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Sonntag, 9. August 2026

Antalya: Taxi-Fahrer zocken auch über Uber ab

Gestern ging es von unserem Aparthotel in Muratpasa in die Altstadt von Antalya.

Ich entschied mich auf Grund des Babies und des Kinderwagens für ein Taxi, obwohl wir in fünf Minuten Fussweg vom Hotel eine Bushaltestelle zur Verfügung hätten. Doch der Fussweg schreckte ab, sowie die fragliche Pünktlichkeit der Busse, und schlussendlich auch der Kauf der Tickets (ich kann mich erinnern, dass es letztes Jahr nicht ganz einfach war, Tickets zu kaufen).

Bolt funktioniert hier nicht, aber Uber ist verfügbar. Mit einem kleinen „Haken“: Man kann sich zwar Taxis bestellen, diese fahren dann aber mit dem Zähler und rechnen unabhängig von Uber ab. Aber die Transaktion erfolgt über Uber, sofern man Kreditkartenzahlung wählt. Sprich — wenn ich es richtig verstehe — muss der Taxifahrer am Ende der Fahrt die Zahl vom Zähler manuell in die Uber-App übertragen (ich habe das in beiden Fällen nicht miterlebt — offenbar passierte das, als wir bereits ausgestiegen waren und alle unsere Sachen gepackt hatten).

Immerhin: Uber gibt einem beim Bestellen eines Taxis an, in welcher erwarteten Preisspanne die Fahrtkosten landen werden. Bei der Hinfahrt bemerkte ich diese Mitteilung, dachte mir aber nichts weiter dabei. Bis als wir am Hadrianstor ausgestiegen waren, Uber den geschuldeten Betrag von meiner Revolut-Karte abbuchte, und die Meldung auf meiner Apple Watch Ultra erschien: 500 TRY stand dort. Nicht nur ein äusserst runder Betrag, sondern gemäss meiner Erinnerung auch um ein paar TRY über der oberen Limite, welche mir Uber bei der Buchung angezeigt hatte. Spannend-fragwürdig, doch was soll’s, die Altstadt hatte nun Priorität.

Es folgten heisse Stunden in der sengenden Hitze in der verwinkelten Altstadt, in Cafés und einem Restaurant. Irgendwann einmal hatten wir alles getrunken und gegessen, und das Baby war körperlich und mental mehr als reif für die abendliche Lavabo-Dusche im Hotel.

Wir verliessen die Altstadt, postierten uns in der Nähe des antalyischen Zytglogge — und ich bestellte über Uber wieder ein Taxi. Vor uns standen zwar drei oder vier Taxis in einer Reihe, doch leider habe ich in dem Land trotz weniger Reisen bereits so viele Abzocken erlebt, dass ich auf keinen Fall ein direktes Vertragsverhältnis mit einem Taxifahrer eingehen wollte. Allfällige Diskussionen vor meiner Frau und dem Baby waren mir zuwider, wie auch allfällige Übungen während der Fahrt.

Ich bestellte also das Taxi, und dieses Mal machte ich einen Screenshot der „Fare Range“, welche Uber mir angab:

Ein Taxi akzeptierte die Anfrage sofort, und ich erhielt via Uber Messages eine Nachricht, dass er, Emre, beim „Clock Tower“ auf mich warten würde. Tatsächlich war es das vorderste Taxi in der Schlange, und als ich noch das Nummernschild verglich, rief mir Emre bereits zu „Mario! Is this you?“.

Emre war freundlich und hilfsbereit. Dank seines Dacia Lodgy mit riesigem Kofferraum war es ihm möglich, den Kinderwagen ungefaltet in den Kofferraum zu stellen. Wir nahmen auf dem Rücksitz platz, und er fuhr uns (zeitweise in Höllentempo) zurück nach Muratpasa ins Hotel.

Er half uns beim Ausladen, ich bedankte mich freudig, und bereite mich mental bereits darauf vor, ihm einen nettes Trinkgeld zu senden.

Doch im Hotelzimmer blinkte die Revolut-Notification auf: 700 TRY, 200 TRY über der von Uber angegebenen Obergrenze. What the …

Da schwante es mir: Die dreisten Taxifahrer in Antalya versuchen sogar, einen über Uber abzuzocken. Und zwar offenbar permanent; oder wer hat auf seiner Antalya-Reise auf zwei von zwei Taxifahrten das Glück, eine solche Behandlung zu erfahren?

Andererseits fand ich es sogar etwas mutig: Erstens scheinen die Kollegen runde Beträge zu wählen. Ein paar TRY hier und da würde die Sache doch viel zufälliger und authentischer aussehen lassen. Zweitens scheint es den Taxifahrern schei**egal zu sein, dass die Uber-App die Fahrten aufzeichnet und der Mittelsmann somit nachvollziehen kann, welche Route gefahren wurde, und wie lange das gedauert hat. Weiter kann man zwar schon Fantasiezahlen eingeben, aber im Falle einer Beschwerde des Kundens muss man mit dem Meter (Fahrtenschreiber) dann doch belegen können, dass man eine Strecke in einer bestimmten Dauer gefahren ist, und basierend auf diesen Parametern errechnet sich ja dann der verrechnete Betrag. Und schlussendlich glaube ich kaum, dass Uber sowas auf die Dauer einfach so toleriert. Sowas kann sich doch ein Taxifahrer gegenüber Kunden doch nur ein paar Mal erlauben, bis das im System auffällt und er von der Plattform verbannt wird. In etwa wie: Drei Punkte in Flensburg, Führerscheinentzug!

Mein Fehler, notabene: Beim Aussteigen hätte ich fragen sollen, wie viel der Meter anzeigt (auf der ersten Fahrt achtete ich mich nicht, auf der zweiten Fahrt konnte ich den Zähler hinter dem Beifahrersitz sitzend nicht entdecken).

Das wollte ich nicht auf mir Sitzen lassen. Ich wählte in der Uber App unter Activity die Taxifahrt an, dann ganz unten Customer Support, dann Help with something else, und dann I was charged incorrectly on a Uber Taxi trip (oder sinngemäss). Da ich in beiden Fällen nicht wusste, was der Meter tatsächlich angezeigt hatte, füllte ich dort einfach die erwartete Maximalsumme ein, die mir Uber unterbreitet hatte. Ich sendete die Beschwerde ab, ohne grosse Hoffnung, dass meine Anfrage zu meinen Gunsten entschieden würde.

Heute Sonntag-Nachmittag dann die freudige Überraschung: Beiden Anträgen wurde stattgegeben, und insgesamt 349 TRY rückerstattet (5.91 CHF):

Weiter hat mir der Uber-Kundendienst noch folgendes in einem separaten Email gemeldet (die zwei Emails lauteten exakt identisch):

Hi, Mario.

We are sorry to hear this trip’s fare didn’t meet your expectations. We understand that your time is valuable and that you depend on Uber for a reliable and efficient ride.

I have reviewed your trip and have adjusted the fare. It now reflects accurately the time and the distance traveled at that time of the day, plus the additional surcharges.

You should be able to see the amount back to your account within 3-5 business days.

In addition, we can assure you that the appropriate steps will be taken and we will follow up with your driver about this issue.

Please note that all Taxi fares are set by the state. Taxis have certain surcharges (Airport, Harbor or luggage surcharges) and tiered pricing depending on the time of day.

We appreciate you taking the time to write in.

Zugegeben:

  • Bekannte von mir führen für solche Situation ein virtuelles „Bullshit-Konto“. Dieses füllen sie anfangs Jahr mental mit einer gewissen Summe, und buchen dann solche „Missgeschicke“ virtuell-mental vom Konto ab. Damit ist der Fall für sie erledigt — solcha Lappalien sind die Zeit und Aufregung nicht wert. Sie machen kein Aufhebens darum, und lassen eine Fünf gerade sein.

  • Ich kann das leider nicht, mir geht das Verhalten, welches solche Taxifahrer an den Tag legen, gegen den Strich. Mir geht es um’s Prinzip. Selbst wenn es nur gerade um das Äquivalent eines Kaffees bei Starbucks geht …
  • Ich weiss nicht, ob der Kinderwagen zu einer höheren Gebühr geführt hat?
  • Oder ob ein Gefahrenzuschlag für den Transport eines Babies erhoben wurde?
  • Vielleicht haben die Taxifahrer mit Touristen schlechte Erfahrungen (bspw. kein Trinkgeld) gemacht, weshalb sie sich jetzt das Recht herausholen, selbst für finanzielle Gerechtigkeit zu sorgen?
  • Wird damit die Versteuerungspflicht auf Grund digitaler Spuren „automatisch“ kompensiert?
  • Habe ich einen Fehler gemacht, und hätte ich Bargeldbezahlung auswählen sollen? Hätte man mir hier den effektiven Preis verrechnet? Oder wäre ich jetzt mangels Belegen noch schlechter dran?

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Labels: Reisen

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Dienstag, 24. Februar 2026

PostFinance: Doppelte Kartenbuchung: Grottenschlechter eFinance Kundenchat

Es ist die Nacht vom 1. auf den 2. November 2025: Nach einer feuchtfröhlichen Hochzeitsfeier in der Silo Lounge besteige ich am Loeb-Egge ein Taxi („Edimo Worb“), welches mich nach Neuenegg fahren soll.

Bei meinem Übernachtungsort angekommen zeigt der Taxometer 89.70 CHF und ich bezahle den Taxifahrer über sein SumUp-Gerät mit meiner virtuellen PostFinance Card über Apple Pay.

Der Taxifahrer sagt mir, dass die Überweisung nicht funktioniert hätte — obwohl ich auf dem iPhone auf dem Bildschirm die entsprechende Mitteilung erscheint. Da ich nicht für Diskussionen aufgelegt bin und nur noch Schlafen gehen will, zücke ich meine PostFinance Card und bezahle mit der physischen Karte. Das scheint zu klappen, der Taxifahrer entlässt mich in die dunkle Nacht.

Ein paar Wochen später erfasse ich meine Ausgaben in der Buchhaltung. Dabei fällt mir die doppelte Transaktion von meinem PostFinance-Konto auf. Mist.

Die Buchungen sagen beide Male:

KAUF/DIENSTLEISTUNG VOM 02.11.2025
KARTEN NR. XXXX1234
SUMUP *EDIMO TAXI
WORB (CH)

Mit dem SumUp-Gerät gab es mangels Drucker natürlich keine Papierquittung, und ich habe auch keine handgeschriebene Quittung verlangt (wer macht das schon?).

Erste Idee: Ich kontaktiere das Taxi-Unternehmen, und bitte um die Rückerstattung einer der Transaktionen. Leider findet sich über Google weder eine Homepage, noch eine Geschäftsadresse. Ich finde auf einer Website einen jungen Fussballspieler in Worb lautend auf diesen Familiennamen, doch das Match-Resultat FC Schwarzenburg / Rüschegg gegen SC Worb ist datiert auf den 21. Mai 2014. Jahre in der Vergangenheit. Und vermutlich — falls überhaupt verwandt — handelt es sich um den Sohn des Taxifahrers, denn der Taxifahrer war älter als ich, sprich war 2014 sicher nicht in einem Juniorenteam unterwegs. Mehr finde ich auf die schnelle über Google nicht. Auch das SHAB findet nichts für „edimo“.

Nun gut, der grosse Vorteil von Kartenzahlungen: Man kann sich an seine Bank wenden und die Zahlung beanstanden. Ich öffne PostFinance eFinance im Browser, und gehe in den Chat. Über mehrere Tage versuche ich dort vergebens, meinem Anliegen das richtige Gehör zu verschaffen. PostFinance sieht kein Anlass, aktiv zu werden, und bittet mich, mit dem Taxi-Unternehmen Kontakt aufzunehmen:

Da der Betrag zweimal ordentlich abgebucht wurde, können wir die Zahlung nicht automatisch stornieren. Am besten nehmen Sie mit dem Taxiunternehmen Kontakt auf. Falls das zu nichts führt, können Sie eine Nachforschung für die doppelte Zahlung in Auftrag geben, damit wir das Geld zurückverlangen können.

Ich erläutere dem Kundendienst, dass ich keine Telefonnummer, Email-Adresse noch eine Homepage gefunden habe, und ich deshalb nicht mit dem Taxi in Kontakt treten kann. Der Kundendienstmitarbeiter des Tages antwortet mir, dass ich in dem Fall einen Nachforschungsauftrag stellen müsse. PostFinance werde „nachforschen“, mit einem für mich unklaren Ziel (die Kontaktangaben des Taxiunternehmens ausfindig zu machen, mir mitzuteilen, damit ich dann mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen kann, um vielleicht mein Geld zurück zu erhalten?).

Sie können eigenständig im E-Finance eine Nachforschung veranlassen. Gehen Sie dazu wie folgt vor:

  • Klicken Sie im Menü «Home» in der Kachel «Bewegungsübersicht» zuerst auf das gewünschte Konto und anschliessend auf «Alle Bewegungen»
  • Wählen Sie die Zahlung vom 28. Dezember 2022 an, damit die Bewegungsdetails angezeigt werden
  • Danach klicken Sie ganz unten auf „Nachforschung“
  • füllen Sie die Nachforschungs-Maske aus und klicken auf den gelben Button «Senden»

Bitte beachten Sie, dass bei einer Nachforschung eine Gebühr von CHF 30.00 (Ausland CHF 60.00) anfällt und diese mehrere Wochen dauern kann.

