Posts Tagged ‘Indien’

Sonntag, 31. August 2014

Über die Herkunft von Hugo Reitzel Maiskolben

Nach der zweitägigen Wanderung von Innertkirchen zur Gaulihütte und zurück zum Parkplatz Mürvorsess im Urbachtal galt es heute Sonntag bei der Ankunft in Bern meinen Heisshunger zu bändigen. Was gibt es da besseres, als an einem wolkenbehangenen, kühlen Sonntag-Nachmittag die Raclette-Saison einzuläuten?

Nachdem ich viel zu viele Scheiben heissen Käse mitsamt Beilagen verschlungen hatte, fiel mir in einer ruhigen Minute plötzlich auf, dass sich die Etiketten der Hugo Reitzel Silberzwiebeln und Hugo Reitzel Maiskölbchen auf subtile Weise unterscheiden:

Hugo Reitzel Essigwaren
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Den Maiskölbchen fehlt das Schweizer Kreuz! Wieso denn das, fragte ich mich — und wurde auf der Rückseite rasch fündig: Die Maiskölbchen sind „Fabriqué en Inde“. Ja Himmelheiland! Da tischt man sich nach einer Wanderung in urschweizerischen Gegenden (heute fand in Meiringen notabene auch noch das 12. Eidg. Scheller- und Trychlertreffen statt) ein urschweizerisches Mahl auf, und isst dann zusammen mit in einem in China hergestellten Raclette-Öfeli geschmolzenen Schweizer Käse und Schweizer Patatlis nicht etwa lokal hergestellte Maiskölbchen, sondern solche, welche aus Indien um die halbe Welt geschifft werden?

Nun gut, dachte ich mir — die Produkte hatte ich während einer Aktion als 3er-Combo-Pack im nahegelegenen Denner erstanden. Per Zufall hatte ich angesichts der in diesem enttäuschenden Sommer viel zu früh nahenden Raclette-Saison weitere Maiskolben angeschafft. Doch dieses Mal in der MIGROS. Und die Verwalter von Duttis Erbe würde ja sicherlich keinen solchen ökologischen Irrsinn befürworten. Denkste:

Hugo Reitzel Essigwaren Rückseite
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Auch die MIGROS Classic-Maiskölbchen stammen aus Indien: „Elaboré en Inde“. Und analog zur Verpackung von Hugo Reitzel ist auch auf der MIGROS-Verpackung jeder Text in dreifacher Übersetzung (D/F/I) angebracht, ausser die Herkunftsbezeichnungen, welche erstaunlicherweise ausschliesslich in Französisch wiedergegeben sind. Zufall? Absicht?

Und aus aktuellem Anlass: Wie wissen in diesem Falle die armen Thurgauer- und Nidwaldner-Kinder eigentlich, wo ihre Speisebestandteile herkommen?

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Sonntag, 18. November 2012

Indien

Vor mehr als drei Jahren trieb ich mich auch für zwei Wochen in Indien herum (von Mumbai nach Ahmedabad). Dank der Artikelserie im Blog von Manfred Messmer, welcher Indien in diesem Herbst (2012) für mehr als einen Monat bereiste, konnte ich aus der Ferne wieder in die faszinierende Kultur dieses Landes eintauchen. Und erinnerte mich an all die schönen Dinge wie die Menschenmassen, Farben und Gerüche in Mumbais Strassen, das fantastische Essen (bis zur unweigerlich auftretenden Diarrhöe), die gegenüber Weissen gastfreundliche, immer von neuem faszinierte Lokalbevölkerung. Aber auch an die lästigen („Haggling“) und teilweise gänzlich negativen Dinge.

Auch wenn Messmer seine Reise folgendermassen auf den Punkt bringt:

Kurz zusammengefasst: Tagtäglich versucht jemand in Indien, einen übers Ohr zu hauen. Man bezahlt Lehrgeld, weil es immer wieder neue Varianten gibt, auf die man reinfallen kann.

Quelle: Charlie: “No problem – sometimes good, sometimes bad”

Wichtig ist einfach, dass man sich auf den für uns mit Preisetiketten verwöhnten Schweizer wieder auf die archaischen Wurzeln unserer Zivilisation einstimmt — und um wenige Rappenbeträge verhandelt, als gäbe es kein Morgen mehr. Mich verschlägt es garantiert wieder nach Indien.

