Archiv ‘USA’

Sonntag, 15. Oktober 2017

Falls Trump wirklich eingedämmt werden muss, dann wohl sicher nicht so

Äusserst gefährliche Tendenzen in Washington DC, meiner Meinung nach:

the national security services are apparently coping with Donald Trump in ways that circumvent the president’s constitutional role as commander in chief. […] The military and intelligence agencies are learning new habits of disregard for presidential statements and even orders that those agencies deem ignorant or reckless. By and large, those agencies’ judgments are vastly to be preferred to the president’s—but that does not make these habits any less dangerous. […] To what extent does the president remain in the military chain of command? It seems incredible that the military would outright defy a presidential order. But not hearing it? Not understanding it? Not acting on it promptly? Holding back information that might provoke an unwanted presidential reaction? […] it reveals the preferred method of managing a distrusted president: Deny him information that could have unwanted effects.

Quelle: The Problem With ‚Containing‘ Donald Trump

Wenn die Beamten wirklich der Meinung sind, dass der Typ nicht (mehr) alle Tassen im Schrank hat, verweigert oder verschlampt man nicht dessen Anweisungen und hält ihm Informationen vor, sondern enthebt ihn gemäss den existierenden Gesetzen, Regeln und Verfahren seines Amtes: Stichwort 25th Amendment.

Ansonsten ist das nur ein weiteres Indiz, dass der Deep State existiert und sowieso macht, was ihm gefällt (und dient).

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Freitag, 13. Oktober 2017

The Man in the High Castle war keine reine Fiktion

Die us-amerikanische Zeitschrift The Atlantic hat vor drei Tagen ein Video veröffentlicht, das einen Aufmarsch von amerikanischen Nazis im Februar 1939 am Madison Square Garden in New York zeigt:

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Wer bisher meinte, dass die Amazon-Serie The Man in the High Castle (basierend auf Philip K. Dicks Roman) einem reinen Hirngespinst entstammt, wird mit diesem Originalfilmmaterial eines Besseren belehrt: Offenbar gab es lange vor der von Dick ausgedachten deutschen Invasion Nordamerikas Strömungen im Land, die dem Nationalsozialismus viel abgewinnen konnten.

Als ich das Video geschaut habe, standen mir die Haare zu Berge: „Das kann doch nicht real sein?!“ Da war alles präsent, was wir vom Filmmaterial aus Nazi-Deutschland kannten: Leute in Scharen, die Standarten und Flaggen, das Hakenkreuz, die Fahnenträger, die Uniformen, die Armbinden, der Hitlergruss, (kurios: anstelle von Hitler prangte ein überlebensgrosser George Washington hinter dem Redner), der Saalschutz, die Hitlerjugend.

Und das Beste: Ein Göring in Uniform als Redner, mit hörbarem deutschen Akzent, der Amerika über Alles preist. Was uns vielleicht auch einen Hinweis gibt, wer die feurigsten Anhänger der „Glaubensbrüder“ in Übersee waren: Deutsche Immigranten. Aber ich kann mich täuschen.

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Freitag, 7. April 2017

Wie Kalifornien zukünftig den Unterhalt seiner Strassen finanziert

Der Unterhalt der Strassen und Autobahnen im US-Bundesstaat Kalifornien wird über die nächsten 10 Jahre mindestens 50 Milliarden US-Dollar kosten.

Um diesen Betrag stemmen zu können, werden neue Steuern eingeführt und bestehende Steuern erhöht, wie das Parlament gestern in Sacramento beschlossen hat.

Zum Beispiel wird die bestehende Treibstoffsteuer angehoben — eine Steuer, wie wir sie auch hierzulande kennen. Die Abgaben steigen um 12 (Benzin) respektive um 20 US-Cents (Diesel).

Aber Achtung: Das versteht sich nicht pro Liter, sondern pro Gallone (3.785 Liter).

Und über eine zusätzliche Autosteuer, die zur bestehenden jährlich eingeforderten „Vehicle Registration Fee“ erhoben wird: Basierend auf dem Wert des Fahrzeugs wird eine (progressiv ansteigende) Gebühr zwischen $25 und $175 eingezogen (der Sozialdemokrat in mir jubiliert).

