Archiv ‘Schweiz’

Mittwoch, 14. November 2007

Quartalszahlen: Wieso nicht einfach?

Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres konnte der ECM-Anbieter aus Basel, Day Software, den Umsatz um 40 Prozent auf 6,29 Millionen Franken steigern. Der operative Gewinn lag bei 0,119 Millionen Franken, der Nettogewinn bei 0,719 Millionen Franken. […]

Quelle: Day steigert Umsatz und Gewinn

Wieso so kompliziert? Zwar würde es dem CFO wohl ein Tränlein ins Gesicht drücken, doch anstelle von „0,119 Millionen“ schreibt man doch besser lesbar 119’000 SFr. Oder gelten nun die „0,719 Millionen“, für Normalsterbliche: 719’000 SFr., als tatsächlichen Gewinn?

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Dienstag, 13. November 2007

Die Konsumkreditlawine rollt heran

On the other hand, nobody puts a gun to your head and forces you to use a credit card. We are probably entering an era when people will have to revise down their expectations about material prosperity. They will have to delay consumption and live within their means, making sure expenses do not exceed income. It’s revolutionary.

Quelle: Australians Follow US Lead in Taking on More Credit Card Debt

Als Schweizer kann man eigentlich beruhigt sein, dass diese Kreditkarten-Exzess hierzulande noch nicht überhand genommen hat.

Mit dem Auftauchen von bank now und cashgate besteht aber zu befürchten, dass Tausende von Schweizern sehr rasch und effektiv in Kredit-Zombies transformiert werden.

Die auf diesen Seiten präsentierten Werbungen sind ein Glanzstück positiver Umdeutung des Schulden-Fiaskos durch die Marketing-Abteilungen der Kantonal- und Grossbanken.

Aber schliesslich kann man es unter den Arbeitskollegen heute schlicht nicht mehr rechtfertigen, im Ikea-Sofa Samschtig-Jass auf dem 50cm-Röhrenfernseher zu schauen, mit einem billigen Occasion-Toyota vorzufahren und im Winter Ferien nicht etwa in den eigenen vier Wänden, sondern in Mauritius zu verbringen.

Nach der Decke strecken? Das war gestern. Heute nimmt jeder in Anspruch, in einem der Bank gehörenden Himmelbett zu nächtigen.

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Dienstag, 13. November 2007

Sozialhilfe-Mekka Zürich

[…] Der Rechtsanwalt verneinte jegliche Arglist seines Mandanten, der völlig plump vorgegangen sei. Er habe sich nicht einmal die Mühe genommen, schwarz zu arbeiten, sagte der Verteidiger, der das Sozialamt massiv kritisierte. Schon alleine die Einsicht in die Steuererklärung hätte seinen Klienten zu Fall gebracht, führte er aus. Die Geschädigten hätten nicht einmal minimalste Kontrollmassnahmen angewendet.

Das Gericht schenkte den Argumenten des Verteidigers kein Gehör und verwies darauf, dass die Sozialhilfe in der Stadt Zürich heute ein Massengeschäft sei. So habe der Angeklagte darauf vertrauen können, dass die Sozialbehörden seine falschen Angaben nicht überprüfen würden, erklärte der Gerichtsvorsitzende Stephan Aeschbacher.

Quelle: 16 Monate bedingt für Sozialhilfebetrug

Auf Grund solcher Fälle schreien viele Rechtsbürgerliche nach Sozialdetektiven – und somit befürworten diese eine weitere unnötige Aufblähung auf des Gesetzesdschungels.

Mein Vorschlag: Man wendet einfach mal die bestehenden Gesetze an, bevor man neue erlässt, die dann wiederum nicht angewendet werden …

Angesichts solcher Lächerlichkeiten frage ich mich schon, ob man in der Sozialdirektion das Wort Controlling noch nie gehört hat? Lieber Herr Aeschbacher, auch wenn es sich um ein Massengeschäft handelt – dank der heutigen Informationstechnologie, auch unter Voodoo bekannt, verknüpft man Steuer- mit Sozialhilfedaten mit einer simplen Datenbankabfrage.

Wenn schon derart dreiste Betrugsversuche keinem ach so sozialen Helfer auffallen, wie sollen dann ganz ausgeklügelte Betrüegerein je entdeckt werden?

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Mittwoch, 7. November 2007

Medienlese: Der Bund vom 7. November 2007

Klischeehaft zusammengefasst: Die Schweizer Bänkler in Grosskonzernen wie der UBS suchen anständige Renditen mit möglichst geringen Risiken, während amerikanische Banker gerne das Kapital der Konzernzentrale in risikoreiche Geschäfte mit der Chance auf happige Gewinne und Boni stecken. Und beide Gruppen können froh sein, dass noch eine dritte Spezies die Grossbank bevölkert: die Bankiers der Vermögensverwaltung, die mit ihren hohen Gewinnen zuweilen für die Kollegen die Kastanien aus dem Feuer holen.

Quelle: Der Bund vom 7. November 2007, „Bänkler, Bankers und Bankiers“, S. 11.

Solange der Bund in der räumlichen Entwicklung der Schweiz so wenig Verantwortung wahrnimmt und die Kantone auch mal spontan ihre grünen „Galmizer“ Wiesen für bauwillige Konzerne bereitstellen, sind Mittel nötig, das Recht zu schützen. Die Verbandsbeschwerde ist ein taugliches Mittel dazu.

Quelle: er Bund vom 7. November 2007, „Reif für den Rückzug“, S. 1.

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Montag, 5. November 2007

Bye, bye Marcel L. Ospel!

Charles Prince, der Chairman und CEO von Citigroup, der grössten amerikanischen Bankholding, ist angesichts der Milliardenverluste des Geldhauses im Zusammenhang mit der Kreditkrise zurückgetreten.

Quelle: Auch der Chef von Citigroup muss gehen

Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat sich wie erwartet von ihrem Vorstandschef getrennt, dem 56-jährigen Stan O’Neal. Er geht mit sofortiger Wirkung in den Ruhestand.

Quelle: Merrill Lynch schasst den Chef

Fazit

  • Merill Lynch: OK
  • Citigroup: OK
  • UBS: … (coming soon)

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Sonntag, 4. November 2007

Mit dem Teufel ins Bett?

Die Swisscom will ihre Konkurrenten zu einem gemeinsamen Vorgehen beim Auf- und Ausbau eines landesweiten Glasfasernetzes für die Privathaushalte gewinnen.

Quelle: Swisscom: Glasfasernetz mit Konkurrenz ausbauen

Nein, nein und nochmals nein! Wenn schon alle zusammenspannen, um ein Glasfasernetz aufzuziehen, dann nur in der Form einer von Swisscom, Cablecom, Orange, Sunrise und Tele2 unabhängigen Netzgesellschaft.

Wie sich in einem Gespräch mit einem Kollegen kürzlich herausgestellt hat, wird es eine solche Netzgesellschaft beispielsweise bei der Strommarktliberalisierung geben: swissgrid – Die nationale Netzgesellschaft.

Nur so kann für jeden Dienstleister ein diskriminierungsfreier Zugang zum Netz gewährleistet werden, ohne dass gleichzeitig eine Vielzahl von Glasfaser-Kabel zu jedem Haushalt geführt werden muss! Genau diese wahnwitzige Idee schwebt dem Carsten vor:

Man biete den Mitbewerbern an, sich an den Bauprojekten der Swisscom zu beteiligen und ihre eigenen Leitungen einzulegen, sagte Swisscom-Konzernchef Carsten Schloter in einem Interview der «SonntagsZeitung». […]

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Sonntag, 4. November 2007

Das Fliegen wird immer umständlicher

Wie der heutigen SonntagsZeitung zu entnehmen ist, soll an Schweizer Flughäfen der Pass künftig zweimal kontrolliert werden. Zwei plus zwei Augen sehen wohl besser …

Diese Massnahme reiht sich ein in die Reihe unzähliger anderer, bürokratischer Regeln, die die ach so freie westliche Welt mit hunderten Millionen Einwohner in den letzten Jahren endgültig zur Geisel einiger weniger Terroristen gemacht haben.

Immer wieder rege ich mich beispielsweise über die restriktive Mitnahme von Flüssigkeit an Bord eines Flugzeuges auf. Zum Glück scheint es auch Politiker zu geben, die sich ab der Sinnhaftigkeit festgelegter Limiten fragen:

But […] Baron Elton […] delivered a telling blow, with a question many of us have wanted to ask at airports. „What damage can be done by 105 millilitres of liquid that cannot be done by 100 millilitres of liquid?“ he snapped, testily.

Quelle: Lords debate airline liquids ban

Vorschlag: Lasst den Markt für Sicherheit sorgen!

Nun, ich wäre für ein deutlich liberaleres Modell: Der Staat hält sich aus solchen Angelegenheiten heraus und lässt die Airlines selber schalten und walten. Passiert wider erwarten doch etwas, wird die Airline und – allenfalls – der verantwortliche Flughafen zur Rechenschaft gezogen.

Im Falle der Anschläge vom 11. September 2001 hätten also United Airlines und American Airlines die horrenden Schadenssumme tragen müssen, die beim Einsturz der World Trade Center entstanden. Je nachdem hätten auch die Startflughäfen der Flüge (in den beiden Fällen startete die Flugzeuge in Boston IAD)

Gemäss der Regel vom freien Markt würden von den einzelnen Luftfahrtunternehmen einerseits unzählige verschiedene Lösungen des Problems präsentiert, andererseits würden über lange Sicht nur diejenigen Lösungen bestehen bleiben, die sich auch wirklich bewähren. Als weiteres Steuerungsinstrument würde die Abwälzung der Kosten für Sicherheitschecks auf die Fluggäste für weiteren Wettbewerb unter den Gesellschaften sorgen.

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Donnerstag, 1. November 2007

Hingis kokst

Völlig unerwartet erfahre ich heute kurz nach dem Echo der Zeit über die erwartete Pressekonferenz von Martina Hingis, in der sie die Öffentlichkeit über zwei positiv ausgefallene Doping-Tests informiert. Bei der verbotenen Substanz handelt es sich um … Kokain. Und ihren Rücktritt (Nr. 2, oder?) bekannt gibt.

Exaktes Timing in Schweizer Fernseh-Stuben

Lustig wird es, als nach dem Beitrag in der Tagesschau anschliessend ans Ende der Nachrichtensendung einer Werbung gezeigt wird: Martina Hingis schwärmt von Zug Haushaltsgeräten. Gratulation an das perfekte Timing der Sportlerin und Werbedarstellerin, der Tagesschau und der Agentur, die die Werbeplätze verkauft.

Meine Einschätzung

Hat ihr jemand einen bösen Streich gespielt? Ich denke nicht. Für mich ist es durchaus plausibel, dass eine Sportlerin, die in jungen Jahren Ruhm und Reichtum erreicht hat, auch hin und wieder eine Linie rupft. Was soll man sonst den lieben, langen Tag in der Villa alles anstellen? Dumm nur, wenn man kurz danach an Turnieren teilnimmt …

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Freitag, 26. Oktober 2007

Der Tagi glaubt nicht an Verena

Doch in der Wählerschaft dürfte es anders aussehen. SP-Wähler werden es Diener kaum verzeihen, dass und wie sie ihre Wahlsiegerin Galladé aus dem Rennen geworfen hat. Zwischen Grünen und Grünliberalen herrscht Konkurrenz. CVP und EVP stellen zu wenig Wähler. Die Unterstützung von FDP-Wählern dürfte sich in Grenzen halten. Und vor allem: Woher soll das nötige Geld für den Wahlkampf kommen? Von der SP sicher nicht, von den anderen Parteien auch nicht; und die GLP allein hat noch kaum eine gefüllte Kriegskasse.

Quelle: Demontage und Selbstdemontage

Laut Pesche Bieris Kommentar im Tagi wird Ueli Maurer als strahlender Sieger aus der Ständerats-Nachwahl im Kanton Zürich hervorgehen.

Wahrscheinlich habe ich einfach absolut keine Ahnung vom Polit-Theater, wenn ich der Diener grössere Wahlchancen einrechne: Ich sehe keinen SPler, der Ueli Maurer freiwillig seine Stimme gibt. Auch Grüne werden sich hüten, Belzebubs Göttikind in das angesehene Amt zu heben. Die Grünliberalen werden weiterhin ihre Kandidatin unterstützen. Die CVP und die anderen Parteien aus dem politischen Bibelgürtel haben sich für Diener ausgesprochen. Womit noch die FDP und die SVP wären. Da die FDP den „Glücklichen“ bereits im Trockenen sieht, kann auch in einigen Haushalten gezünselt werden, bis der Teppich brennt.

Wie sehr die FDPler also Fraktionsdisziplin Wahldisziplin an den Tag legen, wird matchentscheidend sein. Eine zweite „grüne“ Ständerätin wäre für den wirtschaftsstärksten schweizerischen Kanton jedenfalls kein „Seich“. Anrechnen kann man Ueli Maurer, dass er sich in letzter Zeit äusserst zivilisiert und handzahm gezeigt hat.

Selbstverständlich wäre noch ein weiteres Szenario möglich: Von Mitte bis Links geht niemand wählen … Plausibel? Eher nicht.

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Freitag, 26. Oktober 2007

Vieillesse dorée

Claude erzählt von einem Ausflug an die österreichische Botschaft und verrät uns auch gleich, worauf der Weibel (nein, er meint keinen Weibel der Bundesräte, sondern den Euro 08-Weibel) bei den zurückliegenden Wahlen vertraut hat:

doch mein gegenüber [Benedikt Weibel] geht gleich in die offensive: er habe erstmals rational gewählt. er sei total fan von smartvote. das sei die entdeckung dieser wahlen gewesen. die ganze familie habe bei ihnen schlau gewählt. die höchste übereinstimmung habe er mit einer jungfreisinnigen frau aus dem solothurnischen gehabt. uuiiii, wenn er sie auch wirklich gewählt hat, hat er von einen wahlverlierer zum andern gewechselt!

Quelle: auf einen sprung beim nachbarn

Viele andere wählende, gewählte und nicht-gewählte Prominenz findet sich im Artikel des „Herrn der Fliege“.

Nun, ich gebe es zu: Auch ich habe wie der Ex-SBB Chef gemäss meinem smartvote-Profil gewählt. Deshalb: SVP, kauft den Laden für die nächsten Wahlen auf und schaltet ihn gleich! Nicht wenige faule Wähler werden wohl – wie ich – blindlings von der Funktion gebrauch machen, sich gleich die Liste ausdrucken zu lassen, die dann nur noch (möglichst ohne Schreibfehler!) auf die leere Liste übertragen werden muss.

Wobei ich zugeben muss, dass ich lieber ein smartvote hätte, das nicht von den Kandidaten nach ihrem Gusto (und zu ihren Gunsten) ausgefüllt wird, sondern ausschliesslich auf das effektive Abstimmungsverhalten im Rat Rücksicht nehmen würde. Denn dort verrät wohl noch so mancher seine parteipolitischen Überzeugungen.

Ganz wichtig auch: Häufige Schwänzer müssten mit einem einzigen Knopfdruck eliminiert werden können – wenn man schon zu den 200 Auserwählten gehört, sollte man auch bei jeder Abstimmung vor Ort sein.

Ferner:

  • Der Ueli ist nicht mehr lange SVP-Präsi
  • Und auch ich verliere mit Hans-Jürg „meinen“ Häuptling – „my personal hero“ wäre nun doch gar etwas übertrieben. Kommt jetzt einer, bei dem wieder so richtig die Fetzen fliegen? So einer vom Kaliber Bodenmanns? Zwar – wenn der Chrigu zwangs seines Amtes diesem neuen alten Anführer nicht gegenüber stehen darf, ist es ja halb so lustig.

Labels: Politik, Schweiz

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