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Sonntag, 13. Dezember 2020

Unser neues Bett

Im Zuge der Corona-„Pandemie“ nahmen wir im Mai 2020 ein seit langem geplantes, aber bisher immer aufgeschobenes Vorhaben in Angriff: Unser neues Bett.

Im Gegensatz zur üblichen (?) Vorgehensweise, dem Kauf über einen „Möbel-Generalunternehmer“, haben wir uns dazu entschieden, die Komponenten von verschiedenen Lieferanten zu beziehen.

Der grösste Nachteil: Kein Pauschalangebot, das heisst keine Lieferung aus einer Hand, kein Aufbau durch die Transporteure, und auch kein Abtransport und Entsorgung des alten Betts.

Der grösste Vorteil: Wir konnten genau diejenigen Komponenten auswählen, welche wir als nützlich empfanden. Und: Deren Preis sich herleiten und rechtfertigen liess.

Das Ziel

… unser 140 mal 190 Zentimeter messendes Boxspring-Bett zu ersetzen. Offizieller Name der Matratze: Simmons Beautyrest World Class Exceptionale Warwick.

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Das Bett hatte meine Frau 2012 bei ihrer Übersiedlung aus den USA über den Seeweg in die Schweiz importieren lassen. Nicht optimal: Das Bett war bereits damals in einem gebrauchten Zustand und hatte ungefähr zehn Jahre auf dem Buckel („Manufactured: 11/01“, las ich auf dem Matratzen-Etikett).

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Neben dem physischen Ersatz hatten wir noch ein weiteres Ziel: Die Schlafqualität sollte gleich bleiben, wenn nicht gar besser werden.

Die Anforderungen

Dem allgemeinen Trend folgend sollte das Bett breiter werden. Wir schwankten zwischen 160 und 180 Zentimer; schlussendlich fiel die Wahl auf 180 Zentimeter. Getreu meinem kurzerhand erfundenen Motto: Wenn schon eine Neuanschaffung, dann mit einem spürbaren Resultat.

Meine Frau bestand darauf, weiterhin auf einem sehr hohen Bett zu schlafen. Eine ihrer wichtigen Anforderungen war es, aufrecht auf dem Bettrand sitzend in der Kniebeuge mindestens einen 90 Grad-Winkel aufzuweisen.

Wie ich bei der Recherche für die Anschaffung erfahren habe, bezeichnet man ein solches Bett hierzulande als Komfortbett, oder (meinem Verständnis nach negativer konotiert) Seniorenbett.

Weiter musste der Bettrahmen gepolstert sein, damit man beim Dagegenlaufen das Schienbein nicht anschlägt. Unverkleidete Holzrahmen kamen (leider) nicht in Frage.

Neu sollte das Bett auch über ein Kopfteilpolster verfügen, damit man Hände und den Kopf nicht aus Versehen an der Wand anschlägt und/oder aufkratzt.

Stephanie ist kein Fan von Doppelmatratzen, da sie den Spalt zwischen den beiden Matratzen als störend empfindet. Schlussendlich konnte ich mich aber durchsetzen, d.h. wir haben zwei 90 mal 200 Zentimer messende Matratzen angeschafft. Mit den zusätzlichen Erweiterungen (siehe weiter unten) ist der Spalt für mich nicht fühlbar.

Komponenten

Lieferant Hersteller Modell Preis (CHF)
Schlafwohl, Bern-Breitenrain Hasena Dream Pronto, Noemi, 180x200cm, 25cm, Pepe Grey 225 762.30
Ottos Warenposten, Köniz-Liebefeld Hasena Flexo K12 318.00
Bett1.de / Grenzpaket.ch Bett1.de Bodyguard H3/H4 Kosten 493.10
Zoll & Lieferung 147.50
Subtotal 640.60
Total 1720.90

Bettrahmen

Unsere Wahl fiel — inspiriert durch einen Katalog von Livique — auf den schweizerischen Produzenten Hasena mit ihrer Dream Pronto-Linie. Die Stoffarbe ist grau, die Füsse 25 Zentimeter hoch, und der Rahmen misst 180 mal 200 Zentimeter.

