Archiv ‘Schweiz’

Dienstag, 10. Juli 2007

Verrückte Jahreszeiten

Während es hier in der Schweiz seit Wochen regnet, schneit es in Buenos Aires. Jawohl – Schnee. Argentinien liegt auf der südlichen Halbkugel, weshalb dort momentan der Winter herrscht. Dass es dabei aber gleich schneit, ist seit 1918 nicht mehr vorgekommen:

Thousands of Argentines cheered and threw snowballs in the streets of Buenos Aires on Monday as the capital’s first major snowfall since 1918 spread a thin white mantle across the region.

„Despite all my years, this is the first time I’ve ever seen in snow in Buenos Aires,“ said Juana Benitez, an 82-year-old who joined children celebrating in the streets.

The snow followed a bitter cold snap in late May that saw subfreezing temperatures, the coldest in 40 years in Buenos Aires.

Quelle:

Wenig erfreuliches aus der Schweiz

  • Kaum Mückenstiche Letzten Dienstag habe ich am Morgen zum ersten (und bisher letzten) Mal in diesem Jahr Mückenstiche gezählt. Meines Wissens bin ich um diese Zeit längst verstochen. Ursache für den Mückenmangel?
    1. Wegen der Kälte öffne ich das Fenster in der Nacht nicht
    2. Die Kälte bekommt den Viechern nicht gut
    3. In den letzten Wochen habe ich nicht bei meiner Freundin übernachtet, die in der Nähe des Aareufers lebt (die Mücken dort sind deutlich aggressiver und verursachen grössere Entzündungen)
  • Regen Jetzt könnte es dann wirklich mal aufhören … Ich kann mich nicht erinnern, dass unser Gärtnermeister den Garten in den letzten Wochen jemals künstlich bewässert hätte.
  • Kälte Die Shorts habe ich dieses Jahr kaum einmal angezogen. Mittlerweile liegen sie wieder im Schrank.
  • Kein Marzili Momentan wäre die Wiese voll mit Studenten und sonstigen Ferientechnikern – aber nicht in diesem Jahr
  • Kein Aarebad In diesem Jahr habe ich noch keinen „Aareschwumm“ genossen
  • Erdrutsche Beim Bahnhof Thörishaus Dorf ging gestern zum zweiten Mal innert kürzester Zeit eine Erdlawine auf das Perron nieder
  • Braune Sense Der Fluss lädt momentan nicht zu einem Bad ein

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Sonntag, 8. Juli 2007

Benutzt NZZ Online noch Apache Lenya?

Am Freitag ist die NZZ mit einem Re-Design online gegangen. Während sich die Schweizerische Blogosphäre dem Re-Design bereits in unzähligen Artikeln gewidmet hat, möchte ich eine (meines Wissens) noch nicht beantwortete Fragen in die Runde werfen:

Läuft NZZ weiterhin mit dem CMS Apache Lenya?

Ich glaube es ehrlich gesagt nicht, insbesondere wenn ich auf die neuen URLs blicke:

http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/fedi_1.525400.html

Eventuell wissen die ehemaligen Entwickler von Apache Lenya mehr?

Mein Eindruck

Ich möchte mich über das Redesign nicht gross auslassen. Nur dies sei gesagt: Ein Face-Lift war sicherlich nötig. Ob hingegen gerade derart viele Bildli nötig waren, ist fraglich. Mir hat das neue Layout auf jeden Fall viel zu wenig Active Whitespace.

„Wie denn sonst?“, ist man versucht zu fragen. Das Magazin ist aus meiner Sicht momentan die ansprechendste Web-Site eines schweizerischen Presseproduktes – auch wenn man die Web-Site einer Wochenzeitschrift nicht mit dem Portal einer Tageszeitung vergleichen sollte. Am Online-Auftritt des Tagi-Magi gefällt mir der minimalistische Stil ausserordentlich, der das Hauptgewicht auf das wirklich Wichtige, nämlich den Text, legt (die NZZ hätte diesbezüglich ja nun wirklich nichts zu befürchten). Ob hingegen die Wahl von Mediawiki als CMS wirklich so klug war, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten erweisen müssen.

