Archiv ‘Linux’

Freitag, 30. März 2007

APC Smart-UPS SUA750I mit cacti aufzeichnen


APC Smart-UPS SUA750I
Originally uploaded by emeidi.

Gestern ist sie eingetroffen, meine neue, übergrosse Batterie (APC Smart-UPS SUA750I), die meinen Server sowie die sich am gleichen Ort befindlichen Breitband-Geräte in Zukunft vor kurzen Stromausfällen oder Sicherungen beschützen soll.

Vor diesem Neugerät hatte ich einige Monate lang eine APC Smart-UPS 1400 in Betrieb, doch bei mehreren Ernstfällen verweigerte die Batterie ihren Dienst. Entweder hätte ich für mindestens 200 Stutz die Batterie wechseln oder aber für etwas mehr Geld ein Neugerät mit allem Drum und Dran, inklusive Garantie, anschaffen können. Ich entschied mich für letzteres.

Erste Tests liefen völlig zufriedenstellend – das Stromkabel ausziehen: Der Server surrt weiter vor sich hin, die LEDs des Router und des Kabelmodems blinken weiter unablässig. Ziel erreicht. In den letzten Wochen war das nicht mehr so gewiss – wurde die USV vom Stromnetz getrennt, verstummten alle Geräte blitzartig.

Kontrolle muss sein

Damit auch das Herz des Kontrollfreaks höher schlägt, werden zwei – aus meiner Sicht – wichtige Parameter der USV von meinem Linux-Server aufgezeichnet: Temperatur sowie die „Load Percentage“. Dank apcupsd, einem OSS-Ersatz für die offizielle PowerChute-Software, und dem darin enthaltenen Tool apcaccess ist das alles kein Problem.

Folgendes Script liefert die zwei Zahlen zur einfachen Integration in cacti:

#!/bin/sh

ITEMP=`apcaccess | grep ITEMP | cut -d ":" -f 2 | cut -d " " -f 2`
LOADPCT=`apcaccess | grep LOADPCT | cut -d ":" -f 2 | cut -d " " -f 3`
LINEV=`apcaccess | grep "^LINEV" | cut -d ":" -f 2 | cut -d " " -f 2`

echo ITEMP:$ITEMP LOADPCT:$LOADPCT LINEV:$LINEV >> /var/log/apcupsd.temp

exit 0

Labels: Linux

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 18. März 2007

Microsoft-freies Datencenter

You’re up against a formidable competitor and one you’ve never seen before that has some real, significant weapons that you can’t deal with (and YouTube isn’t even close to it). Google’s secret weapon? It controls the entire stack in the datacenter. Google writes its own hard disk drivers. It has its datacenter hardware built to its spec. Ever wonder why Live.com is slower than Google? Hint: it’s cause Google is out executing Microsoft in the datacenter.

Quelle: Microsoft tells MVPs “we’re in it to win” — Really?

Der Kampf Windows gegen Linux scheint im Stellvertreterkrieg „Suchmaschinentechnologie“ längst entschieden.

Tags: ,
Labels: Linux

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, 17. März 2007

Gigabit-Netzwerk testen

Man bemächtige sich iperf und lasse dann einige Tests laufen:

Server

In meinem Fall Debian mit Kernel 2.6.18-4-686; Intel PWLA8391GT und Intel Pentium III 600MHz:

ALPHA:/tmp# iperf -s
------------------------------------------------------------
Server listening on TCP port 5001
TCP window size: 85.3 KByte (default)
------------------------------------------------------------

Client

In meinem Fall Mac OS X 10.3.9; Gigabit-Ethernet (Chipsatz unbekannt) und PowerPC G5 2x 1.8GHz:

beta:~/Desktop mario$ ./iperf -c 192.168.0.101
------------------------------------------------------------
Client connecting to 192.168.0.101, TCP port 5001
TCP window size: 65.0 KByte (default)
------------------------------------------------------------

Resultate

[  4] local 192.168.0.101 port 5001 connected with 192.168.0.102 port 49664
[  4]  0.0-10.0 sec    431 MBytes    361 Mbits/sec
[  5] local 192.168.0.101 port 5001 connected with 192.168.0.102 port 49665
[  5]  0.0-10.0 sec    349 MBytes    293 Mbits/sec
[  4] local 192.168.0.101 port 5001 connected with 192.168.0.102 port 49666
[  4]  0.0-10.0 sec    410 MBytes    343 Mbits/sec

Wow – schneller als das Licht!