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Mittwoch, 4. Januar 2012

Bindenentwicklung in einem sich industrialisierenden Staat

He first tried to get his wife and sisters to test his hand-crafted napkins, but they refused. He tried to get female medical students to wear them and fill out feedback sheets, but no woman wanted to talk to a man about such a taboo topic. His wife, thinking his project was all an excuse to meet younger women, left him.

Quelle: An Indian Inventor Disrupts The Period Industry | Co.Exist: World changing ideas and innovation

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Sonntag, 28. März 2010

In Mumbai wie in Peking

But you can’t help but notice that India is moving forward. It’s chaotic; it’s uncomfortable; it’s unpredictable…but it is going ahead. People are young. Buildings are new. There are new cars on the road…and new shops opening up.

Quelle: The Depression Now Known as „The Great Correction“

Bill Bonner beschreibt wieder einmal äusserst treffend, wie sich Mumbai beim ersten Besuch anfühlt. Und da ich gerade aus Peking zurückgekehrt bin: Dort ist es nicht anders. Elendes Verkehrschaos — aber im Stau stehen brandneue Autos (okey, abgesehen von den VW Jettas, aber das ist ein anderes Kapitel). Aber auch die Gebäude — meist Wolkenkratzer — glänzen und zeigen, wie jung sie sind. Auf der Strasse, den Gehsteigen, in der Metro und in den Bussen herrscht ein emsiges Treiben.

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Dienstag, 26. Januar 2010

Völlig Risikoscheu

our goal in most aspects of life is to increasingly and arbitrarily discard the risky—and therefore often unsuccessful—paths in our work and to pay attention only to the provably-successful paths. By my observation, this practice is increasingly common in all facets of Western life. In short, risk is quite systematically and perhaps literally being bred out of our intellectual arsenal.

Quelle: Design View / Andy Rutledge – Again With the Risks

Wieso diese Risiko-Aversion so schlecht ist? Reist man nach Afrika, China oder Indien, realisiert man äusserst rasch, wie hart dort der Wettbewerb zwischen den einzelnen Menschen spielt. Mit unserer Risiko-Aversion und unserem Sicherheitswahn sind wir Westler kaum mehr auf die Realität im angebrochenen 21. Jahrhundert vorbereitet. Dieses Jahrhundert gehört den Abermillionen, deren Länder sich gerade industrialisieren — und die täglich, von Kindesbeinen an um ihr Überleben und das wirtschaftliche Wohlergehen kämpfen müssen. Sie sind trainiert, Risiken einzugehen und erachten dies als selbstverständlich — denn bei 999’999’999+ Landsleuten um einen herum realisiert man rasch, dass man völlig entbehrlich ist. Packe ich etwas an, gibt es garantiert jemand anderes, der es zumindest versuchen wird. Abgesehen davon ist man in solchen Regionen tatsächlich weniger „wertvoll“ — schliesslich haben die Eltern nicht hunderttausende Franken in die Ausbildung und Gesundheit ihrer Zöglinge investiert. Eine Investition, die es um jeden Preis vor Schaden zu schützen gilt.

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Samstag, 7. November 2009

Überbevölkertes Indien

„What happens if India trains all these talents and then they leave the country?“ – The answer was: „What happens, if India doesn’t train all these talents and they stay in the country?“.

Quelle: Facebook | Christoph Burgdorfer is at NASSCOM …

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Donnerstag, 22. Oktober 2009

Indien 2009: Fotografieren verboten!

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Churchgate
Originally uploaded by emeidi

Bribes, corruption and bureaucracy are part of the culture. But it’s also part of what makes Mumbai work. „This is a ‚make do‘ city,“ our travel compatriot Chris Mayer observed while we were driving around the city shooting video for a documentary short we hope to produce on the opportunities in the Indian market. We’d stopped in front of the state Police Headquarters for Maharashtra. It’s a formidable colonial era building. But apparently they don’t like you taking pictures… or stopping at all… in front of the building. An angry police officer began yelling at our driver in Hindi. Several officers carrying impressive weapons were standing behind him. […] Later we learned a quick 100-rupee note had saved us from a trip inside the police headquarters, rather than just gawking at its façade.

