Montag, 24. September 2007

Oktoberfest München 2007

(Wird in den nächsten Tagen endgültig komplettiert)

Wortschatz

(Auszugsweise)

  • Schottenhammel (Zelt, wo am Samstag „ozapft“ wird)
  • Spaten (Bier – „Lass dir raten, trinke Spaten“)
  • Augustinerbräu (Bier)
  • Hacker-Pschorr (Bier)
  • Ledrhosen (Tracht des Mannes; aus Hirsch- oder Rehleder)
  • Dirndl (Tracht der Frau)

Polit-Prominenz

(in Autogrammreichweite angetroffen)

  • Oberbürgermeister Ude ohne Frau (?), aber mit Entourage (Rufe aus dem Publikum: „Der Ude!“, gefolgt von Applaus)
  • Edmund Stoiber mit Frau und Entourage (Kommentar eines neben uns stehenden jugendlichen Bayers: „Der Edmund is mein Vorbild!“)

Kulinarisches

  • zwei Brezel
  • ein halbes Hendl
  • Ochsenbraten mit Kartoffelsalat. Letzterer lecker, ersterer etwas zu trocken für meinen Geschmack.

Zu Gast bei Freunden

  • Furchterregende Security, teilweise etwas ratlos („Keine Ahnung, wann wir hier die ersten Leute reinlassen können“)
  • Jeder Bayer scheint Lederhosen und Dirndl im Schrank hängen zu haben. Niemand schämt sich, damit (auch nüchtern!) durch die halbe Stadt zu laufen (für Schweizer unvorstellbar). Die jüngeren Mädels scheinen zur Schere gegriffen zu haben und zeigen mehr Bein als ihre Mütter und Grossmütter. Wie der freizügige, teils bis zum Bersten gefüllte Ausschnitt der Damen bibelkonform sein soll, verstehen wohl nur die Bewohner des gottwohlgesinnten Freistaates. Männer tragen Lederhosen, kariertes Hemd sowie Halstuch. Ganz wichtig: Wollsocken!
  • Türkische Bedienung in traditionellem Kostüm. Die unflätigen Chinesen (s. unten) brechen einen Streit vom Zaun, vergessen aber, dass der Servierer über eine gute Connection zum Saalschutz zur Security verfügt. Plötzlich stehen etwa sechs grimmig dreinblickende Bären um den Tisch herum. Die Lage kann irgendwie deeskaliert werden. Im Nachgang zeigt der chinesische Reiseleiter auf den Türken und wirft ihm ein „Sie sind gar nicht nett!“ an den Kopf. Als eine der Chinesinnen schwächelt (Kopf auf Tisch), tritt die Security wieder heran und bittet die Leute, nun doch endlich zu gehen.

Internationale Kontakte

  • pensioniertes Ami-Ehepaar auf Durchreise vom Elsass her kommend, das mit uns an Eingang S-4 des Schottenhammels angestanden ist (gibt ca. 10 Minuten vor uns auf)
  • pensioniertes Bayern-Ehepaar. Lieben die Schweiz, insbesondere das Graubünden. Empfinden unsere Serviceangestellte als zuvokommend (in welche Schweiz die sich wohl verirrt haben?), die Kontaktaufnahme mit den Bündnern gestaltet sich als schwierig, glückt aber nach zehn Jahren (wir sind halt Kokosnüsse). Kennen die Alpenwelt deutlich besser als ich.
  • zuerst drei, dann fünfköpfige Delegation aus Texas (Dallas). Werden uns vom bayrischen Ehepaar bekannt gemacht: „Das dort is der Gerrrrry, das die Kahrolinaaa und hier noch die Melissa.“ Später kommt noch der „Stephan“ und sein Kollege dazu. Einer der Italo-Stelzböcke verschwindet für zehn Minuten mit dem „Gerrry“ und überzeugt ihn, ein T-Shirt als Souvenir zu erstehen. Auch die „Kahrolina“ kommt etwas später mit einem Wies’n-Shirt an – und greift wenig später zum Messer, um sich einen anständigen Ausschnitt zu verschaffen. Beim Zuprosten mit einem Italo-Stelzbock schwächelt dessen Mass und geht in die Brüche. Carolina wird an den Finger verletzt und blutet ein wenig, kann sich aber mit mitgebrachten Pflästerli selbst verarzten (Universal Healthcare, anyone?). Ziehen am Montag weiter gen Prag und danach Budapest.
  • Italo-Stelzböcke (ca. 35-jährig). Ehefrauen (beim „Giu mit dem meisten Schriiis“ ist es bereits die dritte Ehe) zu Hause, brechen die Bier-Dämme und werden alle Frauen im Umkreis von vier Tischen schamlos angetanzt (was die Herren Machos aber wirklich gut können). Ihr Erfolg ist mässig. Dennoch: Giorgo, Roger und wie ihr alle noch heisst – es war lustig mit euch *hehe*
  • Schotte im Kilt (ca. 20-jährig) Hatte wirklichs nichts drunter an, was ein Foto auf der Texaner-Digicam beweist – sowie unsere erwiderten Blicke, als sich der Jüngling bei einem Handstand versucht.
  • Neureiche Chinesen Jüngerer Textilfabrikant mit zwei Kollegen und zwei Frauen unter der Führung eines seit sechs Jahren in München lebenden „Reiseführers“. Der Textilfabrikant ist Kanne-dicht, schreit wie wild um sich, prostet sich durch den halben Block und zeigt dabei sein eindeutig nicht Hollywood-Standards entsprechenden Zahnwerk. Übrigens: Die Chinesen verfügen über neueste Digitalkameras – der Kapitalismus ist halt eben doch eine gute Sache!

Stammtisch-Gepflogenheiten

  • Ertönt das Prosit-Lied, gilt es mit allen Nachbarn anzustossen
  • Auch wenn das Prosit-Lied gerade mal nicht ertönt, ist es nicht verboten, mit den Nachbarn anzustossen
  • Je später die Stunde, je höher der Pegel, desto mehr Leute stehen auf die Bänke – und wollen partout nicht mehr runterkommen (ausser die Schwerkraft obsiegt …)

Attraktionen

  • Achterbahn. Wurde von uns vor dem ersten Mass bestiegen – rückblickend auch besser so. Der Höllenritt war schlimmer als Silverstar (nächstes Jahr stecken wir den Randal dort drauf! *smile*)
  • Rutsche (und vorgängiges Föderband). Zu später Stunde soll man sich hier als Zuschauer einen ablachen können – nämlich dann, wenn wieder einmal ein Besoffener das Gleichgewicht auf dem Bank verliert)

Fehler

  • Bei strahlend blauem Himmel ohne Hut und Sonnenbrille unterwegs sein/anstehen
  • Sich nach dem ausgiebigen Frühstück (ein Auszog’ne und ein Schoggi-Drink) und zwei Stunden Anstehen in der prallen Sonne das erste Mass gönnen

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