Montag, 21. November 2005

Wie man heute im Internet Kleider kauft

Als ich im Sommer 2000 völlig unerwartet zu einem Vollzeit-Job mit entsprechendem Lohn kam, badete ich für eine Weile im Geld. Als frisch „gereifter“ Gymnasiast war ich mir ein monatliches Einkommen von ein paar hundert Franken gewohnt, mit denen ich meinen Lebensunterhalt zu bestreiten hatte. Die damals geführte Buchhaltung stimmte meistens auf ein paar Rappen, im schlimmsten Falle auf ein paar Franken genau. Wenn das heute auch noch so wäre … Item. Da verzehnfachte sich also mein Einkommen und das grosse Konsumieren konnte beginnen.

Neben unzähligen Einäufen bei Amazon.com (heute sitze ich deshalb auf einem Stapel Zone 1-DVDs) oder beim Musikvertrieb Cede.ch (auf die dort gekauften Scheiben bin ich immer noch stolz) gab es da noch den kleidertechnischen Trendshop schlechthin: Frontline. Empfohlen damals von Kollege Stukker, war ich schnell mal Kunde des Katalogs, der ab sofort den Weg aus Deutschland zu mir fand. Dank Kreditkarte machte ich mich auch bald darauf daran, Kleider anliefern zu lassen. Mit geteilter Freude zwar: Kleider zu kaufen ist halt doch etwas anderes als Normware wie DVDs und CDs. Einige Hosen passten, einige weniger – die letzteren trägt deshalb jetzt mein dankbarer Bruder.

Gestern dann kam ich wieder mal auf die Idee, bei Frontline im Netz vorbeizuschauen. Die Web-Site von 2000/01 war dem Zeitgeist entsprechend noch sehr schitter gewesen. Als ich nun gestern die Inkarnation zu Gesicht bekam, haute es mich aber regelrecht aus den Socken:

ZiehDichAn.com

Diese Web-Site ist nicht von schlechten Eltern. So müssen Web-Sites im Jahre 2005 aussehen. Kein Firlefanz, vollständig am Zielpublikum orientiert. Nützliche Tools wie die Unterteilung in Marken. Doch ultimativ fand ich die Präsentation von Outfits. In unzähligen Varianten kriegt man da eben Outfits präsentiert, die einen von Kopf bis Fuss neu einkleiden.

Trotz all diesen Lobes: Das mit der unpassend bestellten Kleidergrösse konnte wohl auch heuer noch niemand verhindern … Aber immerhin: Der Shop bietet Einkaufserlebnis pur. Ein grosses Lob an die Agentur, die dieses Projekt umgesetzt hat. Da hat jemand begriffen, wie man im Web überzeugend Waren an den Mann bringt.

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