Freitag, 3. November 2006

Grundeinkommen

Da fahre ich also letzten Dienstag-Abend mit meiner „Pfeffermühle“ (Zitat Don Lo, weil Peugeot u.a. Pfeffermühlen herstellt) über Basel nach Colmar, um meine Freundin in ihrer WG mitten im malerischen Altstädtchen zu besuchen, und höre so – ausnahmsweise – einmal Radio. DRS1 natürlich, denn die „besten Hits aus den 70er, 80er, 90er und heute“ auf allen Privatsendern vom Genfer- bis zum Bodensee hängen mir zum Hals raus.

Wie es der Zufall so will, schalte ich gerade rechtzeitig zu Beginn der Sendung Doppelpunkt zu und komme so in den Genuss einer Sendung über ein utopisches Thema: Dem „bedingungslosen Grundeinkommen“. Ich höre zum ersten Mal davon, das Thema ist aber durchaus sehr reizvoll: Jeder Bürger erhält vom Staat ein Grundeinkommen zugesichert, von Geburt bis zu seinem Ableben – quasi ohne Gegenleistung. Steuern werden keine mehr bezahlt, die Finanzierung des Systems wird ausschliesslich über die Mehrwertsteuer sichergestellt (Höhe: 100% – unbedingt Ausführungen bei 16min30 anhören). Damit würden die vielfältigen Sozialversicherungen obsolet – alle Leistungen würden durch dieses eine Grundeinkommen abgegolten. Über die Machbarkeit äussert sich übrigens auch ein kopfrechnender Ökonomieprofessor gegen Ende der Sendung (22min 40sec). Dieses Verhalten zeigt auch gerade, welchen Stellenwert dieser Vorschlag beim Akademiker hat: Er macht sich gar nicht mal die Mühe, die Idee gründlich nach wissenschaftlicher Manier durchzurechnen …

Gewisse Leser stehen bereits jetzt die Haare zu Berge. Ich persönlich finde den Vorschlag faszinierend. Nicht unbedingt wegen meinem Parteibüchlein, sondern eher, weil das mich an gesellschaftliche Umbrüche wie den Liberalismus oder den Sozialismus erinnert. Haben auch diese Strömungen auf ähnliche Weise begonnen? Wie erreichte der Liberalismus schlussendlich seine Akzeptanz, obwohl er doch zu Beginn sicherlich von vielen Kreisen als Hirngespinst verspottet wurde?

Die Idee – sozusagen die Weltwoche im Ideenpool, ganz nach dem Motto: Hauptsache gegen den Strom, Hauptsache das Gegenteil sagen, was der Rest so herausposaunt (ob es dann auch stimmt, ist nebensächlich).

Aber ja, ich gebe es ja auch zu: „There is no free lunch!“ Mir geht es weniger darum, die Idee nun zu zerpflücken oder zu untermauern, sondern mich fasziniert der Querschläger – das Konzept steht dermassen quer in der Landschaft.

Wer also gerade ein Stündchen zur freien Verfügung hat, höre mal rein:

Grundeinkommen für alle: Utopie? (RealAudio, 57min) – Seite zur Sendung

Abgesehen davon …

Wenn auch die Idee in unserer liberalen Leistungsgesellschaft sauer aufstösst – einige Dinge liessen mich dennoch nachdenken. Zum Beispiel:

„Wir vertrauen darauf, dass jeder am Besten weiss wo er sich einbringen kann und will nach seinen Neigungen und Interessen. Wo er die Freiheit hat, dies zu tun, ist die Chance am grössten dass etwas sinnvolles herauskommt.“

Quelle: Doppelpunkt: „Grundeinkommen für alle: Utopie?“, Interview mit Sacha Liebermann, bei 2min48sec

Wohl ein typisch netter Linker. Vertraut in das Gute in jedem Menschen. Dabei sehen wir doch tagtäglich, dass das Böse ebenso in uns lauert und nur allzu rasch entfesselt wird. Die Frage ist einzig, ob das Böse vielleicht verstärkt zum Vorschein kommt, weil die Leute eben gerade über kein gesichertes Grundeinkommen verfügen? Andere wiederum sehen gerade diesen Mangel an (Überlebens)Sicherheit als Ansporn für den (wirtschaftlichen) Fortschritt – der Mensch läuft dann zu Höchstleistungen auf, wenn man ihm das Messer an die Gurgel setzt.