Erst 2020 kommt dann eine „Tesla-Steuer“ von $100 pro Jahr. Da diese Autos ja keine fossilen Treibstoffe schlucken, sind die Fahrzeughalter von der Benzinabgabe nicht betroffen. Da sie die Strasseninfrastruktur dennoch benützen, sollen sich die Emissionslosen auf diesem Weg auch an den anfallenden Unterhaltskosten beteiligen.

Die Erhöhung der Benzinabgaben wird zu einem grossen Geschenk des Staats Kalifornien an Elon Musk und sein Unternehmen — Elektrofahrzeuge werden so noch interessanter für die Leute dort (wenn sie sich denn solche Autos leisten können). Gedämpft wird die Freude durch die Abgabe von $100 für reine Elektrofahrzeuge sowie die Steuer auf den Wert des Fahrzeugs — denn das Statussymbol Tesla kommt mit einem entsprechenden Preisschild.

Schlussendlich hat der Gesetzgeber sichergestellt, dass das eingesammelte Geld nicht zweckentfremdet werden darf — bspw. um die (ungedeckten) Pensionskassen der Beamten zu sanieren.

Fazit: Ein schöner Mix aus verbrauchsabhängigen Abgaben (wer mehr fährt und die Infrastruktur mehr beansprucht, bezahlt mehr) und sozialer Abfederung (wer teure Autos fährt kann auch mehr einzahlen).

Der im Bundesstaat leider viel zu stark vernachlässigte öffentliche Verkehr profitiert nur zu weniger als 20 Prozent vom Geldsegen. Dabei würde sich Kalifornien mit seinen Metropolen optimal für die Erschliessung mit einem Schnellzugsystem eignen.

The deal would raise the following revenues:

  • a 12-cent gasoline excise tax increase, effective November 2017
  • a 20-cent diesel excise tax increase, effective November 2017
  • a four percent diesel sales tax increase, effective November 2017
  • a „transportation improvement fee,“ similar to the vehicle registration fee that owners already pay the DMV each year, which will assessed at a progressive rate that ranges from $25 to $175 per year based on each vehicle’s value, effective January 2018
  • a $100/year zero emission vehicle fee, effective July 2020

And here’s a breakdown of where the revenues would go. All dollar totals listed below are annual averages across the first 10 years of the deal, although the available funds will be smallest in the first year (fiscal year 2018-19) and grow each year over time.

  • $1.5 billion for local road repairs
  • $1.5 billion in state highway repairs
  • $750 million for local public transit projects
  • $400 million in bridge and culvert repairs
  • $300 million to improve trade corridors
  • $250 million to reduce congestion on major commute corridors
  • $200 million in matching funds for „self-help“ communities that have raised their own revenues for local transportation projects, such as through a city or county sales tax increase
  • $100 million for infrastructure improvements that promote walking and bicycling

The deal also includes a constitutional amendment that the Legislature would place on the June 2018 ballot. It would prohibit spending the new revenues on anything but transportation.

Quelle: Live Blog: Calif. Legislature Passes Transportation Funding Bill

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Sonntag, 20. November 2016

Der beste Indikator, dass US-Asiaten tatsächlich die vielgepriesene Model Minority sind?

Eine Kollegin von Stephanie und mir hat heute auf Facebook den Artikel The real secret to Asian American success was not education gepostet.

Die Hypothese des Artikels ist es, dass die asiatischen Einwanderer in die USA nicht das höchste Einkommen aller US-Bevölkerungsgruppen verzeichnen, weil „sie“ strebsam und arbeitswillig sind sowie ihren Nachwuchs mit allen Mittel auf beste Schulnoten trimmen. Sondern weil seit den 1960er der Rassismus gegen diese Bevölkerungsgruppe markant zurückgegangen ist und die Gruppe im Berufsleben wie auch im gesellschaftlichen Leben zunehmend akzeptiert sei.

Man kann diese Model Minority noch so sehr über den Klee loben und herleiten, wieso gerade „die“ Asiaten geschafft haben, was bisher anderen Minderheiten (allen voran Afro-Amerikanern, aber auch Latinos) verwehrt geblieben ist — ich behaupte: Solange wir nicht mindestens ein halbes Dutzend asiatische Gesichter auf Apples Leadership Web-Seite sehen, haben es „die“ Asiaten (als gäbe es „die“ Europäer …) noch nicht geschafft, mit dem weissen Mann auf einer Stufe zu stehen:

Apple Executive Profiles

Dies ist aus meiner Sicht der beste, wenn auch völlig unwissenschaftliche Indikator, um die Gültigkeit des Model Minority-Status zu verifizieren.

