Sonntag, 20. November 2016

Der beste Indikator, dass US-Asiaten tatsächlich die vielgepriesene Model Minority sind?

Eine Kollegin von Stephanie und mir hat heute auf Facebook den Artikel The real secret to Asian American success was not education gepostet.

Die Hypothese des Artikels ist es, dass die asiatischen Einwanderer in die USA nicht das höchste Einkommen aller US-Bevölkerungsgruppen verzeichnen, weil „sie“ strebsam und arbeitswillig sind sowie ihren Nachwuchs mit allen Mittel auf beste Schulnoten trimmen. Sondern weil seit den 1960er der Rassismus gegen diese Bevölkerungsgruppe markant zurückgegangen ist und die Gruppe im Berufsleben wie auch im gesellschaftlichen Leben zunehmend akzeptiert sei.

Man kann diese Model Minority noch so sehr über den Klee loben und herleiten, wieso gerade „die“ Asiaten geschafft haben, was bisher anderen Minderheiten (allen voran Afro-Amerikanern, aber auch Latinos) verwehrt geblieben ist — ich behaupte: Solange wir nicht mindestens ein halbes Dutzend asiatische Gesichter auf Apples Leadership Web-Seite sehen, haben es „die“ Asiaten (als gäbe es „die“ Europäer …) noch nicht geschafft, mit dem weissen Mann auf einer Stufe zu stehen:

Apple Executive Profiles

Dies ist aus meiner Sicht der beste, wenn auch völlig unwissenschaftliche Indikator, um die Gültigkeit des Model Minority-Status zu verifizieren.

Nachtrag

Wer aber wirklich Grips hat, wird insbesondere die Verallgemeinerung der „Asiaten“ in Frage stellen. Es macht auch keinen Sinn, einwandernde „Europäer“ alle in einen Topf zu werfen. Innerhalb der asiatischen Minderheit gibt es nämlich markante Unterschiede:

So, while Chinese-Americans and Indian-Americans are among the most prosperous groups in the country, Korean-Americans, Vietnamese-Americans, and Filipino-Americans have lower median personal earnings than the general population.

Quelle: THE TWO ASIAN AMERICAS

Nachtrag 2

Die Harvard Business Review gibt in einem Artikel mögliche Erklärungsansätze ab, wieso ein solcher „bamboo ceiling“ existiert:

As Wesley Yang wrote in New York magazine, Western society teaches that “the squeaky wheel gets the grease,” while Eastern society teaches that “the nail that sticks out gets hammered down.” […]

So Asians face a double bind as well: If they act more dominant, they will be less liked, but if they do not project dominance, they will not be seen as leaders.

Quelle: Why Aren’t There More Asian Americans in Leadership Positions?

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Labels: Apple, USA

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