Samstag, 25. März 2006

Auch Schweizer ausweisen!

Beim tobenden Autofahrer handelt es sich um einen 44-jährigen Schweizer aus dem Luzerner Seetal. Er war alkoholisiert und lenkte das Auto trotz Führerausweisentzug.

Quelle: Autofahrer geht auf Polizei los

Hatten wir doch diese Woche bereits einmal – da empörten sich die SVP-Blogger über Türken, die Basler Polizisten spitalreif geschlagen haben. Auch ich empörte mich einerseits über den mangelnden Respekt vor unseren Freunden und Helfern, aber auch über die Ausländerhetze der SVP.

Ich war damals der Meinung, dass in der Schweiz der Respekt vor der Polizei generell quer durch alle Bevölkerungsschichten rapide abnimmt. Es spielt dabei keine Rolle, ob man den Pass nun hat oder nicht:

Ich sage: Es muss hier hart durchgegriffen werden (wirklich!). Wer Widerstand gegen die Staatsgewalt leistet, soll dementsprechend bestraft werden. Mir ist dabei aber eigentlich egal, welcher Hautfarbe und welcher Herkunft jemand ist. Repression ist das eine – aber wir alle, Einwohner der Schweiz, ob Eidgenosse oder nicht, sollten uns auch überlegen, wie wir den Respekt vor den Bullen wieder generell heben können.

Quelle: Ausländer verhauen unsere Polizisten.

Es ist nämlich überhaupt nicht so, dass wir Schweizer uns ehrfurchtsvoll vor der mit Blaulicht eintrudelnden Bullerei verbeugen und kein Wort mehr rausbringen. Heute regt sich doch jederman bis zur Weissglut auf, wenn er Parkbussen erhält, wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen gebüsst wird – sprich die „letzte Freiheit“ der Bürger im 21. Jahrhundert, das Autofahren, eingeschränkt wird. Ein bekannter SVP-Politiker und Bundesrat befürchtet hier sogar die „Kriminalisierung der Gesellschaft“. Dass er damit indirekt aber selbst die Polizei und die Durchsetzung von Gesetzen anprangert, vergisst man lieber schnell wieder …

Sie wollen mehr Selbstverantwortung und mehr Freiheit, keineswegs mehr Freiheit herrscht im Strassenverkehr, oder?

Blocher: Nein, das habe ich ja öffentlich gesagt – ich bekämpfe die zunehmende Kriminalisierung der Gesellschaft, die dadurch entsteht, indem man Bagatellvergehen bestraft.

Quelle: „Ich bin ein Verfechter des Kollegialitätsprinzips“

Liebe SVP, was machen wir jetzt? Die Türken könnte man schlimmstenfalls ausweisen, wenn ihr euer Vorhaben durchbringt – diesen Affen hier aber, mit rotem Pass und Schweizerkreuz darauf, der besoffen Auto fährt, den Ausweis aber schon entzogen hat, unsere Landsleute und Gäste aus dem Ausland gefährdet und danach auch noch kein Respekt vor der Staatsgewalt aufweist – den sollte man doch gleich als erstes ins Meer kippen … Aber eben, er ist Schweizer und darf sich deutlich mehr erlauben, richtig?

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Labels: Politik

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