Weiterführende Texte: Der Hintergrund des Magazin-Redesigns liest sich in den iA-Artikeln Web Design is 95% Typography (1) sowie Web Design is 95% Typography (2). Drüben bei Andy Rutledge gibt es zudem eine kürzlich publizierte Design-Analyse der Web-Sites von CNN und USA Today, die äusserst lehrreich ist und ebenfalls auf NZZ angewendet werden könnte.

Alter Wein …

Und ja – mittlerweile ist man sich auch nicht mehr zu Schade, den RSS-Link an prominenter Stelle auf die Homepage zu posten. Wie sagte die NZZ vor noch nicht allzulanger Zeit:

Wir verzichten bewusst auf einen RSS-Newsfeed.

Quelle: Wieso die NZZonline keinen RSS-Feed will …

Doch ich sollte nicht mehr auf diesem leidigen Faux-Pas der ältesten Schweizer Tageszeitung herumhacken – schliesslich hat sich bald darauf alles zum Besseren bewendet. Lieber einen Fehler nachträglich eingestehen – und danach ohne Blick zurück in die glorreiche (?) Zukunft des schweizerischen Online-Nachrichtenwesens.

Nachtrag

Danke, Marc Böhler von NZZ Online für die Beantwortung meiner Frage via untenstehendem Kommentar. NZZ Online benutzt ein skandinavisches Java-CMS namens Polopoly.

Der Hersteller erwähnt NZZ Online eigens in einer Success Story.

Die Lösung tönt auf jeden Fall äusserst interessant.

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Freitag, 6. Juli 2007

Andere Erklärung für Berns Misere

Von 1885 bis 1914 gab es so etwas wie ein Berner Wirtschaftswunder. In dieser Zeit holte Bern die industrielle Revolution nach. […] Träger des Wirtschaftswunders waren Angehörige der freisinnigen Grossfamilie, die bis etwa 1920 im Kanton Bern die Mehrheit inne hatten. […] das neue Proporzwahlrecht verhalf der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei BGB, der späteren SVP, um 1920 zur Mehrheit in den Kantonsbehörden. Die BGB förderte die traditionalen Wirtschaftssektoren: die Landwirtschaft und das Kleingewerbe.

Quelle: BernerZeitung, 25. Oktober 2003, Berns Leiden am Kanton

Wie Pfister im Interview aber klarstellt, wäre es töricht, der BGB ohne eingehende Untersuchung den „schwarzen Peter“ in die Schuhe zu schieben.

Die erwähnte Machtverschiebung muss aber im Hinterkopf behalten werden, wenn man Bern- (und damit verbunden Rot-Grün-)Bashing betreibt und die Misere in pseudo-wissenschaftlicher Manier Staatsangestellten in die Schuhe schieben will. Könnte es nicht sein, dass der Grundstein für den wirtschaftsschwachen Kanton nicht in der unmittelbaren Vergangenheit liegt, sondern bereits in der Zwischenkriegszeit gelegt wurde?

Für mich jedenfalls ist die Hypothese äusserst verfänglich – der Entscheid, Agrarkanton zu bleiben, kann seine Wirkung in voller Breite auch erst Jahrzehnte später entfalten. Ich kann aber nicht ausschliessen, dass hier der Parteibüchli-Bias unterbewusst wirkt. Dafür gibt es ja die glücklicherweise die Kommentarfunktion.

Sind wir gespannt, ob sich die Geschichtswissenschaft dieser Frage in den nächsten Jahren annehmen wird.

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Freitag, 6. Juli 2007

Die Schweiz im Spiegel

[…] because many of them have the idea that it can be done for $15 a day. Well, maybe it’s possible in some of the other European countries, but in Switzerland they’re not going to make it too far past breakfast.

There are a lot of surprising things to discover here in Switzerland, for a person who grew up in the States. For example, where are all the fat people? Where did all these smokers come from? And why do they tell you that you’re about to be shown a commercial on TV before they show it to you? Can’t Swiss people tell the difference between commercials and regular television programs on there own?

Oh, and if you ever find yourself eating at a Swiss McDonald’s and you want some ketchup to dip those greasy fries in – keep your wallet out, because that costs extra!

