Sonntag, 22. Mai 2005

Star Trek Enterprise – endlich abgesetzt!

Mit grosser Vorfreude ging es im September 2001 los – eine neue Star Trek-Serie hatte ihre Premiere und ersetzte so ‚Star Trek – Voyager‘ (im deutschen verunstaltet zu ‚Star Trek – Raumschiff Voyager‘).

ST:VOY … der ich eigentlich nie grosse Beachtung schenkte. Einige Leute im meinem Umfeld sind zwar der Meinung, dass die Folgen nach der schwachen Anfangsphase noch richtig gut wurden, doch da hatte es mir schon gereicht und ich wandte mich davon ab. Als letzte wirklich gute Serie empfand ich ‚Star Trek – Deep Space Nine‘, die (leider auch erst) gegen Ende so eine richtig durchgehende Story-Arc erhielt und die Folgen miteinander vernetzte.

IMHO die Anforderung, die an alle heutige Serien gestellt werden sollten; niemand will mehr in sich abgeschlossene Folgen!

24 hat’s vorgemacht, auch wenn die faszinierende Idee mit Staffel 4 langsam ausgewaschen erscheint. Stereotyp geht man alle möglichen exogenen Bedrohungen durch – dabei gäbe es auch in den Staaten selber genügend militante Splittergruppen, die Jack Bauer auf Trab halten könnten (Plot: Christliche Fanatiker übernehmen in einer Verschwörung mit der Wirtschaft die Regierung und infiltrieren das ganze Land, zwingen der Bevölkerung ihre Intoleranz auf und erlauben ihrer unterbeschäftigten Armee, in entfernten Kriegsschauplätzen die Sau rauszulassen).

Item, zurück zu Star Trek. Im Grunde finde ich es unglaublich, wie Paramount solche Idioten (man verzeihe mir die Wortwahl) ans Werk lassen konnte. Wieso wiederholt man bei jeder, aber wirklich jeder Serie dieselben Fehler? Auch wenn die Herstellung einer Folge mittlerweile 1 Million kostet, scheint man wie immer an den Schreiberlingen zu sparen. Nur, mit Visual Effects zieht man kaum jemanden mehr in den Bann … Gute Stories können so aber sehr gut ergänzt werden, wie bspw. C.S.I. Die Nazi-Auftritte Ende der 3. Staffel waren so etwas von lächerlich, und auch die Idee mit dem Temporal Cold War schien mir immer eine Notlösung. Doch die Probleme waren grundlegender – das Schiff funktionierte immer wie es sollte, kriegte oft ein paar Schrammen ab, die aber in der nächsten Folge wieder geheilt worden waren. Mir hätte hier der „russische“ Ansatz, wie ich ihn mal nennen möchte, besser gefallen. Da hätte ruhig mal das Wasser ausgehen oder Trip einen Stromkreis halt eben nicht reparieren können, weil das Material nicht mehr vorhanden war. Aber alles funktionierte immer wie am Schnürchen und erinnerte an TNG. Das empfand ich auch immer als zu sauber.

Battlestar Galactica oder auch Star Wars dagegen ist sprichwörtlich „dreckig“. Die Dinge sehen gebraucht – oder besser – benutzt aus, sind manchmal auch nur notdürftig geflickt und zweckentfremdet. Das hätte ich eigentlich auch bei einer Serie über die interstellare Raumfahrt nach der Überwindung der „Lichtmauer“ (Chuck Yeager lässt grüssen) erwartet. Hätte ja auch mal sein können, dass man völlig an einem anderen Ort rauskommt, als man eigentlich hinwollte. Ideen gäbe es zu Hauf, doch man konzentrierte sich anscheinend lieber darauf, in ethische Diskussionen zu verfallen und unzählige Folgen totzureden.

Battlestar Galactica dagegen faszinierte mich mit 13 Folgen der Mini-Series deutlich mehr, als Enterprise mit seinen knapp 100 Folgen zusammen. So hat Science Fiction auszusehen! Action, aber dennoch eine glaubwürdige Story mit guten Schauspieler vermischt. Und nicht zu vergessen der Soundtrack, der das verzweifelte Gefühl der Akteure ins unheimliche verstärkt. BSG, alle Hoffnung ruht nun auf dir. Möge die zweite Season genauso spannend werden wie der Vorgänger.

Das lustigste an der ganzen Geschichte: Chefproduzent Ronald D. Moore verdiente sich bei Star Trek seine Sporen ab. Zum Glück hat er das sinkende Schiff rechtzeitig verlassen und seine eigenen Ideen in einer eigenen Serie gekonnt umgesetzt. Weg von den Dogmatikern Berman & Braga.

Dennoch: Enterprise war die erste Serie, deren Folgen ich regelmässig über P2P-Netzwerke heruntergeladen habe. Wieso? Seht selbst:

  • 1-2 Tage nach der Ausstrahlung in den Staaten auch schon in Europa auf meinem Bildschirm
  • nicht von Werbung verunstaltet
  • englische Originalfassung
  • HDTV

Nachtrag: Im Anschluss an meinen literarischen Erguss stolperte ich noch über Top 10 Things I Hate About Star Trek.

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