Im Zuge des Lockdowns offerierten verschiedene Lieferanten/Widerverkäufer signifikante Rabatte. Wir entschieden uns für Schlafwohl, welche über eine Filiale in Bern-Breitenrain verfügen. Der Rabatt betrug hier über 20 Prozent.

Da wir schlussendlich nur den Rahmen von Schlafwohl bezogen und der Preis keine 1500 CHF erreichte, mussten wir diesen in der Filiale abholen gehen und zu Hause selber zusammensetzen.

Dank einer exzellenten YouTube-Anleitung eines Dritten wussten wir, was auf uns zukam und wir waren guten Mutes, dass wir den Zusammenbau selber schaffen würden:

Der Zusammenbau klappte mit einer kleinen Ausnahme problemlos: Eine der 24 Fassungen, in welche die Schrauben versenkt werden, wies kein Gewinde auf (Produktionsfehler). Die Schraube konnte deshalb nicht versenkt werden:

Wir entschieden uns, das Risiko auf uns zu nehmen, und bauten das Bett trotzdem fertig zusammen.

Gleichzeitig schrieb ich Hasena an, welche uns zwei Wochen später kostenlos eine neue, funktionierende Fassung mit DHL zukommen liess.

Wir liegen nun bereits seit sechs Monaten im neuen Bett, und bisher machte sich der Mangel noch nicht bemerkbar — bspw. indem das Bettgestell zusammengekracht wäre. Sollten wir das Gestell jemals auseinander- und wieder zusammenbauen, würden wir das neue Gewinde einsetzen.

Lattenrost

Schlafwohl offerierte uns auch zwei Lattenroste, doch mit einem Preis von insgesamt über 600 CHF lagen diese deutlich über unserem Budget.

Zumal ich im K-Tipp gelesen hatte, dass der Schweizer viel zu viel für Lattenroste ausgibt und sich die teuren Lattenroste nicht spürbar von den günstigsten Modelle unterscheiden. Kurzerhand entschieden wir uns, nur den Bettrahmen über Schlafwohl zu beziehen und die Lattenroste — Hasena Flex K[opf]12 — online bei Ottos Warenposten zu bestellen.

Die Ware wurde innert weniger Tage zu Ottos Warenposten in Köniz-Liebefeld geliefert, wo ich sie mit einem geliehenen Lieferwagen abholen musste.

Matratze

Vor einigen Jahren hörte ich von der sogenannten Anti-Kartellmatratze aus Deutschland. Es handelt sich dabei um eine preisgünstige Matratze, welche ein findiger Unternehmer entwickelt hat: Er störte sich daran, dass die etablierten Matratzenhersteller überrissene Preise für lausige Qualität verlangen. Durch den Direktvertrieb sollten die Mittelmänner ausgeklammert werden, was auch gelangt. Das Geschäftsmodell erinnert spontan an Casper (und wie all die Startups mit derselben Idee heissen), mit dem Unterschied, dass die Bodyguard-Matratze mit einem Einstiegspreis von 199 EUR deutlich günstiger ist als die Konkurrenz.

Tester und Käufer geben dem Firmengründer Adam Szpyt recht: Die Matratze ist in mehreren Tests der Stiftung Warentest mehrmals zum Testsieger gekürt worden und hat sich mittlerweile mehr als zwei Millionen Mal verkauft.

Einziger Nachteil: Es ist kein Versand in die Schweiz möglich — die Lieferung muss an eine Adresse in Deutschland erfolgen.

Nach etwas Recherche entschied ich mich, die Dienstleistung von Grenzpaket.ch als Relay von Deutschland in die Schweiz in Anspruch zu nehmen. Ich eröffnete je ein Konto bei Grenzpaket und Bett1.de und liess die Ware an den Grenzpaket-Standort Weil am Rhein liefern. Von dort aus können Lieferungen dann verzollt und in die Schweiz weitergeleitet werden. Als Abholstandort wählte ich Bern-Wankdorf.

Leider dauerte es fast zwei Wochen, bis die Ware in Bern ankam. Obwohl die Matratze gemäss Kurier als geliefert gemeldet wurde, dauerte es nach der ersten Kontaktaufnahme von Grenzpaket.ch eine ganze Woche, bis wir wieder vom Unternehmen hörten: Ich erhielt per E-Mail endlich die Meldung, welchen Betrag bestehend aus Zoll und Spesen man als Vorauskasse auf das Schweizer Konto der Firma überweisen musste. Ein paar Tage später war dann die Ware in der Lagerhalle der VOGT.CARGO abholbereit. Tipp: Der Eingang befindet sich am südlichen Ende des Gebäudes an der Stauffacherstrasse 130A, d.h. in Richtung Bahngleise.

Das nächste Mal würde ich stattdessen die Dienstleistung von meineinkauf.ch in Anspruch nehmen — das System dort finde ich besser durchdacht, da die Ware beim Empfang automatisch an die eigentliche Wohnadresse des Käufers weitergeleitet wird. Einzig, dass die Bestellung im Online-Shop der Wahl nicht mit der persönlichen E-Mail-Adresse gemacht werden darf, sondern mit der eigens von meineinkauf.ch erstellten Adresse.

Topper

Um den Spalt zwischen den zwei Matratzen möglichst zu verdecken, haben wir uns entschieden, einen grossen Topper in der Dimension des Betts anzuschaffen. Dieser liegt nun auf den zwei Matratzen auf. Die Wahl fiel auf IKEA TALGJE (Art. Nr. 102.982.36). Der Topper und die Matratzen sind mit einem IKEA VIPPVEDEL (Art. Nr. 804.623.70) überzogen und werden so perfekt in Position gehalten.

Aufbewahrungsschachteln

Da wir dank den grösstmöglichen Füssen über 25 Zentimeter Stauraum unter dem Bett verfügen, schafften wir vier IKEA SOCKERBIT Schachteln (Art. Nr. 204.115.24) an, in welchen wir nun unser Bettzeug lagern. Leider scheinen diese Schachteln mittlerweile (Dezember 2020) nicht mehr hergestellt zu werden; nur noch wenige Schweizer IKEAs führen die Boxen.

Entsorgung Boxspring

Beim Rückbau des Boxspring-Betts wurde uns beiden sofort bewusst, weshalb herkömmliche Europäische Betten mit Bettrahmen, Lattenrost und Matratzen die deutliche bessere Wahl sind: Die unhandliche, extrem schwere Boxspring-Matratze mussten wir mit enormer Anstrengung über das Treppenhaus temporär auf den Estrich hieven, wo die Bestandteile des Boxspring-Betts einige Tage lagerten.

Zuerst versuchte ich, das Bett über Tutti kostenlos (!) an eine interessierte Person abzugeben, doch es meldete sich rein gar niemand auf das Angebot.

Anschliessend kontaktierte ich die Bärner Brocki von Gewa. Auf Grund eines grösseren Fleckens auf der Matratze zeigte die Brockenstube ebenfalls kein Interesse.

Somit blieb uns nicht anderes übrig, als das Bett der Entsorgung zuzuführen. Dabei entdeckte ich das geniale Angebot von Entsorgung & Recycling der Stadt Bern: Abholdienst.

Kurz nachdem ich das PDF-Formular ausgefüllt und per E-Mail an die Behörde gesendet hatte, erhielt ich einen Telefonanruf, um einen Abholtermin abzumachen. Pünktlich zur vereinbarten Zeit fuhr ein einziger (!) Mitarbeiter mit einem Fahrzeug vor und lud das Bett auf. Einige Tage später erhielten wir eine Rechnung der Stadt Bern in der Höhe von 43.60 CHF.

Das grösste Problem an der gesamten Entsorgungsaktion war, die sperrige, extrem schwere Boxspring-Matratze zu zweit ohne Lift über das Treppenhaus vom Estrich im dritten Stock an die Bordsteinkante zu bugsieren.

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Samstag, 9. November 2019

Mehr Ferien für Angestellte der Stadt Bern

Wer tagtäglich für uns Einwohner „chrampft“, soll die nötige Anerkennung dafür bekommen:

Drei Tage mehr Ferien für die Stadtangestellten

Ab dem nächsten Jahr haben die Stadtangestellten unter 50 Jahren neu 25 Tage Ferien im Jahr.

Berner Zeitung, 7. November 2019

… wobei mir gleich anschliessend folgender Zeitungsartikel in den Sinn kam:

Städtevergleich: Berns Angestellte sind auffällig häufig krank

In der Deutschschweiz belegt das Stadtberner Personal bei den Krankenheitstagen den Spitzenplatz. Das zuständige Amt will handeln.

Der Bund, 14. August 2019

Sind wir also gespannt, ob die Angestellten künftig weniger häufig krank sind, da sie sich drei Tage pro Jahr länger ausruhen können. Oder aber, weil die Versuchung reduziert wird, die bisher „fehlenden“ drei Ferientage mit Krankheitsmeldungen zu „kompensieren“.

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Dienstag, 1. Januar 2019

Die SP Bern macht auf Gender

Vor einigen Wochen wurden die Haushalte der Gemeinde Bern mit einem Schreiben der städtischen Sozialdemokratischen Partei eingedeckt, worin Interessierte zu einem Beitritt zur SP Stadt Bern aufgefordert wurden.

Als langjähriges Mitglied finde ich es selbstverständlich gut, wenn sich auf diesem Weg mehr Leute für die politischen Anliegen der Partei begeistern lassen. Leider aber ist es nun offenbar auch hier in Bern soweit, dass avant-gardistisch, aus den USA inspiriert (Stichwort „Identity Politics“, mit welcher die Demokraten (vermutlich nicht nur 2016) gegen Trump verloren), herum-gegendert wird: Das Beitrittsformular enthält auf der dritten Zeile die Angabe des Geschlechts. Und da können Interessierte nicht nur das (erwartete) „weibliche“ und „männliche“ Kästchen auswählen, sondern auch noch ein wirres Geschlechtssymbol, welches mir bisher noch nie untergekommen ist:

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Für mich ist es nachvollziehbar, dass man zu Handen der Adressdatenbank erfasst, ob man Briefsendungen an „Herr XYZ“ oder „Frau XYZ“ adressieren soll. Doch wie lautet in dem Fall aber die Anrede, wenn man das dritte Häkchen setzt? „Trans XYZ“? Oder dient die Information dazu, Interessierte auch gleich noch in eine SP-Untergruppe aufzunehmen, die sich deren LGBTQQIAAP-Anliegen annimmt?

Wahrscheinlich meinten die Formular-Designer „Gender“ (d.h. das „soziale“ Geschlecht), und nicht „Geschlecht“ (= engl. sex), denn:

Der englische Begriff „Gender“ beschreibt zunächst das soziale Geschlecht eines Menschen. Da es die Unterscheidung zwischen dem biologischen Geschlecht (‚sex’) und dem sozial erworbenen Geschlecht (‚gender’) im Deutschen nicht gibt, hat sich auch im hiesigen Sprachraum der englische Begriff durchgesetzt – und führt mancherorts zu Missverständnissen. Dabei besagt die Trennung von ‚sex’ und ‚gender’ zunächst: Die biologischen Geschlechtsmerkmale eines Menschen bestimmen nicht automatisch, ob und wie eine Person ihr Leben als Mann oder Frau in der Gesellschaft gestaltet. Das biologische Geschlecht ‚sex’, bzw. das, was bei der Geburt ärztlich bestimmt wird, sagt demnach auch noch nichts darüber aus, was in einer Gesellschaft als typisch „weiblich“ oder „männlich“ bezeichnet wird. Dies gilt in der Regel als Produkt sozialer Aushandlungsprozesse. Bei Transpersonen etwa stimmen „sex“ und „gender“ nicht überein. Man spricht heute von „geschlechtlicher Vielfalt“ und bezeichnet hiermit die vielfältigen Möglichkeiten, als Mann oder Frau eine Rolle innerhalb von Gesellschaften einzunehmen

Via: „Gender“ und „Genderwahn“ – neue Feindbilder der extremen Rechten aus Quelle: Das Märchen von der Gender-Verschwörung.

Fazit: Ich werde wohl langsam alt und kann ob diesem neumodischen Verhalten nichts abgewinnen.

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Labels: Politik

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