Das mag durchaus sein, doch ich bin der Meinung, dass unter diesem Druck eventuell falsche Prioritäten gesetzt werden. Prioritäten, die nicht primär die ganze Menschheit voranbringen, was meiner Meinung nach das hehre Ziel unserer Zivilsation sein sollte. Kleines Beispiel: Gäbe es heute Kunst, wenn die Arbeitsteilung nicht erfunden worden wäre und die Künstler in Folge darauf verzichten konnten, auf die Jagd zu gehen? Welchen unmittelbaren Nutzen leisteten Künstler für die Gemeinschaft?

Der zunehmend unmündige Bürger

Im Grunde ist es ja paradox: In unserem System, basierend auf den Prinzipien der Aufklärung und des Liberalismus‘, wird entgegen der Theorien der grossen Denker dem Bürger (jedenfalls den hilfsbedürftigen unter ihnen) abgesprochen, Gutes im Schilde zu führen. Doch gerade die Aufklärung („sapere aude!“) wie auch der Liberalismus („unsichtbare Hand“) vertrauen ja eigentlich darauf, dass der mündige Bürger seines Glückes Schmied ist. Aus dem Glück des Einzelnen folgt automatisch das Glück für die ganze Gesellschaft. Arbeitslose, IV-Bezüger, Ausländer – alle sind sie heute dagegen abgrundtief böse, handeln aus unlauteren Motiven. In der Richtung sieht es Historiker Nolte:

Auf die Mündigkeit der Bevölkerung, so viel steht für Nolte fest, sei kein Verlass. Dass sich die Bürger auf der Basis eines Grundeinkommens besonders gesellschaftlich engagieren oder – ohne existenziellen Druck – auf die Suche nach mehr Chancen im Leben gehen würden, glaubt er nicht. „Das kriegen die Leute kulturell nicht geregelt“, sagt er. Kein Zweifel: Nolte hält das Gros der Bevölkerung für faul und willenlos. Die Masse entwickle Engagement bestenfalls darin zu fordern – stets Neues und immer mehr.

Quelle: brand eins 7/2005, „DER LOHN DER ANGST“

Wer Arbeitslose kennt, weiss, dass das nicht ganz stimmen kann – klar, es gibt Missbrauch (kein Wunder, wenn der hiesige Bürger ja nicht einmal fähig ist, sich an Geschwindigkeitslimiten zu halten), es gibt auch Leute, die sich pudelwohl fühlen, permanent am Tropf des Staates zu hängen. Doch die meisten sind und werden in ihrer Position nicht glücklich.

[…] Spaltung zwischen denen, die noch Arbeit haben, dafür aber häufig soviel, dass sie permanent im Stress sind, und denen, die ohne Arbeit zu Hause herumsitzen und sich als Verlierer der ganzen Modernisierung und Globalisierung fühlen.

Quelle: Doppelpunkt: „Grundeinkommen für alle: Utopie?“, Moderator, bei 9min50sec

Utopie: ja, aber …

[…] unsere sehr einseitige Erwerbsgesellschaft kontrastiert […] enormer Verschleiss an Menschen, die psychosomatisch reagieren, enormer Verschleiss an Produkten – unökologische Produktion, die nur hergestellt werden, um das BSP zu steigern. Wenn die Gesamtkosten miteinbezöge, würde man feststellen, dass sehr viele Produkte nicht nur unökologisch sind, sondern auch völlig unwirtschaftlich. […]

Quelle: Doppelpunkt: „Grundeinkommen für alle: Utopie?“, Ueli Mäder, bei 34min.

