Posts Tagged ‘Afrika’

Sonntag, 15. August 2010

Rückschaffungs-Leerlauf

Wer sich bezüglich der Ausländer- und Migrationspolitik der Schweiz eher zum rechtsbürgerlichen Lager zählt, sollte sich zwingend moussemans Blog abonnieren. Da liest man zum Wochenende dann Dinge wie die hier:

Es wäre vermutlich billiger, eine alte C-130 Hercules zu kaufen und so umzurüsten, dass der Pilot, sobald er über dem Zielland ist, einfach die Ladeklappe aufmachen kann und dann alle auszuschaffenden Ausländer abwerfen kann, samt den alten T10-Fallschirmen, die dank der fürsorglichen Pflege in der Schweizer Armee noch perfekt funktionieren sollten. Da die T10-Fallschirme auch locker 200 Kilo Last sicher nach unten bringen, kann man mit einem solchen Fallschirm auuch zwei Personen runterbringen und so noch weiter Geld sparen.

Quelle: Für solche Passagiere gibts die Heckladerampe und T10-Fallschirme | Snoop InfoSystems

Nun, ob das die Lösung unserer Ausschaffungsprobleme ist, muss jeder Bürger für sich selber beurteilen.

Wobei ich mich sogar als Sozialdemokrat fragen muss, wieso unsere Bundesbeamte a) ein Flugzeug chartern, b) die Auszuschaffenden darin festzurren, c) nach Gambia fliegen — um dann von den dortigen Behörden keine Landeerlaubnis zu kriegen und in der Luft wieder umzukehren. Da tun die verpufften Steuergelder sogar mir weh.

Übrigens: Ein Bekannter, mit der Materie etwas besser vertraut, hat denn auch prompt vorgeschlagen, statt den Asylbewerbern die Abreise mit 5000 CHF zu versüssen das Geld doch besser auf das Konto eines korrupten Beamten vor Ort zu überweisen. Das wirke — wohl auch bezüglich Landeerlaubnissen — Wunder …

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Dienstag, 1. Juni 2010

Cola, Bier und die Wassernot in Entwicklungsländern

Coca-Cola, for example, has been fiercely attacked in India for its dependence on groundwater and the effects on the water table. Yet even if it takes two litres of groundwater to produce a litre of bottled water, companies like Coca-Cola and PepsiCo are hardly significant users compared with farmers and even many industrial producers

Quelle: A special report on water: Business begins to stir | The Economist

Als ich im Januar 2010 in Westafrika weilte, musste ich beim Genuss von Bier oder eines kühlen Cokes immer wieder daran denken, wie viel kostbares Wasser bei der Produktion und wieviel Energie beim anschliessenden Transport solcher Getränke doch verschwendet wird. Gerade in solch ariden Entwicklungsländern ist Wasser nun mal Mangelware. Wohl nicht zuletzt deshalb waren der Hopfentee und die braune, koffein- und zuckerhaltige Brühe so teuer!

Wie paradox es doch ist: Aus Angst vor verunreinigtem Wasser weicht man in solchen Ländern als zartbesaiteter westlicher Tourist automatisch auf Bier und Cola aus. Denn nur bei solchen Getränken ist man nun halt einmal einfach relativ sicher, dass man am nächsten Tag nicht zwecks einem grossen Geschäft auf der Toilette sitzt — die Mitreisenden aber das Gefühl haben, dass da jemand gerade in die Schüssel pinkelt …

Wie sagt man so schön: In solchen Situationen ist sich jeder Westler immer noch sich selbst am nächsten.

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Dienstag, 26. Januar 2010

Völlig Risikoscheu

our goal in most aspects of life is to increasingly and arbitrarily discard the risky—and therefore often unsuccessful—paths in our work and to pay attention only to the provably-successful paths. By my observation, this practice is increasingly common in all facets of Western life. In short, risk is quite systematically and perhaps literally being bred out of our intellectual arsenal.