Quelle: Bureaucracy and Corruption Holds India Back

Als ich im Frühjahr 2009 ebenfalls in Mumbai mein photographisches Unwesen trieb, gerieten wir um ein Haar in dieselbe Situation: Als ich vis-a-vis des Bahnhofs Churchgate ein Strassenschild photographierte, sah uns ein Uniformierter böse an, rief uns zu sich, konnte sich dann aber in Englisch nicht ausdrücken. Zuerst hatten wir keine Ahnung, was er uns mitteilen wollte, bis uns langsam dämmerte, dass wir hier wohl nur heil rauskommen würden, wenn ich das soeben geschossene Foto des Strassenschildes vor seinen Augen löschte … Und tatsächlich funktionierte es. Irgendwie war er hin- und hergerissen, ob er die weissen Touristen jetzt festnehmen und einen Zusammenschiss seines Vorgesetzten riskieren sollte, oder aber ob er sich an uns sein Monatseinkommen aufbessern könnte. Da es nichts zu diskutieren gab, traten wir nach einigen Schrecksekunden den Rückzug an und wurden nicht weiter behelligt.

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Mittwoch, 23. September 2009

Bildung macht indische Mädchen verdammt gefährlich

It was from these leadership classes that Rekha gained the strength to defy her family, her village and change her future. And with this decision, she inspired a chain reaction among her friends and throughout her village.

Quelle: Rekha Kalindi, Child Bride Who Defied Parents Inspires India – ABC News

Kleine Umstürzler das … Ein Wunder, dass sie noch lebt!

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Samstag, 28. Februar 2009

Indien 2009: Die Packliste für Cüpli-Backpäcker

Dies ist der dritte Blog-Artikel über meine zweiwöchigen Indien-Reise. Wenn es die Zeit zulässt, werde ich meine Erlebnisse in weiteren Artikeln niederschreiben. Fotos (über 1500 an der Zahl) folgen auch irgendwann einmal auf Flickr.

Typologie der Backpacker

Meine Reise nach Indien waren meine erste „richtige“ Rucksack-Reise in einem fremden Land. Höchstens annähernd vergleichbar waren Sommerlager zu meiner Pfadi-Zeit – doch damals überschritt ich niemals die Schweizer Grenze, und damals hatte ich auch Leiter und Köche, die sich vorzüglich um die Organisation und Bedürfnisse des Alltages kümmerten.

Wieso aber Cüpli-Backpacker? Nun, ich möchte mir nicht anmassen, mich als Hardcore-Backpacker zu bezeichnen. Im Jahre des Herrn 2009 ist das alte Ideal sowieso längst ausgestorben – damals, in den 1970er (oder noch früher), bewegte man sich mit dem Zug und dem Schiff durch die Länder, da Flugreisen einer anderen Gesellschaftsschicht vorbehalten waren. Während der Reise hatte man kaum Kontakt mit den Hinterbliebenen in Europa – höchstens traf dann und wann nach Wochen oder Monaten eine Postkarte aus dem Dschungel in der Zivilsation ein. Heute ist man dank der Mobilfunktechnologie in den meisten Schwellenländer erreichbar, wenn man sich nicht gerade auf Mowglis Spuren befindet. Hinzu kommt der Internetzugang, der nicht nur die Kommunikation mit der Heimat, sondern auch die Reiseplanung revolutioniert hat.

Zwar hatte ich keinen Laptop dabei, und den Lonely Planet (die Bibel für Cüpli-Backpacker) hatte ich aus Gewichtsgründen ebenfalls zu Hause gelassen (klug wie ich war hatte ich mir aber die wichtigsten Seiten rauskopiert, sprich die Beschreibungen zu Städten, die auf unserer Route lagen). Doch mir und Melanie wurde in Mumbai am Gateway of India auf einen Schlag bewusst, dass wir nur Weichspül-Backpacker waren: Da stand er, mit dem Rücken zu uns. Lange Haare, 30-Tage-Bart. Und selbstverständlich Rucksack. Doch zu unserem Verwundern, das bald in Respekt umschlagen sollte, war dieser Rucksack überhaupt nicht prall gefüllt. „Das,“ dachte wir, „muss ein wahrer Backpacker sein! Kaum Gepäck bei sich – lebend von der Hand im Mund. Das ist noch wahres Reisefeeling!“ Noemi, die später an diesem Tag zu uns stiess, präzisierte den Typus des Hardcore-Backpackers noch weiter, in dem sie uns von Diskussion dieser Sorte Reisenden erzählte: Unter diesen gäbe es regelrechte Prahl-Wettkämpfe, wer denn nun die billigste Unterkunft in der Stadt gefunden habe …

Für mich als Cüpli-Backpäcker war eine gründliche Planung selbstverständlich Pflicht. Neben der Impfung gegen die häufigsten Krankheiten in meinem Reisegebiet musste ich mir auch eine entsprechende Ausrüstung für das Backpacking kaufen. Wo geht der urbane Zeitgenosse hin, der den moderierten Thrill einer Backpacking-Reise geniessen will? Jawohl, in den Transa. Das dort verkaufte Material gibt dem Besitzer das Gefühl, dass er genügend vorbereitet in ferne Länder reisen kann – um dort der Natur und den Einwohnern trotzen zu können, ohne die schützenden Barrieren jemals überschreiten zu müssen.

Packlisten Dritter

Bevor ich mich im Transa eindeckte, suchte ich im Netz nach Packlisten und fand deren zwei, die ich darauffolgend als Referenz verwendete (die erste eher kurz und bündig, die zweite ausführlicher):

Als zusätzlicher Check griff ich – wie bei anderen Reisen in westliche Länder – auch noch auf die Checkliste von Yahoo zurück.

Rucksack

Das wichtigste Utensil für Backpacker: Bei Transa leistete ich mir einen Häglof Travel-Rucksack (Hub 6510 mit 65+10 Liter Fassungsvermögen) zum herabgesetzten Preis. Wichtigstes Merkmal: Ein kleiner Zusatzrucksack, der sich gut und sicher auf dem Hauptrucksack montieren liess. Dieser sollte mir bei Tagesausflügen gute Dienste leisten.

Mein Foto-Equipment führte ich in einer Lowepro-Tragtasche mit mir, in der eine zweite Linse Platz hatte (ich schaffte es mit Müh und Not, auch noch die 30mm f/1.4 in der Aussentasche unterzubringen).

Ganz wichtig war auch eine Geldkatze (Bauchbeutel für Geld & sonstige Wertsachen). Ich habe mich für eine seidene Version entschieden und diese eigentlich immer auf mir herumgetragen. Pass, Kreditkarte, Schlüssel für die Rucksack-Schlösser sowie ca. 2000 Rupien in grossen Noten).

Kleidung

Das zweitwichtigste Mitbringsel ist die Kleidung. Rückblickend würde ich folgende Kleidungsstücke mitnehmen (während der Reise musste ich feststellen, dass ich viel zu viel mitgenommen hatte):

  • Trekking-Hose lang, dunkelblau, mit vier Taschen (Reissverschluss!) – von Arcteryx
  • Shorts, beige, mit vier Taschen (Reissverschluss) – von Northface
  • Jeans, hellblau – von H&M

Bezüglich der Oberbekleidung würde ich folgende Stücke mitnehmen:

  • Leinenhemd, langärmlig, weiss – von Esprit
  • Leinenhemd, kurzärmlig, weiss – von Dockers
  • Hemd, kurzärmlig, dunkelbraun – von Esprit
  • Wollenhemd, kurzärmlig – von Fjäll Räven
  • Unterhemd, kurzärmlig, weiss & schwarz – von WE men
  • Wollenpullover – von PKZ (ja, auch in Februarnächten kann es manchmal recht kalt werden!)

Selbstverständlich ist die Farbwahl kritisch – gerade im Land des Currys und des Mit-den-Händen-Essen muss man sich bewusst sein, dass weisse Kleidungsstücke neben üblichen Schmutzflecken auch rasch mit gelben Farbtupfern übersät werden könnten.

In Hotels waschen?

Ich würde davon abraten, Spezialkleidung in Hotels waschen zu lassen. Bereits meinen Hemden kamen mit Gelbstich zurück, Noemis Leinenhosen – zwar bereits etwas älter – hatten ein Loch auf Höhe der Oberschenkel. Um Socken und Unterhosen zu waschen reicht es aber durchaus.

Schuhe

  • Geschlossene, leichte Schnürschuhe (für den Flug / am Abend) – Big Star
  • Trekking-Sandalen – Xy?

Viel zu spät kaufte ich mir vor Ort noch Flip Flops. Am Tag durchaus angenehm zu tragen. Am Abend sollte man mit Rücksicht auf Moskitos eher geschlossene Schuhe wählen.