Weiterführende Links

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Dienstag, 31. Oktober 2006

BluewinTV und Betty – beides Flops?

Betty

Im heute eingetroffenen Interdiscount-Katalog wird dem Traum einer jeden Fernbedienung (Codename: Betty) eine ganze Seite eingeräumt. Doch auch diese Marketing-Offensive kann mich nicht überzeugen – ich vermute, das Ding liegt wie Blei in den Regalen. Jedenfalls habe ich noch von keinem einzigen Bekannten gehört, der sich dieses Wunderding (freiwillig) gekauft hat.

BluewinTV

Morgen startet zu aller Freude auch noch das von allen lang herbeigesehnte BluewinTV. Grandios – die Swisscom wird nun auch zum Fernsehanbieter. Wie nennt man das im Fachjargon schon wieder? Triple Play? Wohl eher Triple Pay für den Kunden … Monopolpreise eben vom Monopolanbieter.

Ich frage mich, wer momentan auf dieses Angebot umsteigen wird? Wohl nur diejenigen Haushalte, die über einen (Bluewin) ADSL-Zugang verfügen resp. bereit sind, zu Bluewin zu wechseln, falls sie Kunde eines anderen ADSL-Anbieters sind. Doch damit sind noch nicht alle Kriterien erfüllt: Wenn man das Fernsehen schon über die Swisscom-Kupferleitung bezieht, sollte man auch seinen Kabelanschluss künden. Ob das in einem Mehrfamilienhaus für eine Wohnung möglich ist, weiss ich nicht …

Auch ist hinlänglich bekannt, dass das Kupfer-Kabel „dünner“ als das Antennen-Kabel ist (populärwissenschaftlich ausgedrückt). Da passt zwangsläufig weniger durch. Wenn ich richtig informiert bin, wird nur der gerade aktive Kanal über ADSL gestreamt – eigentlich löblich. Problem: Kanalwechsel dauern merklich länger als bei Fernsehgeräten. Oder haben sich die Bluewintechniker da was einfallen lassen? Deshalb werde ich lieber Triple Pay-Kunde bei Cablecom, auch wenn diese derzeit komische Geschäftsgebahren an den Tag legen.

Shit!

Die schweizerische Blogosphäre kocht zum Thema bereits über – seid ihr alle arbeitslos, oder was?! *zwinker*:

slug.ch – Bluewin

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Dienstag, 31. Oktober 2006

Von der Wahl der richtigen Arbeitskleidung

Tjach … Hippi-Gschpängschtli?

Via: Wie sieht eine Polizistin in Iran aus?

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Dienstag, 31. Oktober 2006

Kennzahlen Flughafen Bern-Belp

Dank dem magazin tcs 10/2006 und dem Abstimmungsbüchlein kann ich endlich ein wenig mit Zahlen jonglieren (Politiker machen das häufig und gerne – mit teils unbeabsichtigten Resultaten).

Vergleich Passagierzahlen

  • Flughafen Bern-Belp 2005: 95’420/Jahr (Quelle: Abstimmungsbüchlein, S. 4)
  • Flughafen Bern-Belp 2006: 120’000/Jahr (geschätzt; 1. Halbjahr: 57’229. Quelle: Abstimmungsbüchlein: S. 4)
  • Bernmobil, Strecke Stadtzentrum – Bümpliz/Bethlehem: 40’000/Tag

Spannender Vergleich … Bernmobil transportiert in drei Tagen soviele Kunden wir der Flughafen Bern-Belp in einem Jahr!

Man darf dabei nicht verhehlen, dass der Kanton Bern jährlich auch 150 Millionen für den öffentlichen Verkehr (Bahn, Bus, Tramlinien) ausgibt (Quelle: magazin tcs, 10/2006, „Tram Bern-West und Pistenbeitrag vom TCS befürwortet“, S. 4f.).