Quelle: Ouch. My wallet hurts.
Via: Blogger mit Beziehung zur Schweiz gesucht

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Mittwoch, 4. Juli 2007

AKWs: Vom Regen in die Traufe

Demonstrativ (und taktisch klug) hat die axpo gestern bekannt gegeben, ihre Pläne für den Bau eines Gaskraftwerks auf Eis zu legen und stattdessen voll auf die Atomkraft (neutraler: „Kernkraft“) zu setzen.

Aha. Ich verstehe zwar durchaus, dass CO2-produzierende Gaskraftwerke in Zeiten des Klimawandels äusserst fragwürdig sind – doch aus meiner Optik gäbe es ja noch den dritten Weg: Spart endlich mal Strom! (Diesbezüglich gilt: Sozial ist, wenn andere Strom sparen! *grins*) Dieser Vorschlag ruft in der Stromindustrie nur Kopfschütteln hervor und ich gebe sogar zu, dass es wohl unmöglich sein wird, soviel Strom einzusparen, dass ein ganzes AKW überflüssig werden würde. Zumindest versuchen könnte man es ja! Was könnte die Forschung mit dem Geld alles anstellen, dass wir in einen neuen Reaktor verbuttern?

Henusode. Also bauen wir ein neues Atomkraft (Gibt es Freiwillige? Irgendwelche Gemeinden und Regionen, anyone?) und überleben die Stromkrise um 2020 ohne dass wir uns gross einschränken müssten.

Doch ausgerechnet jetzt platzt der britische Guardian ins Geschehen und macht auf Spielverderber:

For nuclear power to make any significant contribution to a reduction in global carbon emissions in the next two generations, the paper says, the industry would have to construct nearly 3,000 new reactors – or about one a week for 60 years.

It argues that worldwide stocks of high-grade uranium are expected to have run dangerously low within 25 years and that a significant increase in nuclear power beyond then will require a new generation of „breeder“ reactor.

A scramble for uranium to feed the new generation of nuclear plants in China and Russia has led to a huge price increase: the commodity shot up 45% to $138 a pound in the past three months alone – as compared with $10.75 in early 2003, when atomic power was out of favour and nobody wanted to construct facilities.

Quelle: Nuclear expansion is a pipe dream, says report

Folgende Probleme sind imminent:

  • Uran wird auf Grund der hohen Nachfrage knapp – und demzufolge teurer. Es droht eine ähnliche Entwicklung wie bei Peak Oil.
  • Anstelle Uran kann man weitsichtig auf Plutonium-Reaktoren setzen. Hierzu werden „schnelle Brüter“ benötigt, wie der Superphénix in Frankreich. Solche Reaktoren gelten als unsicher und verursachen höhere Kosten als Standardreaktoren
  • Brüter produzieren Material, das sich vorzüglich für den Bau von Atombomben eignet. In der Schweiz sehe ich keine Probleme diesbezüglich – instabile und „blutrünstige“ Staaten werden sich aber die Hände reiben.
  • Die (finanziellen) Risiken eines GAUs übernimmt der Staat – nur durch Staatsgarantien können Firmen wie die axpo Reaktorprojekte überhaupt in Angriff nehmen.
  • Wenn viele Länder gleichzeitig neue Reaktoren bauen wollen, könnte es zu Engpässen vielfältiger Art kommen (das reime ich mir einfach mal so zusammen)

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Dienstag, 3. Juli 2007

Amtl. bestätigt: Berner sind langsam

Aus diesem Berg von Daten sind vergleichbare Faktoren entstanden – welche nun die Gemütlichkeit der Bernerinnen und Berner quantitativ belegen. Sie sprechen weniger Silben pro Sekunde und setzen dadurch auch weniger Wortakzente: Die Walliser reden die Bernerinnen mit 112 Akzenten in der Minute unter den Tisch; die Hauptstädterinnen kommen lediglich auf 94 Akzente.

Die Walliser schwatzen die Berner unter den Tisch

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Samstag, 30. Juni 2007

War FACTS zu links?

Das könnte man meinen, wenn man die letzte, „goldene“ FACTS durchliest (was – ausser dem Titelblatt – daran golden sein soll, entzieht sich hingegen meiner Kenntnis):

Jahrelang war es einfach, eine Zeitschrift zu machen: Man musste gegen das Establishement schreiben, tatsächlich oder vermeintliche Intrigen aufdecken und die linke Klassenkampf-Argumentation pflegen. Das Resultat war guter linker Journalismus. Unterdessen hat sich das Blatt gewendet. Bewahrende und blockierende linke Politik ist an vielen Missständen schuld – die Leserschaft weiss das. Viele Journalisten haben aber Hemmungen, gegen jene zu schreiben, die sie so lange verteidigt haben. Keiner diese Journalisten hat gegen die geplanten Gaskraftwerke von SP-Bundesrat Moritz Leuenberger geschrieben. Nur zögerlich werden Fehlanreize des Umverteilungsstaates thematisiert.

Damit haben die Redaktionen ihre Werthaltungen verloren. Was sie produzieren, wird in den Augen der Konsumentinnen und Konsumenten mehr und mehr wertlos, was dazu führt, dass sie das Produkt gratis haben wollen.

Ruedi Noser, Zürcher Nationalrat und Vizepräsident der FDP Schweiz.

Quelle: FACTS, 26/2007, 28. Juni 2007, „Blockierende Linke Politiker sind an vielen Missständen schuld“, S. 60.

„Blockierende Linke Politiker sind an vielen Missständen schuld“ – aus Sicht eines zürcherischen Liberalen wohl sogar am Niedergang von FACTS …

Starker Tobak, den Noser da liefert. Doch irgendwie geht es in diesem Elaborat mehr um Parteipolitik als um FACTS. Ein Schelm, wer im Wahlkampfjahr böses denkt! Dabei sollten Politiker der bedrohten Gattung FDP aufatmen: gfs prognostiziert „nur“ einen Verlust von 0.3% für die „Wir Hop-Sviz Liberalen“, würden heute Parlamentswahlen stattfinden.

Einige Passagen:

  • „guter linker Journalismus“ Nicht links-liberaler, „linker“? Ob sich ein Blatt heutzutage wirklich leisten könnte, auf solcher Linie zu politisieren journalisieren?
  • „die linke Klassenkampf-Argumentation pflegen“ Beweise, WatsonNoser! Mir wäre nicht bewusst geworden, dass FACTS noch im Zeitalter der Parteipresse steckt. Haben Sie vielleicht insgeheim zur WOZ gegriffen?
  • „Bewahrende und blockierende linke Politik ist an vielen Missständen schuld – die Leserschaft weiss das.“ Herr Noser scheint mit der SVP-Wahlkampf-Propaganda gleichgeschaltet worden zu sein. Wahrscheinlich leidet er an dem in Zürich wütenden Virus namens „Linken-Bashing“.
  • „Keiner diese Journalisten hat gegen die geplanten Gaskraftwerke von SP-Bundesrat Moritz Leuenberger geschrieben.“ Wahrlich, eindeutiges Indiz, dass FACTS von linken Parteigänger durchsetzt ist …
  • „Was sie produzieren, wird in den Augen der Konsumentinnen und Konsumenten mehr und mehr wertlos, was dazu führt, dass sie das Produkt gratis haben wollen“ Eine der köstlichsten Schlussfolgerungen, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Ein Blatt wie FACTS bringt man nurmehr gratis unter die Leute … So wird es sein! Komisch nur, dass die Weltwoche bisher weniger Leser aufwies als FACTS – der Markt spielte doch? Wem FACTS zu „links“ war, konnte problemlos zur Konkurrenz wechseln …

Nebenbei: Wenn von Linken und ihren Schergen wirklich eine derartige Gefahr ausgeht, sollte Herr Noser all die „Wir unechten Liberalen“ wie Frau Markwalder & Co. schleunigst aus „seiner“ Partei ausschliessen.

Ein Leser (wiederum Zürcher) doppelt nach:

Es wundert mich nicht, dass euer Blatt eingeht. Schade um die Leute, die Arbeitsplätze. Blocher ist Spitze. Ihr seid einfach viel zu links. Einen Georg Kreis oder einen Bodenmann muss man in die Wüste schicken. Und natürlich sind unsere linksgerichtete Richter auch ein Ärgernis. Der Presse würde es guttun, sich mal Richtung Mitte zu verschieben. Wenn man den Leuten zuhört, interessiert es die wenigsten, was unsere linken Journalisten schreiben.