Sonstiges Material

Sonstiges Material habe ich viel zu viel eingepackt – ich hielt mich dabei an die Liste von Minikon.

Nie gebraucht habe ich:

  • Taschenlampe
  • Stirnlampe
  • Moskitonetz (hatte ich gar nicht dabei; an der Westküste von Mumbai nach Ahmedabad im Februar scheint es nicht viele Mücken zu haben; ich habe auf der ganzen Reise – mit Einsatz von Antibrumm und geeigneter Bekleidung – ca. 12 Mückenstiche gezählt)
  • Wasserflasche Sigg
  • Tabletten zur Wasseraufbereitung
  • Stromadapter (hatte auch keinen für Indien; die zweipoligen Netzgeräte passen problemlos in die indischen Stecker)
  • Badehosen
  • Streichhölzer
  • Kompass (irgendwie war er zu klein und zu störungsanfällig; könnte aber durchaus nützlich sein)
  • Traveller Cheques (hatte keine gelöst und finde dieses Geld im Zeitalter von Kreditkarten überflüssig)
  • Windjacke (aber bei der Rückkehr in die kalte, verschneite Schweiz in Kombination mit dem Pullover äusserst nützlich)

Mitnehmen würde ich auch beim nächsten Mal:

  • Mobiltelefon. Ist ja logisch. Schon nur als Reisewecker, aber auch, um Kontakt nach Hause zu halten.
  • Sonnenbrille von Oakley – und ganz wichtig: dazu ein Brillenband von hides.
  • Seiden-Schlafsack (auch bekannt als Inlet) – in einigen Hotels war ich froh, nicht auf den verschmutzten Laken schlafen zu müssen.
  • aufblasbares Nackenkissen für die Zeit im Flieger
  • Schuhbeutel von Tatonka
  • Wiederverschliessbare Plastic-Beutel gross und klein (Grips) – um Geld gebündelt abzulegen, fürs Duschmittel, für den Pass (damit er in der Geldkatze nicht verschwitzt wird).
  • Taschen- und Stirnlampe (wenn man nicht nur 16 Tage verreist, kommt man vielleicht auch mal in die Pampa, wo eine unabhängige Lichtquelle am Abend von Vorteil ist)
  • kleine TSA-Schlösser (u.a. von Samsonite), um alle Reissverschlüsse des Rucksacks abzuschliessen.
  • ein grosses Veloschloss (um das Gepäck während längerer Zugfahrten)
  • High-Tech Badetuch und Handtuch (Microfaser, angeblich schnell trocknend). Ein- oder zweimal gabs im Hotel keine Tücher, da war man froh darum.
  • Socken – aber nur, weil ich noch an einer Hochzeit war. Weisse Knöchelsocken sowie schwarze Kniesocken.
  • Sackmesser
  • Moleskine & genügend Schreibzeug – manchmal ist man froh, sich im Zug oder vor der Taxifahrt eine Adresse zu notieren
  • farbige Ausdrucke von Screenshots von Google Maps (mit Referenzpunkten!) – manchmal kann man sich so besser orientieren als Taxi-Fahrer
  • Kopien aus dem Lonely Planet – oder – (neu) gekaufte PDF-Ausschnitte aus den LP-Reiseführern, die man auch ausdrucken kann/darf. Marketingsprache: Pick & Mix. Ein Hochzeitsgast macht es anders: Sie reisst das jeweilige Kapitel aus dem Buch und nimmt dann nur das mit auf die Reise. Funktioniert natürlich nur, wenn man einen bestimmten Staat/eine bestimmte Region in Indien bereist.
  • Visitenkarten. Inder der Mittelklasse tauschen gerne Visitenkarten
  • Kreditkarte, um bspw. teure Hotelrechnungen zu bezahlen.
  • Ausweise von Rega, Paraplegiker und Krankenversicherung

Gerne dabei hätte ich beim nächsten Mal:

  • iPod touch (oder iPhone). Viele Hotels in grösseren Städten haben WLAN, und manchmal wäre man froh, etwas auf Google Maps nachschauen zu können.
  • Schweizer Erzeugnisse (vor allem Schokolade) als Geschenk bei spontanen Einladungen – genügend einpacken! 5 Tafeln hat man in 14 Tagen rasch verschenkt

(Die List wird je nachdem noch ergänzt)

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Mittwoch, 25. Februar 2009

Indien 2009: Magen- und Darmweh

Dies ist der zweite Blog-Artikel über meine zweiwöchigen Indien-Reise. Wenn es die Zeit zulässt, werde ich meine Erlebnisse in mehreren Artikeln niederschreiben. Fotos (über 1500 an der Zahl) folgen auch irgendwann einmal auf Flickr.

Neben vielen erfreulichen Erfahrungen sind Reisen in Entwicklungs- und Schwellenländer auch immer ein Gesundheitsrisiko – genau dies ist es, was mich bisher von solchen tollkühnen Trips abgehalten hat. Doch manchmal sollte man über seinen Schatten springen, ohne sich aber leichtsinnig zu verhalten.

Ich möchte im folgenden Text nicht fortgeschrittene Risiken im Schwellenland Indien ansprechen, die sich beispielsweise aus der Teilnahme im indischen Strassenverkehr ergeben (Das Motto lautet hier: „Wer zögert, stirbt!“, was für die verwöhnten Schweizer in unzähligen Nahtoderfahrungen resultiert), sondern diejenigen viel grundlegender Art: Bakterielle Erkrankungen des Magens und des Verdauungstraktes.

Magen

Auf der Reise begann ich zum erstaunen meiner Mitreisenden, zwischen Magen- und Darmweh zu unterscheiden. Die ersten 14 Tage meines Aufenthaltes hatte ich vor allem mit ersterem zu „kämpfen“. Es war zwar nicht lästig, aber doch etwas unangenehm. Komisches Gurgeln aus dem Magenbereich, viel schlimmer waren aber die Blähungserscheinungen.

Auf Grund der Teilnahme an einem Seminar über die Ernährung während des Zweiten Weltkrieges machte ich für diese Erscheinungen die geänderte Ernährung verantwortlich: In Indien isst man oft und viel vegetarisch. In Mumbai fand sich zwar ab und zu Pouletfleisch im Mahl, doch sobald wir die Grenze zum nördlich gelegenen Staate Gujarat überschritten hatten, war es aus mit fleischlichem Genuss. Die Einwohner des Staates rühmen sich – verstärkt durch den bekanntesten Sohn des Staates, Ghandi-ji – Vegetarier zu sein. Zusätzlich ist in Gujarat auch der Alkoholkonsum tabu (für Touristen gibt es Ausnahmen; man kommt sich aber wohl trotzdem vor wie ein Schwerverbrecher) und Zigarettenraucher wird auch eher mit Verachtung begegnet.

Zurück zum Weltkriegsseminar: Aus der damaligen Quellenlektüre wusste ich, dass die Umstellung der Ernährung von fleisch- zu fleischlos (mit viel Gemüse) bei unserer Kriegsgeneration allerhand Verdauungsprobleme hervorrief. Ich bin der Überzeugung, dass ich daran „litt“ (bis mir jemand das Gegenteil beweist; selbstverständlich kann es sein, dass gerade in Indien auch die äusserst scharfe Gewürze einen verstärkenden Effekt haben).

Darm

Lange vor der Abreise wurde ich von meinem Arzt wie auch von Melanie auf den Fall der Fälle trainiert: Durchfall [sic]! In meiner Reiseapotheke fand sich deshalb eine Grosspackung Carbolevure (die guten, alten Kohletabletten) sowie Lopimed, das deutlich stärkere Durchfallmittel.

Rückblickend bin ich immer noch erstaunt, wie lange ich die wildesten kulinarischen Kreationen geniessen konnte, ohne dass mir beim Toilettengang die Quittung präsentiert wurde. Leider kam die Rache sehr, sehr spät – zwei Tage vor Abreise. Da wir am Vorabend in Ahmedabad mit Mirch Masala ein Restaurant gefunden hatte, dass auch Fleisch servierte, schlug ich mir den Magen mit Poulet- und Schaffleisch voll. Kreuz und quer, fast bis ich platzte.

Zwei andere Fehltritte schwirren aber noch in meinem Hinterkopf herum: An einer der Hochzeitsfeierlichkeiten wurde Catering-Mitarbeiter dabei ertappt, wie sie Tanks von leeren Wasserspender mit Hahnenwasser auffüllten. Dabei hatten die Gastgeber doch aus Rücksicht auf die Horde Schweizer extra Wasserspender bestellt, die ursprünglich abgefüllte, bedenkenlose Flüssigkeit von sich gaben. Ich hatte dies leider schon vor der Ertappung der Missetäter erfahren, denn auf einmal hatte das Wasser einen so komisch, chlorigen Geschmack … als ich mich entschied, den Becher wegzuwerfen, hatte ich davon schon drei Schlücke davon getrunken.

