Archiv ‘Schweiz’

Mittwoch, 21. November 2007

Gemüsebaukurse 1916

Dass zu Ende der Kurse zirka 100 Teilnehmer weniger waren als zu Anfang, erklärt sich ohne weiteres durch den Militärdienst vieler Kursteilnehmer. Daneben gibt es ja immer Einzelne, die nicht aus eigentlichem Interesse Kurse besuchen, sondern etwa „weils Mode ist“. Diese Elemente harren gewöhnlich nicht bis zum Ende aus, was meistens auch nicht Schade ist …

Die Klage, dass immer noch zu junge Teilnehmer zu den Kursen zugelassen werden, will nicht verstummen. So die „belebteste“ Zeit der schönen Flegeljahre sollte man hinter sich haben, bevor man sich zur Teilnahme an einem Kurse meldet. Es gibt sonst leicht zuviel „Betrieb“.

Quelle: Tätigkeitsbericht der Oekonomischen und gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Bern 1917. Bern: Buchdruckerei R. J. Wyss & Erben, 1918, S. 17f.

Zwar mangelte es damals noch garantiert an „Schülern“ mit „Migrationshintergrund“ – der Radau im „Klassenzimmer“ schien aber damals nicht weniger geherrscht zu haben als heute

Tags:
Labels: Bern, Schweiz

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, 20. November 2007

AKWs: Profite privatisieren …

… das Risiko aber tragen alle Steuerzahler:

Zurzeit müssten Atomkraftwerk-Betreiber Schäden nur bis zu 1 Milliarde Franken bezahlen. Bei einer potenziellen Schadenssumme von rund 4300 Milliarden Franken sei dies nur ein Tropfen auf den heissen Stein […]

Quelle: «Stopp Atom» kritisiert Haftpflichtregelung

Freie Marktwirtschaft – jetzt!

Tags:
Labels: Energie, Schweiz

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, 19. November 2007

Der direkteste Weg


Der direkteste Weg
Originally uploaded by emeidi

Der direkteste Weg (Google Maps)
Originally uploaded by emeidi

Unterwegs mit einer Paketsendung

Vor einigen Woche gab ich auf der Post hier in Neuenegg ein Paket auf, das in das 43 Kilometer entfernte Kiesen geliefert werden sollte.

Dank der heute standardmässig vergebenen Track & Trace-Nummer konnte ich den Weg des zwei Kilogramm schweren Päcklis sofort nach der Aufgabe über das Internet verfolgen.

Und so bekam ich unmittelbar das Perfide von optimierten Transportprozessen zu gesicht:

  • 3176 Neuenegg (BE)
  • 1306 Daillens (VD) – 108km
  • 4624 Härkingen (SO) – 152km
  • 3629 Kiesen (BE) – 77km

Total: 338km. Damit hätte das Paket fast acht Mal von Neuenegg nach Kiesen transportiert werden können.

Aber äbe: Das funktioniert nur, solange sich der Treibstoff für die LKWs des Gelben Riesen in erschwinglichen Regionen bewegt. Und der Strompreis und die Kapazität für den Eisenbahntransport ebenfalls günstig zu haben sind.

Wenn die Energie im nächsten Jahrzehnt um ein Vielfaches teurer wird, dürfen die BWLer der Post wieder ran – und auf den Rappen genau optimieren. Wetten, dass die Route dann näher bei 43 Kilometer als bei 338 Kilometer liegt?

Tags:
Labels: Schweiz, Wirtschaft

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, 19. November 2007

Party-Sites auf dem Weg zur eierlegenden Wollmilchsau


Lautundspitz und jobs.ch
Originally uploaded by emeidi

Ab sofort bieten wir Dir einen neuen Service.
In Zusammenarbeit mit jobs.ch haben wir auf unserer Website einen Stellenmarkt integriert. Somit hast Du neu die Möglichkeit, im grössten Schweizer Online – Stellenmarkt, täglich von über 25000 Jobs, den Richtigen zu finden.
Oder noch attraktiver, lass Dich finden! Hinterlege jetzt anonym Deine Karrieredaten auf der führenden Job-Plattform. Über 5200 angeschlossene Firmen und Headhunter nutzen den Pool laufend für die Besetzung von Top-Positionen.

Wann kann ich wohl meine Kaffee-Maschine über Partyguide & Co. fernsteuern?

Mir wäre als Arbeitgeber schleierhaft, weshalb ich ausgerechnet Personal rekrutieren soll, deren Freizeit- (und Arbeitsbeschäftigung) das Surfen auf Party-Sites ist …

Tags: ,
Labels: Schweiz, Web

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, 19. November 2007

MIGROS hat meine volle Unterstützung

Die Migros will an zentraler Lage in den Städten Verpflegung anbieten und Bildschirme aufstellen – Zielgruppe sind Familien. Die Uefa spricht von «Ambush-Marketing», also Guerilla-Werbung. «Das Ziel der Migros scheint zu sein, eine möglichst grosse Konfusion herzustellen zwischen den offiziellen Euro-08-Aktivitäten und den inoffiziellen der Migros», sagt Philippe Margraff, Marketing-Chef der Uefa gegenüber der «SonntagsZeitung».

Die Uefa will alles unternehmen, um Ambush-Marketing zu verhindern. Auch im Fall der Migros. «Wir prüfen alle rechtlichen Möglichkeiten», sagt Margraff. «Die Migros masst sich einen Status an, den sie gar nicht hat. Sie macht glauben, sie gehöre zur Euro 08. Das ist aber nicht der Fall.»

Quelle: Uefa droht Migros

Es wurde mal Zeit, dass dem Söihäfeli-Söidecheli-Vetternwirtschafts-Saustall Uefa dieses dubiose Marketing-Monopol entzogen wird. Ein Wunder, dass die Uefa sich die Spiele nicht nur durch unsere Steuergelder finanzieren lässt, sondern nicht auch gleich noch einen prozentualen Anspruch an die während der Spiele erwirtschafteten Umsätze unserer gesamten Wirtschaft erhebt

Im Gegensatz zur Uefa bezahlt die MIGROS hierzulande anständig Steuern, beschäftigt tausende Bürger und verfolgt ein soziales Engagement. Korruption und Vetternwirtschaft scheinen diesem urschweizerischen Betrieb ein Fremdwort zu sein -während Onkel Seppi alle paar Monate wieder von der Realität seines Grümscheler-Clubs eingeholt wird.

Die Euro08 sind nicht die Spiele der Uefa, dies sind die Spiele der Nationalmanschaften, der Gastgeberländer und deren Einwohnern. Irgendwie hat dies die Uefa ab all dem Geld-Scheffeln noch nicht realisiert.

Tags:
Labels: Medien, Schweiz, Wirtschaft

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 18. November 2007

Swisscom mit einer Weltneuheit


Swisscom mit einer Weltneuheit
Originally uploaded by emeidi

Das kommt mir vor, als hätte VW vor fünf Jahren entschieden, die Beifahrertüre ihrer Personenwagen ab Werk zu verschweissen, um heute stolz anzukündigen, dass diese Türen als Weltneuheit inskünftig geöffnet werden können …

Taxcard-Anekdote

Wie habe ich mich vor drei Jahren aufgeregt, als ich am Samstag ans Gurtenfestival auf den Berner Hausberg stieg und dummerweise mein Handy bei meiner Freundin in Wabern liegen gelassen hatte. Bevor ich sie über ein öffentliches Telefon kontaktieren konnte, musste ich im Gurten-Restaurant zuerst für fünf Franken eine Taxcard kaufen. Mittlerweile ist der Restbetrag von ca. zwei Franken verfallen.

Tags: ,
Labels: Schweiz

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 18. November 2007

Tücken billiger Energie

«Ich habe keine Ahnung, wie die Welt in 20 Jahren aussieht, doch es kann sehr schnell gehen, dass die Energie plötzlich zehnmal so teuer ist. Dann würden wir das Garn nicht mehr aus Indien und Usbekistan importieren, sondern wieder hier in Linthal spinnen.»

Quelle: DIE SPINNEN NICHT MEHR, DIE GLARNER

Doch in 20 Jahren wird es in der Schweiz kaum mehr Industriebetriebe geben. Dafür werden wir aber mit Horden von Juristen, Volks- und Betriebswirtschaftlern und IT-Fachkräften gesegnet sein, die keine Ahnung haben, wie man Kleider von Hand wischt und im Gärtchen der Villa im Nobelviertel Gemüse anpflanzt.

Aus diesem Dilemma wird uns kein Geld der Welt (da wertlos) und auch keine noch zu erfindende Technologie (da nur mit billiger Energie einsetzbar) retten.

Wird bald wieder in die Hände gespuckt?

Tags:
Labels: Energie, Schweiz

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, 14. November 2007

Widersprüchliche SVP

Dieser Leserbrief im gestrigen Bund war so gut, dass ich ihn hier in seiner Gänze wiedergeben möchte:

Die Versuche einzelner SVP-Exponenten, insbesondere von Nationalrat Mörgeli, Samuel Schmid als «halben» Bundesrat der SVP oder als «dritten» der FDP hinzustellen, bieten Anlass zum Nachdenken. Es stellt sich die Frage, welche (charakterlichen) Eigenschaften einen Repräsentanten der SVP im BR auch zu einem anerkannten SVP-Vertreter machen.

Was kennzeichnet Bundesrat Samuel Schmid? Er ist ein Patriot und hat eine klare bürgerliche Position; er ist durchdrungen von einer liberalen Haltung; er ist in seinen politischen Positionen dezidiert, respektiert aber auch die politischen Positionen der anderen; er verzichtet auf Beschimpfungen seiner politischen Gegner; er behandelt politische Gegner nicht als politische Feinde; er anerkennt, dass das Gemeinwohl, der Ausgleich und die Gerechtigkeit Grundlagen unserer Schweiz sind – passt er deshalb nicht mehr zu der Schweizerischen Volkspartei?

Die Frage ist, ob Patriotismus, liberales Denken, Respekt vor anderen Meinungen, Verzicht auf Beschimpfungen und die Einsicht, dass die Schweiz ihre Kraft gerade aus dem Ausgleich aller Interessen schöpft, mit einer Mitgliedschaft in der SVP unvereinbar sind.

Ich habe mich wiederholt gefragt, wie sich wohl aufrechte SVP-Sympathisanten fühlen, wenn die Parteileitung den politischen Gegnern mit Begriffen wie «gierige Hintergedanken, Hinterhältigkeiten zum Machterhalt, perfide und erlogene Komplottvorwürfe, Kampf um eigene Pfründen, Kriminellenverhätschelung, Missbrauch und budgetäre Sorglosigkeit» eindeckt. (SVP-«Klartext», Ausgabe 10/2007, Editorial Nationalrat Ueli Maurer, Parteipräsident). Er bezichtigt damit den politischen Gegner mit anderen Worten als gierig, hinterhältig, perfide, verlogen, selbstsüchtig, sorglos und naiv – mithin alles Eigenschaften eines äusserst schlechten, wenn nicht kriminellen Charakters.

Der Nationalrat Ueli Maurer verunglimpft und diskreditiert den politischen Gegner; ist solches die Voraussetzung, dass man zur SVP passt?

Patrioten – als solche verstehen sich ganz speziell die Sympathisanten der SVP – identifizieren sich mit dem eigenen Land und dem Volk. Zum Volk gehört aber gerade auch der politische Gegner! Ihn auszugrenzen, zu beschimpfen, zu diskreditieren und als quasi kriminell hinzustellen, weil er eine andere als die eigene politische Meinung vertritt, ist höchst unpatriotisch.

Ich hoffe, dass die vielen aufrechten SVP-Mitglieder, die ich auch aus meinem Arbeitsumfeld kenne, den Mut und die Kraft aufbringen werden, sich gegen den momentanen Strom der schweizerischen Parteileitung zu stellen und die liberalen Werte innerhalb dieser Volkspartei hochzuhalten, wie es BR Schmid tut.

Ich glaube, dass sich dieser Mut lohnt, denn ich bin der festen Überzeugung, dass die grosse Mehrheit der SVP-Wähler und viele Vertreter dieser Partei in den Parlamenten Menschen mit anderer politischer Ausrichtung respektieren und deren Beitrag zum gemeinsamen Ganzen wertschätzen.

Stefan Bleuer, Niederwangen

Quelle: Der Bund, 13. November 2007, „Gegen RGM- und Schmid Bashing“, S. 9.

Tags:
Labels: Politik, Schweiz

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, 14. November 2007

Das Volk auswechseln

„[…] Vielleicht wird mittlerweile auf den Verleger- und den Chefredaktorensesseln in den Archiven gewühlt, um Rat zu finden. Da fänden sich im „Berner Tagblatt“ von damals zuhauf Artikel, in denen den Stalinisten in der DDR der Rat gegeben wurde, das Volk auszuwechseln, wenn es nicht nach ihrer Geige tanzen wollte.“ –– Peter Sigerist, Bern

Quelle: Der Bund, 13. November 2007, „Gegen RGM- und Schmid Bashing“, S. 9.

Übrigens: Das Volk sollte man wohl langsam auch in Möhlin auswechseln – „richtig sturi Gringe si das“:

Die Gemeindeversammlung von Möhlin muss ein drittes Mal über die Einbürgerung einer Familie aus Mazedonien entscheiden. Das Bundesgericht hat den ablehnenden Entscheid der Gemeinde vom letzten Dezember wegen eines Formfehlers als verfassungswidrig aufgehoben.

Quelle: Möhlin muss zum dritten Mal über Einbürgerung befinden

Tags:
Labels: Bern, Medien, Schweiz

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Mittwoch, 14. November 2007

Katholische Kirche in fragwürdigen Gewässern

Bischof Kurt Koch braucht in seiner Stellungnahme harte Worte: Eine Anerkennung des Urteils im Streit um den Röschenzer Priester Franz Sabo käme «einer Kapitulation der Kirche vor dem Staat gleich». Aus dem gleichen Grund könne er das Urteil auch nicht ans Bundesgericht weiterziehen. Der Gerichtsentscheid sei «eine «ungeheuerliche Infragestellung der ganzen Rechtsordnung der römisch-katholischen Kirche».

[…] Ein solcher Kniefall dürfe «einem Bischof nicht zugemutet werden». Kein souveräner Staat würde eine solche Kritik an seiner Rechtsordnung akzeptieren, schreibt Koch. Angesichts dieses «totalen Affronts» habe er unverzüglich den Vatikan informiert.

Quelle: Der Bund, 13. November 2007, „Kniefall vor dem Staat“, S. 5.

Mutet es nicht komisch an, wenn in den letzten Jahren eine Minderheit von hier lebenden Muslimen gegeisselt wurde, weil das Grüppchen die Scharia (oder welche religiös hergeleiteten Gesetze auch immer) über hier geltende Gesetze stellten – und die katholische Kirche diese fragwürdige Bewegung völlig überraschend links überholt?

Nun also bläst auch ein Katholischer Bischof in dasselbe Horn – doch wo bleibt der Aufschrei derjenigen, die noch vor kurzem einer Islamisierung unseres Landes mitsamt der Einführung der Scharia befürchteten? Ob nun Mohammed, Bischof Koch oder der Heilige Christoph B. die Autorität des Staates und seiner Gerichte in Frage stellt, spielt aus meiner Sicht keine Rolle. Alle sind sie Ewiggestrige, die an alten (bis uralten) Zöpfen nachhängen, von einem romantisierten Bild der vergangenen Tagen träumen und damit die heutige Welt schlicht und einfach verkennen.

Lieber Bischof Koch, lieber Papa Razzinger, liebe Katholische Kirche – wachen Sie bitte endlich im 21. Jahrhundert auf!

Säkularer Staat – jetzt!

Wenn Einmischung in innerkirchliche Angelegenheiten Schule machen sollte, liess der offensichtlich zornige Bischof erklären, müsste die Kirche für eine völlige Trennung von Kirche und Staat eintreten. Eine Entlassung eines Priesters, sagen dazu die Staatsrechtler , wäre dann als rein privatrechtliche Angelegenheit tatsächlich einfacher. Sie erinnern aber daran, dass dann auch die Privilegien einer Landeskirche verloren gingen, zum Beispiel die Möglichkeit , Kirchensteuern durch den Staat eintreiben zu lassen. Eine Trennung von Kirche und Staat sei nur über eine Volksabstimmung zu machen .

Lieber Würdenträger Koch – mit dieser Aussage haben sie mit mir nun doch noch einen Anhänger gefunden. Sie haben Recht! Es wird endlich Zeit, die marginalisierte Rolle der Landeskirchen anzuerkennen und die letzte Nabelschnur vom Staat zu trennen.

„Unsere“ Kirche ist das Wankdorf Center, unsere Kirche ist Westside in Brünnen – dort erlangen wir unsere Erlösung, dort legen wir unsere Schulden ab zu. Und schliesslich sind diese „Kirchen“ deutlich grösser, als alle Gebilde, die die Protestanten und Katholiken in ihrer Geschichte je erbaut haben. Nämlich.

Tags:
Labels: Schweiz

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen