Kann es etwas schöneres geben als der all-montägliche Zwischenstand des (us-amerikanischen) Untergangs?
The president-elect will quickly realize that the number one problem is not that Americans can’t afford health care — it’s that they can’t afford anything, because their income is evaporating in terms of both lost jobs and a dollar that is racing toward worthlessness.
Credit bureau analyses of consumer payment data show that financially squeezed borrowers have begun paying their credit card and car bills before their mortgages. That’s a striking reversal from the norm, one that reflects rising desperation. It suggests that some people essentially have given up trying to stay current with their mortgages and instead are focused on using credit cards to squeak by.
Hmmm, gibt es da nicht eine von kompetenten Managern geführte Schweizer Bank, die sich massiv in das us-amerikanische Hypotheken-Geschäft eingekauft hat?
Was?! Diese Bank schreibt rote Zahlen?! Wer hätte das gedacht …
“I think we need to tell the American consumer that [prices] are going up,” he said. “We’re seeing cost increases that we’ve never seen in our business.”
[…] US agriculture officials forecast that food inflation will rise this year at an annual rate of 3-4 per cent, warning that the risks were skewed to the upside. Last year, food inflation rose 4 per cent, the highest annual rate since 1990.
[…] He said that wheat prices had previously moved from $3 to $5 a bushel without significant pain for consumers. “But now the wheat price has jumped to nearly $20 a bushel. These large increases will show up [in consumer prices].”
Hoffen wir, dass 2008 ein ausserordentlich ertragreiches Jahr für die Landwirtschaft wird …
Nachtrag
[…] outsourcing your supply of food and water… depending on unfriendly or unreliable trading partners to keep sending fresh fruit and poultry… or thinking the global system of trade will forever expand and never again contract… these are all dangerous assumptions that could leave you with an empty national stomach at night.
Nachdem unsere Zufuhren bei Ausbruch des Krieges eine so jähe Unterbindung erlitten, wurde unserem Volke plötzlich klar, in was für ein unangenehmes Abhängigkeitsverhältnis unser Land im Laufe der Jahre sich gegenüber dem Ausland verwickelt hatte, eine Tatsache, auf deren Gefährlichkeit unsere Bauernführer vor dem Krieg immer wieder aufmerksam machten. Leider wurden diese wohlgemeinten Ratschläge in massgebenden Kreisen vielfach überhört. Die Entwicklung des schweizerischen Wirtschaftslebens vor dem Krieg brachte es mit sich, dass unsere Landwirtschaft immer mehr in den Hintergrund gedrängt wurde. Besonders günstig waren die wirtschaftlichen Verhältnisse für die Entstehung von Aktiengesellschaften. Dadurch wurden immer neue Unternehmungen ins Leben gerufen, pilzartig schossen immer mehr Fabriken aus dem Boden hervor. Unser Land stund im Zeichen eines grossartigen industriellen Aufschwunges. Es war deshalb gegeben, dass grosse Kreise unserer Bevölkerung davon überzeugt waren, dass die Industrie für unser Land das Alleinseligmachende bedeute. Denn die Industrie, so wurde argumentiert, schaffe Arbeitsgelegenheit in Hülle und Fülle, sie sei die eigentliche Verdienstquelle des Volkes, und die Mehrung der Industrie bedeute gleichzeitig eine Mehrung der Steuerkraft. Durch diese fortschreitende Industrialisierung wurden der Landwirtschaft immer mehr Leute entzogen und entfremdet.
[…] Bei Ausbruch des Weltkrieges haben die früheren Verhältnisse ganz plötzlich eine Verschiebung erfahren. Die Hauptsorge von Volk und Behörden hat sich naturgemäss auf die inländische Lebensmittelversorgung konzentriert, und dadurch ist die vorher vielfach so verachtete Landwirtschaft mit einem Schlag in den Vordergrund gerückt, und alle Hoffnungen und Erwartungen des Schweizervolkes haben sich an diesem „rettenden Fels im stürmenden Meer“ festgeklammert.
[…] Nach der Subprime-Krise sind die Häuserpreise eingebrochen und werden durch das Überangebot auf dem Markt noch weiter gedrückt. Bisher ist es nicht gelungen, den Preisverfall zu stoppen, geschweige denn den Markt zu stabilisieren. Immer mehr Kredite können nicht refinanziert werden. Von Seiten der Banken wächst daher der Druck auf die US-Regierung, in die Krise einzugreifen. Diese prüft derzeit die Möglichkeit, die kostspieligen Subprime-Kredite aufzukaufen und durch festverzinsliche Hypotheken des Staates zu ersetzen.
Hmmm, die letzten Jahre hat man uns stetig eingebläut, dass der allein selig machende Markt seine Probleme selber lösen würde …
Wieso sollte der Staat eine gesunde und dringend nötige Korrektur vorzeitig abfedern? Wieso sollten in einer freien Marktwirtschaft, der wir Westler uns so loben, nicht jeder Marktteilnehmer für die begangenen Fehler büssen?
Liebe Banken, mit jedem Marktteilnehmer meine ich selbstverständlich auch euch!
„Grosse Verluste, hauptsächlich im Finanzbereich, werden gleichzeitig mit grossen Kapitalerhöhungen bekannt gegeben – damit man weiter in das Geschäft investieren kann, in dem man gerade bewiesen hat, dass man es nicht versteht und nicht managen kann.“ –– Oswald Grübel
Wie bei den Sozialversicherungen: Milliardenlöcher, die mit immer neuen Finanzierungsquellen gefüllt werden wollen … Was lernen wir daraus? Wirtschaft und Staat sind ähnlicher, als man gemeinhin annimmt. Sind halt beide von Menschen gelenkt …
Die Liste der strauchelnden Banken wird immer grösser – der europäische Kontinent ist längst erreicht. Was mit Northern Rock in Grossbritannien begann, hat sich über Deutschland (IKB und neu BayernLB) in die Schweiz (UBS) nach Frankreich (Société Générale) fortgepflanzt (Liechtenstein ist anderweitig betroffen). Heute in den Medien:
Wunderbar. Ich kann mir keinen besseren Einsatzzweck für meine hart verdienten Steuergelder vorstellen als zur Rettung von Banken.
Immerhin beruhigt es, dass es in der Schweiz – abgesehen von der „bestgeführten Bank der Welt“ mit ein paar Milliärdchen – noch zu keinen Kollateralschäden gekommen ist.
British taxpayers are now the proud owners of a bank they’ve already loaned more than 55 billion pounds to. […]
Darling justified the move by adding that, “It is better for the Government to hold on to Northern Rock for a temporary period and as and when market conditions improve, the value of Northern Rock will grow and therefore the taxpayer will gain. The long-term ownership of this bank must lie in the private sector.”
Right. Who wants to own a bank that borrows money at long-term rates in order to lend it short-term to people who can’t repay it?
[…], the top four bond insurers have guaranteed about US$2.4 trillion in bonds. Somewhere between $800 billion and $1.1 trillion of those bonds were issued by state and local governments, the old conservative bonds least likely to default and cause a bond insurer to dip into its capital to pay up. […] The bond insurers have guaranteed about $1.3 trillion in “other” bonds. […] The top four bond insurers have about $20 billion in working capital, combined. They guarantee, let’s remind you, over $2.4 trillion in bonds. Do you see the problem here? It doesn’t add up. The idea that $20 billion in capital is adequate to guarantee $2.4 trillion in bonds is laughable. Only no one is laughing.
Die Forscher zeigen auf, dass für diese Entwicklung nicht zuletzt auch die Geldpolitik des Fed verantwortlich war, die den Markt jahrelang mit billigem Geld versorgte. Hinzu kam eine verhängisvolle Tendenz der Banken, ihre Kreditvergaben von der Marktentwicklung abhängig zu machen und nicht von der effektiven Bonität der Schuldner.
Vielleicht sollten Unis, die die für das Subprime-Debakel verantwortliche „Finanzgenies“ hervorgebracht haben, ihren Studenten zwingend ein Praktikum im Tante Emma-Laden um die Ecke vorschreiben.
In den Glaspalästen und Tepichetagen der Grossbanken und dem mit Gelddruckmaschinen vollgestopften Gewölbe der Fed verliert man schnell einmal die Bodenhaftung und das Gefühl für die fundamentalen Marktmechanismen …
[…] So hat Philipp Hildebrand, der Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank, in der «NZZ am Sonntag» vom 3. Februar für eine Änderung bei den Bonuszahlungen in dem Sinn plädiert, dass Banker langfristig an den Gewinnen wie an den Verlusten partizipieren müssen. Denn heute ist der Bonus nach oben praktisch unbeschränkt, nach unten auf null reduziert. Der Banker erhält mindestens sein Basissalär, doch Verluste tragen Bank und Aktionäre.
Wobei ich mir nicht sicher bin, wie man negative Boni in der Realität dann umsetzen will. Mir kommt auf Anhieb nur die „Auszahlung“ der Boni in Form von Aktien in den Sinn – man kann ja den Bank-Angestellten Ende Jahr nicht einen Einzahlungsschein zukommen lassen, mit dem sie zu viel bezogene Boni rücküberweisen müssen …
Nachtrag
Mann sollte Zeitungsartikel immer zuerst zu Ende lesen und danach erst seinen Senf loswerden:
Die Credit Suisse hat bei etlichen ihrer Händler einen solch revolutionären Schritt getan. «Wir haben», so Dougan, «ein System eingeführt, bei dem der Bonus zwei Jahre gesperrt ist. Wenn die Händler nächstes Jahr Verluste generieren, verlieren sie den letztjährigen Bonus.» Damit hätten sie einen Anreiz zur längerfristigen Performance ihres Geschäftes.
Occasionally, in what is basically a free-market system, a whole class of people gets the wrong idea. This is what happened in America (and elsewhere…mostly in the Anglo-Saxon economies) in the last quarter-century. They thought capitalism would make them rich, so they spent as if they already were rich. They thought jobs and credit would always be plentiful, so they saw no need to save money. Their leaders said they would prevent anything from going wrong…and the poor saps trusted them.
Mario Aeby, geboren am 25. September 1980 in Bern, Schweiz
Ein Weblog über IT (Linux, OSS, Apple), Heim-Automation; mein mittlerweile abgeschlossenes Geschichtsstudium; Erkenntnisse aus meiner aktuellen Tätigkeit in der Informationssicherheit, meine Erfahrungen als IT-Berater, IT-Auditor, Web-Developer und IT-Supporter; die Schweiz, den Kanton Bern, meine ursprüngliche und auch wieder aktuelle Wohngemeinde Neuenegg, meine vorherige Wohngemeinde Bern, über lokale, regionale und globale Politik; meine Reisetätigkeit und Erfahrungen mit anderen Kulturen; und zu Guter letzt auch das Älter werden.
Alle in diesem Blog gemachten Aussagen und Meinungen sind persönlich und nicht als Ansichten meines aktuellen und/oder meiner bisherigen Arbeitgeber zu verstehen.