Quelle: Design View / Andy Rutledge – Again With the Risks

Wieso diese Risiko-Aversion so schlecht ist? Reist man nach Afrika, China oder Indien, realisiert man äusserst rasch, wie hart dort der Wettbewerb zwischen den einzelnen Menschen spielt. Mit unserer Risiko-Aversion und unserem Sicherheitswahn sind wir Westler kaum mehr auf die Realität im angebrochenen 21. Jahrhundert vorbereitet. Dieses Jahrhundert gehört den Abermillionen, deren Länder sich gerade industrialisieren — und die täglich, von Kindesbeinen an um ihr Überleben und das wirtschaftliche Wohlergehen kämpfen müssen. Sie sind trainiert, Risiken einzugehen und erachten dies als selbstverständlich — denn bei 999’999’999+ Landsleuten um einen herum realisiert man rasch, dass man völlig entbehrlich ist. Packe ich etwas an, gibt es garantiert jemand anderes, der es zumindest versuchen wird. Abgesehen davon ist man in solchen Regionen tatsächlich weniger „wertvoll“ — schliesslich haben die Eltern nicht hunderttausende Franken in die Ausbildung und Gesundheit ihrer Zöglinge investiert. Eine Investition, die es um jeden Preis vor Schaden zu schützen gilt.

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Freitag, 4. September 2009

Lonely Planet Pick&Mix respektive Base64 dekodieren

Gestern habe ich bei Lonely Planet drei PDFs über Togo, Burkina Faso und Ghana bestellt. Obwohl ich West Africa bereits als Hardcopy im Regal stehen habe, sind diese ziegelsteingrossen und -schweren Reiseführer nunmal einfach nicht bequem, um sie mit auf Backpacking-Reisen zu nehmen.

Zwei Lösungen gibt es für das Problem: Eine Bekannte, die ich im Februar in Indien kennengelernt habe, reisst sich die Seiten vor ihren Reisen kapitelweise aus dem Reiseführer. So geht sie sicher, dass sie nur das nötigste mit dabei hat und dies äusserst handlich irgendwo verstauen kann. Mir aber widerstrebt es, Reiseführer einfach so zu „zerreissen“, weshalb ich die zweite, deutlich fortschrittlichere Lösung bevorzuge: Pick&Mix – Lonely Planet-Kapitel in Form von PDFs. Kein Passwortschutz, keine Restriktionen bezüglich Druck. Und zudem spottbillig (das grösste Kapitel – Ghana – hat mich 2.47 EUR gekostet).

Lonely Planet hat erkannt, dass man es den potentiellen Kunden äusserst einfach machen muss, damit sie das neue digitale Produkt in Scharen kaufen – kein DRM und auch keine Paranoia, dass die Kapitel alsbald auf Tauschbörsen auftauchen (obwohl, ein Wasserzeichen könnte ja wohl kaum Schaden). Während die Musikindustrie Jahre benötigte, um sich zu Downloads im weltweit anerkannten MP3-Standard durchzuringen, scheint der Prozess bei Lonely Planet deutlich simpler abgelaufen zu sein.

Item. Heute bekam ich nun ein kurliges Mail von einem Shop Batch User <support@lonelyplanet.com.au>, welches wiederum ein Mail enthielt. Doch im Grossen und Ganzen sah das Layout nicht wirklich überzeugend aus – da musste etwas schief gelaufen sein!

image-3620

Lonely Planet SAP Fail
Originally uploaded by emeidi


Ein Blick in den Quelltext des E-Mails (unter Apples Mail.app mittels Apfel+Alt+U) zeigte zweierlei:

  • X-Mailer: SAP Web Application Server 6.20 – Das erklärt wohl alles. SAP hat einfach das Internet und das Web immer noch nicht begriffen.
  • Ein Wust von kryptischen Zeichen
    JVBERi0xLjMNCiXi48/TDQoyIDAgb2JqDQo8PA0KL1R5cGUgL0ZvbnREZXNjcmlwdG9yDQovQXNj
    ZW50IDcyMA0KL0NhcEhlaWdodCA2NjANCi9EZXNjZW50IC0yNzANCi9GbGFncyAzMg0KL0ZvbnRC
    Qm94IFstMTc3IC0yNjkgMTEyMyA4NjZdDQovRm9udE5hbWUgL0hlbHZldGljYS1Cb2xkDQovSXRh
    bGljQW5nbGUgMA0KL1N0ZW1WIDEwNQ0KPj4NCmVuZG9iag0KMyAwIG9iag0KL1dpbkFuc2lFbmNv ...

