Dienstag, 17. Mai 2022

Asowstal Neusprech in unseren Medien

Westliche „Qualitäts“medien kann man nicht mehr ernst nehmen.

Gestern Nacht begann es mit Reuters:

Five buses of evacuated Azovstal servicemen arrive in Ukraine’s Novoazovsk

Quelle: Five buses of evacuated Azovstal servicemen arrive in Ukraine’s Novoazovsk (mittlerweile umbenannt zu Ukraine ends mission to defend Azovstal steel plant)

Ich sah die Meldung ungläubig an — Evakuation? Wie jetzt? Hatten es die Ukrainer mit Unterstützung westlicher Militärspezialisten tatsächlich à la Black Hawk Down geschafft, in einer Nacht- und Nebelaktion ihre Kumpels aus den Gewölben des Stahlwerks rauszuholen und unter dem Radar in die Westukraine zu fliegen? Oder noch wilder: Hatten die Russen nicht nur in einen Waffenstillstand eingewilligt, sondern den von den Russen als „Neonazis“ bezeichneten Angehörigen des Asow-Battalions freies Geleit in die Freiheit ermöglicht? Wieso würden die das tun?

Schaut man sich aber die Photos genauer an (Soldaten mit weissen Armbinden und ein weisses Z auf einem Laster), und liest man den Text, realisiert man irgendwann einmal, dass die Soldaten kapituliert haben, von den Russen gefangen genommen und danach in eine ostukrainische Stadt unter russischer Kontrolle abgeführt wurden.

Heute morgen ging es dann munter weiter:

Nach diesem Neusprech hätten die Sowjets ja im Februar 1943 die Wehrmachtsangehörigen der 6. Armee in die Gulags nach Sibirien „evakuiert“ …

Wieso nennt man die Sache nicht einfach beim Namen?

Hunderte Soldaten des seit Wochen im Asowstal-Werk eingekesselten Asow-Batallions haben kapituliert und geraten in russische KriegsSpezialoperationsgefangenschaft.

Ist in etwa so peinlich wie die Aussage der Russen, dass die Москва „havariert“ und danach in einem „Sturm“ untergegangen sei …

Nachtrag

Es scheint noch Unstimmigkeiten zu geben darüber, ob Mitglieder des Asow-Battalions kapituliert haben, oder ob es bisher nur „normale“ ukrainische Soldaten waren.

Abgesehen davon:

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Ein Kommentar Kommentare

Hans von Atzigen sagt:

Die Berichterstattung zu diesem aktuellen Krieg in der Ukraine schlägt alles in den Letzten 30 Jahren dagewesene.
Da wurde kaum übersehbar etwas zu gross aufgetragen und überdreht, man muste sich fragen ist das und dies möglich passt das ins Gesamtbild.
Die zum Teil geradezu lächerlichen Einzelmeidungen mussten, haben bei jedem etwas kritischeren Beobachter, mit guten Kenntnissen der Kriegsgeschichte, so einiges an Fragezeichen hinterlassen.
Aussergewöhnliche Kriegsverläufe sind möglich, jedoch nicht die Regel.

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