Werner Bruderer, Kloten

Quelle: FACTS, 26/2007, 28. Juni 2007, „Reaktionen zum Ende“, S. 8.

Wirklich?

Für viele wäre es tatsächlich verlockend, den „linken Journalismus“ FACTScher Manier für den Niedergang des Blattes verantwortlich zu machen. Doch was sagen ideologisch weniger Verblendete und nicht im Wahlkampf stehende Exponenten?

Am Kurs der Zeitung – wenn die Befriedigung vieler Geschmäcker überhaupt ein Kurs ist – konnte und durfte nichts verschoben werden. Die kleinen subventionierten Titel in einem grossen Haus dürfen nichts tun, was dem Gesamtineresse des Verlags zuwiderläuft. Keine Anzeigeunkunden nachhaltig verprellen und auch nicht zu scharfen Kurssetzern in einem Verlag werden.

Anders bei Wochenzeitungen, die in ihren kleineren Häusern das Flaggschiff sind. Wenn ihr Erschienen – und das war oft der Fall in den letzten Jahren – in Gefahr stand, dann wurde ungeniert nach einem neuen, starken Tabak gesucht.

Hanspeter Lebrument, Verleger Südostschweiz Mediengruppe

Das tönt nicht gerade nach linkem Parteiblatt, das nicht anders konnte, als den Genossen gefallen zu wollen.

Auch Roger Blum sieht die Sache etwas nüchterner:

FACTS war als recherchierendes und Thema setzendes Medium keineswegs allein – auch einige Tages-und Sonntagszeitungen, auch einzelne Fernseh- und Radiosendungen, auch „Cash“ und „Weltwoche“ mischten auf ihre Art mit.

Mit drei SonntagsZeitungen und zwei Donnerstags-Magazinen war der Markt hart umkämpft – während in der Chefetage von Tamedia einzig die Kosten zählten. Die Tamedia lässt so aber willentlich ihr Flaggschiff sinken – war das intelligent?

Wie dem auch sei: Für Noser & Co. besteht zu befürchten, dass nun viele der „linken Journis“ zur SonntagsZeitung und zum Magazin überlaufen – dort weiterhin die „pöhsen, pöhsen Linken“ mit Samthandschuhen anfassen.

Fazit

Wer hat Recht? Der polternde Leserbriefschreiber aus Kloten und der freisinnige Nationalratskandidat? Oder der Professor für Medienwissenschaften und der ostschweizerischen Verleger?

„Niedergang“

Ist „Niedergang“ sowieso nicht fehl am Platz? Notabene: 440’000 Leser hat das Wochenmagazin bis zum Schluss gehabt – im Vergleich zum Vorjahr konstant; während die Weltwoche 378’000 Leser zählte, minus 5% (Die Leserzahlen der Printmedien sowie Grafik).

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Donnerstag, 28. Juni 2007

Die CO2-Abgabe lässt uns kalt

Aus diesem Grund wird ab Januar 2008 eine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe (Heizöl, Erdgas) von 12 Franken pro Tonne CO2-Emissionen erhoben.

Bei der Abgabe handle es sich nicht um eine Steuer, sondern um einen Anreizmechanismus, hält das Bundesamt für Umwelt (Bafu) fest. Die Abgabeerträge werden den Bürgerinnen und Bürgern über die Krankenkassen […] zurückverteilt. Die Einnahmen aus dem Jahr 2008 – schätzungsweise 220 Millionen Franken – werden 2010 rückverteilt.

Quelle: Kritik an Beschluss zu CO2-Abgabe

Der HEV-Präsident rechnet mit jährlichen Mehrausgaben pro Haushalt von rund 100 Franken.

Quelle: Kritik an Beschluss zu CO2-Abgabe

Das Hause Aeby – Erdölfrei, seit 1986*.

*) Selbstverständlich kommt auch unser bescheidenes Heim nicht ohne „billige“ Energie aus. In diesem Fall ist es Strom – aus AKWs und Stauseen. Nicht nur, dass wir damit von lästigen Umwelt-Abgaben verschont bleiben, nein, der Strompreis ist weder derart volatil1 wie Heizölpreise, noch fliesst unser Geld in den Nahen Osten.

Wir danken bereits jetzt allen Heizöl-Konsumenten für die jährliche Spende von 100 Stutz. Was sollen wir damit tun? Mit Easyjet an die französische Riviera? Oder machen wir doch besser eine Autotour auf den Gurnigel?

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Dienstag, 26. Juni 2007

Charakterisiere die Weltwoche


Grauer Brief
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by emeidi

Ignoranten – ohne Respekt gegenüber Lesern und Demokratie

Die Berner Zeitung und die Neue Luzerner Zeitung haben über die Mitgliederversammlung des AUNS kein Wort berichtet.

Gerade deshalb empfehlen wir Ihnen, die Weltwoche (siehe Beilage) zu abonnieren. Sie berichtet kritisch, ohne ideologische Verblendung und mit Fakten über die schweizerische Aussenpolitik. Mit der Bestellkarten in der Beilage können Sie exklusiv von einem Vorzugsabonnement profitieren.

Quelle: Grauer Brief, Nr. 117, Mai 2007, S. 3
Via: FACTS, 25/2007, 21. Juni 2007, „O-TON“, S. 23.

„Dir sit doch aues Grännis!“. Ausserdem scheint deren Shift-Taste (sorry, für AUNS-Mitglieder: die „Hochstelltaste“) desöfteren zu klemmen … Wer wird den gleich SCHREIEN?!

Schade, dass solche lustigen Dinge in Zukunft den Weg nicht mehr zu mir finden werden. Wegen des baldigen Abschieds von FACTS will mir Tamedia die Schweizer Familie schmackhaft machen. Was soll ich mit einem Friede, Freude, Eierkuchen-Heftli? Ich will Fakten! *zwinker*

Das kommt halt davon, wenn Tamedia die Existenz dieser grossen „Bewegung“ einfach so negiert. Hätte FACTS regelmässig über die AUNS berichtet, würde jetzt für ihr Magazin und nicht dasjenige der Konkurrenz geworben. Oder so.

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Montag, 25. Juni 2007

Neues Stilmittel im Wahlkampf


Die Wahrheit über die Reithalle
Originally uploaded by emeidi

Bald sind Wahlen – und jeder Kandidat, der etwas auf sich hält, präsentiert sich mit einem neuen Stilmittel im Web: Video-Clips. Insbesondere die SVP und ihre Schergen setzen voll auf dieses Mittel, um neue Wählerschichten (Generation YouTube?) zu gewinnen.

Einerseits gäbe es da einmal die nationale Wahlkampfplattform, wo Statistiken nach jeglichen Regeln der Kunst geschändet werden. Andererseits springen auch andere Exponenten auf den von der Mutterpartei aufgegebenen Kurs auf – so etwa Thomas Fuchs.

Da will ich nur hoffen, dass der Fuchs nicht ernst macht mit der Top-Level-Domain tv, die er für seine Web-Site gewählt hat. Das Wahlkampf-Getrommel mit düsteren Stimmen und der für diese Partei obligatorischen Angstmacherei, die der Tagi als dominantes Element des SVP-Wahlkampfs verortet, ist sowohl bei Maurer als auch bei Fuchs äusserst ausgeprägt. Würden wir uns ausschliesslich über solche Web-Sites informieren – man müsste meinen, die Welt stünde kurz vor dem Untergang.

Die erste Persiflage auf das „Sozialhilfe statt Arbeit“-Video (äh, nein, umgekehrt: „Arbeit statt Sozialhilfe“, natürlich), das wohl das Wählersegment Jugendliche ansprechen soll („Föht doch no grad afa Gränne, heiland nonemau!“ möchte man den finster und traurig dreinblickenden Jungschar zurufen), liess nicht lange auf sich warten:

Dank: LuLu

Übrigens: Markus Notter hat für die Regierungsratswahlen auch auf Videos gesetzt. Diese sind im Gegensatz zur SVP-Kost recht amüsant, wenn auch inhaltsleer.

Was lernen wir? Geschmäcker sind verschieden und ungleich über die Parteien verteilt.

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