Archiv 2007

Freitag, 30. März 2007

Unser Platz in Europa

Andreas Gross (mittlerweise bartlos und etwas stämmiger) im FACTS dieser Woche:

[…] Die Zentralmacht der EU kann zu einfach Normen durchsetzen, ohne die Menschen einzubeziehen. Die Antwort darauf kann nur sein, dass die Schweiz sich daran beteiligt, Europa demokratischer und föderalistischer zu gestalten. Die Nationalstaaten sind zu klein, um in der globalisierten Welt die Demokratie zu verteidigen. So wie Zidane seine fussballerische Kunst in einer Telefonkabine nicht entfalten könnte, kann auch nationale Demokratie heute nur noch wenig bewirken. Die Tragik besteht darin, dass die EU als Teil des Problems betrachtet wird und nicht als Lösung.

Quelle: FACTS 13/07, „Der EU fehlt die Demut“, S. 26f.

Labels: Politik

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Freitag, 30. März 2007

APC Smart-UPS SUA750I mit cacti aufzeichnen


APC Smart-UPS SUA750I
Originally uploaded by emeidi.

Gestern ist sie eingetroffen, meine neue, übergrosse Batterie (APC Smart-UPS SUA750I), die meinen Server sowie die sich am gleichen Ort befindlichen Breitband-Geräte in Zukunft vor kurzen Stromausfällen oder Sicherungen beschützen soll.

Vor diesem Neugerät hatte ich einige Monate lang eine APC Smart-UPS 1400 in Betrieb, doch bei mehreren Ernstfällen verweigerte die Batterie ihren Dienst. Entweder hätte ich für mindestens 200 Stutz die Batterie wechseln oder aber für etwas mehr Geld ein Neugerät mit allem Drum und Dran, inklusive Garantie, anschaffen können. Ich entschied mich für letzteres.

Erste Tests liefen völlig zufriedenstellend – das Stromkabel ausziehen: Der Server surrt weiter vor sich hin, die LEDs des Router und des Kabelmodems blinken weiter unablässig. Ziel erreicht. In den letzten Wochen war das nicht mehr so gewiss – wurde die USV vom Stromnetz getrennt, verstummten alle Geräte blitzartig.

Kontrolle muss sein

Damit auch das Herz des Kontrollfreaks höher schlägt, werden zwei – aus meiner Sicht – wichtige Parameter der USV von meinem Linux-Server aufgezeichnet: Temperatur sowie die „Load Percentage“. Dank apcupsd, einem OSS-Ersatz für die offizielle PowerChute-Software, und dem darin enthaltenen Tool apcaccess ist das alles kein Problem.

Folgendes Script liefert die zwei Zahlen zur einfachen Integration in cacti:

#!/bin/sh

ITEMP=`apcaccess | grep ITEMP | cut -d ":" -f 2 | cut -d " " -f 2`
LOADPCT=`apcaccess | grep LOADPCT | cut -d ":" -f 2 | cut -d " " -f 3`
LINEV=`apcaccess | grep "^LINEV" | cut -d ":" -f 2 | cut -d " " -f 2`

echo ITEMP:$ITEMP LOADPCT:$LOADPCT LINEV:$LINEV >> /var/log/apcupsd.temp

exit 0

Labels: Linux

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, 28. März 2007

Selbstjustiz en vogue?

„In vielen Fällen verfolgt die Privatwirtschaft selbst Rechtsverstöße“, sagte Ute Decker von der deutschen IFPI-Sektion, seit kurzem Mitglied in der GNSO. Chuck Gomes von der .com-Registry VeriSign sagte, es gebe eine Menge „Self-Enforcement“ durch private Gruppen. Den Zugang und damit die Verfolgung in erster Linie den Strafverfolgern zu überlassen sei nicht sinnvoll, da letztere in der Regel nicht schnell genug seien.

Quelle: Strafverfolger sollen am Whois-Zugangsmodell mitarbeiten

Lustigerweise scheint dieser Passus kaum jemand im Heise-Forum zu stören … Ticke ich langsam falsch, oder ist das der Abgesang auf den Rechtsstaat?

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, 28. März 2007

Schreinernde Psychopathen

„Wenn man einen Psychopathen eine Schreinerlehre machen lässt, hat man nachher nicht einen Psychopathen weniger, sondern einen Psychopathen mit Schreinerlehre.“

Quelle: Täter resozialisieren ist falsch

Labels: Funny

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, 28. März 2007

Klimaerwärmung? Alles Schwindel!

Urs Paul Engeler und die Weltwoche tarnen sich mit einem (fast) perfekten englischen Akzent und widerlegen, was uns eine Verschwörung von tausenden (diese Zahl wird im Video übrigens auch demontiert) Klimawissenschaftlern weismachen will:

Channel 4: The Great Global Warming Swindle
Offizielle Web-Site

Wobei ich zugeben muss, dass Klimaforschung wirklich eine „Industrie“ geworden ist. Doch um milliardenschwere Öl-Konzerne und deren Marionetten mit ihrem Spin (könnte das Video nicht von Esso & Co. finanziert worden sein?) zu bekämpfen, muss man das halt werden. Besonders amüsant, dass die zitierten Wissenschaftler gegen Zensur innerhalb Forscherkreisen wettern – während dies die Multis doch seit Jahrzehnten machen .

Wer in der Diskussion auch immer Recht hat: Ob CO2 nun gut oder schlecht ist – soviel wie heute wurde von dem Gas noch nie künstlich ausgestossen. Das muss geändert werden. Ob wir in 50 Jahren das ganze Jahr hindurch mit Flip-Flops und Bermudas durch die Gegend watscheln, oder wie ein Eskimo daherkommen.

Nachtrag

(Ich habe das Video nun ganz durchgeschaut – in ein paar Jahren können wir ja auf diesen Artikel hier wieder zurückkommen. Entweder ist es mir dann äusserst peinlich, daran erinnert zu werden, oder aber es gibt niemanden mehr, den ein Blog im Internet interessiert … *smile*)

Nachtrag II

Als Quellenkritik muss nach dem Schauen des Videos folgender Artikel gelesen werden (Danke, Anonymous):

Swindled – oder warum nicht jedes Propagandafilmchen Aufmerksamkeit verdient

Kurz zusammengefasst die Vorwürfe an die Produzenten des Streifens (gekürzte Wiedergabe des oben genannten Blog Artikels):

  • Der Regisseur ist kein unbeschriebenes Blatt und für seinen Thesen-Journalismus bekannt (und wurde auch schon deswegen gerügt)
  • Professor Carl Wunsch distanziert sich von der Art, wie er im Dokumentarfilm zu Worte kommt:

    What we now have is an out-and-out propaganda piece, in which there is not even a gesture toward balance or explanation of why many of the extended inferences drawn in the film are not widely accepted by the scientific community. There are so many examples, it’s hard to know where to begin, so I will cite only one: a speaker asserts, as is true, that carbon dioxide is only a small fraction of the atmospheric mass. The viewer is left to infer that means it couldn’t really matter. But even a beginning meteorology student could tell you that the relative masses of gases are irrelevant to their effects on radiative balance. A director not intending to produce pure propaganda would have tried to eliminate that piece of disinformation.

    Quelle: Partial Response to the London Channel 4 Film „The Great Global Warming Swindle“

  • Die Grafiken enthalten bewusste und unbewusste Fehler; der Produzent hatte Kenntnis davon.
  • Die Forscher hinter der Sonnenflecken-Theorie haben gravierende Fehler in ihren Berechnungen gemacht (Hockeyschläger-Kurve gibt es bei den Solar-Aktivitäten nicht!)
  • Der 75-jährige Herausgeber von New Scientist hatte das Amt im Alter von 31 bis 35 Jahre inne – also vor vierzig Jahren!