Glücklicherweise war es mit dem Hinweis auf Content-Transfer-Encoding: base64 äusserst simpel, das encodierte Attachment wieder in eine richtige Datei umzuwandeln. Zuerst kopierte ich den ganzen Textwust in eine Textdatei und speicherte diese als lonely.b64 ab.

Anschliessend machte ich mich auf die Suche nach einem Kommandozeilentool, welches Base64-enkodierte Dateien dekodieren konnte. Dank Google wurde ich mit Base64 umgehend fündig.

Dank MacPorts war das Teil schnell heruntergeladen und kompiliert:

# port install base64

Nun war ich nicht mehr weit von der dekodierten Datei entfernt:

$ base64 -d lonely.b64 lonely.unk

Ein Blick in den Header der Datei zeigte mir klar an, um was für ein Ursprungsformat es sich beim Attachment handelte:

%PDF-1.3
%????
2 0 obj
<<
/Type /FontDescriptor
/Ascent 720
/CapHeight 660
/Descent -270
/Flags 32
/FontBBox [-177 -269 1123 866]
/FontName /Helvetica-Bold
/ItalicAngle 0
/StemV 105
>>
endobj
3 0 obj
...

PDF! Deshalb passte ich die Dateiendung an, und scho sah ich die Tax Invoice von Lonely Planet in Apples Preview.

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Montag, 24. August 2009

Knochen für Moussi

Ich bin da ja mal gespannt, was Mousseman aus dieser Meldung macht:

Afrikanische Staaten wollen von Industrieländern jährlich 67 Milliarden Dollar Entschädigung für die katastrophalen Folgen des Klimawandels einfordern. Die Kompensationszahlungen sollten ab 2020 fließen.

Quelle: Klimawandel: Afrika fordert Milliarden-Entschädigung – manager-magazin.de

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Sonntag, 16. August 2009

Sinnlose Entwicklungshilfe?

It seems that the financial assistance coming from donor nations is barely keeping the continent alive, which leads to two possible conclusions: Either development aid is not a solution, or Africa is beyond help.

Quelle: SPIEGEL ONLINE – Druckversion – A New Approach to Aid: How a Basic Income Program Saved a Namibian Village – SPIEGEL ONLINE – News – International

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Sonntag, 16. August 2009

Experiment Grundeinkommen

But giving them money? „An idiotic idea,“ says Lüttwitz, insisting that it isn’t the right way to teach them to be hardworking.

[…] Parents are now able to pay tuition, and the proportion of children attending school rose to 92 percent last year. The school has used the additional revenue to buy paper, pens and ink for its printers. The rate of malnourishment among the children has plunged from 42 to 10 percent. The local police crime statistics show a decline in theft and poaching. People with AIDS are responding more effectively to treatment, now that their nutritional needs are being met more consistently. „Suddenly the children were wearing shoes,“ says the teacher. A man went to see Dirk and Claudia Haarmann. Beaming from ear to ear, he asked: „Don’t you see?“ They asked him what he meant. „Don’t you see? I now have trousers and a t-shirt. I am now a person.“

Quelle: SPIEGEL ONLINE – Druckversion – A New Approach to Aid: How a Basic Income Program Saved a Namibian Village – SPIEGEL ONLINE – News – International

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Dienstag, 27. Mai 2008

Unser Netz reicht bis Ouagadougou.

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Unser Netz reicht bis Ouagadougou.
Originally uploaded by emeidi

Dank Melä weiss ich seit einigen Jahren, was Ouagadougou (Kurzform der Einheimischen: Ouaga) ist und wo es sich befindet (Burkina Faso).

(Werbung von Bernmobil)

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