Kürzlich wurden im Abfallraum unseres Stocks folgendes Schild aufgemacht, und zusätzliche Abfallcontainer installiert:
Zu Hause in der Schweiz trenne ich Abfälle (Papier, Karton, Büchsen/Dosen, PET-Flaschen, Batterien) und verwende lokale Entsorgungshöfe für eine effiziente Entsorgung.
Hier bin ich aus folgenden Gründen skeptisch:
Bewohner aus allen Herren Ländern Die Wohntürme hier sind ein kleiner Mikrokosmos von unterschiedlichsten Nationalitäten: Thais, Chinesen, (vermutlich) Japaner, (vermutlich) Koreaner, Inder, Russen, Ukrainer, Europäer. Bei einigen Ethnien habe ich grosse Bedenken, dass die ihren Abfall wirklich sortieren (ein Blick in den Müllkübel bestätigt mir das immer wieder). Mülltrennung funktioniert meiner Meinung nach nur, wenn sich alle daran halten (sprich in High Trust Societies wie der Schweiz, Deutschland, oder beispielsweise Japan — und ich wage zu behaupten, dass die Mülltrennung auch in der Schweiz aus bekannten Gründen zunehmend leidet).
Nachgelagerte Konsolidierung? Was passiert mit den Container, wenn sie von der Putzfrau (ja, ich habe noch nie einen Putzmann gesehen) abgeholt werden? Geht dann alles in denselben grossen Container? Und selbst wenn die Trennung hier eingehalten wird — was passiert nach der Abholung? Ich befürchte, sobald der Müll aus den Augen ist, ist er auch aus dem Sinn.
Manuelle Sortierung im Entsorgungshof? Bei nächtlichen Fussmärschen vom Fitness nach Hause sehe ich manchmal Personen, welche die Müllsäcke an den Strassenrändern nach verwertbarem Material erlesen. Passiert das auf Grund des ersten Punkts dann auch zwingend in den Entsorgungshöfen? Müsste meiner Meinung nach, denn sonst sind die von den Wohnturmbewohnern „sortierten“ Abfälle garantiert unrein.
Nach Wochen in Thailand vermisst meinereiner europäische Kost.
Som Tam Isaan-style, Phat kaphrao, Larb mu, Larb gai, thailändischen Omeletten und was man sich hier sonst für ein Trinkgeld gönnt ist gut und recht.
Regelmässig sehne ich mich aber nach einem saftigen Cheeseburger, Pommes Frites (McDonald’s, nicht CP Brand Mikrowellen-Burger im 7-eleven) — oder einem schönen geschmacksvollem Rib Eye-Steak medium rare gegart.
Oder Brot, unser europäisches Grundnahrungsmittel.
Weilt man in On Nut, kann man seine europäische Brotsehnsucht folgendermassen mit (fast) authentischem Gebäck stillen:
Zimt. (Google Maps-Link) Die Zweigstelle in der Habito Mall hat Boarische Bretzen, und noch eine langgezogene Form von Laugengebäck. Nicht perfekt, aber schmeckt ausreichend gut, wenn man Heimweh hat. Das Pain au Chocolat ist meiner Meinung nach mittelmässig, aber immer noch besser als nichts.
Epicurian French Bakery. (Google Maps-Link) Die besten Croissants und Pains au Chocolat, die ich hier in Bangkok bisher gegessen habe. Das Baguette ist OK, wird an der feuchten Luft aber schnell pampig (normalerweise bin ich mir gewohnt, dass dieses Brot nach einem Tag hart wird). Bonus: Die Bäckerei ist auf Grab, unter Restaurant Food Delivery, und liefert direkt zum Fusse unseres Wohnturms.
Das ganze hat natürlich seinen Preis: Kauft man sich an einem Tag einige Gebäcke, bezahlt man locker ein Abendessen inklusive Getränke in einem nicht-touristischen thailändischen Restaurant — für zwei Personen.
Der nahegelegene Big C (Google Maps-Link) hat auch Pain au Chocolat, und ein spezialisierter thailändischer Gebäckladen auf demselben Stock bietet auch Gebäcke an — aber die kommen nicht an die europäische Erwartungen heran.
Dementsprechend: Sermsuks Crystal wird von mir ab sofort nicht mehr gekauft. Nestlé Pure Life ist der Gewinner des aus Europa rüberschwappenden grünen Wahnsinns — (derzeit noch) keine zwangsweise an der Flasche fixierte Deckel. Ich hoffe, das bleibt noch lange so.
