Archiv 12. Dezember 2005

Montag, 12. Dezember 2005

Mac OS X kommt nicht mehr hoch

Heute wurde ich am DKF zu einem älteren PowerMac G4 gerufen, dessen Applikationen in letzter Zeit häufig abstürzten. Ende letzter Woche klagten die Benutzer auch (temporär) über eine komische Bildschirmanzeige, wobei ich damals aber eher auf einen defekten Flachbildschirm tippte (Die untere Hälfte des Schirms sei nur noch grau gewesen).

Da insbesondere Safari häufig das Zeitliche segnete, entschied ich mich als allererstes für die Installation aller anstehenden Software-Updates. Dies stellte sich rückblickend aber als folgenschwerer Fehler heraus. Denn während also die Updates heruntergeladen, entpackt und installiert wurden, kam es ausgerechnet beim Security Update 2005-008 zum Super-GAU. Die Installation blieb mit dem „Spinning Beach Ball“ hängen. Und da dieses Security-Update tief in das System eingriff, kam die Kiste nach dem erzwungenen Kaltstart nicht mehr hoch. Der graue Bildschirm mit dem Apfel und den „rotierenden Stäbchen“ funkelte minutenlang vor sich hin, ohne dass sich Besserung einstellte.

Beim nächsten Neustart presste ich deshalb Apfel-V, um in den „Verbose Mode“ zu gelangen. Diesen Modus werden Unixer und DOS-User gut kennen – anstelle der gewohnten Apple-Oberfläche, die solche Informationen vor den Benutzern versteckt, werden hier in hässlicher Terminalschrift die verschiedenen Statusmeldungen während des Bootens angezeigt. Beim defekten Gerät blieben diese Meldungen bei

BSD root: disk0s10, major 14, minor 9

stehen.

Autsch. In meiner Mac-Karriere hatte ich bis zu diesem Tag noch nie mit solch tiefliegenden Probleme zu kämpfen gehabt.

Welche Möglichkeiten bestanden nun? Das Security Update hätte nur mit Zugang zum GUI – oder zumindest zum Terminal – deinstalliert werden können. Diese Chance bestand hier vorerst einmal nicht.

Eine Neuinstallation des Systems wollte ich auf jeden Fall vermeiden, da dieses mit stundenlanger Arbeit verbunden gewesen wäre. Zuerst mal hiess es also, den Zustand des Datenträgers zu prüfen.

Hierzu nahm ich die Panther-Installations-CDs zu Hilfe, brach die Installation aber ab und gelangte in das Disk Utility, um „Repair Permissions“ sowie „Verify Disk“ auszuführen. Zu meiner Erleichterung hatte der Datenträger keinen Schaden genommen, das Problem musste auf Software-Ebene liegen.

Mit Hilfe der Beschreibung des Security Updates versuchte ich nun, das den Fehler verursachende Teilupdate einzugrenzen. Nach der Durchsicht tippte ich auf

LibSystem

(Vorneweg: Ich sollte richtig gelegen haben.) Doch was genau war nun dieses LibSystem? Eine „Library“, und wohl eine ganz grundlegende, da „System“ im Namen. Mit etwas Googeln fand ich die betreffende Datei:

/usr/lib/libSystem.B.dylib

Mein Ziel: Diese Datei mit der Version vor dem Update ersetzen.

Das Glück war mir Hold, da ich erst vor wenigen Wochen die Festplatte genau dieses Rechners ersetzt und mit Carbon Copy Cloner den Inhalt der alten Platte auf die neue geklont hatte. Ich baute die vorbildlich archivierte Platte also wieder in den PowerMac ein, bootete von der Installations-CD und wählte die alte Platte als Startvolume aus. Nun hatte ich wieder ein GUI, um die Änderungen vorzunehmen.

Zu diesem Zeitpunkt war ich noch etwas unsicher, ob libSystem.B.dylib wirklich der Übeltäter war. Es hätte ja sein können, dass wie bei einem von Microsoft für Windows veröffentlichten Update hunderte von DLLs ersetzt würden. Wie konnte ich auf Nummer sicher gehen?

Pacifist! Mit diesem Tool lassen sich .pkg-Dateien „öffnen“ und deren Inhalt betrachten. Deshalb lud ich von Apple.com das Security Update manuell als eigenständiger Installer herunter und öffnete es in Pacifist. Und siehe da: Eben auch in solchen Belangen zeigt sich, wieso die Ingenieure bei Apple ihr Geld wert sind: Eine schöne Ordnerstruktur tat sich auf, und zwar so gegliedert, wie die Dateien auch in das Wirtssystem installiert werden sollten. Und: Nur ganz wenige Dateien! Und mittendrin tatsächlich die libSystem.B.dylib. Wunderbar. Meine Hoffnung auf Erfolg stieg.

Mit dem Terminal und sudo kopierte ich die Datei von der funktionierenden Mac OS X-Installation auf die defekte – natürlich überschrieb ich diese aber nicht, sondern fertigte vorher von der suspekten Datei eine Sicherheitskopie an.

Unglaublich! Aber es funktionierte tatsächlich, Mac OS X kam wieder hoch …

Fazit

Der Entscheid Steve Jobs, Ende der 90er auf ein Unix-Derivat zu setzen, war einer der klügsten Schritte in Apples Firmengeschichte. Nicht nur eröffnete man sich so neue Märkte (Geeks), sondern erleichterte so den PC-Supportern auch das Arbeitsleben. „everything is a file“ ist schlichtweg genial. *winke* Windows-Registry …

Nachtrag: Während den ganzen Abklärungen bemerkte ich häufige Hänger und Abstürze. Sehr schnell tippte ich auf ein defektes RAM-Modul und entschied mich, die unteren 128MB aus dem System zu entfernen. Danach traten – bis heute Abend jedenfalls – keine solchen Probleme mehr auf.

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Montag, 12. Dezember 2005

180’000km – es ist vollbracht!


Mileage Peugeot 205 tops 180’000km
Originally uploaded by emeidi.

Heute Abend war es soweit – auf meiner Fahrt ins Schneider Training Fitness-Center im nahe gelegenen Flamatt Dot Com toppte der Kilometerstand meines altgedienten Peugeot 205s die Schallmauer von 180’000 Kilometern. Davon gehen 80’000km auf mein Konto *schulterklopf* Zwar: Ich höre die Kollegen Darud sowie Zgraggen schon hinter meinem Rücken etwas über „Energiebilanz“ tuscheln … doch egal, jetzt wird gefeiert.

Leider aber nicht sehr lange – am 30. Dezember steht die nächste MFK (Motorfahrzeug-Kontrolle, wie ich mir von Kollege Sedlacek erklären lassen musste) an. Hoffen wir hier auf gutes Gelingen. Der Kredit zur Aufbesserung der Erfolgschance ist auf jeden Fall bereits gesprochen.

Kosten

Was hat mich das Auto also in den bisherigen fünf Jahren (seit 1.1.2000 in Aebys Händen) denn gekostet? Ich habe hierzu kurz meine Buchhaltung herangezogen und kann folgende Aufstellung präsentieren:

Kauf 2000 Aeby Obertswil 2000.00
Reparatur I 2001 Aeby Obertswil 765.10
Service & Abgastest 2002 Muster Flamatt 406.60
Bremsscheiben 2002 Guillebeau Schwarzenburg 205.55
Bereifung Sommer 2002 Guillebeau Schwarzenburg 394.00
Reparatur II (MFK) 2003 „Plasselb“ 1320.00
Licht-Summer 2003 Sommer Neuenegg 50.00
Bereifung Winter 2003 Aeby Obertswil 250.00
Reparatur Geschwindigkeitszähler 2004 Muster Flamatt 230.00
Birnen wechseln I 2004 Muster Flamatt 20.00
Birnen wechseln II 2005 Muster Flamatt 20.00
Total 5656.25

Macht also 1131.25 SFr. / Jahr oder 0.07 Rp. / km. Nicht eingerechnet darin sind Benzin und Versicherung – und natürlich Bussen. Da ich zu wenig von Autos verstehe, überlasse ich die Beurteilung über die Kostenbilanz versierteren Zeitgenossen.

Labels: Neuenegg

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