Problem: 30 Franken Nachforschungsgebühr? Bei einem zu rückerstattenden Betrag von 90 Franken sind 33 Prozent Kosten weit über meiner Schmerzgrenze.

Ich werde stinkig und mache meinem Ärger Luft: Ich sei Kunde der Bank, bezahle Kontogebühren, aber in diesem offensichtlichen Fall erhielte ich keine Unterstützung.

Der Person am anderen Ende scheint dies egal zu sein. Meine Vermutung: Am anderen Ende sitzen Lehrlinge (Gen Z, „Kunde droht mit Arbeit“, oder schlichtweg überfordert mit solchen Anfragen), oder noch schlimmer, ins Ausland outgesourcte Kundendienstmitarbeiter.

Letzter Versuch: Ich nehme mit SumUp Kontakt auf. Der Hersteller des Terminals, über welches der Betrag doppelt abgebucht wurde. SumUp muss den Besitzer des Terminals kennen, da zwischen SumUp und ihm ein entsprechender Vertrag geschlossen wurde (soviel verstehe ich noch von meiner Zeit bei der SIX Group). Die PostFinance hat keinen Kontakt mit dem Taxiunternehmer, sondern hat einen Vertrag mit mir, und noch mit MasterCard, über welche das Geld geflossen ist (oder?). SumUp bestätigt den Erhalt der Anfrage, und meldet sehr rasch, dass sie mir nicht weiterhelfen können, und ich mich an die kartenherausgebende Bank melden soll. Toll, zurück zum Start.

Ich gehe noch einmal in den Chat, melde dies PostFinance zurück, worauf mir erneut gesagt wird, dass ich einen Nachforschungsauftrag stellen müsse. Ich beschwere mich lauthals und frage, wo ich ein Beschwerdeformular finde, um eine Transaktion zu beanstanden. Der Chat-Mitarbeiter versteht nicht, was ich suche, und kann mir nicht helfen.

Gefrustet verlasse ich den Chat. Dann die Erleuchtung: Ich Idiot! Was, wenn PostFinance das Formular öffentlich zum Download anbietet? Und siehe da, wenige Sekunden später finde ich folgende Web-Seite:

Transaktion beanstanden

Dort kann ich auswählen:

  • Missbräuchliche Buchungen nach Kartenverlust oder Kartendiebstahl. Beanstandungsformular ausschliesslich für missbräuchliche Buchungen nach physischem Kartenverlust/Kartendiebstahl. 01748_00_de.pdf
  • Nicht gerechtfertigte Belastungen. Beanstandungsformular für nicht gerechtfertigte Belastungen. 01620_00_de.pdf
  • Beanstandungsformular für missbräuchliche Buchungen ohne physischen Kartenverlust/Kartendiebstahl. 01747_00_de.pdf
  • Missbräuchliche PostFinance Pay Belastungen. Formular Beanstandung missbräuchlicher Transaktionen PostFinance Pay. 01822_de.pdf

Der Fall war klar: Beanstandungsformular für nicht gerechtfertigte Belastungen (Dierktlink auf das PDF) war das gesuchte Formular.

Zwischenfrage: Wieso hat mich der Kundensupport via Chat nicht auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht? Ist das primäre Ziel, Kunden abzuwimmeln?

Das Problem: Mittlerweile war es nach Weihnachten, und das Formular sagt klar:

Nur wenn Sie innerhalb von 30 Tagen ab Datum der Avisierung (Kontoauszug, Lastschriftenanzeige usw.) die Transaktion schriftlich beanstanden, können wir beim betreffenden Unternehmen Einsprache erheben.

Doch dann realisierte ich: Der Kontoauszug mit der zu beanstandenden Buchung wurde am 1.12.2025 generiert, somit hatte ich noch bis Ende Jahr 2025 Zeit, um meine Beanstandung vorzubringen. Das tat ich auch — der Brief ging kurz vor Torschluss am 30. Dezember 2025 auf die Post.

Am 18. Februar 2026 erhielt ich endlich eine Antwort von Postfinance:

Ihre PostFinance Card kombiniert mit Debit Mastercard – Beanstandung abgeschlossen

[…] Die Prüfung des Sachverhaltes konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Der Betrag wurde Ihnen
am 18.02.2026 gutgeschrieben. Bei Fragen sind wir gerne für Sie da. […]

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Labels: Schweiz

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