Da erscheinen die 3 Milliönchen für die Pistenverlängerung nicht viel. Aber es geht ja um’s Prinzip!

Wirtschaftsfaktor? Wirtschaftsfaktor!

Wie bereits vorgängig in einem Kommentar gefordert, möchte ich gerne endlich einmal ein Zahlenwerk sehen, das mir sagt, ob und wie der Flughafen Bern-Belp „ein Wirtschaftsfaktor“ (magazin tcs, 10/2006) ist. Überall hebt man diesen Flughafen in die höchsten Sphären – wieso? Wo sind die wichtigsten Zahlen? Auf welcher Grundlage basiert diese Aussage? Gibt es zudem eine Analyse der Abgangsbewegungen? Wieviele der 90’000 Passagiere sind Berner, die von dort aus in die weite Welt fliegen? Wie viele kommen aus anderen Ländern nach Bern-Belp? Wieso nicht via Zürich, Genf oder Basel?

Immerhin, Christoph Erb, Präsident TCS Sektion Bern, verrät uns, dass rund 1’200 Arbeitsplätze vom „Linien- und Charterverkehr“ über den Flughafen Bern-Belp abhängig sind. 3 Millionen für 1’200 Angestellte – ein sozialer Akt. Wer hätte das den Bürgerlichen zugetraut ..

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Sonntag, 29. Oktober 2006

Wie Schönheit wortwörtlich gemacht wird

Netter Film, der momentan die Runde macht:

Photoshop-Alternative?

Bis gerade war ich der Meinung, dass die Retuschier-Profis ebenfalls wie der Rest der Welt auf Photoshop setzt, wenn es um die Bearbeitung von Bitmap-Bildern geht. Denkste! Keine Ahnung, um was für eine Software es sich beim gezeigten Produkt handelt – aber es scheint mächtig zu sein. Weiss jemand mehr?

Und doch …

… ist es halt nur Marketing. Dove schert sich weniger um die Komplexe und psychologischen Knacks seiner Kundinnen als viel mehr um seinen Umsatz. Dem Marketingteam ist dennoch ein Kranz zu winden: Mit diesem „Rebellen-Image“ hebt man sich stark von der Konkurrenz ab.

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Sonntag, 29. Oktober 2006

Abstimmungsunterlagen für den 26. November

Soeben habe ich die Abstimmungsunterlagen für die Volksbefragung vom 26. November ausgefüllt.

Flughafen Bern-Belp

Was ich von der kantonalen Vorlage zu „Flughafen Bern-Belp: Beitrag an den Infrastrukturausbau“ halte, habe ich hier bereits früher kundgetan. Der Pistenverlängerung stimme ich aus Gründen der Sicherheit zu – dass der Staat bei diesem Ausbau aber mit einer Investition/Subvention (je nach Blickwinkel, klare Zahlen über den „Return on Investment“ habe ich leider im Abstimmungsbüchlein keine entdeckt) aushilft, passt mir nicht in den Kram. Deshalb ein Nein.

Die Alpar AG soll selbständig für die Pistenverlängerung aufkommen:

Und nun lese ich auch noch gerade: „Die Pistenverlängerung auf der Nordseite wurde bereits realisiert und vollständig durch die Alpar AG finanziert.“

Quelle: 26. November – Kantonale Volksabstimmung – Botschaft des Grossen Rates des Kantons Bern, S. 3

Geht ja!

„Ostmilliarde“

Treu der Parteilinie folgend, lege ich hier ein „Ja“ in die Urne. Ohne hier – im Gegensatz zum Flughafen – explizit auf den „Return on Investment“ zu pochen. Widerspruch pur?