A propos: Die Crystal-Flasche ist vorne und hinten mit einem unterschiedlichen Logo versehen. Einerseits das lateinische Logo („Crystal“ eben). Andererseits „คริสตัล“. Bei diesem Begriff handelt sich nicht um die Übersetzung von Kristall, sondern um Laut- oder Silbenschrift von „Crystal“. Sprich wird der Begriff von einer thailändisch sprechenden Person laut vorgelesen, tönt es wie „Crystal“. Erinnert an das japanische Katakana. Für lateinische Schrift gewohnte Besucher könnte das thailändische Logo fälschlicherweise als „Asada“ interpretiert werden.
Auf dem aktuellen Aufenthalt (dank eines Tweets mitsamt Video) entdeckt: In Thailand, genauer gesagt der Hauptstadt Bangkok, im Einkaufszentrum Emsphere, gibt es einen Gourmet Market, vergleichbar mit Globus Delicatessen, oder LOEB Lebensmittel in Bern. Soweit so normal.
Der Clou: Innerhalb dieses Gourmet Markets gibt es eine bediente Open Kitchen namens „You hunt we cook“ (Google Maps). Sprich man sammelt sich im Gourmet Market ein Steak, Beilagen wie Gemüse und Getränke zusammen, bringt es zur Küche, und erhält dort für einen kleinen Aufpreis die Zutaten frisch gekocht (in meinem Fall: köstlich medium rare gegrillt).
Am Weihnachtsabend gönnte ich mir 180 Gramm australisches Wagyu-Steak für 990 THB (ca. 25 CHF), ein Glas italienischen Merlot im Offenausschank, Babykarrotten sowie Pommes Frites mit Trüffelmayonnaise. Himmlisch! Ich gehe wieder.
Weniger schön: Meine Freundin studierte nach dem Bezahlen die Rechnung, und entdeckte, dass der Kassier uns Dinge verrechnete, welche wir gar nicht konsumiert hatten. Ihre Beschwerde fruchtete: Sie kam mit knapp 400 THB (ca. 10 CHF) zurück. A propos: Für diesen Betrag essen beispielsweise im Jarunee an der Phrom Phong BTS-Station zwei Personen authentisch thailändisch zu Abend, und sind dann satt.
Wie ich am Folgetrag realisiert habe, findet sich das „You hunt we cook“-Konzept noch in anderen Filialen um die BTS-Station herum: The Emporium und Emquartier haben auch solche Küchen. Etwas weiter weg, im Siam Paragon-Einkaufszentrum, gibt es auch eine Küche.
The phrase „Sabai Sabai“ (สบาย สบาย) literally means comfortable, relaxed, or easy-going. Repeating the word twice intensifies the meaning to „very comfortable“ or „really relaxed.“
For foreigners, the sabai sabai lifestyle is the allure of a life with less pressure, more spontaneity, and a general feeling that everything will just work out. The negative side is when this approach clashes with Western expectations of efficiency, clear communication, or professional motivation.
Fazit: „Ds Füfi u ds Weggli“ gibt es auch in Thailand nicht. Alles hat seinen Preis. Ob es deswegen aber gleich eine Falle ist? Solange man sich dessen bewusst ist, sollte der Schock nicht so tief sitzen.
Wird das Projekt vollständig realisiert, erwarte ich ähnlich wie seinerzeit mit Visp und dem Lötschbergtunnel eine Aufwertung der Städte abseits von Bangkok — wenn der Schnellzug dort hält. Konkurrenz für das Fliegen, aber vor allem eine spürbare Erleichterung im Vergleich zu anderen Transportmitteln wie (Miet)auto sowie Minivan-Taxis.
Die Haltestellen entlang der ersten Etappe (Inbetriebnahme geplant für 2028) sind:
Bangkok
Don Mueang (der kleine „Bruder“ des Grossflughafens Suvarnabhum. Der Anschluss an das Hochgeschwindigkeitszugsnetz könnte DMK als Destination massiv aufwerten)
Nakhon Ratchasima ist Thailands drittgrösste Stadt; nach Bangkok und Chiang Mai im Norden.
Müsste ich jetzt eine Immobilie kaufen, würde ich in Nakhon Ratchasima zuschlagen.
Ayutthaya könnte durchaus auch für Pendler nach Bangkok interessant werden, aber vermutlich wohnen Leute, die sich fünf Mal in der Woche ein solche Zugfahrt leisten können, dann doch lieber gleich direkt in Bangkok. Und Don Mueang ist denke ich schon viel zu Nahe an Bangkok, als dass ein Schnellzug hier spürbar etwas an den Immobilienwerten verändern würde.
WICHTIG: Ich habe weder von Immobilien, noch von Thailand ausreichend Ahnung, um hier mehr als aus dem Bauch heraus Überlegungen bekannt zu geben. Das hier ist die Meinung eines komplett naiven Voll-Laien.
Herausforderung in dieser Woche: Die Kleberrückstände von Etiketten von zwei Messern und zwei Blech-Kaffeetassen entfernen (man hat ja hier sonst keine Herausforderungen …).
In der Schweiz würde ich dafür M-Plast · Reinigungs-Benzin verwenden, was hier aus offensichtlichen Gründen nicht möglich ist.
Nebenbei: Meistens hat man weniger Arbeit, wenn man die Klebeetikette zuerst mit einem Föhn erhitzt, bevor man versucht, sie vom Gegenstand zu entfernen.
In Thailand gibt es — gemäss meinem aktuellen Kenntnisstand — drei grosse Baufachmärkte:
Da wir keinen solchen Shop in der Gegend hatten, bin ich im nahegelegenen MR.DIY (Kleinversion) gelandet. Als ich der Verkäuferin die gewünschten Produkte zeigte, schüttelte sie den Kopf, und meinte, dass der Laden so etwas nicht führe.
Schlussendlich bin ich mit folgenden zwei Produkten aus dem Laden gelaufen:
Scott Paint Meiji 2K+ Kerosene 100% (SKU 8852566080338)
Eine ältere Dame sitzt den Tag hindurch in Soi 23 eine Hausnummer südlich vom Thai Cannabis Club – Cowboy (ja, genau der „Cowboy“) vor einer Nähmaschine auf dem Trottoir. Ware am späteren Nachmittag abgeben, und in ungefähr 24 Stunden wieder abholen.
Kostenpunkt für eine Jeans kürzen, eine an Shorts selbstgeflickte Naht zu ersetzen, und um ein Loch in der Hosentasche meiner Jishinman Shinbo Harem Pants zu flicken: Insgesamt weniger als 200 Thai Baht, was derzeit, dank dem Zollkrieg, umgerechnet weniger als 5 Franken entspricht.
Ich hatte anfänglich etwas Bedenken, meinen geliebten Matador Transit Tote Bag bei der Änderungsschneiderin mit abzugeben — aber meine Bedenken waren ungerechtfertigt. Die Tasche erhielt ich am nächsten Tag ebenfalls wohlbehalten zurück.
Nachtrag
Hätte ich mich auf Online-Recherchen alleine verlassen, wäre ich der Reddit-Diskussion „Alteration/tailors in central Bangkok“ gefolgt und hätte die Kleidunsstücke vermutlich hier abgegeben: Benjamas Tailor bei Sukhumvit Plaza (Korea Town); hier der Google Maps Link.
Aber wie immer sollte man der Lokalbevölkerung mehr Vertrauen schenken — in diesem Fall war die Änderungsschneiderin in Soi 23 garantiert die richtige Wahl.
Erneuter Nachtrag
Bei Ploen Chit BTS gibt es unter der Expressway-Brücke einen Markt, der jeweils Mittags von Mitarbeitern umliegender Betriebe häufig für das Mittagessen frequentiert wird. Im westlich-mittleren Teil des Marktes hat ein jüngerer Mann mit seiner Nähmaschine einen Stand, der vermutlich ebenso professionell Kleider kürzt wie die alte Dame bei Asok.
Ein Bekannter hat kürzlich folgendes Photo aus einer thailändischen Bar gesendet:
Natürlich habe ich das Photo nicht verstanden. Freundlicherweise hat er mir dann noch folgenden Artikel zur Lektüre empfohlen: What is the sick buffalo story in Thailand?. Wieder etwas gelernt.
Mario Aeby, geboren am 25. September 1980 in Bern, Schweiz
Ein Weblog über IT (Linux, OSS, Apple), Heim-Automation; mein mittlerweile abgeschlossenes Geschichtsstudium; Erkenntnisse aus meiner aktuellen Tätigkeit in der Informationssicherheit, meine Erfahrungen als IT-Berater, IT-Auditor, Web-Developer und IT-Supporter; die Schweiz, den Kanton Bern, meine ursprüngliche und auch wieder aktuelle Wohngemeinde Neuenegg, meine vorherige Wohngemeinde Bern, über lokale, regionale und globale Politik; meine Reisetätigkeit und Erfahrungen mit anderen Kulturen; und zu Guter letzt auch das Älter werden.
Alle in diesem Blog gemachten Aussagen und Meinungen sind persönlich und nicht als Ansichten meines aktuellen und/oder meiner bisherigen Arbeitgeber zu verstehen.