Tags:
Labels: Linux

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Freitag, 16. März 2007

Gigabit Ethernet mit Debian

Dass ich heute Freitag morgen etwas müde aus der Wäsche geguckt habe, hängt einerseits mit den 1. Schweizerischen Geschichtstagen zusammen, die derzeit in Bern stattfinden. Andererseits aber auch, weil gestern digitec endlich das heissersehnte Päckchen geliefert hat.

Komponenten

Dessen Inhalt:

Fallstrick ethX

Im Server werkelte bisher eine dieser „tubelisicheren“ 3Com-Karten, für die Linux wohl seit Ewigkeiten Treiber-Support mitbringt. Deren Dienstpflicht war nun zu Ende und sie wurde zwecks Antritt des Ruhestands ausgebaut. In denselben Slot steckte ich nun die Gigabit-NIC.

Der erste Boot-Vorgang mit der neuen Ethernet-Karte verlief zu Beginn völlig reibungslos – mit dem mit Ctrl-S zu erreichenden Konfigurations-Menu schaltete ich die PXE-Funktion aus und sparte so ca. 10-20 Sekunden, die für die Suche nach einem DHCP-Server draufgingen.

Als jedoch Linux die Kontrolle übernahm, klappte dagegen nicht alles sauber. Zwar wurde das für den Betrieb der Netzwerkkarte nötige Modul e1000 anstandslos geladen – im Laufe des Boot-Prozesses stachen mir aber einige FATAL-Meldungen ins Gesicht, die sich auf eth0 respektive e1000 bezogen („could not set device flags“ oder ähnlich). Was zum Teufel?

Jedenfalls hatte ich keine aktive Netzwerkverbindung zur Verfügung, und ifconfig zeigte kein schönes Bild:

lo        Link encap:Local Loopback  
          inet addr:127.0.0.1  Mask:255.0.0.0
          inet6 addr: ::1/128 Scope:Host
          UP LOOPBACK RUNNING  MTU:16436  Metric:1
          RX packets:323240 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:323240 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
          collisions:0 txqueuelen:0 
          RX bytes:226873684 (216.3 MiB)  TX bytes:226873684 (216.3 MiB)

(Ersatz-Ausgabe nach 24h Betrieb). Wo blieb eth0?

Nach einer ca. 30 Minuten dauernden Schrecksekunde, die auch unzählige Google-Suchen beinhaltete, fand ich die Lösung dann eher unerwartet, als ich folgenden Befehl eingab:

ifconfig -a

Dort wurde eth1 erwähnt, eth0 fehlte hingegen. Wieso das so ist, kann ich mir immer noch nicht erklären. Entweder hat Linux die Identifikation der Vorgänger-Karte gespeichert und vergibt neuen Karten eine fortlaufende Nummer, oder irgendwas ist mit dieser NIC anders. Ich weiss es nicht.

Jedenfalls genügte es nun, eth0 in /etc/network/interfaces mit eth1 zu ersetzen. Nach dem nächsten Reboot funktionierte die Karte endlich.

Fallstrick Patchkabel

ALPHA kernel: e1000: eth1: e1000_watchdog: NIC Link is Up 100 Mbps Full Duplex

Was’n löus? Wieso nur 100 Mbps, wenn ich doch soeben viel Geld für ein Gigabit-Netzwerk ausgegeben hatte?

Meine erste Vermutung erwies sich dieses eine Mal als goldrichtig: Das ca. 2001 mit dem Kauf eines Wireless-Access-Points (Elsa/Lancom L-11) mitgelieferte Patch-Kabel erfüllte die Qualitätsanforderungen an ein Gigabit-Netzwerkkabel nicht (mind. Cat 5e – hier wohl Cat 5). Nachdem ich dieses Kabel entfernt und mit einem neueren Modell ersetzt hatte, hiess es nun endlich:

ALPHA kernel: e1000: eth1: e1000_watchdog: NIC Link is Up 1000 Mbps Full Duplex

Durchsatz?

