Samstag, 28. Mai 2005

Guichet Virtuel zum Dritten

Da ich durch regelmässig mit dem Newsletter von Ch.ch versorgt werde, bleibt mir nichts anderes übrig, als die Gedeihung der eierlegenden Wollmilchsau weiterhin mit diesem Blog tatkräftig zu unterstützen.

Mittlerweile gibt es einen neuen Leistungsauftrag! Ein wichtiges Ziel ist es, das Angebot in der Bevölkerung bekannt zu machen. Die braven Bürger sollen in Zukunft also nicht zuerst auf die Web-Site der Gemeinde oder des Kantones nachschauen gehen, wenn sie nach Informationen dürsten. Anlaufstelle soll Ch.ch sein. Ausschliesslich! Nach etwa 20 Klicks erreicht man dann genau diejenige Seite der Gemeinde, die man gesucht hat (ich erwarte in Bälde das Verbot von Google.ch von Seiten des Parlaments, um Ch.ch noch populärer zu machen). Für einmal ist man mit den Vorgaben aber sehr moderat – das kennen wir sonst von dieser Zweigstelle Bürokratie gar nicht:

Im Rahmen einer Kommunikationskampagne wird der Bekanntheitsgrad von ch.ch bei der Bevölkerung auf mindestens 12% erhöht.

12%. Lasst uns das auf der Zunge zergehen! Nimmt mich Wunder, wieviel der Totalaufwand Public Relations zu stehen kommt. Ich fordere: Die Summe sollte dann auf eine einzelne Person heruntergerechnet werden. Man sollte zu dem Zeitpunkt aber nicht vergessen, die 1-2% der Bevölkerung abzuziehen, die Ch.ch bereits kennen – das sind zum einen die Angestellten des Guichet Virtuel selbst, und noch ein paar Kantons- und Gemeindeangestellte. Und ein kritischer Web-Developer. Ich befürchte horrende Kosten.

Die Kosten für den Betrieb der neuen Plattform werden durch das Nutzen von Synergien mit admin.ch nachhaltig gesenkt.

Äh? Bezieht man sich hier jetzt auf das Hosting-Konzept? Hoffentlich nicht! Soll also Ch.ch in Zukunft nun doch beim BIT gehostet werden? Für was haben wir uns denn anno dazumal die unzähligen Mitagessen mit den Swisscom-Consultants geleistet? Sauerei.

Neben den bestehenden Inhalten nach Lebenslagen wird der Content ausgeweitet auf Unternehmen und Behörden sowie allenfalls weitere Zielgruppen wie Touristen etc.

Das ursprüngliche Konzept hat nicht funktioniert, es kommt uns aber in gar keinem Fall in den Sinn, jetzt schon aufzugeben. Im Gegenteil, jetzt geht’s erst richtig los. Nun bieten wir in Kürze alles für den täglichen Bedarf über unsere Site an. Dort ist alles verlinkt – Migros, Coop, TCS, Swica und wie sie alle heissen. Der User muss mit allen Mitteln abgehalten werden, die Domains direkt zu erraten (www.(gesuchte Firma).ch).

Wie soll so eine Kostensenkung möglich sein? Ich sehe hier einen verdeckten Versuch, noch mehr Personen zu mobilisieren und Ressourcen zu verschwenden für ein sinkendes Schiff. Auf der Titanic hat man bei einem Neigungswinkel von 30° nicht mehr versucht, das Schiff wieder gerade zu kriegen, sondern hat die Leute in die letzten Rettungsbote gesteckt.

Statistisches

Auch etwas Statistik gibt es diesmal:

April 05
Page-Views: 4’822’086
Besuche: 720’339

Ob da Googlebot und ihr eigener Crawler (GuVi-Spider) abgezählt wurde? *grins*

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Labels: Wirtschaft

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