Donnerstag, 25. Januar 2007

Kalifornien 2007: Ende eines Stadtbesuches


Ein Glas Rotwein (Cabernet Sauvignon, aber bitte mit schönstem englischen Akzent – sprich rollendem ‚r‘ – ausgesprochen) an einem Tisch im Restaurant auf dem 52. Stockwerk eines Skyscrapers – und danach die Sonne untergehen und das Lichtermeer erwachen sehen. Was gibt es schöneres? Einzig die Begleitung hat dieses Mal gefehlt …

Dank: Steve (für den Tipp!)

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Donnerstag, 25. Januar 2007

Kalifornien 2007: Obdachlose und die Sicherheit

Im Flugzeug wurde mir so richtig Angst vor den hiesigen Verhältnissen gemacht. Immer auf der Hut sollte ich sein, am Besten auch noch die Augen am Hinterkopf öffnen, bestimmte Quartiere meiden (welche, konnte man mir nicht sagen), während der Autofahrt immer alle Türen abschliessen. Hinzu kamen bereits früher gehörte Horror-Stories und Tipps von Touri zu Touri – wie bspw. in bestimmten Quartieren mitten in der Nacht bei Rotlicht nicht zu halten und einfach weiterzubrennen.

Ich gebe Kollege Raffi recht, der mich gleich nach meiner Ankunft beruhigt hat: Nach einem Jahr Aufenthalt in LA erscheint ihm das grösste Problem, dass die Leute sich gegenseitig Angst machen. Leute aus seiner Firma können immer noch kaum glauben, dass er es wagt, am Abend in Venice joggen zu gehen (diejenigen, die am lautesten Schreien, wohnen nicht in der Gegend). Am meisten Angst hat Raffi vor der Polizei, die – wie es scheint – ein Auge auf ihn geworfen hat. Regelmässig gibt es Bussen: Sei es, weil er sein Auto falsch parkiert oder die Strasse bei Rot überquert hat.

Fazit: Warnungen – alles Müll. Nun bin ich fast sieben Tage hier in Kalifornien und fühle mich sicher. Klar, schweizerische Verhältnisse habe ich definitiv nicht erwartet und auch nicht vorgefunden. Wer sich mit normalem Menschenverstand durch die Gegend bewegt und leichtsinniges Verhalten unterlässt, hat meiner Meinung nach auch hiert nicht viel zu befürchten. Weder habe ich denn seither eine Waffe im Umkreis von 25 Meter gesehen, noch eine Knarre am Kopf gehabt. Ich habe keinen Raub und keine Schiesserei erlebt, und auch die Polizeisirenen hielten sich in Grenzen. Alles ist friedlicher, als man sich das durch TV-Sendungen und Horror-Stories vorstellt.

Obdachlose, die mit (meinem) Geld und (meinen) Wertsachen ihren Lebensunterhalt verdingen könnten, fragen höflich nach Almosen, wollen einem Muni-Billette oder Poesie-Zeitungen verkaufen. Gibt man Ihnen nichts, wünschen Sie „God bless you“, gibt man ihnen einen Batzen, soll Gott einen ebenfalls segnen. Noch nie wurde ich bisher aggressiv angemacht.

Das obige Bild habe ich heute in Downtown San Francisco gemacht – ein perfektes Sujet meiner Meinung nach: Armut und Wohlstand auf einem Schnappschuss vereint (das hätte garantiert den Photo-Preis des Jahres gegeben, hätte ich eine digitale Spiegelreflex-Kamera mit Superzoom-Objekti dabeigehabt …). Sinnbildlicher geht es kaum, oder?

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Donnerstag, 25. Januar 2007

Kalifornien 2007: Mittelalterliche Location Based Services

Bei meinem Besuch in Japan wurde eines klar: Bezüglich „Location based Services“, insbesondere „Points of Interest“, ist uns die High-Tech-Nation um Jahre voraus. Solche Karten-Dienste für das Mobiltelefon („Wo von meinem aktuellen Standort aus gesehen der nächste Starbucks?“) gehören dort zum Alltag. In Europa und den USA leider überhaupt noch nicht.

Gerade für einen Touri wie mich ist dies sehr hinderlich – liebend gerne würde ich mein iPhone hervornehmen und Adress-Anfragen stellen. Da dies leider (noch) nicht geht, habe ich mich mir seit meiner Ankunft hier in Kalifornien eine ganz bestimmte Strategie zurechtgelegt: Besuch des örtlichen Apple Stores (in der Regel an den bestbesuchten Strassen im Stadtzentrum gelegen), Kapern eines Vorführ-Modells, anwerfen von Safari und danach schnurstracks zu Google Maps. Ziel lokalisieren, den Weg dahin studieren und nötigenfalls die Adresse per SMS an das Mobiltelefon schicken (geht meines Wissens nur mit einer Ami-Nummer – die habe ich ja glücklicherweise).

Unterwegs hilft dann der Reiseführer mit seinem ausführlichen Strassenplan. Schöne, neue Welt!

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Montag, 22. Januar 2007

Kalifornien 2007: Auf den Strassen von LA

Gegen Ende des vierten Tages hier einige Erkenntnisse über den Privatverkehr in Los Angeles:

  • Google Maps für die vorgängige Planung eines Trips, der Thomas Guide als Nachschlagewerk für unterwegs sind zwei unverzichtbare Dinge. Die „Stadt“ ist einfach zu gross, als dass man jeden Strassennamen kennen könnte und intuitiv die richtigen Verbindungen zu einem Ziel fände.
  • Neben der ein- bis dreistelligen Strassennummer merkt man sich zudem auch deren Himmelsrichtung. Beispiel: 405N (= North). Wer Los Angeles besucht, muss auf dieser Strecke mindestens einmal im Stau gestanden haben – rein nur der Erfahrung wegen.
  • „Ped Xing“ steht manchmal in grossen, weissen Lettern auf dem Teerbelag. Nach einigem Überlegen war klar, was damit gemeint ist: „Pedestrians Crossing“. Autofahrer, öffnet eure Augen!
  • Auf den Freeways hält sich der Eingeborene grundsätzlich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen.
  • Es gibt kein Rechtsüberholverbot. Eine besondere Gattung des hiesigen Homo Automobiliensis hat es sich zur Spezialität gemacht, mit hoher Geschwindigkeit zwischen Lücken in allen Spuren hindurchzuschlüpfen. Sieht nicht nur gefährlich aus, ist es auch.
  • Die nur mit viel Bremskraft zu meisternde Autobahnausfahrt in Kiesen (Motto: „Von Hundert auf Null“) ist im Vergleich zu hier angetroffenen Varianten geradezu heilig.
  • Bisher habe ich am Strassenrand nur Überreste aus Auffahrunfällen gesehen – eingedrückte Motorhauben zeugen davon, dass man es mit dem Abstand zwischen den Fahrzeugen nicht so genau hält. Übrigens: Der Seitenblick vor Spurwechseln schont Nerven, Selbstbehalte und rettet Menschenleben. Und zwar täglich.
  • Auch am Strassenrand liegen bleiben alte Karozzen. Lustigerweise erinnere ich mich jetzt gerade nur an einen weissen „Beemer“ älterer Bauart, der mit geöffneter Motorhaube und einem besorgt dreinblickenden Afroamerikaner (im Polo-Shirt) auf die Pannenhilfe wartete.
  • Parkieren ist in LA relativ simpel. Wer nicht gerade in Downtown unterwegs ist, findet in den Aussenquartieren genügend freie Parkplätze. Wichtig: Roter Randstein signalisiert ein Parkverbot (normalerweise in der Nähe von den Kreuzungen und von Hydranten). Schilder weisen zudem darauf hin, dass das Parkieren an gewissen Wochentagen und -stunden nicht erlaubt ist – dann wird nämlich die Strasse gesäubert und nachlässige Parkierer gebüsst.
  • Bei Rotlicht darf man rechts abbiegen – sofern kein Auto herannaht.
  • Kiis FM – zur musikalischen Unterhaltung während öden Fahrten.
  • ÖV ist praktisch inexistent. Dennoch habe ich es geschafft, von Santa Monica nach Venice zu fahren – im Bus. Dort sitzen normalerweise alte Leute (Pensionäre?) und andere Gestalten (tun einem nichts zuleibe). Übrigens: Wer schwarz fährt und erwischt wird, zahlt 250USD Strafe und muss vierzig Tage gemeinnützigen Dienst verrichten.

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Samstag, 20. Januar 2007

Kalifornien 2007: California Beemers

Da ich diese Wandbeschriftung zu spät erblickte, kam ich um eine zusätzliche Runde um den Block nicht herum (Merke: Los Angeles ist grid-mässig aufgebaut – alles rechteckige Parzellen, die von Strassen umrundet sind). Dank einer roten Ampel hatte ich glücklicherweise genügend Zeit, auf den Auslöser zu drücken.

Titel: „Ode an Randall“ (Vorgeschichte)

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Freitag, 19. Januar 2007

Kalifornien 2007: Meine Mobile-Nummer

Gleich am Flughafen habe ich mir eine Prepaid-SIM von T-Mobile (ja, die gibt’s hier erstaunlicherweise auch) gekauft. 90USD hat der Spass gekostet, 290 Minuten inklusive (der Haken dabei: Eingehende Anrufe werden davon auch abgezählt). Wie die SMS abgerechnet werden, ist mir nicht klar.

Wer mir dringend etwas mitteilen will, schreibe deshalb ein SMS auf 001 310 220 1321. E-Mail geht selbstverständlich auch, da ich hier bei Raffi am WLAN „schnorre“. Zeitdifferenz: -9h. Hier ist es 7 Uhr 51 morgens.

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Freitag, 19. Januar 2007

Kalifornien 2007: Die Ankunft in LA

Es ist vollbracht:

  • Auf dem Perron in Bern treffe ich zuerst einen pensionierten Dozenten von der Arbeit, mitsamt Frau – sie reisen heute/gestern nach Thailand ab. Ein paar Meter weiter stehte ds „Fäbi“, das sich für ein Bewerbungsgespräch in die nächstgelegen Grossstadt (dass ich über diese Bezeichnung hier mitten in Venice, Los Angeles nicht lache!) begibt. Ich und ein paar charmante Rekruten halten sie gekonnt vom auswendig-lernen des Profils der Kanzlei ab.
  • Der Standby-Sitz wird ohne Probleme in eine gültige Buchung umgewandelt.
  • Am Gate treffe ich – auch wieder vollkommener Zufall – auf einen Arbeitskollegen mit gleichem Namen. Er fliegt mit seiner Frau und dem gemeinsamen Bébé auch nach LA.
  • Der Zufall will es, dass wir dann auch noch in derselben Reihe sitzen!
  • Ohne dass ich es gewünscht habe, werde ich in Reihe 23 (vgl. SeatGuru) gesetzt und habe genügend Beinfreiheit sowie einen aufklappbaren TFT-Schirm.
  • Bei der Einreise werde ich mit Fragen gelöchert. Mann, 26 Jahre alt, alleine reisend ist wohl das Standard-Profil eines heutigen Terroristen … Geschaft habe ich es dann doch noch: Mein Gesicht und meine Fingerabdrücke beider Zeigfinger liegen jetzt in einer US-amerikanischen Datenbank herum.
  • 1kg Raclette-Käse und 1kg Cailler Rayon-Schoggi habe ich unbemerkt ins Land gebracht.
  • Trotz viel Gefluche in Newsgroups und Bewertungssites gibt es bei Alamo weder riesenlange Schlangen an den Schaltern, noch werde ich penetrant zu einem Upgrade meines Autos und dem Abschluss unzähliger Zusatzversicherungen bekehrt. Nach fünf Minuten erhalte ich den Voucher – und suche mir das Auto selbst aus. Da es „Economy“ nicht gibt, nehme ich einen „Compact“ – bezahle aber den selben Preis. Das Auto ist übrigens ein Saturn Ion.
  • Die von Google Maps auf 20 Minuten veranschlagte Fahrt vom Flughafen nach Venice zu Raffi dauert ca. 1.30h – einerseits auf Grund unzähliger Fahrfehler meinerseits (Liebe Angelos, wie wäre es mal mit anständiger Beschilderung?!), andererseits wegen Staus auf der 405N (ob dieser alltägliche Wahnsinn meinen Auto-Freak-Kollegen auch so doll gefallen würde, ist fraglich). Schlussendlich ist Raffi vor mir zu Hause.
  • Das erste Sushi ist von mir termingerecht am ersten Abend im Firehouse verdrückt worden. Beim Essen lerne ich Raffis Kollegen und WG-Mitbewohner kennen, der u.a. am Microsoft Internet Explorer 3.0 mitprogrammiert hat.

Jetzt gehe ich mal das Kissen horchen und hoffe, dass ich das Jetlag korrekt auskuriert habe *grins* Bis später!

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Mittwoch, 17. Januar 2007

Grossstadtkreuzung

Irgendwie befürchte ich, dass es ein Fehler meiner Eltern war, mich in einem Provinznest wie Bern aufwachsen und autofahren lernen zu lassen. Himmel, wie werde ich diese Abzweigung nur überleben? 6 Spuren, die mir von links entgegen kommen *bibber*

(Für interessierte, die den Weg selbst mit Google Earth „abfliegen“ wollen: Route vom Flughafen zu meinem Host-„Daddy“)

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Mittwoch, 17. Januar 2007

Wo ich morgen meinen Mietwagen abholen werde …

Alamo, 9020 Aviation Blvd
Inglewood, CA 90301

„Ich hätte gerne den Roten da drüben, in der zweithintersten Reihe, ca. Nummer 133 von oben“.

Immerhin das Modell ist bereits bekannt: Geo Metro – Kategorie F, die kleinste verfügbare Version eines Mietautos.

Ob die Vermieter Freude hätten, wenn ich explizit ein (zuverlässigeres) japanisches Fahrzeug wünschen würde? Ich probiere es lieber nicht aus.

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Dienstag, 16. Januar 2007

Gotcha Objection

In meinem Job kommt es zuweilen vor, Neuerungen einzuführen. Erfahrungsgemäss stossen Vorhaben bei skeptischen Naturen auf Bedenken – und es müssen nicht einmal zwingend konservative Charaktere sein, die den „Fortschritt“ (ein heikler Begriff, ich weiss!) verzögern oder gar verhindern möchten.

Per Zufall lese ich via Reddit nun, dass sich auch bereits andere Personen Gedanken darüber gemacht haben:

What these objections all have in common is what I call the “gotcha!” fallacy. The underlying assumption is that if your idea does not work 100% of the time, on 100% of the cases, it is no damn good. And thus I call an objection based on the gotcha fallacy a Gotcha Objection. A gotcha objection is a proposition that your idea is false based on a premise that is true infrequently or only true for some small number of cases.

P is for Pharmaceutical

Think about therapies in medicine. None of them are deterministic! Every pill, every technique, every therapy is described in probabilistic terms: When compared to the control group who drank a glass of red wine daily but did little exercise, 36.7% of those who combined daily exercise with a glass of red wine had an average improvement of 22.1% in their combined evaluation scores for cardiovascular health.

Try this the next time you’re at the doctor’s office: point out to your physician that you have heard that some people who exercise drop dead right after their daily run. Use this as an excuse not to exercise.

Quelle: What I’ve Learned from Sales, Part II: Wanna Bet?

Auf Deutsch übersetzt: Es geht nicht darum, eine Neuerung einzuführen, die permanent funktionieren muss. Es geht darum, eine Neuerung einzuführen, wenn sie zuverlässiger funktioniert als der bestehende, abzulösende Prozess!

Dies hat zur Folge, dass a) Vertreter bei Verkaufsgesprächen nicht hochstapeln und b) Käufer Neuerungen nicht torpedieren sollten, nur weil kein 100-prozentiger Erfolg erreicht werden kann. Es sind nicht die absoluten Werte zentral, sondern die relativen.

Übrigens: Dieses Prinzip kann ohne weiteres auf die Politik übertragen werden – bei a) wären dies unsere Frauen und Herren Parlamentarier, bei b) Oppositionsparteien und Stimmende/Wähler.

Labels: Arbeit

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