Dienstag, 7. Juni 2005

Urban Myths

Kaum ist die Neuigkeit von Apple draussen, schon laufen die Ohren und Münder aller Geeks heiss … Bereits muss man zwei Dinge klarstellen:

Mac OS X auf Aldi-PCs

Zurzeit wohl das grösste Missverständnis.

Wie ich anderweitig bereits dargelegt habe, besteht Apples Umsatz zu einem Grossteil aus Hardware-Verkäufen, auch wenn die anderen Sparten (Software, iPod + iTunes) in letzter Zeit stark zugelegt haben.

Somit, liebe Wintel-Jünger, wird es von Apple kein Mac OS X Tiger/Leopard geben, das man wie Windows von seinem Kollegen raubkopiert oder von Bittorrent herunterlädt und danach frisch fröhlich auf seinem Dell Optiplex installiert. Wie ich Apple kenne, werden sie wohl gewisse Schutzmechanismen in das OS und evtl. auch in die Hardware einbauen, um diese Vorhaben zu verhindern. Ich rechne aber damit, dass es langfristig Hackern gelingen wird, Mac OS X auch auf Nicht-Apple-Hardware zum Laufen zu bringen. Doch dies führt uns gleich zum nächsten Punkt …

Selbst wenn man in ferner Zukunft Mac OS X auf Hardware von Drittherstellern installieren können wird, bringt das nicht viel. Es wird ausschliesslich auf den Systemen gelingen, Mac OS X bis auf die Oberfläche zu booten, deren Hardware (CPU, Chipset und Grafikkarte) identisch mit den Powermac-Systemen sein wird. Obwohl ich mir vorstellen kann, dass man die Komponenten zu einem gemässigten Preis im Fachhandel kaufen könnte, wird es dennoch Probleme geben mit dem BIOS. Hacker müssten dieses wohl aus den Original-Kisten extrahieren und die Boards flashen. Mit den Grafikkarten könnte es dasselbe sein, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob das auch hier so wie auf dem Mac durchgezogen wird. Wer Mac OS X dagegen gleich auf seinem Aldi-PC installieren möchte, läuft in einen Hammer: Apple hat kein Interesse daran, Treiber für die hunderttausend Hardware-Produkte auf dem Wintel-Markt zu programmieren. Nada. Vergesst es.

Investitionsschutz

Bereits habe ich von jemanden gehört, der nun bis in den Sommer 2006 warten will, bevor er sich einen neuen Mac leistet. Ich kann dieses Verhalten nicht verstehen – abgesehen von Powerbook-Käufern, die in der Tat auf einen richtigen „Revamp“ warten, der wohl bis 2006 nicht passieren wird. Ich sehe hier die Verkaufszahlen tatsächlich einbrechen, bis Apple sein erstes „Pentibook“ (Wittwers verballhornung von „Powerbook“) auf den Markt bringen will. Doch wer sich iMacs oder Powermacs kaufen will, muss doch um Himmelswillen nicht zuwarten?! Für mich wäre das nur ein Argument, wenn die derzeit angebotenen Maschinen zu langsam wären. Ich habe aber mit meinem Powermac G5 2x 1.8GHz noch nie etwas von dieser Langsamkeit bemerkt, auch wenn mich natürlich die Wintel-Kollegen schief anschauen, wenn ich von 1.8GHz rede und sie an ihre 3GHz P4s denken. Damit sollte aber jeder Mac-User seit jeher leben können – ist ja nichts neues, das die Konkurrenz mehr GHz anzubieten hat. WIchtiger wäre doch viel mehr, wie lange man mit Lame benötigt, um eine aktuelle CD zu rippen. Ob das jetzt auf dem Mac oder auf Wintel 10-20sec schneller ist, spielt doch keine Rolle! Fazit: Consumer dürfen sich also weiterhin ohne lange zu überlegen einen Mac kaufen, zumal ich kaum glaube, dass die Entwickler derart schnell nur noch x86er-Produkte auf den Markt bringen werden. Zuerst einmal gibt es den 15 Millionen-PowerPC-Markt zu beliefern, der ja bis anhin genug Rendite geliefert hat, um zahlreiche neue kleine kreative Buden hervorgebracht hat (bestes Beispiel: Delicious Monster mit seiner Delicious Library).

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Labels: Allgemein

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