Archiv 1. November 2016

Dienstag, 1. November 2016

upc cablecom Performance an der Melchtalstrasse im Breitenrain

Eine Bekannte von mir hat sich vor einigen Wochen darüber beschwert, dass die Performance ihrer Internetverbindung von upc cablecom (Quadruple Play Kabel-Anbieter hier in der Schweiz) in ihrer Wohnung an der Melchtalstrasse im bernischen Breitenrain gelegentlich zu wünschen übrig lässt.

Sie war sich sicher, dass die in ihrem aktuellen Internet-Abo als Best Effort versprochene 200 MBit/s Downloadgeschwindigkeit und 20 MBit/s Uploadgeschwindigkeit während den angesprochenen Phasen nie und nimmer erreicht werden.

Ich habe ihr deshalb Anfangs Oktober 2016 einen Linux-Laptop (Lenovo X200s mit Gigabit-Ethernet, welcher mit Cat 5e-Kabel direkt am Router TP-LINK WNDR3600 hängt) ins Netzwerk gehängt, welcher jede Stunde einen Ookla Speedtest mit dem Fiber7-Server durchführt und mir die Werte zurückmeldet.

Nach drei Wochen Monitoring verfestigt sich das Bild, dass mit der Internet-Anbindung tatsächlich etwas faul ist. An praktisch jedem Tag zeigt sich im RRDtool-Graph dasselbe Bild: Ab ca. 18 Uhr bricht die Downloadgeschwindigkeit von annähernd 200 MBit/s zunehmend ein, erreicht mit ca. 40 MBit/s den Tiefpunkt und erholt sich ab 22 Uhr langsam wieder:

upc-cablecom-melchtalstrasse-bern-tag

upc-cablecom-melchtalstrasse-bern-woche

Meine Vermutung: Im Breitenrain könnte die Studentendichte sowie die Dichte der Yuppies sehr hoch sein. Diese schauen nach Feierabend nicht TV, sondern werfen sich Netflix & Konsorten (vielleicht sogar Bittorrent?) an und streamen sich die TV-Sendungen und Filme ihrer Wahl. Was dafür spricht: Am letzten Wochenende war der Einbruch noch dramatischer als unter der Woche. Der Graph zeigt, dass ausserhalb der Stosszeiten die versprochenen Bandbreiten erreicht werden.

Und nein, meine Bekannte sabotiert sich nicht selber: Sie hat unregelmässige Arbeitszeiten (Früh- und Spätschicht, manchmal auch an Wochenenden), weshalb sie in vielen Fällen von den Geschwindigkeitseinbrüchen gar nichts mitbekommt.

Und was tut der ISP, der hoffentlich über ein viel, viel ausgeklügelteres Monitoring verfügt als ich? Nichts. Wie für unsere Halunken-ISPs hier in der Schweiz so üblich versteckt man sich hinter der Vertragsklausel Best Effort, überbucht das Netz gnadenlos und lenkt den Umsatz nicht in den Ausbau des Netzes, sondern lässt diesen in die Taschen der grosskapitalistischen Shareholder in Übersee fliessen. Und natürlich hofft man darauf, dass der dumme Benutzer nicht auf die Idee kommt, regelmässig Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen.

upc cablecom, bitte aufwachen! Im Breitsch braucht es eine grössere Leitung, aber bitte zack zack!

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Labels: Schweiz

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