Archiv 29. März 2026

Sonntag, 29. März 2026

Versuch der Mülltrennung im Wohnturm in Bangkok

Kürzlich wurden im Abfallraum unseres Stocks folgendes Schild aufgemacht, und zusätzliche Abfallcontainer installiert:

Zu Hause in der Schweiz trenne ich Abfälle (Papier, Karton, Büchsen/Dosen, PET-Flaschen, Batterien) und verwende lokale Entsorgungshöfe für eine effiziente Entsorgung.

Hier bin ich aus folgenden Gründen skeptisch:

  • Bewohner aus allen Herren Ländern Die Wohntürme hier sind ein kleiner Mikrokosmos von unterschiedlichsten Nationalitäten: Thais, Chinesen, (vermutlich) Japaner, (vermutlich) Koreaner, Inder, Russen, Ukrainer, Europäer. Bei einigen Ethnien habe ich grosse Bedenken, dass die ihren Abfall wirklich sortieren (ein Blick in den Müllkübel bestätigt mir das immer wieder). Mülltrennung funktioniert meiner Meinung nach nur, wenn sich alle daran halten (sprich in High Trust Societies wie der Schweiz, Deutschland, oder beispielsweise Japan — und ich wage zu behaupten, dass die Mülltrennung auch in der Schweiz aus bekannten Gründen zunehmend leidet).
  • Nachgelagerte Konsolidierung? Was passiert mit den Container, wenn sie von der Putzfrau (ja, ich habe noch nie einen Putzmann gesehen) abgeholt werden? Geht dann alles in denselben grossen Container? Und selbst wenn die Trennung hier eingehalten wird — was passiert nach der Abholung? Ich befürchte, sobald der Müll aus den Augen ist, ist er auch aus dem Sinn.
  • Manuelle Sortierung im Entsorgungshof? Bei nächtlichen Fussmärschen vom Fitness nach Hause sehe ich manchmal Personen, welche die Müllsäcke an den Strassenrändern nach verwertbarem Material erlesen. Passiert das auf Grund des ersten Punkts dann auch zwingend in den Entsorgungshöfen? Müsste meiner Meinung nach, denn sonst sind die von den Wohnturmbewohnern „sortierten“ Abfälle garantiert unrein.

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Sonntag, 29. März 2026

Erfolgreiche Invasion Irans: Unrealistisch

In den ersten Tagen des Ukraine-Krieges waren ungefähr 200’000 russische Soldaten am Angriff beteiligt. Kommentatoren sagten bereits zu dem Zeitpunkt, dass es unrealistisch sei, ein Land wie die Ukraine (41 Millionen Einwohner, 600’000 Quadratkilometer Fläche) als Angreifer mit so einer kleinen Armee einzunehmen. Die Schätzungen gehen von 400’000 bis zu einer Million Soldaten aus, um mit dem Plan erfolgreich zu sein.

Iran beansprucht eine Fläche von 1’700’000 Quadratkilometer und zählt über 90 Millionen Bewohner. Im Gegensatz zur flachen Ukraine ist Iran eine Festung, umrundet von Gebirgen. Irak besetzte in den 1980ern maximal 20’000 Quadratkilometer im Grenzgebiet.

Nach Informationen ziehen die US-Amerikaner derzeit weniger als 10’000 Soldaten in der Golfregionen zusammen (unter anderem die 82nd Airborne, eine schnelle, leichte (!) Eingreiftruppe, sowie U.S. Marines, welche momentan auf der USS Boxer und Tripoli.

Somit ist aus meiner Sicht völlig unrealistisch, dass die Amerikaner den Iran auf diese Weise unter Kontrolle bringen wollen. Selbst wenn wir also einen massiv reduzierten Einsatz in Betracht ziehen, sehe ich nicht, wie so wenig Personal ein oder mehrere Insel, oder den Küstenstreifen entlang der Strasse von Hormuz effektiv verteidigen können.

Sind wir gespannt, was Pistol Pete und seine Generäle planen.

Nachtrag: Angabegemäss hat der Iran bereits amerikanische Truppen angegriffen, die sich — mangels funktionierender, ausreichend geschützter Basen — temporär in Hotels in Dubai abgesetzt sowie sich auf einer Insel der Vereinigten Arabischen Emirate installiert haben.

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Labels: Krieg

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Sonntag, 29. März 2026

armasuisse-Hausjuristen: Bonus verdient!