Nachtrag

Wer aber wirklich Grips hat, wird insbesondere die Verallgemeinerung der „Asiaten“ in Frage stellen. Es macht auch keinen Sinn, einwandernde „Europäer“ alle in einen Topf zu werfen. Innerhalb der asiatischen Minderheit gibt es nämlich markante Unterschiede:

So, while Chinese-Americans and Indian-Americans are among the most prosperous groups in the country, Korean-Americans, Vietnamese-Americans, and Filipino-Americans have lower median personal earnings than the general population.

Quelle: THE TWO ASIAN AMERICAS

Nachtrag 2

Die Harvard Business Review gibt in einem Artikel mögliche Erklärungsansätze ab, wieso ein solcher „bamboo ceiling“ existiert:

As Wesley Yang wrote in New York magazine, Western society teaches that “the squeaky wheel gets the grease,” while Eastern society teaches that “the nail that sticks out gets hammered down.” […]

So Asians face a double bind as well: If they act more dominant, they will be less liked, but if they do not project dominance, they will not be seen as leaders.

Quelle: Why Aren’t There More Asian Americans in Leadership Positions?

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Mittwoch, 16. November 2016

Wenn sogar James Kunstler daneben liegt …

Knapp daneben ist auch vorbei … Ich mag den Contrarian und Prepper Kunstler sehr, doch das will nicht heissen, dass auch der Mann regelmässig warme Luft aussondert. Hier wagte er im September 2015 einen Blick in die Glaskugel:

I would not even bet against the possibility of the 2016 selection being canceled in some manner.

Quelle: The Parties Crawl Off to Die

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Montag, 22. Februar 2016

China: Zu viele Dollars in den Büchern, zu wenig Ausgabemöglichkeiten

Instead of buying U.S. Treasury securities, China would prefer to buy American companies, just like U.S. investors are buying Chinese industry. But America’s government won’t permit China even to buy gas station companies.

Quelle: The Federal Reserve and the Global Fracture

14 Prozent Rendite — nähme ich auch gerne:

Part of the flood of dollar credit is used to buy shares of foreign companies yielding 15 to 20 percent, and foreign bonds. These dollars are turned over to foreign central banks for domestic currency. But central banks are only able to use these dollars to buy U.S. Treasury securities, yielding about 1 percent.

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Montag, 22. Februar 2016

Schwangerschaften von Mitarbeiterinnen vorhersagen: In den USA Wirklichkeit

To determine which employees might soon get pregnant, Castlight recently launched a new product that scans insurance claims to find women who have stopped filling birth-control prescriptions, as well as women who have made fertility-related searches on Castlight’s health app.

Quelle: Bosses Tap Outside Firms to Predict Which Workers Might Get Sick

Schöne neue Welt. Würde man diesen Ansatz perfektionieren, würde man die App direkt mit SAP HR koppeln und noch am selben Tag die Kündigung aussprechen. Dem Shareholder würde es gefallen.

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Sonntag, 9. August 2015

Panem et circenses

Derzeit nimmt der Präsidentschaftswahlkampf in den USA wie alle vier Jahre wieder an Fahrt auf. Die Republikaner schicken ihre besten Rösser in den Wahlkampf, unter anderem den umtriebigen Donald Trump, dessen Ego ungefähr so gross ist wie sein Milliardenvermögen (er ist Nummer 133 in der Rangliste der reichsten Amerikaner):

Im Nachgang zur ersten Fernseh-Debate gingen während eines Telefoninterviews die Pferde mit Trump nun aber vollständig durch:

Dem Beobachter in Europe kommt diesbezüglich vor allem ein Begriff in den Sinn, welcher im alten Rom seinen Ursprung hat: Brot und Spiele.

Juvenal kritisierte in seiner Satire, dass das römische Volk in der Zeit des Prinzipats, entmachtet von den Kaisern Augustus, unter dem die Wahlen der Magistrate zur bloßen Formalität verkamen, und Tiberius, der sie völlig dem Volk entzog und dem Senat übertrug, sich nicht mehr für Politik interessiert und nur noch diese beiden Dinge gewünscht habe: Brot und Spiele.

