitiert. Aber wenn es auf diesem Planeten nur eine Person geben dürfte, die bezüglich Macs keine objektive Meinung hat, dann würde die Ehre Walt zufallen. Der ist doch seit Jahren gekauft!

Quelle: Ich, in „Hello, I’m a Mac …“

Einige Stunden später Paul Thurrot:

though I disagree with Apple’s constant references to Walt Mossberg, who I feel is too Apple-friendly to be call objective any more.

Quelle: Get A Mac

Kollege Bill

Erinnert euch „PC“ nicht auch ein wenig an Bill G.?

Quelle: Ich, in „Hello, I’m a Mac …“

Knapp einen Tag später TUAW:

And like most of us, I saw a guy who reminded me of Bill Gates.

Quelle: Yes Martha, he looks Bill Gates-ish

Fazit

Bei solchen Gedankengängen scheint es keine Länder- und Sprachgrenzen zu geben … Und: Die schreiben alle von mir ab! (Das war ironisch gemeint – einige Leute haben das ja bei meinem letzten „I’m the King of the World“-Anfall nicht ganz verstanden).

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, 2. Mai 2006

Zürich kriegt einen Apple Store

Gerüchten zufolge soll an der Bahnhofstrasse 77 in Zürich der erste Apple Store der Schweiz eröffnet werden.

Wieder mal 1:0 für Downtown Switzerland … *neid*

Via: Zürich Apple Store all but confirmed

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, 1. Mai 2006

Wirtschaft kritisiert den Staat

Rolf Schäuble, Präsident des Verwaltungsrat der Baloise-Holding (Arbeitgeber des frisch geschlüpften Bloggers Kollege Zgraggen), hatte an der Generalversammlung vom 28. April nicht nur Geschäftliches zu besprechen.

Die Hälfte seines Manuskripts befasst sich nicht etwa mit der uns allen bekannten Versicherung, sondern mit unserem geliebten und tollen Heimatland. Ihm scheint es – als Privatperson oder als Verwaltungsrat eines Versicherungskonzerns? – nicht sehr wohl hier. Er macht sich Sorgen. Um uns? Um sein Geschäft? Um seine Batzeli auf der Bank?

Für ihn krankt unser Land an allen Dingen, die Staatskritiker seit jeher herausposaunen. Als Ursachen unserer „Misere“ nennt er:

  1. Der helvetische Föderalismus
  2. Die öffentlichen Finanzen
  3. Den Steuern
  4. Liberalisierung des Binnenmarktes
  5. Zur Sozialpolitik

In etwa also alle Erungenschaften der letzten 150 Jahre. Vermutet haben wir es schon immer, dass früher alles besser war! Dank Schäuble wissen wir es nun endgültig.

Die Lösung auf all‘ unserer Probleme? Der allein selig machende Fahrplan ins Schlaraffenland? Dazu Schäuble:

  • Kostensenkung und Effizienzsteigerung der Volkswirtschaft durch Entrümpelung der Struktur und Abschneiden der Sozialstaats-Hydra
  • Senkung der Steuern und Vereinfachung des Steuersystems
  • Drastische Entschuldung aller politischer Ebenen
  • Liberalisierung des Marktes
  • Förderung des Bildungs- und Forschungsstandortes Schweiz durch Bündelung der knappen Ressourcen

Bon. Natürlich hat er nicht nur Unrecht.

Was ich mich aber frage: Wieso wird es der Wirtschaft eigentlich immer erlaubt, die Klappe so weit aufzureissen? Dauernd haben die etwas zu nörgeln – zu hohe Steuern, generell ein wirtschaftsfeindliches Klima, na nie, na na, et cetera. Und wagt es der Staat einmal, der Wirtschaft dreinzureden, spricht man gleich von Fledderei. Das mag man dann gar nicht, das gibt umgehend etwas auf die Finger. Vielleicht sollte man sich zuerst einmal auf die gleiche Ebene begeben, bevor man zu diskutieren beginnt. Die Wirtschaft hat zu oft das Gefühl, dass sie über allem und jedem steht. Unsere neue Religion. Wirtschaft, Wachstum, Profit. Und alle sind sie happy.

Liebe Wirtschaftsbosse, Verwaltungsräte und vergoldete Manager: Ich verstehe durchaus, dass die Wirtschaft einen hohen Stellenwert hat. Vielleicht werdet ihr gar oft schlecht behandelt, geschröpft, geschlagen, um eure Gewinne gebracht. Auch das Fussvolk straft euch mit Unverständnis: Wieso wollen die Proleten partout nicht verstehen, wie jemand 24 Millionen pro Jahr verdienen kann? Dabei verdienen die in Amerika doch auch so viel. Ein guter Punkt! Wir Schweizer vergleichen uns ja in allen Belangen mit den Amis. Das sind unsere grosse Vorbilder. Hip-Hop, Vorstadt-Ghettos, deren schlagkräftige Armee, die fremden Kulturen ausnahmslos mit Respekt entgegentritt. Oder denkt nur an deren Präsident. Sogar ein Flugzeugträger würde knapp auf den Thunersee passen. Die Kampfflugzeuge haben wir jedenfalls vorsorglich bereits angeschafft. All das hätten wir doch so gerne auch hier, in unserer Schweiz. Mann, dann hätte die Wirtschaft Freude. Die würde uns einen Tag frei geben, so Freude hätte man in den Chefetagen. Einige von uns müssten auch am übernächsten Tag gar nicht mehr zur Arbeit erscheinen. Schliesslich steigt die Produktivität kontinuierlich, da sollte man in einem gesunden Rythmus mit dem Besen kehren gehen. Eine Verjüngung tut immer gut. Und schliesslich hat noch nie jemand wiederlegt, dass man mit 80% der Beschäftigten nicht 120% der Arbeit erledigen könnte.

