Archiv ‘Schweiz’

Dienstag, 24. Juni 2008

Der Radau-Partei laufen die Gutmenschen davon

Irgendwie komisch, dass die Parteimitglieder das erst jetzt merken (und zu spüren bekommen) …

Der Weg der SVP führe leider Schritt für Schritt weg von der auf Augenmass, Ausgleich und Anstand bedachten bürgerlich-demokratischen Partei, in die er vor rund 30 Jahren eingetreten sei, so Marti.

Quelle: espace.ch – Glarner Regierungsrat Marti verlässt die SVP

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Sonntag, 22. Juni 2008

Rambo Yves M.

Die riverraftenden Armeesoldaten waren letze Woche ein gefundenes Fressen für die Boulevard-Zeitung Blick. Während ich bisher der Meinung war, dass hier wieder mal einer nur zur Auflagensteigerung fertig gemacht werde, hat sich dieser Eindruck nun geändert.

Wer sich nämlich unter AdAs umhört, die unter oder mit ihm gedient haben, realisiert, dass es sich bei Yves „Maginid“ um eine tickende Rambo-Zeitbombe gehandelt haben muss. Während die Armee-Etage von all den Symptomen nichts wissen und hören wollte (bewusst oder auf Grund der in unserer ach so tollen Armee grassierenden Fahrlässigkeit sei dahingestellt), war den „normalen“ Leuten, dem Kanonenfutter, der Charakter von Y. M. sehr wohl bekannt.

Zwei Beispiele:

  • Als er mit einer Deutschen liiert war, überquerte er regelmässig die Grenze im Kämpfer. Ein-Mann-Feindesverband im Grossen Kanton? Zum Glück haben das die Schwoben nicht bemerkt, sonst lebten wir jetzt unter einer Besatzungsmacht.
  • Pfefferspray und besondere Messer – kein Problem. Seinen Soldaten beschaffte er alles, was ihre von ihm, dem Rambo, angestachelte Herz begehrten.

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Sonntag, 22. Juni 2008

Lastwägeler und ihre strukturellen Probleme

Martin Bäumle im Interview:

Die hohen Dieselpreise können kein wirkliches Problem für die Fuhrunternehmen sein. Die Dieselpreise betragen nur einen Bruchteil der Transportpreise und werden auf die Kunden überwälzt; die Branche als Ganzes ist nicht bedroht. Bei Unternehmen, die ohnehin strukturelle Probleme haben, können die rasch steigenden Energiepreise Probleme verursachen, doch da sin andere Probleme die Ursache. Als Liberale müssen wir diese Marktbereinigung akzeptieren.

Quelle: SonntagsZeitung, 22. Juni 2008, „Neues AKW in der Schweiz: ‚Das ist reine Erpressung'“, S. 5

Pseudo-Liberal?

Bleibt man der liberalen Linie treu, müsste Bäumle aber auch jegliche Subventionierung der SBB verteufeln (auch für mich ein wahrlich schrecklicher Gedanke) … Wahrscheinlich müssen die langsamen, lärmenden und stinkenden Zig-Tönner einfach mit anderen Ellen gemessen, obwohl ich bei jedem Einkauf im Supermarkt eine grosse Menge an Produkten einkaufe, die genau mit diesen Gefährten in den Laden „chauffiert“ wurden.

Eine überaus gesunde Branche?

Dass viele Transportunternehmen ein strukturelles Problem haben, sehe ich auch. Bis vor Kurzem machten diese ja ausschliesslich Schlagzeilen, wenn deren Chauffeure mit zu viel Ladung und zu lange durch die Gegend tuckerten und im schlimmsten Fall in einem Tunnel in Brand gerieten.

Fwd: Preiserhöhung

Anscheinend ist aber die Weiterverrechnung der Treibstoffzuschläge ein reelles Problem: Auch die Grossverteiler arbeiten anscheinend mit einem Puffer, um die rasant gestiegenen Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise nicht 1:1 an die Endkunden weiterzugeben. Wieso ist mir als ein Möchtegern-Versteher der Marktwirtschaft nicht ganz klar.

Ich habe den Eindruck, dass die Fuhrunternehmen (tönt so nostalgisch nach „Fuhrwerk“ – mit Gespann durchs Dörfli?) mit Grosskunden langfristige Verträge abgeschlossen haben und dabei das Risiko der Verteuerung des Treibstoffs einzig auf ihre Kappe nehmen müssen. Der Schuss ging dieses Mal nach hinten los.

Doch hier bin ich wieder auf Bäumles Linie: Der Staat kann und darf Privatunternehmen nicht davon abhalten, für sie ungünstige Verträge zu unterzeichnen, die sie im schlimmsten Fall in den Ruin treiben könnten. Es soll jedem Lädeli erlaubt sein, Waren unter dem Einstandspreis zu verkaufen, wenn man an Gewinn-Voodoo glaubt.

Grounding

Übrigens: Die Fuhrunternehmer, