Freitag, 18. November 2005

Unser Mann in Istanbul

Via Flickr durfte ich heute die Bekanntschaft eines netten türkischen Staatsangehörigen machen, der mir den kleinen Zwischenfall vom Mittwoch erläuterte:

Beinsteller

Endlich weiss ich, wie Scheff Beinsteller heisst: Mehmet Özdilek. Hat der Mann auch eine E-Mail-Adresse? Oder eine Handy-Nummer?

Es war alles ganz anders!

Da ich gestern auf das (vollständige!) Video von CNN Türkei gestossen bin, das in der Nähe des Ausgangs zu den „Katakomben“ (sagt man denen wirklich so?) aufgenommen wurde, habe ich auch gleich einen – den entscheidenden, meiner Meinung nach – Screenshot auf Flickr hochgeladen.

Heute morgen dann lag dann postwendend der Kommentar aus Atatürks Landen unterhalb des Screenshots. Der Schreiber, Asteko, antwortete mit Bildern, die Schweizer „in Action“ zeigen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass auch unsere Spieler zugeschlagen haben, die Videobilder „beweisen“ es. Ein gewisses Mass an „Selbstverteidigung“ resp. „Notwehr“ darf man unserer Nationalelf nicht verwehren, aber es ist dennoch nicht vollständig gutzuheissen.

Wenn jemand einen Kick in den Allerwertesten bekommt, der vorher versucht hat, jemanden „z’stöckle“, sollte dieser aber nun wirklich nicht zu heulen beginnen und zu Mammi laufen. Asteko sieht das ganze anders:

His action was just a reflect – all Swiss team and its crew were running towards him like crazy bulls.

Moreover, Mehmet Özdilek was attacked from BACK.

You cannot be protected just because FIFA President is from switzerland.

Ahaaa … alles klar:

  1. Da laufen 11 schweizerische Nationalspieler auf den Eingang zu, der Mehmet steht einige Meter daneben und kriegt Schiss. Was macht er? Er wählt einen mit dem roten Leibchen aus (Behrami) und versucht ihm, ein Bein zu stellen. Eine völlig logische Reaktion. Wer von uns würde nicht so reagieren? Mehmet sollte mit solchen Verhaltensmustern lieber nicht zu den Stierläufen nach Pamplona. Doch: Könnte es nicht einfach damit zu tun haben, dass unser Team die WM-Qualifikation geschafft hat, die Türken aber nicht und der Mehmet nun ein kleines bisschen sauer ist?
  2. In der Türkei wird also stark unterschieden, ob man jemanden von vorne oder hinten angreift. Passiert es von vorne, ist alles erlaubt (?)
  3. Und zum Schluss die alte Leier: Wäre der FIFA-Präsident kein Schweizer, gäbe es nun keine Untersuchung. Ich bezweifle dies ausdrücklich. Schon nur wegen dem jetzt aufflammenden „Gestürm“ ist es nötig, dass klare Fakten auf den Tisch kommen. Und dies kann nur in einer fairen Untersuchung geschehen, wo jeder zu Wort kommt und jeder seine Taten rechtfertigen darf.

So war es also. Und ich bin jetzt ruhig.

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