Es ist halt so: Mit der staatlich finanzierten Flughafenerweiterung in Bern kann ich nicht viel anfangen – schliesslich erreiche ich Zürich, Basel und Genf in einer kurzen Zugfahrt. Mir gefällt die Idee eines geeinten Europas dagegen schon seit langem – gesellschaftlich wie wirtschaftlich. Gerade die Xenophoben sollten einsehen, dass es Vorteilhafter ist, gleich- resp. ähnlichdenkene (Christen) in das Gebilde zu integrieren. Denn dann müssen kleinere kulturelle Differenzen überbrückt werden. Zumal mit der EU-Osterweiterungen die westlichen Sünden nach 1945 sukzessive getilgt werden – zurück zu Europa, was vormals zum alten Europa gehörte.

Dass die Schweiz eigenhändig über den gezielten Einsatz von 100 Millionen Franken „Entwicklungshilfe für den Osten“ pro Jahr entscheidet, erleichtert die Frage. Die EU-Bürokraten haben also zum Verwendungszweck unseres Geldes nichts zu sagen.

Um ehrlich zu sein, spiele ich aber dennoch ein wenig mit dem Feuer: Zu gern sähe ich die Reaktion der EU auf die Abschmetterung der „Ostmilliarde“ durch das Schweizer Stimmvolk. Es würde mich wirklich Wunder nehmen, wie die Kräfteverhältnisse gewachsen/sich verschoben haben: Haben wir als Gegenreaktion etwas zu befürchten? Schifft man uns auch an’s Bein? Falls wider erwarten keine Repressionen ausgeübt würden, fände (sogar) ich das nicht sooo schlecht, wenn ich die „gesparte“ Milliarde anschaue. Leider sollte man nicht nur das Geld anschauen – es geht hier nicht zuletzt um zwischenmensch … staatliche Beziehungen – und hier kann durchaus auch mal beleidigt und zickig sein, wenn das Erhoffte (Geld) nicht eintritt. Ein ungutes Gefühl bliebe mir deshalb – wird man unser eigennütziges Verhalten so schnell vergessen? Würde man uns über kurz oder lang verzeihen? Oder wird die EU zum ersten Mal so hart zugreifen, dass es uns wirklich weh tut?

Ich glaube nicht, dass die EU ein „Nein“ kommentarlos entgegennehmen würde. Denn übertragen wir die Prinzipien der Erziehung von Kindern auf das Verhältnis von uns (das Kind) zur EU (die Eltern), muss die EU der störrischen Helvetia Grenzen setzen. Tut sie es nicht, wäre dies ein Freipass für alle künftigen Verhandlungen, getreu dem Motto „Bei der Ablehnung der Ostmilliarde hat die EU nicht gewagt, etwas gegen uns zu unternehmen – wir können folglich tun und lassen, was wir wollen! Die Fressen uns aus der Hand!“.

Sind wir also gespannt, wie die Abstimmung herauskommt. Es ist zugleich eine Nagelprobe für die Isolationisten: Die Wirtschaft steht (dieses Mal) auf Seiten der Befürworter, im gegnerischen Lager haben wir die rechten Parteien. Wird es diesen Gruppierungen gelingen, 50% (oder mehr) des Stimmvolkes auf seine Seiten zu ziehen?

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Samstag, 28. Oktober 2006

Jungbürgerfeier Neuenegg 2006

Gestern durfte ich an der diesjährigen Jungbürgerfeier der Gemeinde Neuenegg im Restaurant zum Zimmermann auf der Süri teilnehmen und als Festredner eine Ansprache halten. Allfällig Interessierten möchte ich meine Worte nicht vorenthalten:

Festrede

Die Rede scheint den Anwesenden gefallen zu haben – vor allem der Passus „… ein Hort der Friedlichkeit und der Nächstenliebe“ sorgte für Erheiterung.

Auf Platz waren neben dem (fast) vollständigen Gemeinderat 21 JungbürgerInnen (50% der Angeschriebenen), die mehrheitlich von ihren Eltern begleitet wurden. Nach der Rede gab es ein vorzügliches Fondue zu geniessen, während dem man sich über politische wie auch apolitische Themen unterhalten konnte.