Die Juristen bei armasuisse sind die Spitze unserer Fachkräftepyramide:

Zuerst überzeugen sie die VBS-Militärführung, den Bundesrat wie auch das Schweizer Volch, dass wir von den Amerikanern 36 F-35 Kampfflugzeuge zum „Fixpreis“ kaufen (Plot Twist: Nein, tun wir nicht). Nun gibt es wohl nur 30 Flieger, weil der Bundesrat es (aus verständlichen Gründen) nicht wagt, einen Nachtragskredit vor das Volk zu bringen. Zu gross die Gefahr, dass der Nachkredit abgelehnt wird.

Nun die nächste Schmach für die Juristen-Truppe: Die Amerikaner haben uns kürzlich mitgeteilt, dass die fünf Patriot-Abwehrbatterien mitsamt Munition (PAC-3) auf Grund eines von Israel beauftragten, kürzlich vom Zaun gebrochenen, völlig unnötigen „Forever Wars“ im Nahen Osten frühestens zwischen 2030 und 2033 geliefert werden können. Die Bestellung von 2022 sah eigentlich vor, dass die Lieferung 2028 abgeschlossen sei.

Die armasuisse-Juristen hatten nach dem Studium der Lage nun eine geniale Idee: Wir stoppen vorerst die Zahlungen für den Patriot-Kauf!

Was offenbar niemand realisiert hat: Schweizer Waffenkäufe in den USA werden aus einem grossen Topf unter Kontrolle der USA bezahlt. Die Amerikaner haben nun einfach das im Fonds liegende F-35 Geld abgezogen, um Verbindlichkeiten im Patriot-Kauf zu decken (US circumvents Swiss payment freeze for Patriot air-defence system). Clown Emoji.

Dies wirft einige Fragen auf:

  • Liest bei armasuisse jemand Verträge, bevor sie unterzeichnet werden?
  • Noch wichtiger: Verstehen die Juristen bei armasuisse die Verträge?
  • Wie gross ist die Juristenhorde bei armasuisse? Was kostet uns die Truppe?
  • Haben diese Fehler in Serie irgendwelche Konsequenzen auf die Truppe?

Mein Senf:

Erstens: Hätte man diese Käufe nicht in die Wagschale werfen können, als Hüftschuss-Donnie uns 39 Prozent Zölle aufbinden wollte? In der jetzigen Situation muss man sich fragen, ob man nicht lieber einen Ende mit Schrecken (wir treten von beiden Waffenkaufs-Verträgen zurück, und schreiben notfalls die bereits geleisteten Zahlungen ab) als ein Schrecken ohne Ende erleben möchte.

Zweitens: Ein Bekannter ist der Meinung, dass wir die Patriot-Batterien zwar voll bezahlen, aber nie zu sehen kriegen werden, weil das US-Imperium bis dann komplett am Arsch ist. Was irgendwie auch zeigt, wie vertrauenswürdig das Imperium mittlerweile ist, und wie viel Vertrauen man noch in das Überleben des Landes setzt.

Drittens: Der Ukraine- und der Iran-Krieg zeigen meiner Meinung nach offensichtlich, dass unsere Militärs im glänzenden Waffenkatalog die falschen Waffen zum Kauf ausgewählt haben (analog zur alten IT-Weisheit: „Nobody ever got fired for buying Microsoft“).

Meine Laien-Sicht: Die Schweiz sollte primär einmal zusammen mit der ETH versuchen, führend in einfacher (!; sprich nicht von militärischen Sonderwünschen kompliziert) Drohnentechnologie zu werden (vermutlich ist da der Zug schon abgefahren), inklusive autarker Massenfertigung mit heimischen KMUs. Gleichzeitig sollten wir eine autarke Raketenindustrie aufbauen (Reichweite: Kurz- und Mittelstrecke), und schlussendlich zeigt die aktuelle Situation, dass wir vermutlich rein mit der Präsenz von ein paar dutzend, einsatzfähigen Atombomben die Existenz das Landes für die nächsten 100 Jahre sicherstellen können. Positiver Nebeneffekt: Dieser Entscheid ebnet hoffentlich den Weg für eine nukleare Renaissance im Land, für den Ausbau und die Erneuerung der zivilen Nutzung der Kernkraft.

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Labels: Krieg, Schweiz

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