Tags:
Labels: Medien, Wissenschaft

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, 27. März 2007

Wenn Sex zur Vergewaltigung wird …

Wer heute Mittwoch nichts zu tun und zu viel Zeit zum Nachdenken hat, kann sich ja mal überlegen, ob es sich bei dem geschilderten Fall wirklich um eine Vergewaltigung handelt:

Kurz zusammengefasst: Ein Weiblein verabredet sich mit einem Männlein, beide besaufen sich, sie lädt ihn im Vollsuff auf einen Kaffee zu sich ein (oder er will ihr seine Briefmarkensammlung zeigen) und schon landen sie in der Falle. Mitten im feucht-fröhlichen Geschehen kommt die gute Dame wieder zu sich (und ja, jetzt passiert irgendwie ganz lange nichts) … Als die Sonne aufgeht, verklagt das fesche Mädel den Hengst wegen Vergewaltigung. Hmmm!

Einige Kommentare:

Also, what happens when both parties are drunk? Do they rape eachother? How about if just the man is drunk? If that’s the case, I had couple of women rape the shit out of me back in college. And I loved every minute of it.

Can a guy claim rape if he was drunk? I’ve definitely woken up a few times with chicks that I wouldn’t have gone home with if I was sober.

Sounds like a woman got hammered and woke up with a nasty man. Where the guy usually just makes an escape, I guess the woman considers it rape.

How far will this ‚I have no responsibility because I was drunk‘ thing go. I may have killed him but I was drunk so hence have no responsibility.

Quelle: It’s not always rape if a woman is drunk, says judge

Auf die Gefahr hin, von Frauenrechtlerinnen niedergeknüppelt zu werden: Auch mit Vergewaltigungsvorwürfen kann heute Schabernack getrieben werden – zum Leidwesen all jener, die wirklich vergewaltigt wurden.

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, 26. März 2007

Sturmgewehr optimal eingesetzt

Weil er glaubte, Fahrende hätten aus seinem Auto 200 Franken gestohlen, hat ein heute 21-jähriger Mann mit seinem Sturmgewehr auf deren Wohnwagen gefeuert.

Quelle: Mit Sturmgewehr gegen Fahrende

Wenn das mit diesen schiesswütigen Deppen so weitergeht, werden die Sturmgewehre wohl doch noch eher im Zeughaus zurückgehalten als der Kanton Bern das Rauchverbot in Restaurants einführt

Tags: ,
Labels: Politik

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, 26. März 2007

Der Fall Benbit (geht weiter)

Beni ist sauer, weil ich in meinem Blog-Artikel en direct du Blogcamp Hinweise auf seine Identität geliefert habe. Es brauchte darauf nicht mehr lange, bis andere Blog-Leser die angebotene Spur aufnahmen (Unique Avalaon, Bloggin‘ chm, BlogCampSwitzerland: der Nachmittag etc.) und weiter herumspürten. Rasch war klar, wer sich namentlich hinter benbit verbirgt, wie er aussieht und wo er arbeitet.

Nun ist es ihm nicht mehr ganz wohl in seiner Haut und kündet drakonische Massnahmen („Ultimatum“) an:

Ich musste diesen Vortrag anonym halten, weil ich es mir nicht erlauben kann, dass zwischen benbit und meiner Person ein Zusammenhang hergestellt werden kann. Aus einem Missgeschick von mir falckerte kurz meine persönlich Emailadresse auf…

Nun finden es einige besonders witzig, meinen Namen in Ihrem Blogs zu veröffentlichen.

Sollte bis morgen Abend (26.03.07) um 18:00 Uhr auf den betroffen Websites diese Einträge nicht verschwunden sein, werde ich meine Konsequenzen ziehen. Was für Konsequenzen das sind, möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten.

Quelle: Ultimatum!

Wie bereits in seinem Vortrag am Blogcamp bleibt er in den relevanten Punkten äusserst vage. Das scheint Programm zu sein.

think eMeidi findet: Die PR-Maschinerie Benbit läuft wie geschmiert. Wer öffentlich einen Vortrag hält und seine Identität mit Käppi und Brille zu verstecken glaubt, muss damit rechnen, dass findige Zeitgenossen Nachforschungen anstellen. Dass dies hier äusserst simpel war, ist einerseits auf den bei SWITCH registrierten Domainnamen zurückzuführen (Junge, wir kommen allesamt aus der IT-Szene, da wird man wohl noch WHOIS kennen, oder?!), andererseits auf die Nachlässigkeit des Präsentierenden, der blöderweise mit seinem Account auf Google.com eingeloggt war.

Ratschlag

Käppi und Sonnenbrille sind cool (diverse Fotos belegen das leicht anrüchige Ambiente, dass du damit heraufbeschworen hast), die kann man lassen. Das nächste Mal rate ich aber zu folgenden zwei Massnahmen:

  • Blog via Blogspot. Der Server steht im Ausland, persönliche Angaben müssen keine angegeben resp. können ohne Probleme gefälscht werden.
  • Präsentationsaccount unter Windows. Neutraler Hintergrund, kein überfüllter Desktop, keine History im Browser (Speicherung von Formulareingaben; bspw. bei Google). Nichts, was einem peinlich werden könnte oder Rückschlüsse auf die Identität erlaubt.

Script Kiddie

Was den technischen Aspekt angeht, hat Christian Stocker meines Erachtens alles schon gesagt:

While he’s completely right that XSS is a dangerously underrated security issue and should be taken much more seriously (we blogged about it more than 2 years ago), his tone, arrogance („at least one third in here will hate me now“) and technical half-knowledge was none the less a little bit annoying.

Quelle: The first blogcamp Switzerland

Ungeklärtes

Zwei Dinge kamen mir am Vortrag quer rein:

  • Google habe seinen Cache derart gesäubert, dass benbit virtuell nicht mehr existiert. Kommt mir spanisch vor. Hat ein milliardenschweres Unternehmen die Musse und Zeit, ein kleines Blog aus dem Gedächtnis des Cyberspace zu tilgen? Meine Vermutung, dass er in seiner robots.txt dem Googlebot die Indexierung verbietet, erweist sich als falsch.
  • Dann wäre da noch dieses ominöse Cookie, dass angeblich die Zürcher Verkehrsbetriebe bereits setzen, als der Surfer nach diesem Betrieb gegoogelt hat und noch auf Google weilt. Wie bereits ein versierter Teilnehmer während des Vortrags bemerkte, ist dieses Verhalten – wenn überhaupt – wohl auf einen in Firefox eingebauten Prefetch zurückzuführen.

Komisch …

Kurz

Benbit, der Zauberlehrling. Viel heisse Luft, viel Geschrei, nicht annähernd so viel dahinter. Zurück hinter die Bücher, Harry Potter!

Breaking News

Beni schreibt das nächste fulminante Kapitel und verabschiedet sich aus der Blogosphäre. Natürlich nicht nachdenklich und leise, sondern mit einem Feuerwerk von Todesanzeige:

[…] Die Konsequenz ist, dass ich mich per sofort aus der Blogospähre abmelden. Benbit ist gestorben. […]

Quelle: Abschiedsbrief

Beni, Danke für die kurzweilige Zeit mit dir. Der Vortrag war gut und hat (wieder einmal) bewiesen, dass beim Entwickeln von Web-Sites höllisch aufgepasst werden muss.

PS: In Wahrheit legt er sich in diesem Moment ein Alter Ego zu und wird schon bald wieder – unter neuem Namen und noch anonymer – auf die Jagd nach XSS-Lücken gehen.

Tags:
Labels: Uncategorized

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, 26. März 2007

Hell froze over

Seit einigen Tagen wurde es gemunkelt, nun habe ich Gewissheit: Ein Kollege heuert beim Teufel höchstpersönlich an.

Als Einstiegslektüre empfehle ich der betroffenen Person das Blog Mini-Microsoft.

Ich erwarte in Zukunft einiges:

Und so weiter, und so fort …

Tags:
Labels: Allgemein

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 25. März 2007

Föderalismus ist …

[…] Der Kanton Bern erstritt sich seine Lötschberg-Neat. Föderalismus ist, wenn man zwei Löcher bohrt, wo eines genügt. Blöd ist, aber nur für die kommenden Generationen, dass man auch eines zu viel bezahlen muss.

Quelle: Der Bund, 24. März 2007, „149 Jahre Bahnhofleiden“, S. 2.

Tags: ,
Labels: Politik

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen