Archiv 2007

Montag, 11. Juni 2007

Finnen kriminalisieren Autofahrer auf’s Deftigste!

Sowas sollte verboten gehören – wieder einer dieser bösen, bösen Angriffe auf die letzte der individuellen Freiheiten: Das gutbürgerliche Rasen.

[…] But this road wasn’t empty; a radar-equipped police car was clocking his speed. The officer pulled over Mr. Rytsola’s car and issued him a speeding ticket for driving 43 miles an hour in a 25-mile-an-hour zone. The fine: $71,400.

The staggering sum was no mistake. In Finland, traffic fines generally are based on two factors: the severity of the offense and the driver’s income. The concept has been embedded in Finnish law for decades: When it comes to crime, the wealthy should suffer as much as the poor. […] „This is a Nordic tradition,“ says Erkki Wuoma, special planning adviser at the Ministry of Interior. „We have progressive taxation and progressive punishments. So the more you earn, the more you pay.“

Quelle: Finnish Drivers Don’t Mind Sliding Scale, But Instant Calculation Gets Low Marks

Aus meiner Sicht gibt es an einer Busse nach Einkommen nichts einzuwenden. Wie überall gilt auch hier: Die Gesetze sind bekannt, wer sich nicht daran halten will, kann a) das Land verlassen, b) die Gesetze mittels einer Initiative ändern lassen (vorausgesetzt, er findet die nötige Unterstützung) oder c) auf’s Autofahren verzichten. Noch Fragen?

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Sonntag, 10. Juni 2007

The file is damaged and could not be repaired


Adobe Reader sucks
Originally uploaded by emeidi

Diese Fehlermeldung erschien letzten Donnerstag auf einem Computer (Windows 2000), als ich mit Firefox 2.0 eine PDF-Datei aus dem Internet betrachten wollte. Auf dem System ist (nach einem Aha-Erlebnis der sonderbaren Art) der Adobe Reader 8.1 installiert.

Mit Mozilla 1.8 und dem Internet Explorer 6 konnte das Dokument problemlos mittels dem Browser-Plugin angezeigt werden. Unter Firefox funktionierte es hingegen, wenn das Dokument von einem Benutzer mit Administratorenrechten angesurft wurde.

Workaround

Ich habe im Firefox nun eingestellt, dass PDF-Dateien nicht mit dem Browser-Plugin geöffnet werden sollen, sondern mit der „fetten“ Applikation. Damit klappt es auch unter eingeschränkten Konten; der betroffene Benutzer muss sich nun aber noch etwas an das neu aufpoppende Applikationsfenster gewöhnen.

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Sonntag, 10. Juni 2007

WWDC Keynote 2007

Morgen Montag-Abend wird nicht nur der Klimaschwindel aufgedeckt, sondern Steve Jobs führt uns aus dem Moscone-Center mitten in San Francisco (ich stand im Januar vor den ehrwürdigen Hallen!) durch Mac OS X Leopard und wird uns dabei hoffentlich noch einige bisher unbekannte, aber faszinierende Features näherbringen.

Wer den Event quasi „live“ mitverfolgen möchte, begebe sich morgen gegen 19 Uhr MEZ auf MacRumors.com – WWDC 2007 Keynote Live Coverage und erfahre zusammen mit ca. 400’000 anderen interessierten Personen, unterstützt durch Web 2.0-Technologien, was Stevo alles in seinem Geschenke-Sack mit dabei hat.

Was zeichnet Apple aus?

The Economist enthüllt Hintergründe hinter Apples Wiederkehr (vielleicht sollte ich mir das Heftli – trotz seines stolzen Preises – wirklich einmal abonnieren?). Hier einige markante Zitate:

In polls of the world’s most innovative firms it consistently ranks first. […] Apple has prospered by keeping just ahead of the times.

In fact, its real skill lies in stitching together its own ideas with technologies from outside and then wrapping the results in elegant software and stylish design.

Apple illustrates the importance of designing new products around the needs of the user, not the demands of the technology. Too many technology firms think that clever innards are enough to sell their products, resulting in gizmos designed by engineers for engineers.

[…] a third lesson from Apple is that smart companies should sometimes ignore what the market says it wants today.

The wider lesson is not to stigmatise failure but to tolerate it and learn from it:

Quelle: Lessons from Apple

Auf die Profis achten

Apple ist nicht nur ein begnadeter Hersteller von Consumer-Produkten, auch die Profis aus der IT-Branche sind in den letzten Jahren in den Bann des angebissenen Apfels gezogen worden. Kein Wunder: Ein wunderschönes, äusserst produktives GUI gepaart mit einem Unix-Unterbau – so gewinnt man die Power-User. Was ich in vereinzelt in meinem Kollegenkreis beobachten konnte, ereigenet sich auch andernorts, wie Scot Finnie, ein Kolumnist von Computerworld, beschreibt:

I am very definitely not alone. A lot of people who were previously confirmed Windows users have given the Mac a try over the last year. […] I’ve gotten hundreds of messages from Computerworld readers […] informing me that they, too, switched to the Mac recently. Many are IT people. Some confess that they manage Windows users by day, and run Macs at home.

Ich bin so einer. Wer den ganzen Tag hindurch halbtote Computer-Zombies zum Leben wiedererwecken muss, möchte nach Feierabend ausspannen und Alltagsprobleme hinter sich lassen. Wie schlimm auch der Arbeitstag war: Zu Hause wartete mein PowerMac – anstandslos, ohne zu bocken und zu zicken.

The Mac is experiencing a renaissance. It’s about Intel inside. It’s about Unix at the core. It’s about virtualization technology. It’s about the surprising availability of software. It’s about a superior operating system, and attractive hardware. It’s about serious buzz.

Wer als Windows-User den Blick über den Tellerrand gewagt hat, wird sich nie mehr Microsoft alleine hingeben … Es gibt Alternativen; man braucht nur etwas Überwindung und eine gewisse Offenheit gegenüber Neuem. Ein Switch erfordert immer noch eine gewisse Anstrengung und Ausdauer. Wer dies an den Tag legen kann, wird reichlich belohnt.

3. That said, Macs go bad less often than Windows PCs. Mac users are more productive than Windows users because Macs experience fewer problems.

Das kann ich ausnahmslos bestätigen. Auf der Arbeit haben wir ca. 20% Macs herumstehen. Von meiner Arbeitszeit gehen ca. 95-100% für die Windows-Kisten mit ihren komischen Problemen drauf.

What would you pay for a computer that doesn’t currently need anti-malware software? On most Windows PCs — especially consumer-spec’ed PCs — the security software is robbing the PC of so much system overhead that the user experience suffers. This one difference alone delivers a small reduction of software costs and a large reduction of helpdesk calls

Microsoft Updates führen zu 100% CPU-Auslastung? Symantecs Antivirus Corporate Edition lässt den Computerstart eine Viertelstunde dauern? Das alles müsste nicht sein.

Even dyed-in-the-wool Windows enterprises are fed up with me-too Microsoft upgrades, the never-ending blizzard of security patches, the increasing hardware requirements for Vista, volume licensing snafus, and a litany of other complaints and sore points.

What this is about is that Apple is reaching the right people with its product, winning new converts, Windows user by Windows user — and creating buzz.

Quelle: Why Microsoft Should Fear Apple

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Sonntag, 10. Juni 2007

RTL enttarnt morgen den Klimaschwindel

Soeben ging eine E-Mail-Rundschreiben raus, das ArbeitskollegInnen auf eine äusserst spannende Sendung von Morgen Montag, 10. Juni 2007, hinweist:

Hallo miteinander

Die in meinem Mail vom 18. April 2007 erwähnte Channel 4-Doku „The Great Global Warming Swindle“ wird morgen Montag-Abend auf RTL in einer „überarbeiteten“ Fassung gezeigt:

RTL, 22.15 Uhr
EXTRA Spezial: „Der Klima-Schwindel“

Im Anschluss an die Ausstrahlung diskutieren Exponenten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft sowie ein Schauspieler (???) über das Thema:

RTL, 23.10 Uhr
Der Klimawandel – Alles Schwindel

Gruss
Mario

Nachtrag: Verrisse

Trotz der überarbeiteten Fassung beliessen RTLs Wissenschaftsredaktoren (falls es solche qualifizierten Personen dort überhaupt gibt …) recht viel Schmarren in der Doku, wie folgende Artikel zeigen:

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Freitag, 8. Juni 2007

Normal.dot von Word 2004 (Mac)

Nachdem ich heute wohl bereits zum tausendsten Mal die Seitenränder und Formatvorlagen eines neu erstellten Word-Dokumentes angepasst hatte, entschloss ich mich, diesem Spuk ein Ende zu bereiten. Ich öffnete ein leeres Dokument, stellte die Seitenränder auf durchgehend 2cm ein und änderte die Standard-Schriftart auf Arial sowie die drei Überschriften auf 22pt, 18pt und 14pt, alles fett.

Doch wohin mit dem als Formatvorlage (.dot) gespeicherten File? Ein MVP wusste weiter:

~/Documents/Microsoft User Data/Normal

Quelle: MacWord’s Normal Template

Respektive bei der bei mir im Einsatz stehenden deutschen Version:

~/Dokumente/Microsoft-Benutzerdaten/Normal

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Donnerstag, 7. Juni 2007

Adobe Download Manager sucks


Adobe Download Manager sucks I
Originally uploaded by emeidi

Adobe Download Manager sucks II
Originally uploaded by emeidi

(„sucks“ dieses Mal wortwörtlich: Nämlich noch nie gesehene Dimensionen an Swap-Speicher)

Ich verstehe bis heute nicht, wieso Adobe einen „Download Manager“ braucht, um den Adobe Acrobat Reader herunterzuladen.

Mit der Version 8.1 des PDF-Betrachters ist das Prozedere abermals komplizierter geworden: Schliesse ich das Firefox-Fenster im Hintergrund, beendet sich auch der Download Manager. Dieser wird über eine lokal abgelegte HTML-Seite aufgerufen.

„Thou shalt consume all my precious memory“

Kritischer wird es danach nur noch im Laufe der Installation: Ich kann mich nicht erinnern, auf einem Unternehmens-PC mit Windows jemals eine solche enorme „Memory Usage History“ gesehen zu haben. Sagenhafte 841’744K betrug die „Commit Charge“ – und alles nur, weil ich einen mickrigen Installer ausführe. Entpackt Adobe den ganzen Installations-Müll etwa in den Arbeitsspeicher?

SlimFast?

Noch einmal, liebe Entwickler: Wieso kann man nicht wie alle anderen auch eine stinknormale setup.exe-Datei zum Download anbieten? Und falls der „Download Manager“ wegen der für einen PDF-Viewer unglaublichen Grösse von mittlerweile 22.31MB eingeführt wurde: Hätte man den Aufwand nicht lieber darin investiert, die Applikation schlanker zu machen? Sagen wir … 5MB? Foxit schafft es ja auch ohne Probleme!

Aber ja, ich habe ja vergessen, dass die neueste Version des Readers nun sogar 3D-Modelle anzeigen kann …

Fazit

In der Rangliste der Bloatware-Unternehmen kommt Adobe leider, leider auf Rang 2, nur noch getoppt von Microsoft. Wo wohl SAP einzureihen wäre?

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Donnerstag, 7. Juni 2007

Justizirrtümer

Nur vier Tage nach Antritt ihrer Haftstrafe ist die amerikanische Hotelerbin Paris Hilton aus dem Gefängnis entlassen worden. Ein Polizeisprecher sagte am Donnerstag in Los Angeles, für die Entscheidung seien medizinische Gründe ausschlaggebend gewesen.

Quelle: Paris Hilton aus Gefängnis entlassen

Der Strafprozess zum unrühmlichen Ende der Swissair hat mit Freisprüchen für alle 19 Angeklagten geendet.

Quelle: Totale Niederlage für die Anklage

Note to self: Get rich ASAP!

Per Dekret hat die Tessiner Staatsanwaltschaft Filippo Lombardi zu einer Busse von 3000 Franken und einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagen à 360 Franken verurteilt. Und sie hat eine bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 15 Tagen aus dem Jahre 2001 in eine unbedingte umgewandelt.

Quelle: Lombardi muss ins Gefängnis

Addendum: If in Switzerland, don’t let them get you twice! If in US: Nevermind.

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Mittwoch, 6. Juni 2007

Wir unechten Liberalen werden immer mehr

Hilfe, schon wieder so ein unechter:

[…] Der Gewerbler, der beim Bauern Randen kauft, diesen wäscht, kocht und weiterverkauft, wird zum potenziellen Subventionsbezüger. Der Metzger, der sein Schlachtvieh beim Bauern kauft, kriegt vom Staat zinsfreie Darlehen. Dass Letzteres genau so verstanden wird, machte Rolf Bütiker (fdp, SO) klar, der die Geneseis der neuen staatlichen Förderquelle mit Interesse verfolgte: Aus Sicht der Fleischverarbeiter sei die neue Giesskanne noch „zu käselastig“, befand Bütiker als beckennender Lobbyist der Schweizer Fleischfachverbände.

Quelle: Der Bund, 7. Juni 2007, „Die Käserei in der Vehfreude freuts“.

Dies als kleine Replik auf Smythes Spruch, den er von Köppel und dieser wiederum bei Reagan ausgelehnt hat (ich finde ihn Klasse!):

Government’s view of the economy could be summed up in a few short phrases: If it moves, tax it. If it keeps moving, regulate it. And if it stops moving, subsidize it.

Quelle: Ronnie Rules

Was lernen wir aus dem Vergleich der beiden Text-Passagen? Keiner, und sei es noch so ein „liberaler“, scheint sich dem verlockenden Honigtopf fernhalten zu können.

Und übrigens, falls sich Köppel jemals ausführlich dem Thema „Subventionen in der schweizerischen Landwirtschaft“ annimmt, … nun … nun dann abonniere ich das Käseblatt für ein ganzes Jahr. Oder noch besser: Ich suche jemanden, der es mir subventioniert!

Details

Wer sich für Details interessiert, lese Büttikers Votum im Wortprotokoll nach (Schon online? Das ging aber zackig! – „teilweise Heiterkeit“, einfach köstlich):

Wenn wir die Bergebiet-Lösung anstreben, verstärken wir diese Verzerrungen zwischen dem Flachland und dem Berggebiet. Das gibt Abgrenzungsprobleme. Wenn man dann noch die Produktekette anschaut, wo es unterschiedliche Wertschöpfungsanteile gibt, gibt es hier Probleme. Es wird auch Probleme geben – das ist die Schwäche des Antrages der Mehrheit -, denn die Betriebe müssen mindestens die erste Verarbeitungsstufe umfassen. Das mag ja bei den Käsereien richtig sein. Ich finde, die Ausrichtung der ganzen Geschichte ist etwas „käsereilastig“. Deshalb könnte das natürlich in den anderen Bereichen, im Fleischbereich (teilweise Heiterkeit) – ja, er ist ja mehrmals angesprochen worden – zu Problemen führen.

Quelle: Büttiker Rolf (RL, SO)

Wer noch nicht genug hat, liest noch die Worte von Vorredner Frick, dann stehen einem endgültig die Haare zu Berge:

Da sind wir mit zwei Prinzipien konfrontiert, die uns in ein Dilemma bringen können. Das eine betrifft die Ordnungspolitik: Mit rigider Ordnungspolitik brauchen wir keine Unterstützung der Landwirtschaft mehr, können wir die Landwirtschaftspolitik abschaffen. Aber es gibt auch andere Prinzipien: In der Landwirtschaft braucht es eben auch Waffengleichheit. Um dieses Prinzip geht es bei diesen Bestimmungen.

Quelle: Frick Bruno (C, SZ)

Labels: Politik

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Mittwoch, 6. Juni 2007

Wie heutzutage US-Präsidenten gemacht werden

  • „Popular“ candidates are placed toward the center of the stage. The few true liberals and true conservatives are positioned on the outskirts.
  • The majority of questions, though distributed somewhat evenly, are always guided back to the candidates of choice.
  • The „popular“ candidates are given far more time to speak than all other candidates.

Quelle: Corporate Media Has Decided The 2008 Election For Us

Besonders eindrücklich ist die Grafik mit den zugebilligten Sprechzeiten. Die „Spitzenkandidaten“ sowohl der Republikaner als auch der Demokraten erhalten am meisten Zeit, zu antworen.

Dennoch möchte ich vor voreiligen Schlüssen abraten: Es ist wie immer die Frage mit der Henne und dem Ei. Haben die Medien die Spitzenkandidaten erst durch ihre Hervorhebung gemacht, oder waren sie es schon vorher?

Ein kleines Beispiel aus der Sportwelt: Die meisten meiner Leser werden wohl wissen, dass unsere Fussballnationalmanschaft … nun ja … rechnet wirklich jemand damit, dass diese die EM gewinnen? Eben. Ich glaube deshalb nicht, dass es irgendein ARD- oder BBC-Zuschauer verstünde, wenn die Sender die Schweizer Nati in einer einstündigen Sondersendung porträtierten – und die Nationalelf aus England, Frankreich etc. in fünfminütigen Beiträgen abspiesen. Auch Journalisten wählen aus, und wie im Wahlkampf so auch im Sport diejenige Person/Mannschaft, die die grössten Chancen auf einen Gewinn hat (was nicht heissen soll, nur die Top-Elite zu zeigen – manchmal schafft es ja auch ein Newcomer aus dem Mittelfeld an die Spitze. Die Schweizer Nati aber garantiert nicht!).

Ist die Situation im US-amerikanischen Wahlkampf derart anders gelagert? Ich denke nicht. Auch wenn ich Ron Paul wegen seiner Unkonformität mag – seine Chance in die Endauswahl zu kommen ist mehr als gering. Dank dem Internet wird er aber nicht wie viele Leute zuvor nicht ungehört in die Geschichte der Wahlkämpfer eingehen. Das ist der grosse Unterschied zu früher.

Labels: Medien, Politik, USA

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Mittwoch, 6. Juni 2007

Die OPEC droht

Das Erdöl-Kartell Opec versucht den Westen unter Druck zu setzen: Sollten die Staaten weiter auf Biotreibstoffe setzen, könne die Opec weniger in ihre Ölanlagen investieren. Die Ölpreise würden dann „durch die Decke“ gehen, warnt der Generalsekretär.

Quelle: Opec warnt Westen vor Biosprit-Investitionen

Na, in dem Falle: Jetzt erst recht, zu verlieren haben wir ja sowieso nichts mehr. Wenn die Ölscheichs schon jetzt nicht fähig sind, mit den Abermilliarden, die wir Ihnen in den letzten Jahrzehnten geschickt haben, ihre Anlagen in Schuss zu halten, wie wird das erst, wenn „Peak Oil“ auf voller Breite einsetzt und die Förderung von Erdöl deutlich aufwändiger wird, um schlussendlich ganz zu versiegen?

Biotreibstoffe – Rettung des Status Quo?

Wobei ich mich überhaupt nicht hinter Biotreibstoffe stelle: Wer nur etwas Ahnung von den komplexen Zusammenhängen der Landwirtschaft hat, weiss, dass das mit den Biotreibstoffen nur solange gut geht, als wir immer noch über billige Erdölimporte verfügen. Versiegen diese oder werden zu teuer, setzt eine verheerende Abwärtsspirale ein:

  • Dünger und Pestizide beruhen hauptsächlich auf Erdöl – direkt oder indirekt (!). Je weniger Dünger, je weniger Pestizide, desto weniger Ertrag werfen die Felder ab. Von der Bewirtschaftung von hunderten Hektar grossen Felder wage ich gar nicht erst zu sprechen – dies geschieht nämlich mit Landmaschinen, und die … schlucken ebenfalls Benzin.
  • Durch die hohen Treibstoffkosten wird der Transport von Weizen, Raps & Co. aus allen Herren Länder an den Bestimmungsort immer kostspieliger.
  • Die Verwertung von pflanzlichen Produkten für die Tierzucht wird Fleisch und Milchprodukte äusserst teuer machen.
  • Verringert sich der Import von Nahrungsmitteln, muss der Ausgleich von der inländischen Landwirtschaft besorgt werden. Für Biotreibstoffe bleibt dann weniger oder nichts übrig – zuerst muss die Bevöklerung ernährt werden.
  • Durch die Klimaerwärmung kann es in hochproduktiven Agrarregionen zu einer abnehmenden Ertragsentwicklung kommen. Da der Ausgleich durch Import nicht mehr gegeben ist, haben Missernten auch im Westen wieder einen deutlich stärkeren Effekt – fast wie früher …

Hirngespinste? Polemik? Völlig überdrehte Schreckensszenarien? Ich hoffe es doch schwer.

Fazit

Ich wünsche, dass diese Kausalkette nie eintreten wird, bin aber trotzdem der Meinung, dass es äusserst spannend wäre, eine solche Entwicklung mitzuerleben (jedenfalls anfänglich).

Ich bin aber äusserst nüchtern: Meine Generation McDonalds wäre schlicht nicht fähig, mit Ressourcenmangel umzugehen, davon bin ich überzeugt.

Es wäre folglich besser, wenn man mit dem Worst-Case rechnen und alle nur erdenklichen Massnahmen treffen würde, um den „Impact“ auf unsere Gesellschaft so gering als möglich zu halten.

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