Es hat mich gefreut, an diesem Anlass teilgenommen zu haben und hoffe, dass die Anwesenden freude an meiner Rede hatten.

PS: Die Kunde über meinen Partyguide-Hack scheint auch die Dorfjugend erreicht zu haben – ich wurde jedenfalls (wie erwartet/befürchtet) darauf angesprochen. Die allgemeine Meinung zum Thema war positiv, auch wenn ich den jungen Burschten davon abgeraten habe, es mir gleich zu tun – die Querelen mit der Justiz sind es nicht wert.

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Mittwoch, 25. Oktober 2006

Bitter

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Mittwoch, 25. Oktober 2006

rrdtool und unerwartete counter-resets


Misconfigured rrdtool Dealing
With Counter Resets

Originally uploaded by emeidi.

cacti ist einer meiner treuesten Freunde, wenn es um die Überwachung meines heimischen Servers und meines Netzwerkes geht. In jeder Minute werden Daten über den Zustand unzähliger Komponenten gesammelt, in einem Round Robin Archive (RRA) gespeichert und nach Bedarf über cacti, das auf Tobis rrdtool zurückgreift, graphisch ausgegeben.

Rechtsstehende Grafik verärgerte mich in den letzten Wochen immer wieder. Sie zeigt die Auslastung meines Apache2-Web-Servers. Und zwar werden Total Accesses (Zugriffe) sowie ReqPerSec (Anfragen pro Sekunde) geloggt. Mit einem kleinen Shell-Script …

#!/bin/sh

REQ=`wget -O - -q "http://mad4you.homeip.net/server-status?auto" | grep ReqPerSec | cut -d " " -f 2`
ACC=`wget -O - -q "http://mad4you.homeip.net/server-status?auto" | grep Accesses | cut -d " " -f 3`

echo "REQ:"$REQ "ACC:$ACC" >> /var/log/apache2/requests.log

exit 0

… und dem Apache-Modul mod_status

Total Accesses: 11888
Total kBytes: 270745
CPULoad: 3.71745
Uptime: 102709
ReqPerSec: .115744
BytesPerSec: 2699.3
BytesPerReq: 23321.2
BusyWorkers: 1
IdleWorkers: 9
Scoreboard: ______..__.W_...................................................................................................................................................................................................................................................

lese ich die Daten aus. Aber von wo kommen diese unglaublichen hohen Spikes? Da kann doch etwas nicht stimmen … Heiliger Jason, was’n löus?!

Der Ursache auf der Spur

Heute kurz nach dem Training habe ich mir zum Ziel gesetzt, das Problem zu isolieren und zu eliminieren. Ein voller Erfolg, ich weiss nun, wer oder was das Problem verursacht und wie es zu beheben ist.

Und zwar betrachte man das Log-File an der aussagekräftigsten Stelle:

...
REQ:.092143 ACC:19043
REQ:.0921356 ACC:19047
REQ:.0921282 ACC:19051
REQ:.092116 ACC:19054
REQ:.0921126 ACC:19059
REQ:.0921109 ACC:19064
REQ:.0921229 ACC:19072
REQ:.0922169 ACC:19097
REQ:.0922235 ACC:19104
REQ:.0922398 ACC:19113
REQ:0 ACC:1
REQ:.0315789 ACC:4
REQ:.0387097 ACC:7
REQ:.0420561 ACC:10
REQ:.0434783 ACC:13
...

Die Zeile REQ:0 ACC:1 ist der „Übeltäter“. Und zwar lege ich die Zugriffe (ACC) mit rrdtool als Counter ab. Counter bedeutet Zähler, also nimmt rrdtool an, dass der Wert dieses Zählers bei jeder Messung zunimmt. Vergleichbar mit einem Drehkreuz im Schwimmbad. Doch wird Apache neugestartet (willentlich oder unwillentlich) wird der Counter zurückgesetzt. rrdtool ist nun aber so programmiert, dass im COUNTER-Modus nur Overflows bei exakt 32 und 64bit bemerkt und diese entsprechend behandelt werden.