Folgender Test führte ich aus „Gwunder“ durch, um den Durchsatz zu messen:

BETA:/Volumes/INCOMING/KNOPPIX mario$ time cp KNOPPIX_V5.1.1CD-2007-01-04-EN.iso /Volumes/Multimedia/Software/

real    0m39.920s
user    0m0.040s
sys     0m6.730s

40 Sekunden für ein knapp 700MB grosses File? Das ergibt 17.5MB pro Sekunde oder 140Mbit/s. Freude herrscht!

Doch wieso? Die errechnete Zahl ist ja meilenweit von 1000Mbit/s weg … Ja, schon, aber:

  1. Das CIFS/SMB-Protokoll ist nicht gerade bekannt dafür zu sein, besonders performant zu laufen (die Datei wurde von einem unter Mac OS X gemounteten Samba-Share auf die lokale Festplatte kopiert)
  2. Auch wenn es sich um eine Intel-Netzwerkkarte handelt – im Vergleich zu einer PWLA8490MT muss wohl irgendwo gespart worden sein. Ich betrachte die im Einsatz befindliche Karte als Consumer-Variante.
  3. Dasselbe gilt wohl für den Netzwerk-Chipsatz im PowerMac G5
  4. Auch der Zyxel-Switch GS-105A ist ein Consumer-Gerät, von dem nicht Spitzenleistungen erwartet werden dürfen
  5. Die Festplatten im Quellsystem (ATA100, RAID10) sowie die SATA im Zielsystem sind wohl die Bottlenecks
  6. Jumbo-Frames sind keine im Einsatz – Mac OS X erlaubt diese Option nur bei den Xserves

Wie dem auch sei – der Geschwindigkeitsgewinn ist bereits jetzt äusserst spürbar und ich habe absolut keinen Grund für Wehklagen.

Tags:
Labels: Linux

1 Kommentar | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, 14. März 2007

Fritz!Box-Traffic mit cacti aufzeichnen

Da habe ich mich heute kurzerhand dazu entschlossen, meinen IPCop-Router (Pentium 90 auf einem Asus P5A-B – bald ein Museumsstück!) durch die hier herumgammelnde Fritz!Box Fon 5012 zu ersetzen, doch – schreck lass nach – das Ding bringt natürlich keinen SNMP-Support mit sich. Was nun?

UPnP?

Nun gut, was sich hinter UPnP genau verbirgt, lese ich ein andermal nach. Jedenfalls scheint dieses Protokoll/Feature von Natur aus sehr geschwätzig zu sein, was den Traffic anbelangt. Ein findiger Linux-Hacker hat denn auch schon ein kleines, aber hochstehendes Shell-Scriptlein programmiert, das MRTG (der Vorfahre von rrdtool, auf das cacti exzessiv zurückgreift) „füttert“:

Monitoring Fritz!Box With MRTG

Bastelstunde

Was wäre eine schicke Linux-Anwendung, wenn man nicht auch hier etwas Hand anlegen und Feintuning betreiben müsste (vom Grundkonzept her zu vergleichen mit Alpinisierern und Brabierern)? Damit das Scriptlein auch mit cacti zusammenspielt, habe ich den Shell-Output folgendermassen umgebogen:

...
# output for mrtg
printf "IN:${b1:-UNKNOWN} OUT:${b2:-UNKNOWN}\n"
#printf "%s\n%s\n%d days %.2d:%.2d:%.2d h (online)\nFritz!Box\n" \
#  "IN:${b1:-UNKNOWN}" "OUT:${b2:-UNKNOWN}" "${h% *}" "${h#* }" "${m#* }" "${s#* }"
...

Nachtrag

Der 32bit-Counter generiert im Laufe der Zeit einen Overflow und kehrt sich ins Negative. Das bringt cacti/rrdtool leider gehörig draus, obwohl dieses Verhalten gerade bei Traffic-Messungen zur Tagesordnung gehört.

Folgender Einschub korrigiert den Effekt:

if [ "$b1" -lt "0" ]; then
        c1=$[ (-4294967296 - $b1) * -1 ]
else
        c1=$b1
fi

if [ "$b2" -lt "0" ]; then
        c2=$[ (-4294967296 - $b2) * -1 ]
else
        c2=$b2
fi

Die auszugebenden Variablen müssen danach noch im Abschnitt #output for mrtg angepasst werden:

printf "IN:${c1:-UNKNOWN} OUT:${c2:-UNKNOWN}\n"

Integration in cacti

Damit kann man nun eine neue Datenquelle anlegen und daraus einen Graphen generieren lassen. Ich empfehle, bei der Erstellung des Graphen ‚Interface (bytes/sec)‘ zu wählen.

Man versieht sich darauf hin kaum, und die Graphen sprudeln wieder. Schick, nicht wahr?

Tags:
Labels: Linux

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 11. März 2007

TerminGenius!

Um Sitzungen auf der Arbeit besser planen zu können, habe ich mich vor einigen Jahren spontan dazu entschlossen, ein PHP-Script zu schreiben, das mir die Online-Termin-Umfrage ermöglicht (genannt „Terminfinder“). Mit der Zeit kamen einige Inputs von den Benutzern hinzu und mit Version 2.0beta wurde das Produkt in „TerminGenius!“ umbenannt.

Auf Wunsch von Stefan Oberwahrenbrock habe ich meine OSS-Applikation TerminGenius! um eine wichtige Funktion erweitert: Zur Erleichterung des Entscheides wird nun zusammengezählt, wie viele Leute an einem bestimmten Tag können.

eMeidi.com – Quelloffene Software

Weiterhin viel Spass bei der Suche nach einem Termin, der allen passt *smile*

PS: Wer sich nicht mit der Installation von PHP-Scripts auf einem Web-Server herumschlagen will, benutze Doodle.

Tags: ,
Labels: Linux

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 11. März 2007

Flirtbriefli


Flirtbriefli
Originally uploaded by emeidi.

Eindeutiges Zeichen, dass man sich bereits zu lange mit Unix-Betriebssystemen herumschlägt: Die Zahl 640 kommt einem sehr vertraut vor:

-rw-r-----

Noch Fragen? *smile*

(Das Kleberli habe ich anlässlich der im Orvis zu Ende gefeierten Geburiparty von Randal aufgedrückt erhalten – im Gegensatz zu Melä, die ebenfalls einen ähnlichen Kleber auf sich trug, habe ich kein Briefli erhalten).

Tags:
Labels: Funny, Linux

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, 7. März 2007

Mit arpwatch auf mehreren VLANs lauschen

Dieser Artikel entspricht einem E-Mail, das ich im August 2006 den Informatikdiensten meines Arbeitgebers übermittelt habe.

Guten Tag

Vor einiger Zeit habe ich eine Anfrage an Sie gestellt, wie es mit den neuen Switches und VLAN möglich ist, mit einem physischen Gerät auf mehreren Subnetzen zu lauschen. Ich benötige diese Funktionalität für meinen arpwatch-Server, der mich über Aktivitäten unserer Netzwerk-Geräte informiert (IP-Wechsel, MAC-Adressen-Wechsel, neue Geräte etc.)

Mit dem Wechsel des Gebäudes in das VLAN 38 funktioniert der Server nun wie gewünscht. Im Anschluss eine kurze Anleitung für Debian Linux:

Voraussetzungen

  • Debian Linux mit Kernel 2.6.15-1-686 (es traten Probleme mit Kernel 2.6.8 auf – die Konsole wird mit Fehlermeldungen vollgespammt)
  • Modul 8021q resp. 802.1q-Funktionalität in Kernel einkompiliert
  • Package vlan (apt-get install vlan); u.a. mit dem Tool vconfig zur manuellen Erstellung von Interfaces
  • Netzwerk-Anschluss, auf den mehrere VLAN-IDs gemappt sind ([…]).

/etc/network/interfaces:

# This file describes the network interfaces available on your system
# and how to activate them. For more information, see interfaces(5).

# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback

# The primary network interface
auto eth0
iface eth0 inet static
        address 192.168.0.2
        netmask 255.255.255.0
        broadcast 192.168.0.255

auto eth0.38
iface eth0.38 inet static
        address 130.92.38.76
        netmask 255.255.255.0
        network 130.92.0.0
        broadcast 130.92.38.255
        gateway 130.92.38.1
        dns-nameservers 130.92.9.51 130.92.9.52
        pre-up /sbin/vconfig add eth0 38

auto eth0.40
iface eth0.40 inet static
        address 130.92.40.6
        netmask 255.255.255.0
        network 130.92.0.0
        broadcast 130.92.40.255
        pre-up /sbin/vconfig add eth0 40

auto eth0.152
iface eth0.152 inet static
        address 130.92.152.6
        netmask 255.255.255.0
        network 130.92.0.0
        broadcast 130.92.152.255
        pre-up /sbin/vconfig add eth0 152

Das Laden dieser Einstellungen wird zwar von Fehlermeldungen begleitet, aber es scheint trotzdem zu klappen (?).

/etc/arpwatch.conf

# /etc/arpwatch.conf: Debian-specific way to watch multiple interfaces.
# Format of this configuration file is:
#
# 
# 
#...
# 
#
# You can set global options for all interfaces by editing
# /etc/default/arpwatch

#eth0   -m root+eth0
#eth1   -m root+eth1

eth0            -N -n 130.92.0.0/16 -m mario.aeby@domain.tld
eth0.38         -N -n 130.92.0.0/16 -m mario.aeby@domain.tld
eth0.40         -N -n 130.92.0.0/16 -m mario.aeby@domain.tld
eth0.152        -N -n 130.92.0.0/16 -m mario.aeby@domain.tld

[…]

Mit freundlichem Gruss
Mario Aeby
—
Mario Aeby
IT-Verantwortlicher & Web-Developer

Departement Klinische Forschung
Murtenstrasse 35
CH-3010 Bern

Tags:
Labels: Linux

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Samstag, 10. Februar 2007

Erste Schritte mit Openfiler


No Program Associated
Originally uploaded by emeidi.

Auf der Arbeit sind wir netzwerktechnisch ein Entwicklungsland: File-Server? Nada. Domäne mit Active Directory? Neumodisches Zeugs. Erst in letzter Zeit erreichen die Datenmengen aber ein kritisches Mass und der Zugriff auf selbe Daten über das Netzwerk wird immer mehr nachgefragt.

Bisher waren die wenigsten willig, einen Server anzuschaffen, weshalb man sich darauf beschränkte, Dateien zwischen Clients auszutauschen – mit allen Fallstricken und Unzulänglichkeiten (heterogene Umgebung: Mac OS X, Windows 2000, Windows XP Home, das nur die störende „einfachen Dateifreigabe“ mitbringt, Windows XP Professional). Nach einer gewissen Zeit mit dieser suboptimalen Lösung sind Entscheidungsträger bald bereit, etwas „brauchbareres“ auf die Beine zu stellen: Den eigenen File-Server.

Für mich ist klar, dass so etwas (jedenfalls auf die Software bezogen) möglichst wenig kosten sollte. Und so kommt man hier um Linux nicht herum, wenn man sich nicht mit Microsoftschen CALs oder einem Hardware-Zwangskauf bei Apple herumschlagen möchte.

Obwohl ich Debian bevorzuge, würde diese Distribution – wie viele andere auch – einiges an Handarbeit von mir verlangen. Ausserdem wäre ein GUI in diesem Falle von Vorteil, damit ich gewisse administrative Aufgaben (das Erfassen von Benutzern, das Ändern von Passwörtern) an die Gruppenverantwortlichen abgeben könnte. Ich hoffe nur, das sich mich so nicht in den Schlamassel reite …

Jedenfalls informierte ich mich überblicksartig über die momentane Marktsituation an Open-Source NAS-Software und wurde doppelt fündig:

  • FreeNAS – basierend auf FreeBSD
  • Openfiler – basierend auf CentOS/rPath Linux
  • Nachtrag: NASLite – rudimentär; die benötigten Features (User-Management, Quota etc.) fehlen in der kostenlosen Version

Entschieden habe ich mich der Lektüre einiger Blog-Beiträge für Openfiler, da es dort als „reifer“ als FreeNAS charakterisiert wurde. Ausserdem wäre es von Vorteil, wenn der TSM-Client installiert werden könnte. Von diesem habe ich nur Linux-RPMs.