Aber denkt daran: Im Gegensatz zu euch hat der Staat einen deutlich grösseren Aufgabenbereich als ihr. Der Staat hat sich nämlich um die Arbeitenden zu kümmern, sobald diese die geheiligten Werkstätten des stetig steigenden Profits verlassen. Wir mögen zwar ein Drittel unseres Alltages bei euch, erhabenen Unternehmern verbringen, zwei Drittel unserer Zeit aber leben wir im (vom?) Staat. Dort gelten dessen Gesetze, die nicht nur rein an Profit ausgerichtet sind. Dort geht es nicht nur darum, die Shareholder zufrieden zu stellen. Da muss Strom in die Hütte kommen, Strassen unterhalten, Umweltschäden verhindert, aber doch all zu oft nachträglich behoben werden. Nicht zuletzt, weil ihr Wirtschafts-Heinis jederzeit bereit seid, für Profit auch die Umwelt zu opfern. Denn kommt es zur Katastrophe, bezahlt ja bekanntlich nicht die Wirtschaft, sondern der Staat. Der stellt die Zivilschützer, die Armeeangehörigen, die Bagger, die dann aufräumen können, während ihr eure Batzeli zählt. Auch sonst: Von jemandem müssen ja die Züge, das Rollmaterial und die Trasses gewartet werden. Die Gesetze geschaffen, aber deren Einhaltung auch kontrolliert werden. Klar, könnte man alles privatisieren. Nur bin ich hoffentlich nicht der einzige, der sich vor einer total privatisierten Welt fürchten würde. Irgendwie kann ich, auch nach jahrelangem Herunterlaben des ewigen Mantras, nicht glauben, dass mir private, an Profit orientierte Unternehmen immer, jederzeit einen besseren Service bieten werden, wie er bisher von Staatsunternehmen geboten wird. Auch wenn wir Gesetze haben, die Vorschreiben, dass bis in jedes Bergkaff Glasfaser gezogen werden müssen. Und wenn es die Unternehmen nicht machen möchten? Zeigen sie uns die langen Nasen, und die Sache ist gegessen.

Vergesst nicht: Die Baloise mag alt sein. Noch älter ist aber der Bundesstaat, noch älter die Eidgenossenschaft, und sowieso unsere Gesellschaft. Wie sagt man so schön: Das Alter soll man Ehren. Wenn ihr mal dieses stattliche Alter erreicht habt, können wir wieder über besonders intelligente Einfälle sprechen. Aber bis es soweit ist, vergehen noch ein paar Jahrhunderte.

Ob die Baloise die Aufgaben des Staates übernehmen könnte? Mit dem tollen Verwaltungsrat und all den Wirtschaftsfachleuten sowieso, denkt ihr. Überschätzt euch lieber mal nicht … Versicherungen zu verkaufen ist das eine, einen Staat am Laufen zu halten etwas völlig anderes. Da sind schon viele auf die Welt gekommen.

Nachtrag – Repräsentation

Nicht zu vergessen: Ein Unternehmen – noch so global, noch so allumfassend – wird jemals von sich behaupten können, das Volk oder die Mehrheit davon zu vertreten, geschweige denn seine Interessen wahrzunehmen. Anders als im politischen System, wo wir Bürger immerhin noch ein klitzekleines Millimeterchen das Gefühl bekommen, dass wir (durch Wahlen und Abstimmungen) etwas verändern, bewegen, bewirken können, sind Unternehmen nicht demokratisch gewählte Gebilde. An der Spitze sitzen die feinen Herren, die „old-boys-networker“, die „Filzläuse“ – oft durch Leistung aufgestiegen, noch öfters durch andere Faktoren in die Chefetage gepurzelt (braune Zunge etc.). Wenn sie oben ankommen, hat der Grossteil dieser „Manager“ die Bodenhaftung verloren, wohnt in Zürich Herrliberg, fährt teure Autos, bezahlt in einem Jahr soviel Steuern, wie ich wohl in meinem ganzen Leben. Kurz: Von den Sorgen und Nöten eines Normalverdieners (ohne goldenen Fallschirm, Aktien-Optionen, selbst beim unrühmlichen Abgang) verstehen solche Leute gar rein nichts mehr. Sie sind in ihre Laufbahn in höhere Sphären vorgestossen, wo Steuerfuss, Mergers, Expansionen, Produktivitätssteigerungen und Restrukturierungen eine Rolle spielen.

Es nähme mich wirklich Wunder, wer sich besser vertreten fühlte: Der Angestellte eines Unternehmens durch das Management oder der Bürger einer Demokratie, insbesondere der schweizerischen direkt-demokratisch-föderalen Demokratie. Denn, eines bleibt: Ich als Arbeitnehmer kann gefeuert werden. Dass so etwas jemals einem (rechtschaffenen) Bürger eines westlichen Staats passiert ist? Nä, denke nicht.

Via: Basler gegen den Föderalismus

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen