Archiv ‘Wirtschaft’

Montag, 27. November 2006

Telekommunikations-Infrastruktur dem Volk!

Dabei ist die Baselbieter Kabelfirma, die Inter-GGA, kein Amateurprojekt. Sie ist mit 48 000 Abonnenten das viertgrösste Kabelnetzunternehmen in der Schweiz. […] Im Unterschied zur Cablecom arbeitet die Inter-GGA nicht gewinnorientiert. Sie gehört 21 Gemeinden, die Fernsehen, Internet und Telefoniedienste von ihr beziehen, ist gemeinnützig organisiert und daher steuerbefreit.

Quelle: Cablecom will ihre Kunden fesseln

Ein Traum wird wahr … (Für Liberale: Ein Albtraum wird wahr – noch mehr Staat, noch mehr Leerlauf, noch mehr Missgeburten, noch mehr – was auch immer). Doch erstaunlich, was uns der „Staat“ hier beschert:

Die 19 000 Einwohner zahlen monatlich 8.10 Franken für etwas, das in Zürich 21 Franken plus Gebühren kostet […]

Paradox! Quersubventionierung? Marktversagen? Das kommt davon, wenn ein privater Anbieter das faktische Monopol über TV-Anschlüsse erkämpft hat und sich daran niemand stört.

Aktuelle Entwicklungen in der EU

Dass die Personalunion von Infrastruktur- und Dienstleistungsanbieter zu Gewissenskonflikten führt, hat nun endlich auch die EU bemerkt und strebt an, Abhilfe zu schaffen:

Auf einer Veranstaltung der ECTA […] warb Viviane Reding […] für die Trennung der marktführenden europäischen Telekom-Gesellschaften in separate und voneinander unabhängige Geschäftsbereiche. Dabei sollen die technische Verwaltung vorhandener und der Aufbau neuer Netze den einen Zweig bilden und die Versorgung der Verbraucher mit Netzwerk- und Telefondiensten den anderen.

[…] Die Marktführer im Telekom-Bereich besitzen 90 Prozent aller Zugangsleitungen für Kunden in den Telefonnetzen Europas, sagte Steen Clausen, geschäftsführender Direktor der ECTA, man sehe eine Menge Gründe, warum diese Gesellschaften die technische Weiterentwicklung der Netze ausbremsen und so End- und Geschäftskunden von preiswerten Zugängen fernhielten.

Quelle: Brüssel denkt über Aufspaltung marktführender Telefongesellschaften nach

Und hierzulande?

Die Schweiz ist in dieser Hinsicht (noch) in einer glücklichen Lage: Noch ist die Swisscom nicht privatisiert, noch gehören die Kupferkabel und die GSM-Masten also dem Volk. Die Aufspaltung der Swisscom in einen Infrastruktur- und Dienstleistungsbereich wäre folglich relativ einfach zu bewerkstelligen (oder irre ich mich da?).

Den Dienstleistungsbereich würde man ganz klar schnurstracks in die freie Marktwirtschaft entlassen. Ob man es mit der Infrastruktur ähnlich hält, wäre abzuklären: Ich kann mit beiden Varianten leben, solange die Kabel und die Masten nie, nie, nie mehr zurück zum „Mammi“ Swisscom gelangen können (durch ein schweizweites Verbot, gleichzeitig Dienstleistungsanbieter und Infrastrukturanbieter zu sein).

Dennoch gefällt mir die Vorstellung deutlich besser, dass man die Infrastruktur einer Non-Profit-Organisation übergibt, die die Erhaltung und den Ausbau des Netzes durch Mieten von Dienstleistungsanbietern (Swisscom Fixnet, Mobile, Sunrise etc.) finanziert. Besitzer wäre folglich weiterhin das Volk.

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Dienstag, 7. November 2006

Cablecom auf Kundenfang und -verarsche

Heute Mittag im Eschenmoser in Bern: Eigentlich will ich ja nur eine xD-Karte für meine neue Digitalkamera kaufen. Das Schicksal will es aber, dass ich von einem Cablecom-Vertreter angehauen und eingelullt werde. Da ich meinen Internet-Anschluss bereits von dieser Firma besitze, versucht er mir cablecom digital phone anzudrehen – mit Erfolg.

Partnerwechsel

Seine „Saat“ fällt auf fruchtbaren Boden – schliesslich habe ich mir bereits seit längerem Gedanken gemacht, wie die Telefon-Kosten unseres Haushaltes gesenkt werden können. Drei Möglichkeiten habe ich in Betracht gezogen und erhalte folgende Zahlen rein für die Infrastruktur (in den Kosten sind keine Gespräche enthalten):

  • sipcall pro – 549.60 SFr.
    Nicht eingerechnet ist der Internet-Anschluss cablecom hispeed, den wir so oder so benötigen.
  • cablecom digital phone – 792.00 SFr.
    Das Produkt, das mir der windige Vertreter angedreht hat
  • Swisscom Fixnet ISDN light – 1032.00 SFr.

(Berechnung in PDF-Form)

Eigentlich hatte ich mich schon fast für sipcall entschieden, aber auf Abraten eines Kollegen verzichtete ich auf eine Vollportierung. Die Kostenstruktur ist ganz deutlich für Analog-User optimiert – für Wünsche von ISDN-Benutzer sind happige Mehrkosten fällig. Schade! Ich beliess deshalb alles beim Status Quo.

Ganz klar ist: Weg von Swisscom, sobald sich eine günstige Gelegenheit bietet. 12 Monate gratis aufs Schweizer Festnetz telefonieren? Das nehmen wir gerne. Der vom Vertreter in Aussicht gestellte 50 SFr.-Gutschein für den nächsten Einkauf bei Eschenmoser tut das übrige.

Vertrauenserweckend

Nun folgt das Debakel:

  • Die Stritenstrasse 47 ist anscheinend nicht in der Cablecom-Datenbank gespeichert. Unser Haus scheint zwischen der Hausnummer 46 und der 49 verschollen gegangen zu sein. WTF? Der auf seine Provision scharfe Verkäufer kümmert das wenig – nun wohnen wir halt neu in der Stritenstrasse 46 … (Steht nun überall, sogar auf dem Vertrag)
  • Der Telefonanschluss läuft seit jeher über meinen Vater. Unbeirrt fährt der Verkäufer mit der Anmeldung fort. Anfänglich vermute ich, dass er mir den Vertrag ausdrucken wird und nach Hause mitnehmen lässt, damit ihn mein Vater unterzeichnen und zurücksenden kann. Denkste – der Verkäufer erkundigt sich für das Geburtsdatum, den Vor- und Nachnamen meines Vaters, und schon liegt ein druckfrischer Vertrag auf dem Verkäufer-Pultli. Ein Kugelschreiber wird mir in die Hand gedrückt, und nun begehe ich also Urkundenfälschung (oder?). Für einen allfälligen Rücktritt vom Vertrag unterzeichne ich gut sichtbar mit „M. Aeby“.
  • Um unsere ISDN-Telefone weiterverwenden zu können, benötigen wir noch einen ISDN-Adapter (ISDN2VoIP?). Gemäss meinen Abklärungen, die ich vor einigen Wochen durchgeführt habe, kann der Adapter nicht gekauft, sondern muss gemietet werden. 3 Franken kostet der Spass – monatlich. Völlig erstaunt bin ich nun, als der Verkäufer mir versichert, dass dieser Adapter mit einmaligen 3 SFr. zu bezahlen sei. Ich weise ihn darauf hin, dass ich mich bereits detailliert über das cablecom digital phone-Angebot schlau gemacht habe und der Adapter damals monatlich 3 SFr. gekostet habe. Er erklärt erneut, dass der Adapter keine monatlichen Kosten mit sich bringt. Als der Vertrag ausgedruckt wird, wird unter „Optionen“ die „ISDN Telefon Adapter Option“ tatsächlich mit 3 SFr. angegeben. Der Kolonnentitel lautet „Preis pro Monat“. Vor der Unterzeichnung des Vertrages weise ich den Cablecom-Vertreter auf den Spaltentitel hin. Das sei ein Druckfehler, sagt er mir, diese Option verursache keine monatlichen Kosten.

Das nachträgliche OK

Wieder zu Hause unterrichte ich meinen alten Herr von der Umstellung. Für Kostensenkungen ist er immer zu haben, zumal heute ja die Fixnet-Telefonie nicht mehr denselben Stellenwert hat, wie vor dem Boom der Mobiltelefonie.

Hotline

Dennoch wollte ich es nicht unversucht lassen – so stinkfrech sollten mir diese Cablecom-W…er nicht davon kommen! Belügt man Neukunden? Das sollte doch in der ersten BWL-Vorlesung als eines der Don’ts gelernt werden. Da hat wohl ein Betriebswirt die Vorlesung geschwänzt …

Ich rief also der Hotline an und beschwerte mich. Frau Jungo entschuldigte sich höflich für die Falschinformation, machen liesse sich da aber leider nichts. Meine Forderung nach einem 12-monatigen Mieterlass konnte sie nicht Folge leisten.

Liebe Cablecom, wahrscheinlich müssen eure Hotline-Angestellten den ganzen Tag lang „Entschuldigung, das tut uns aber leid“ sagen – aber he, schlussendlich zählt ja nur der Jahresabschluss. Die wenigsten Kunden werden sich wegen 36 Stutz im Jahr auf eine Rauferei einlassen. Alles Kalkül? Immerhin gab Frau Jungo zu, dass anscheinend Vertreter falsch instruiert worden seien – Cablecom ist sich also durchaus bewusst, dass da etwas gehörig schief läuft.

Übrigens: Das Rücktrittsrecht vom Vertrag beträgt 7 Tage …

Adé, Swisscom!

Dennoch bin ich froh, der Swisscom zu entfliehen – seit 1999 zahlen wir 43 SFr. für den ISDN-Anschluss, wie wohl alle Early Internet Adopters vor uns. Denn irgendwann einmal Ende der 90er hatten es unsere Eltern satt, dass ihre Jünglinge mit ihren Analog-Modems die Telefonleitung blockierten und enorme Kosten verursachten (Rechnungen um 200-300 SFr. waren keine Seltenheit – und das für 5kB/s). Da bezahlte man gerne die teure Umrüstung des Haushaltes von analog nach ISDN (Einzug neuer Kabel, NTBA, neue Telefone), um dann endlich zwei Leitungen benutzen zu können. Die Mütter freuten sich insbesondere über die Anruferkennung, allen war also gedient.

Irgendwie habe ich nun aber doch das Gefühl, dass die Investitionen der Swisscom in die ISDN-Infrastruktur langsam amortisiert sein sollten. Eine Senkung der ISDN-Gebühren läge doch drin, oder? Aber eben, liebe Swisscom, wenn man zu lange wartet, verliert man plötzlich den ganzen Kunden. Pech gehabt.

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Samstag, 4. November 2006

Natel Easy (Pre-Paid) Restguthaben

(Als langjähriger Orange-Kunde bewege ich mich hier auf fremden Terrain, doch meinem alten Herren wollte es partout nicht mehr in den Sinn kommen, wie er sich das Restguthaben anzeigen lassen konnte)

Das Restguthaben eines Pre-Paid-Abonnements von Swisscom lässt sich mittels der Tastenkombination *130# abfragen …

PS: Die PCTipp-Meldung enthält (mittlerweile?) falsche Informationen.

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Samstag, 4. November 2006

Swisscom und das Konkurrenzverbot

Himmelheiland, was waren das für News! Zuerst tritt am 20. Januar 2006 Jens Alder zurück und angelt sich einige Monate später den ebenbürtigen Job bei TDC. Den darf er aber erst am 1. November 2006 antreten, weil für ihn das Konkurrenzverbot gilt.

Nun können wir den nächsten Swisscom-Überläufer bejubeln: Youngster Christoph Brand zieht es ebenfalls zu den Dänen, resp. zu einem Subunternehmen dieser (neu nur noch unter „Finanzinvestition“ gehandelt), die TDC Sunrise. Mangels Konkurrenzverbot kann er gleich durchstarten.

Bleibt abzuwarten, ob diese gefeierten Manager den „Schalter umlegen“ können von Monopolbetrieb zu beinhartem Konkurrenzkampf mit einem Monopolbetrieb. Ich hoffe auf eine Schlammschlacht, in der nicht zuletzt das Insider-Wissen ausgeschlachtet und effektiv eingesetzt wird. Wäre es nicht die Ironie des Schicksals, wenn ausgerechnet gerade ehemalige Swisscom-Angestellte die heilige Kuh zur Schlachtbank führen würden?

Etwas bin ich aber doch erstaunt ob der Swisscomschen Personalregelung – wieso für hohe Swisscom-Angestellte kein Konkurrenzverbot gilt, ist mir völlig schleierhaft. Ob es wirklich an den zu vermeidenden Abgangsentschädigungen liegt, wie die Netzwoche vermutet? Oder schlicht und einfach um Nachlässigkeit der (vorausblickenden) Verantwortlichen?

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Dienstag, 31. Oktober 2006

BluewinTV und Betty – beides Flops?

Betty

Im heute eingetroffenen Interdiscount-Katalog wird dem Traum einer jeden Fernbedienung (Codename: Betty) eine ganze Seite eingeräumt. Doch auch diese Marketing-Offensive kann mich nicht überzeugen – ich vermute, das Ding liegt wie Blei in den Regalen. Jedenfalls habe ich noch von keinem einzigen Bekannten gehört, der sich dieses Wunderding (freiwillig) gekauft hat.

BluewinTV

Morgen startet zu aller Freude auch noch das von allen lang herbeigesehnte BluewinTV. Grandios – die Swisscom wird nun auch zum Fernsehanbieter. Wie nennt man das im Fachjargon schon wieder? Triple Play? Wohl eher Triple Pay für den Kunden … Monopolpreise eben vom Monopolanbieter.

Ich frage mich, wer momentan auf dieses Angebot umsteigen wird? Wohl nur diejenigen Haushalte, die über einen (Bluewin) ADSL-Zugang verfügen resp. bereit sind, zu Bluewin zu wechseln, falls sie Kunde eines anderen ADSL-Anbieters sind. Doch damit sind noch nicht alle Kriterien erfüllt: Wenn man das Fernsehen schon über die Swisscom-Kupferleitung bezieht, sollte man auch seinen Kabelanschluss künden. Ob das in einem Mehrfamilienhaus für eine Wohnung möglich ist, weiss ich nicht …

Auch ist hinlänglich bekannt, dass das Kupfer-Kabel „dünner“ als das Antennen-Kabel ist (populärwissenschaftlich ausgedrückt). Da passt zwangsläufig weniger durch. Wenn ich richtig informiert bin, wird nur der gerade aktive Kanal über ADSL gestreamt – eigentlich löblich. Problem: Kanalwechsel dauern merklich länger als bei Fernsehgeräten. Oder haben sich die Bluewintechniker da was einfallen lassen? Deshalb werde ich lieber Triple Pay-Kunde bei Cablecom, auch wenn diese derzeit komische Geschäftsgebahren an den Tag legen.

Shit!

Die schweizerische Blogosphäre kocht zum Thema bereits über – seid ihr alle arbeitslos, oder was?! *zwinker*:

slug.ch – Bluewin

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Montag, 23. Oktober 2006

Wenn Outsourcing schief geht …

… erleben momentan gerade die Schweizerische Bundesbahnen:

[…] Swisscom IT Services sei es bisher nicht gelungen, bei der SBB die neue Serverplattform für die Desktopcomputer von rund 16’000 Angestellten in Betrieb zu nehmen, so die Sonntagszeitung. Der ursprünglich für den 1. April vorgesehene Start wurde bereits dreimal verschoben, zuletzt auf den 15. November. Jetzt sei auch dieser Termin geplatzt. […] Wie die Sonntagszeitung argumentiert, rächt sich nun, dass Swisscom IT Services zu knapp kalkuliert habe, um im Herbst 2005 den Outsourcing-Auftrag, der vorher T-Systems innehatte, zu erhalten.

Quelle: Krise bei der SBB wegen Verzögerungen bei Outsourcing-Projekt mit Swisscom IT Services

Äusserst amüsant zu sehen, wie ein Monopol-Betrieb die IT an einen ehemaligen Monopol-Betrieb auslagert. Vor allem peinlich für Swisscom – aber die Erwartungen sind bei diesem Laden sowieso tief, viel Geschirr wird hier definitiv nicht kaputt gehen. Erinnert mich spontan an eine Szene aus Schwarzer Prinz – weisse Königin, wo dem Vater der weissen „Königin“ im Bus mangels rechtzeitiger Abfahrt der Geduldsfaden reisst:

[Kommentator: Afrikanische Uhren scheinen halt etwas langsamer zu ticken als jene in Moosssedoorf]

Vater [entnervt]: Da isch da woni Müeh ha! … Fuuurchtbar Müeh! … Ah, jetzt luegetmer emal. … Öppis gaht dänn scho. … Chumi hütt nid, chumi morn – u suscht halt dänn übermorn. I chum dänn scho emol!

(Alternativ als MP3-Datei – zum Beispiel als Klingelton für die IT-Profis bei Swisscom IT-Services? Oder als zynische Bandansage auf deren Comboxes?)

Noch viel lustiger, dass ich zu meinem Kollegenkreis einen SBB-, Swisscom IT Services- und T-Systems-Angestellten zählen kann … Verständlich, dass diese nicht bloggen (haben ja wegen den Umstellungen viel zu tun). Schade ist es trotzdem – ich sähe einen anonymen Blog, der Chris von Rohrs Forderung nach „meh Dräck“ auch auf diesem Gebiet befriedigen würde. Dann wüssten nicht nur die SBB- und Swisscom-Verantwortlichen, wo der Hase im Pfeffer liegt, sondern auch wir Normalsterbliche.

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Mittwoch, 27. September 2006

Bluewin (und ihr Mutterkonzern) sucks

… nicht, dass dies eine urplötzlich völlig neue Erkenntnis wäre. Doch auch in meinem Blog sollte es einmal gesagt werden. Und doch entscheiden sich täglich dutzende ADSL-Neukunden genau für diesen Anbieter.

Ich habe nun bereits einige Male Bluewin-Kunden ins Internet gebracht („Bin ich endlich drin?!“) und empfinde es als Tortur, was einem Bluewin da zumutet.

Ganz gewaltig nervt primär einmal, dass man sich als Neukunde zuerst über diese olle Web-Oberfläche registrieren muss. Wieso? Als ich so im 2001 meinen ersten ADSL-Breitbandanschluss von Tiscali aktivieren liess, ging das Ruck-Zuck – und ohne zwischengeschaltete Registration über den Web-Browser. Man loggte sich in die Oberfläche des seligen Zyxel 623ME ADSL-Modems ein und trug den Benutzernamen und Passwort ein. Und das war’s. Jawohl, liebe Bluewin-Kunden: Es gibt auch ISPs da draussen, die die Sache pragmatisch und kundenfreundlich angehen. Nicht so Bluewin. Ob das mit dem Mutterkonzern zusammenhängt? Rein aus technischer Sicht ist der Monopolist durchaus akzeptabel – doch kommt es zur Kundenfreundlichkeit, scheint der Betrieb in der Zeit der Telegrafen stecken geblieben sein. Irgendwie kriegen’s die einfach nicht gebacken.

Nebenbei bemerkt: Ich kann gar nicht mehr zählen, wie viele @bluewin.ch-Accounts ich in diesem Prozess bereits eröffnet habe … Gerade Personen, die vom guten, alten Modem mit Bluewin Freeway (oder so) auf Bluewin ADSL wechseln, konnten sich bisher nicht an das Passwort ihres ursprünglichen Benutzerzugangs erinnern. Also eröffnet man halt einen neuen Account – Bluewin ist da ja sehr tolerant.

Immerhin bin ich heute über einen erhellenden Post gestolpert:

Auch die Bluewin-CD wurde noch nie benötigt, da die Abo-Aktivierung über https://blueadit.bluewin.ch/adsl ganz einfach und schmerzlos über die Bühne geht. Motto: Telnet auf Router, PPPoE-Account in Menü 4 eintragen – fertig!

Quelle: netopia 3352 ISDN USB funzt NICHT mit intel macs !!!

Bin ich froh, in Zukunft diese Lotter-CD mit dem Installations-Wizard (der die Hälfte der Zeit eh nicht funktioniert) nicht mehr ins Laufwerk schieben zu müssen. Wenn der Foren-Teilnehmer wirklich recht hat, kommt man mit diesem Umweg (fast) so schnell ins Internet als mit all den anderen ISPs da draussen.

PS: Ich freue mich schon auf den nächsten Murks, den niemand braucht: BluewinTV.

Oh, und falls ein Swisscom-Manager mitliest: Ich verwette einen Mittelklassewagen meinen Peugeot 205, Jg. 1991, dass Betty garantiert nicht abheben wird wie eine Rakete.

Swisscom Fixnet has become the first company in the world to acquire a licence for the „Betty“ interactive remote control service from Munich-based company Betty TV AG. Swisscom Fixnet will launch the new medium in Switzerland as an independent brand from the beginning of 2006.

Quelle: Swisscom Fixnet acquires licence to provide interactive TV service in Switzerland

Ob Swisscom die einzige Bude bleiben wird, die diese olle Fernbedienung in ihr Programm aufnimmt? Das würde von Vernunft in der Teppichetage anderer Konzerne sprechen. Meine Monopolsteuer sähe ich andernorts deutlich intelligenter investiert …

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Mittwoch, 9. August 2006

Partyguide heuert Sicherheits-Experten an

Yannick von Arx arbeitet für Swisscom AG in der Schweiz. In seiner Freizeit arbeitet er für PartyGuide GmbH als IT-Security Consultant.

Quelle: www.partyguide.ch (XSS) Cross Site Scripting Vulnerability

Ich wünsche Yannick beim Durchforsten von hunderten amateurhaft programmierten PHP-Files viel Ausdauer und Mut. Häb düre, Münggu!

Dank: Torquie (für den Adlerblick)

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Dienstag, 11. Juli 2006

"Lass gefälligst Partyguide in Ruhe!"

Da kriege ich doch gerade folgendes Mail rein:

auso sorry, aber du bisch ja äuä dr primitivscht depp wos git uf däre wält.

lass doch mol pg in friede!!!!

danke und gruess
karin

Quelle: Karin S. an Mario Aeby, 11. Juli 2006, 22:04 Uhr (voller Name und E-Mail-Adresse der Redaktion bekannt).

… und entschliesse mich spontan zu einer kleinen Frage-Runde:

 Ja, such dir endlich ein richtiges Hobby!
 Nein, ohne Partyguide-Hacks ist das Leben todlangweilig!
 

Nachtrag

Darf ich darauf hinweisen, dass Mehrfach-Votings nicht toleriert werden – wird sind auch in der Blogosphäre eine Demokratie, sprich: One (Wo)Man, One Vote!

Bisherige Witzbolde:

http_ip dns num_votes
81.63.183.117 *.stat.fixnetdata.ch 22
138.190.15.46 proxy.swisscom.com 4
212.101.19.216 static-*.adsl.solnet.ch 4
146.67.250.181 not found: 3(NXDOMAIN) 3

Hits von Proxy-Servern (Hier: Swisscom – Torquie?) werde ich wohl nicht mitzählen können …

Aus dem Abstimmungsstudio …

Ich werde die Auswertungen dann online stellen, wenn kaum mehr neue Votes hinzukommen (sehr wahrscheinlich nach dem Gurtenfestival am Montag, 17. Juli 2006).

Und ja, ich garantiere Transparenz wie sie bei Partyguide für über 13’000 Passwörter auch galt.

Oh, und wer sich berufen fühlt, kann versuchen, mein Scriptlein zu hacken *smile*

Worum geht’s überhaupt?

Auf think eMeidi sind bisher drei Berichte über kritische Schwachstellen der Community-Site Partyguide veröffentlicht worden, die Hackern ohne grossen Aufwand Zugang zu tausenden Benutzerkonten von Partyguide verschafften:

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Freitag, 30. Juni 2006

Who owns the infrastructure?

To Bob Frankston’s way of thinking this all comes down to who owns the infrastructure. […] The Internet has been a huge success to date specifically because nobody much controls the electrons. This is as opposed to services like broadcasting where some perceived scarcity of spectrum allowed governments to determine who could give or sell us entertainment and information. The ISPs (by which I mean telcos and cable companies) would very much like to go back to that sort of system, where they, not you, are the provider and determinant of what bits are good bits and what bits are bad.

Frankston points out that we build and finance public infrastructure in a public way using public funds with the goal of benefiting economic, social, and cultural development in our communities. So why not do the same with the Internet, which is an information infrastructure? […]

The obvious answer is for regular folks like you and me to own our own last mile Internet connection. […] The idea is simple: run Fiber To The Home (FTTH) and pay for it as a community of customers — a cooperative. The cost per fiber drop, according to Bill’s estimate, is $1,000-$1,500 if 40 percent of homes participate. Using the higher $1,500 figure, the cost to finance the system over 10 years at today’s prime rate would be $17.42 per month.

„It’s honest funding,“ says Frankston. „The current system is like buying drinks so you can watch the strippers. It is corrupt and opaque. We should pay for our wires in our communities just like we pay for the wires in our homes.“

There would be a community-financed Internet revolution and this time, because it would be locally funded and managed, very little money would be stolen. Dark fibers would be lighting up all over America, telco capital costs would plummet, and a truly competitive market for Internet services would emerge.

[…] Worse, by trying to force us within their service model we lose the opportunity to create new value and can only choose among the services that fill their coffers […]

Instead of having the strange phenomenon of carriers spending billions and then arguing that they deserve to be paid, we’d have them bidding on contracts to install and/or maintain connectivity to a marketplace that is buying capacity and making it available so value can be created without having to be captured within the network and thus taken out of the economy.

Quelle: If we build it they will come: It’s time to own our own last mile

Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Swisscom Fixnet (und evtl. auch die Swisscom Mobile-Antennen) sind in einen eigenständigen Bundesbetrieb ausgliedern. Der Zugang zum Netz steht jedem Unternehmen (Dienst-Anbieter) gegen eine kostenneutrale Miete offen (enthält Unterhalt & technologische Erneuerung des Netzes). Dieser Bundesbetrieb stünde dann nicht mehr vor denselben Interessenskonflikten, die die heutige Swisscom hat: Als Infrastruktur- und gleichzeitiger Dienstleistungsanbieter hat man es immer auch mit der Konkurrenz zu tun. Das ist äusserst schädlich, was die ganze ADSL-Geschichte zeigt.

Der Vergleich mit den Drinks ist nicht schlecht – besser aber wäre: Die Strasse, die zu unserem Quartier und unserem Haus führt, ist von uns, den Anwohnern, und der Gemeinde Neuenegg finanziert worden. Beide Parteien käme es kaum in den Sinn, beispielsweise nur noch grüne Toyotas auf dieser Strasse fahren zu lassen. Gehörte die Strasse dagegen einem Privatunternehmen, läge eine solche (zugegebenermassen zugespitzte) Richtlinie im Bereich des Möglichen. Schliesslich könnte dieses Privatunternehmen von Toyota aufgekauft werden. Eine Gemeinde dagegen ist deutlich komplizierter einzuverleiben.

Labels: Neuenegg, Wirtschaft

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