Sonntag, 17. Oktober 2021

Gieri Cavelty bringt uns auf Linie

Selten so einen Käse gelesen!

Gerade in Abstimmungskämpfen spielen Verzerrungen und Desinformation stets eine Rolle. Heute spitzt sich das Phänomen allerdings dramatisch zu. Wegen Corona, wegen Social Media und weil das rechte Establishment Kapital aus der Situation schlagen möchte.

Corona war nie das Problem, sondern die Reaktion des medial-politischen-pharmazeutischen Komplexes darauf.

Das linke Establishement sowie auch der medial-politische-pharmazeutische Komplex möchten selbstverständlich kein Kapital aus der Situation schlagen. Träumen wir weiter.

Im schlimmsten Fall driftet die Schweiz dorthin ab, wo die USA während der Präsidentschaft von Donald Trump gelandet sind.

Aha. Wäre es möglich gewesen, diese Befürchtung detaillierter zu erläutern und vor allem noch irgendwie zu belegen? Oder gibt es analog zur Nazi-Keule nun auch die Trump-Keule, die jegliche Diskussionen abrupt stoppt?

Auf diesem Boden der Verunsicherung gedeihen jene sogenannten alternativen Fakten, die unter anderem via Telegram, Twitter oder Youtube unter die Leute gebracht werden und viele Gemüter in Dauererregung versetzen.

Was will Cavelty uns damit sagen? Schaltet Telegram, Twitter und YouTube ab? Macht jeden Schweizer zum Zwangsabonnenten des Sonntagsblick, damit dieser das Wort Gottes in alle Haushalte spülen kann?

Auf dem gleichen Boden wächst eine heftige Abneigung gegen den Journalismus und die Journalisten.

Mit Blick auf solche Editoriale nun wirklich kein Wunder. Ich frage mich: Wie viele Medienschaffende, insbesondere Bersets Prätorianergarde in der Redaktionsstube des Blicks, verdienen heutzutage die Berufsbezeichnung „Journalist“ effektiv noch?

Zugleich nutzt sie [die SVP] die Stimmung, um ein Anliegen voranzubringen, das seit langem auf ihrer Agenda steht: der Kampf gegen jene Medien, die nicht stramm auf ihrer Linie sind. Gemeinsam mit den Corona-Skeptikern hat sie das Referendum gegen das neue Medienförderungsgesetz ergriffen. […] Gewiss: SonntagsBlick und andere grosse Titel würden von der Medienförderung ebenfalls profitieren.

Es folgt eine herzerwärmende Abhandlung, wieso wir im Februar 2022 ein „Ja“ zum Medienförderungsgesetz in die Urnen legen sollen. Es geht um die Rettung des … bitte, was? … Wohlener Anzeigers. Ringier-Angestellte entdecken ihr Herz für Mini-Verlage! Dass die meisten Millionen aber nicht in der Redaktionsstube in Wohlen, sondern bei den Grossverlagen (und somit auch Ringier) landen werden, wird hier nicht erwähnt.

Würde es der Politik wirklich darum gehen, darbende Regional- und Lokalblätter vor dem Untergang zu bewahren, hätte man ein entsprechendes laserscharf fokussiertes Gesetz tüfteln können, ohne dass Txmedia, Ringier und CH Media einen einzigen Rappen Steuergelder gesehen hätten. Tat man aber nicht, und aus meiner Sicht war das weder ein Betriebsunfall, noch ein Versehen, sondern Absicht.

Und wenn Ringier den Untergang des Wohlener Anzeigers befürchtet, steht es dem Konzern frei, den Anzeiger mit einer bedingungslosen Spende über Wasser zu halten.

Gilbert Bühler, Direktor der «Freiburger Nachrichten», formuliert es so: «Wer, wenn nicht wir, berichtet kritisch über die Politik im Kanton und in den Gemeinden? Ohne unsere publizistische Leistung ist unsere Demokratie hochgradig gefährdet.»

Lächerlich. Unsere Demokratie ist hochgradig gefährdet — aber eben gerade weil die Medien seit Frühjahr 2020 tagtäglich versagen. Und dafür soll man sie jetzt auch noch belohnen?

Wenn unsere Demokratie wirklich in Gefahr ist, so droht diese Gefahr nicht von den Befürwortern des Covid-Gesetzes und einer intakten Medienlandschaft.

Ringier ans Volch: Die Demokratie muss mit zwei Ja gerettet werden — am 28. November 2021, und am 13. Februar 2022. Dies ist alternativlos.

War is Peace. Freedom is Slavery. Ignorance is strength.

Quelle: Wer unsere Demokratie wirklich gefährdet

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Labels: Medien, Schweiz

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