Tücken bei der Installation

Zuerst einmal erstaunte mich, dass das Booten ab der Installationsdisk keinerlei Probleme bereitete (Kernel 2.6.x erkannte den Intel SATA-Controller ohne Mühe).

Leider schweigt sich der Installer aber bei der Partitionierung über das richtige vorgehen aus. Wer – wie ich bei diesem Kleinprojekt – nur eine fette Festplatte im Rechner sitzen hat, kommt um eine manuelle Partitionierung nicht herum. Führt man die automatische Einteilung der Festplattenbereiche aus, gibt es später keinen Platz zum Erstellen der Volumengruppe(n) (/ belegt dann neben der /boot und SWAP-Partition einfach den übrigbleibenden Platz). Deshalb hier mein Rat:

  • /boot – 100MB
  • / (Root) – 4096MB
  • SWAP – 1024MB

conary updateall

Wer denkt, dass die Installations-Disk bereits alle nötigen Programme und Einstellungen enthält, täuscht sich. Will man mit Openfiler so richtig loslegen, muss das System nun zuerst noch über das Internet „aktualisiert“ werden. Hierzu ruft man den Befehl

conary updateall

auf.

Proxy?

Wer wie ich hinter einem Proxy sitzt, beisst sich die Zähne aus, wenn er das Einmaleins der Proxy-Konfiguration unter Linux nicht oder nur ungenügend kennt. Wichtig ist vor dem Ausführen obigen Befehls, eine Umgebungsvariable zu setzen:

export http_proxy="http://proxy.domain.tld:80/"

Wobei ich zuerst vergass, den export auszuführen. Das setzen der Variable alleine bringt noch nichts, sie muss auch noch exportiert werden (was auch immer das bedeutet/bewerkstelligt).

Lokaler LDAP

conary updateall bewirkt, dass unter Services nun plötzlich noch einige neue Einträge dazukommen, unter anderem auch LDAP. Dies benötigt man, um eine selbständige (= lokale) Benutzerverwaltung aufzusetzen.

Folgende Einstellungen müssen unter Services > LDAP Settings gemacht sein, bevor man den Service unter Services mit Enable aktivieren kann:

Base DN:       dc=openfiler,dc=nas 
Root bind DN:  cn=Manager,dc=openfiler,dc=nas 
Root Password: ***

Wer will, dass die Benutzer über dieselbe, aber etwas abgespeckte Web-Oberfläche ihr Passwort ändern können, aktiviert zudem Allow users to set password.

Danach wechselt man auf Account > Authentication und gibt folgende Angaben ein:

[X] Use LDAP

                    [ ] Use TLS
Server:             127.0.01 
Base DN:            dc=openfiler,dc=nas 
Root bind DN:       cn=Manager,dc=openfiler,dc=nas 
Root bind password: ***
                    [X] Login SMB server to root DN

[ ] Use Windows Domain controller and authentication

...
Domain / Workgroup: WORKGROUP
...

(Das Häkchen bei Login SMB server to root DN ist nach einem Reload nicht mehr gesetzt, LDAP scheint aber trotzdem zu funktionieren).

Wie hiess mein Share noch gleich?

Beim Erstellen von Shares sollte man darauf achten, bei Override SMB share name den gewünschten Namen einzutragen (bei mir steht in diesem Formular drei Mal dasselbe). Ansonsten werden die Namen der Shares aus dem Volumennamen zusammengesetzt (bspw. \\192.168.0.1\main.staff.Test).

GUI und Usability

Die Oberfläche kommt auf den ersten Blick aufgeräumt daher. Die Einteilung der Rubriken erscheint (grösstenteils) logisch, die Bedienung ist simpel. Manchmal ist die Aufteilung dennoch verwirrend:

Die Einstellung für die Samba-WORKGROUP suche ich vergebens unter Services > SMB Settings. Dort kann man vieles einstellen, das aber nicht. Ich versuche dann, per SSH auf File-Ebene die Vorlagen-Datei zu suchen und die Workgroup dort manuell einzutragen. Das schlägt leider fehl, anscheinend wird die gefundene Datei nicht zur Generierung der smb.conf herangezogen.

Erst am zweiten Tag entdecke ich in einem Forumsbeitrag den wesentlichen Tipp: Diese Einstellung ist unter Authentication zu machen, so unlogisch es klingt. Zwar habe ich dort LDAP aktiviert, die Einstellungen unter Active Directory werden aber dennoch berücksichtigt; jedenfalls, wenn man dort eine Workgroup setzt.

Auch ist die starke vertikale Aufteilung störend. Eine horizontale Leiste mit Buttons würde die Bedienung (teilweise!) optimieren. Komisch finde ich zuweilen, dass mal Buttons, mal normale HTML-Links als Befehle daherkommen. Eine gewisse Konsistenz wäre hier von Vorteil.

Ein kurzer Blick auf den (PHP-)Code

Naja … Umwerfend finde ich ihn nicht gerade, den PHP-Code (ich habe mir zwei Files angeschaut). Ob das durchgehend so ist, entzieht sich aber meiner Kenntnisse. Aber es scheint jedenfalls zu funktionieren.

Kleine Community

Verglichen mit Debian oder PHP verfügt Openfiler über keine grosse, aktive Nutzergemeinde, die sich gegenseitig unterstützt. Es gibt ein (schlecht besuchtes) Forum sowie eine Mailingliste, auf der sich das Geschehen moderat in Grenzen hält.

Bugs

  • Home-Directories für die Benutzer werden nicht erstellt, obwohl diese Option unter Services > SMB Settings aktiviert wurde. Leider konnte mir bei diesem Problem noch niemand helfen. Nachtrag: Der Fehler wurde mittlerweile gefunden. Wer es wagt, legt Hand an das entsprechende PHP-Script an und hardcodet die Variable in die entsprechende Zeile.
  • Zugriffsprobleme mit Windows 2000 (vgl. Screenshot). Mit Windows XP und Mac OS X klappte alles vorzüglich. Was war das Problem? Windows 2000 scheint mit einem fehlenden Workgroup-Namen mächtig ins Straucheln zu geraten. Sobald die Workgroup eingetragen war, liessen sich die Shares (\\192.168.0.1\Share) resp. der Überblick über die Shares (\\192.168.0.1) ohne Komplikationen anzeigen. Mysteriös!

Tags:
Labels: Linux

1 Kommentar | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, 6. Februar 2007

Inflight Entertainment Systems run Linux


DSCF0655.jpg
Originally uploaded by emeidi.

Gesehen habe ich das auf der dänischen Ännes (mein Kosename am Ende der Reise: „die laute Änne“) Screen. Es blieb genug Zeit, ein „Screenshot“ zu machen – danach löste eine nette Flight Attendant einen Reboot dieses Terminals aus.

Heute nun kam ich auf diesen Schnappschuss vom November 2006 zurück, als ich via reddit.com (das bessere Digg?) auf ein ähnliches Bild stiess:

linux linux everywhere

Als ich soeben Ännes Fehlermeldung transkribierte …

svc: bad direction 2020176320, dropping request
Launching /engine.cram/airsurf
c00ed
svgalib: Signal 11: Segmentation fault received
Segmentation fault

Please press Enter to activate this console.

… liess es mich nicht locker und ich bemühte Google, um etwas über /engine.cram/airsurf zu erfahren. Und siehe da, ein andere Geek hat tatsächlich bereits in seinem Blog darüber berichtet:

During the 12 hour flight I was hoping to watch “March of the Penguins” but had to put up with watching “Reboot of the Penguins” instead – the flight attendants mentioned that this is not an isolated incident.

Quelle: Flying with the BSOP (Black Screen of Penguin)

Und hier noch der direkte Link auf das Photo:

Cathay Pacific CX888 Linux Inflight Entertainment System CRASH

Übrigens: Das IES von Swiss im Airbus A340 (LX041) gefiel mir sowohl optisch als auch in der Benutzerführung deutlich besser als dasjenige von ANA in der Boeing 747 (NH-210) …

Nachtrag: Die Software in den Inflight-Systemen ist nicht über alle Zweifel erhaben …

Labels: Linux

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen