Sonntag, 31. August 2014

Über die Herkunft von Hugo Reitzel Maiskolben

Nach der zweitägigen Wanderung von Innertkirchen zur Gaulihütte und zurück zum Parkplatz Mürvorsess im Urbachtal galt es heute Sonntag bei der Ankunft in Bern meinen Heisshunger zu bändigen. Was gibt es da besseres, als an einem wolkenbehangenen, kühlen Sonntag-Nachmittag die Raclette-Saison einzuläuten?

Nachdem ich viel zu viele Scheiben heissen Käse mitsamt Beilagen verschlungen hatte, fiel mir in einer ruhigen Minute plötzlich auf, dass sich die Etiketten der Hugo Reitzel Silberzwiebeln und Hugo Reitzel Maiskölbchen auf subtile Weise unterscheiden:

Hugo Reitzel Essigwaren
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Den Maiskölbchen fehlt das Schweizer Kreuz! Wieso denn das, fragte ich mich — und wurde auf der Rückseite rasch fündig: Die Maiskölbchen sind „Fabriqué en Inde“. Ja Himmelheiland! Da tischt man sich nach einer Wanderung in urschweizerischen Gegenden (heute fand in Meiringen notabene auch noch das 12. Eidg. Scheller- und Trychlertreffen statt) ein urschweizerisches Mahl auf, und isst dann zusammen mit in einem in China hergestellten Raclette-Öfeli geschmolzenen Schweizer Käse und Schweizer Patatlis nicht etwa lokal hergestellte Maiskölbchen, sondern solche, welche aus Indien um die halbe Welt geschifft werden?

Nun gut, dachte ich mir — die Produkte hatte ich während einer Aktion als 3er-Combo-Pack im nahegelegenen Denner erstanden. Per Zufall hatte ich angesichts der in diesem enttäuschenden Sommer viel zu früh nahenden Raclette-Saison weitere Maiskolben angeschafft. Doch dieses Mal in der MIGROS. Und die Verwalter von Duttis Erbe würde ja sicherlich keinen solchen ökologischen Irrsinn befürworten. Denkste:

Hugo Reitzel Essigwaren Rückseite
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Auch die MIGROS Classic-Maiskölbchen stammen aus Indien: „Elaboré en Inde“. Und analog zur Verpackung von Hugo Reitzel ist auch auf der MIGROS-Verpackung jeder Text in dreifacher Übersetzung (D/F/I) angebracht, ausser die Herkunftsbezeichnungen, welche erstaunlicherweise ausschliesslich in Französisch wiedergegeben sind. Zufall? Absicht?

Und aus aktuellem Anlass: Wie wissen in diesem Falle die armen Thurgauer- und Nidwaldner-Kinder eigentlich, wo ihre Speisebestandteile herkommen?

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