Am nächsten Tag, an der eigentlichen Hochzeitsfeier, wurde ich angesichts des frugalen Hochzeitsbuffets schwach, schaltete temporär die Überlebensmaxime „Cook it, peel it or leave it“ aus und ass … Salat. Gurken, Tomaten, Zwiebeln … köstlich!

Wahrscheinlich hat gerade die Kombination dieser drei Missgeschicke ein Inferno in meinem Darm angerichtet. Delhi Belly, wie es der Lonely Planet so schön nennt …

In der Nacht zog es mich stündlich auf die Toilette des Hotels Alka – ausgerechnet hier, in der Low-Cost-Unterkunft, nachdem ich den Anfang der Woche noch im Vier-Sterne-Hotel verbracht hatte. Der Zimmerpreis betrug im Alka zwar nur noch ein Viertel dessen, doch die Einsparung wurde unter anderem wohl damit realisiert, indem man die Toiletten nicht mit WC-Papier ausstattete. Auf jeden Fall muss mein Zimmergenosse auf Grund der Geräusche aus dem Klosett wohl gedacht habe, dass ich stündlich Wasser lassen ging. Was im Grunde auch stimmte, wenn auch … doch auf die Details möchte ich hier aus Anstand nicht eingehen.

Die Tagwacht war früh veranschlagt, weil wir uns mit Fahrer und klimatisiertem Fahrzeug (hier nicht als Segen, sondern als Fluch gemeint: Erkältung ahoi, sowie in unserem Falle auch faktisch „Überschwemmung“ im Auto, gell Noemi?) in die Umgebung von Ahmedabad begeben wollte.

Eigentlich hatte ich innerlich schon entschieden, das Hotelbett zu hüten, als ich mich entschied, die Packung Carbolevure anzubrechen. Auf nüchternem Magen sollte die Tablette rasch ihre Wirkung entfalten – wer braucht da noch einen Korken? Hinzu kam, dass Tarkan mir von seinem ottomanischen Hausmittelchen verabreichte: Eine Handfläche voll Trockenkaffee, pur geschluckt. Damit war der Superkorken erfunden, ich entschied mich mit Koffein aufgeputscht riskanterweise, die Ausfahrt mitzumachen. Arnauds frische Bananen haben vielleicht auch noch ihren Teil zur beigetragen. Ich sollte den riskanten Entscheid auf alle Fälle nicht bereuen und sah unter anderem Swamis Tempel (sozusagen Versailles unter den indischen Tempel), ohne ein einziges Mal die „English Toilets“ aufsuchen zu müssen oder meinen Vorrat an Papiernastüchlein aufzubrauchen.

Die Lopimed-Packung musste ich glücklicherweise erst nach meiner Ankunft in München anbrechen (hinter mir rannte sofort nach der Landung noch ein anderer Leidensgenosse auf die frühmorgendlich blitzblank geputzten Toiletten). Dies half, die nächsten vier Stunden der Heimreise ohne Zwischenfall zu überstehen.

Verträgliches Essen

Da wir im letzten Abschnitt der Reise, nach der Hochzeit, ein in Indien wohnhaftes Pärchen aus der Schweiz mit uns hatten, konnte ich von deren Tipps gegen Durchfallerkrankungen profitieren. So wurde mir geraten, Idli zu essen – simple Küchlein aus gemahlenem Reis (vereinfacht gesagt, Kochprofis lesen ein gut bebildertes Rezept). Ist zwar eintönig, hilft aber hoffentlich. Bananen sind auch gut, hingegen sollte man fettige Dinge meiden. Dass man viel Wasser trinken soll, muss ich kaum erwähnen – das steht überall, im Lonely Planet wie auch in der Packungsbeilage der Tabletten. Empfehlen kann ich hierbei vielleich noch den Genuss einer salzigen Lemon Soda. Tönt für den Westler vielleicht etwas ungewohnt („Was, salzig? Das Gesöff muss süss schmecken!“), ist aber sehr gut, um den Elektrolyt-Haushalt (ich habe gespickt, tönt verdammt klug, he?) in Ordnung zu bringen …

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