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Freitag, 10. April 2026

Swiss: Bassinet (Cot) für Baby bestellen

Eine Flugbuchung mit einem Neugeborenen führt bei Swiss nicht automatisch dazu, dass einem ein Bassinet (Cot) bereitgestellt wird, in welchem man das Baby während des Flugs (hoffentlich) etwas Schlafen lassen kann.

In der Boeing 777-300ER der Swiss kann man das Bassinet meines Wissens in der Economy-Klasse nur in der Sitzreihe 40, Sitze D, E, F, G, an die Wand montieren.

Nachdem ich den einzigen in der Reihe noch verfügbaren Sitz 40D reserviert hatte, erkundigte ich mich bei einem Kollegen mit viel Flugerfahrung, was nun zu tun sei.

Er meinte, dass ich selber aktiv werden und das Bassinet vor dem Flug über den Kundendienst „bestellen“ müsse.

Offizielle Angaben von Swiss dazu:

Baby cots

Cots are available in all flight classes on long-haul flights and in Business Class on European flights. They are suitable for babies up to 8 months old, weighing a maximum of 11 kilograms and measuring up to 67 cm. This gives your baby enough space to lie comfortably. The number of cots is limited, so please be sure to contact our ​Service Centre in good time. You can reserve a baby cot and accompanying seat free of charge.

Go to the Service Centre

Quelle: On board with children

Leider hilft der Link zum Service Centre nicht weiter. Es wäre ja gelacht, wenn man diese Option wie Sitzplätze, Zusatzgepäck, oder Spezialessen online ohne Interaktion mit einem Menschen hinzubuchen könnte. Auch der AI-unterstützte Chat konnte mir nicht weiterhelfen und sandte mich auf die Service Center-Seite mit den Kontaktadressen.

Auf Grund des längeren Asienaufenthaltes wollte ich nicht die befürchteten 30 bis 40 Minuten über Swisscom Roaming in der Swiss-Warteschleifen warten. Deshalb versuchte ich, das lokale Swiss Büro zu kontaktieren.

Eine Google-Suche lieferte sowohl eine Email-Adresse (!) einer lokalen Mitarbeiterin (napaporn.pinkaew@swiss.com), als auch eine Telefonnummer (02-204-7700):

Leider kam meine Email-Anfrage umgehend zurück — Recipient Unknown:

host mxb-005f4701.gslb.pphosted.com [143.55.150.105]
    SMTP error from remote mail server after RCPT TO::
    550 5.1.1 Recipient Unknown

Die Telefonnummer war auch nicht mehr gültig. Eine zweite Nummer auf einer nicht verwandten Web-Site funktionierte ebenfalls nicht.

Soviel zur Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit von AI Overview. Trau schau wem!

Schlussendlich wurde ich auf der Web-Site von Bangkok Suvarnabhumi fündig. Dort werden alle Airlines mit einer Telefonnummer aufgelistet, und so auch die Swiss:

Suvarnabhumi Airline Info

Die Nummer lautet 02-056-6868 ‭respektive international +6620566868.

Und tatsächlich: Die Nummer funktionierte. Es handelt sich dabei nicht um Swiss selber, sondern um das Lufthansa Group Service Center. Das macht Sinn, denn fliegen ja Lufthansa, Austrian wie auch Swiss BKK an.

Bevor man mit einem Mitarbeiter sprechen kann, musste ich eingeben:

  • 2 für Reservation (1 wäre HON Circle, 3 Miles & More)
  • 2 für Swiss (1 wäre Lufthansa, 3 Austrian)

Innert weniger Sekunden begrüsste mich ein Mensch, der nicht nur Thailändisch, sondern auch Englisch sprach, und mit einem verständlichen Akzent. Ich brachte mein Anliegen vor, er notierte sich die PNR, klärte kurz ab, ob zum Sitz ein Bassinet gebucht werden kann, und ob noch ein Bassinet frei war, und bestätigte mir dann die Reservation. Alles in allem dauerte das nicht mehr als drei Minuten. Fliegen kann so schön sein, auch 2026!

Tipp: Vor dem Anruf notiere ich mir jeweils die PNR (Buchungsreferenz), und frage dann über Google: „NAPZ5Z in NATO Alphabet“. Google ist so gut, dass es dann die Buchstaben auflistet: November Alfa Papa Zulu Five Zulu. Im Flugverkehr bin ich noch keinem Angestellten mit Kundenkontakt begegnet, welcher nicht dieses Alphabets mächtig war. Dies erlaubt die fehlerfreie, zuverlässige und schnelle Kommunikation des PNR.

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Labels: Reisen, Thailand

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Samstag, 14. März 2026

Poor Man’s Toniebox

Ein Kollege hat mir empfohlen, ein Einschlaflied auszuwählen, und das Baby regelmässig damit in den Schlaf zu wiegen.

Sobald der Nachwuchs auf die Melodie konditioniert sei („wie ein dressierter Hund“, bemerkte ich lapidar, was er nicht verneinte), klappe es erstaunlich gut, den Nachwuchs rasch und effektiv zum Einschlafen zu bringen.

Wir üben aktuell noch, und es funktioniert noch nicht wie gewünscht. Momentan habe ich das Gefühl, dass es wirklich könnte.

Auf Grund meiner amerikanischen Prägung seit 2010 habe ich mich für „Twinkle Twinkle Little Star“ entschieden. Erinnerungen an den kulturellen Einfluss eines untergehenden Imperiums …

Anfänglich spielte ich diesen YouTube-Song auf meinem iPhone ab. Irgendwann war mir das zu mühsam, und ich begann, mich nach einem dedizierten Abspielgerät umzusehen.

Von einem guten Kollegen kenne ich die Toniebox. Vereinfacht gesagt ein Lautsprecher mit einem proprietären MP3-Player mit WiFi-Anbindung, der über einen Server des Herstellers („Tonie Cloud“) sauber lizenziertes Audiomaterial bezieht und abspielt. Der Clou: Sind die Kinder erst einmal mobil, kann man ihnen offizielle Tonie-Figuren kaufen, welche einen NFC-Chip eingebaut haben, die dem Lautsprecher sagen, welches Audiomaterial vom Server heruntergeladen und abgespielt werden soll.

Natürlich haben ITler das Ding reverse engineered, um meines Wissens NFC-Tags zu klonen, aber auch um eigene Aufnahmen auf das Gerät zu laden und lokal abzuspielen.

Einschub: Das gab’s auch schon in den 1980ern, in analoger und ungeschützter Form; das waren damals einfach Kassetten, mit TKKG-, Drei Fragezeichen- und Knight Rider-Episoden. Selbstverständlich konnte man diese nach belieben kopieren, zum Ärger der Rechteinhaber.

Zurück zur Toniebox: Kostenpunkt: Mindestens 80 Hämmer für den „smarten“ Lautsprecher. Die NFC-Figuren gehen ab 15.90 CHF über die Ladentheke.

Wenn man diese Box hier in Thailand überhaupt findet, dann zu überteuerten Preisen. Zu teuer, vor allem, weil unser Baby ja noch gar nicht selber mit der Toniebox spielen kann.

Meine improvisierte Lösung:

  • HOCO HC22 (auf der Herstellerseite nicht mehr geführt, vermutlich Auslaufmodell) Lautsprecher mit Bluetooth, einem USB-A-Port für einen USB-Stick, einem USB-C-Port zum Laden der 1200mAh Batterie des Lautsprechers, einem SD Card-Slot (aus irgendeinem mir unerklärlichen Grund „TF“ genannt, „Trans-Flash“), FM-Radio sowie einem AUX-Eingang (3.5mm Klinke). Kompaktes Design (passt in knapp in die Hosentasche), mit 272g tragbar, aber definitiv nicht leicht — aber dementsprechend fühlt sich das Gerät wertig an. Das Gehäuse verfügt auch über eine Schlaufe, mit welchem man den Lautsprecher an einem Haken oder Karabiner aufhängen kann. Kostenpunkt: 7.55 CHF
  • SanDisk Classic 10, 32GB P/N SDSQUNR-032G-GN3MN, Kostenpunkt: 8.10 CHF
  • HOCO UA25 SD Card-Adapter (beide Grössen) auf USB-C. Kostenpunkt: 4.05 CHF

Sobald man im Besitz des Materials ist, braucht man nur noch MP3-Dateien (M4A habe ich nicht getestet), lädt diese über den Adapter auf die SD Card, schiebt die SD Card in den Lautsprecher, wechselt in den SD Card-Modus, und beginnt die Songs abzuspielen.

Kritik: Die Reduktion auf 4 Buttons (Power On, – (minus), + (plus), Play) und die Doppelbelegung (short press, long press) und das Fehlen der Bestätigung von Tastendrücken mit einer Stimme machen die Bedienung nicht optimal — aber machbar. Auch gefällt mir nicht, dass die Lautstärke bei jedem Neustart auf die (für ein Baby zu laute) Standardeinstellung zurückfällt.

Und ja, bevor kommentiert wird: Ich bin mir bewusst, dass mein Use Case nicht derselbe ist wie derjenige von Eltern von älteren Kindern, welche man selbständig beschäftigen und die Möglichkeit geben möchte, ihr Lieblingshörspiel zu hören.

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Labels: Baby, IT, Technik

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