Archiv ‘Religion’

Montag, 19. Januar 2026

Kritik an Israel, Anti-Zionismus, Antisemitismus

Das Vorgehen Israels in Gaza strapaziert das Verständnis vieler Menschen.

Im von mir stark frequentierte Podcast Judging Freedom kommt der Professor Jeffrey Sachs, selber jüdischer Abstammung, regelmässig mit Kritikbarragen an Israel zu Wort.

Auf Twitter ist mir auch schon ein Nick Fuentes untergekommen — ein Mensch ohne Filter, der Zeug rauslässt, das höchstens in Nazi-Deutschland der 1930er auf Applaus gestossen wäre.

Vor einigen Tagen kam ich an folgendem Artikel vorbei, den ich jetzt endlich lesen kann.

Einige Zeitgenossen werfen Kritik an Israel, Anti-Zionismus und Antisemitismus in einen Topf. Entweder ist man Pro Israel, bedingungslos, oder gegen Israel, und Letzteres macht einen automatisch zu einem Antisemiten.

So sieht es mittlerweile auch die us-amerikanische Anti Defamation League (ADL), welche ich bis heute nicht kannte:

For decades, the ADL argued that anti-Zionism could lead to antisemitism, but recently, the group had adopted the position Greenblatt more or less aired on Fox: that opposition to the Jewish state was the same thing as antisemitism, full stop. That tens of thousands of Jews were active in the pro-Palestine movement was not just put aside — it was taken as evidence that they were antisemites, too.

[…] “The casual demonization of the Jewish state
leads to the demonization of all Jewish people,”

Quelle: Inside the Crisis at the Anti-Defamation League

Was der Artikel beleuchtet: Die ADL, bis vor wenigen Jahren noch straff links und an den Demokraten orientiert, explizit Trump-kritisch, wie auch ICE-kritisch, hat angesichts der Pro-Palästina Proteste in den USA die „Seiten gewechselt“. Nun ist Trump mit seinen Aktionen gegen Universitäten, welche solche Proteste zulassen, und der Ausweisung von Pro-Palästina-Apologeten, bei der ADL hoch im Kurs:

The group was founded on the idea that Jewish rights and safety were inextricably linked to the rights of others. Once the ADL’s primary focus became stopping anti-Zionism, its calculus changed.

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Samstag, 4. Oktober 2025

Die Queerbibel zu Luzern

SRF: Schon wieder Diebstahl: Kirche erstattet Anzeige: Dieb entwendet queere Bibel

Gestern stach mir vor dem Einschlafen diese Nachricht ins Auge.

Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte mir: Heute ist der 4. Oktober, nicht der 1. April.

Ich meine eigentlich darf die Katholische Kirche ja wirklich tun und lassen, was sie will. Ich bin in dem Verein nicht Mitglied, und solange sie mich nicht bekehren und/oder mir ihre Religion aufdrängen wollen, ist alles gut. Leben und Leben lassen, „agree to disagree“.

Wenn die Marketing- und Customer Relations-Abteilungen im Vatikan denken, dass man mit einer solchen Bibel neue Pfründe erschliessen kann, so sei es. Viel Erfolg!

Meine (zugegeben ketzerische) Frage wäre einfach, ob die Katholische Kirche in der Schweiz trotz oder wegen solcher Aktionen konstant Mitglieder verliert. Notabene: Für Nicole Freudiger von SRF ist klar, dass sich die Kirchen „neu erfinden“ müssen. Sprich: Aus ihrer Sicht erleidet die Kirche den Mitgliederschwund offenbar „trotz“ Queerbibel (implizit, sie nimmt nicht spezifisch darauf Stellung).

Item. Eigentlich geht es um etwas anderes: Obwohl ich den ganzen Artikel mit etwas weniger als 400 Wörtern gelesen haben, erschliesst sich mir nicht, was die „Queerbibel“ von der normalen Bibel unterscheidet. Ist es nur der regenbogenfarbene Einband? Oder wurde auch der Inhalt queer-gerecht überarbeitet? Man sei schliesslich daran erinnert, dass die Bibel eine unmissverständliche Haltung zur Homosexualität hat:

Bibeltexte zur Homosexualität

Als der Bibel, dem wahren Wort Gottes, verpflichtete, christliche Kirche „queer“ zu umarmen kommt der Quadratur des Kreises gleich.

Zeigt aber auch exemplarisch, dass sich Religionen (löblicherweise) an neue Realitäten anpassen und sich neu erfinden können. Etwas, zu der nicht jede Weltreligion in der Lage ist. Einige halten sakrosankt an den Worten ihrer heiligen Schriften fest, und kommen so fundamentalistisch-militantisch in Konflikt zur westlichen Lebensweise.

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