Die Lösung

Die Google-Suche war wieder einmal sehr ergiebig, und zwar gleich mit dem ersten Treffer:

DERIVE will store the derivative of the line going from the last to the current value of the data source. This can be useful for gauges, for example, to measure the rate of people entering or leaving a room. Internally, derive works exactly like COUNTER but without overflow checks. So if your counter does not reset at 32 or 64 bit you might want to use DERIVE and combine it with a MIN value of 0.

Quelle: [rrd-users] Re: how to deal with COUNTER-reset at unusual values?

Ich habe in cacti den Datentyp also von COUNTER auf DERIVE geändert und beobachte nun gespannt, ob der Graph am nächsten Wochenende für einmal kein Spike mehr aufweist.

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Mittwoch, 25. Oktober 2006

Wenn DAUs Applikationen schamlos missbrauchen

Die Verwaltungsrätin selbst vermisst aufgrund eigener Erweiterungen die Tabellenkalkulation Excel aus Microsoft Office, mit dem sie die Termine ihres Chefs verwaltet habe.

Quelle: Volle Fahrt voraus für Linux in München

Da drängt sich doch gleich eine Frage auf:

 Ich kenne die in Microsoft Office enthaltenen Programme und bin dank meines Wissens fähig zu entscheiden, welches Produkt sich am besten für meine Aufgabe eignet.

Mal ehrlich, liebe Frau Verwaltungsrätin: Haben Sie schon einmal von Microsoft Outlook gehört?

Wenn ich solche Aussagen lese, wird mir immer wieder bewusst, dass unsere Zivilisation nicht etwa wegen eines Minaretts oder muslimischer Fundamentalisten untergehen wird, sondern wegen den mangelhaften Fähigkeiten in der Verwaltung.

Item. Zur Ausschmückung noch ein Kommentar im Forum:

Tatsächlich … aber die Erfahrung zeigt leider, dass es in wenigen Verwaltungsbüros anders aussieht.

Genau genommen habe ich noch keine Verwaltungsfachkraft gefunden, die nicht wenigstens ein Programm derart vergewaltigt, dass es mir als „Computerexperten“ keine körperlichen Schmerzen verursacht.

Quelle: Re: Terminverwaltung mit Excel und gelbe Notizzettel

Oder der ist auch gut:

Genau genommen habe ich noch keine Excel Anwendung gesehen, in der Excel nicht zweckentfremdet verwendet wird. Es wird zu allem möglichem verwendet nur nicht zur Tabellenkalkulation.

Quelle: Re: Terminverwaltung mit Excel und gelbe Notizzettel

Und zur Krönung:

Hier in der Firma werden Organigramme (Firmenstruktur etc.) mit Excel gemacht. […]

das kommt daher, das der/die dafür Zuständige:

  1. kein passendes Programm kennt
  2. kein passendes Prog aufm Rechner hat
  3. zu faul war danach zu suchen
  4. zu faul war die IT-Abteilung anzurufen

Quelle: Re: Terminverwaltung mit Excel und gelbe Notizzettel

Wer die Frau Verwaltungsrätin in Schutz nimmt, lese das:

Wenn etwas geeignet ist, dann ist es in ordnung. Selbst wenn die eigentlich geplante nutzung nichts damit zu tun hat. Das schließt hinweise auf einfachere methoden natürlich nicht aus.

Deshalb machen manche Leute das Licht auch mit dem Hammer aus. :-)))

Hammer ist vorhanden, also drauf auf die Lampe und schon ist es dukel: Ergebnis wie gewünscht.

Quelle: Re: Terminverwaltung mit Excel und gelbe Notizzettel

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