Quelle: Wikipedia: Panem et circenses

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Montag, 12. Januar 2015

Für den Mindestlohn

Das Schweizer Stimmvolk hat sich 2014 klar gegen einen Mindestlohn geäussert. In den USA ist das Thema aber mehr denn je präsent – dem Autor des verlinkten Artikels kann ich auf Grund der doch etwas prekäreren Umständen in den USA zu folgender Aussage beipflichten:

Today’s corporations don’t have to cut back jobs when wages rise. They have to cut back profits, which are at an all-time high.

Quelle: The Minimum Wage Shows Why (and How) We Should Vote Today

Aber wahrscheinlich widerspricht das der gängigen Kapitalismuslehre sowie dem Mantra „Greed is good“.

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Samstag, 3. Januar 2015

Markus Somm und die kalifornische Initiative gegen japanische Einwanderer

Auf Flugreisen erhalte ich immer viel, viel Zeit, um auf Instapaper hinterlegte Artikel zu lesen. Während dem Rückflug aus den Weihnachtsferien hatte ich so Gelegenheit, mir das Geschreibsel des nationalkonservativen Markus Somm mit dem Titel Die Schweiz im Ausnahmezustand zu Gemüte zu führen.

Dabei fiel mir unter anderem folgende Aussage auf:

Als Kalifornien nach schweizerischem Vorbild vor dem Ersten Weltkrieg die direkte Demokratie ­einführte, richtete sich eine der frühen Volks­initiativen gegen chinesische und japanische Immigranten. Man nahm die Initiative an.

Spannend! Da ich seit einigen Jahren über Stephanie einen persönlichen Bezug zu Kalifornien, asiatischen Einwanderern und ABCs habe, nahm mich diese Episode besonders wunder.

Obwohl Somm äusserst unscharf schreibt und so nicht wirklich nachvollziehbar ist, auf welche Initiative er genau verweist, gehe ich nach einigen Recherchen davon aus, dass er sich auf das California Alien Land Law of 1913 bezieht:

The California Alien Land Law of 1913 (also known as the Webb-Haney Act) prohibited „aliens ineligible for citizenship“ from owning agricultural land or possessing long-term leases over it, but permitted leases lasting up to three years. It affected the Chinese, Indian, Japanese, and Korean immigrant farmers in California. Implicitly, the law was primarily directed at the Japanese. […] The law was meant to discourage immigration, primarily of Japanese immigrants, and to create an inhospitable climate for immigrants already living in California.

Quelle: California Alien Land Law of 1913

1920 wurde das Gesetz auf Grund des Resultats einer Volksinitative verschärft, weil es die japanische Einwanderung nicht stoppen konnte:

The 1920 Alien Land Law was passed in reaction to the intensification of anti-Japanese sentiment, and to the fact that the 1913 Alien Land Law was doing little to stem Japanese immigration to California.

Quelle: California Alien Land Law of 1913

Ich bin kein Verfassungsrechtler, aber ich glaube dass die Lex Koller das schweizerische Pendant zu diesem Gesetz ist — es aber nicht auf eine bestimmte Ausländergruppe abzielt. Der Gesetzgeber in Kalifornien hingegen formulierte den Gesetzestext aber so aus, dass europäische Einwanderer nicht von ihm betroffen waren:

The laws are widely held to have been discriminatory measures specifically targeting the Japanese, spurred by fears about the increasing number of Japanese immigrants settling in California. The choice to apply the laws only to those aliens ineligible for citizenship rather than to all aliens meant that European aliens would not be affected. Because of this, the bill was decidedly directed at Asians and specifically at the Japanese, who had become a strong presence in the agricultural labor market as well as in the control of farms. The Alien Land Laws were part of a larger trend of attempted discrimination against the Japanese through policy in California during the early 20th century.

Quelle: California Alien Land Law of 1913

Ein wichtiges Faktum, welches uns Somm — in typisch nationalkonservativem Thesenjournalismus — verschweigt:

The Alien Land Laws were invalidated in 1952 by the Supreme Court of California as a violation of the equal protection clause of the 14th Amendment to the United States Constitution […]

Quelle: California Alien Land Law of 1913

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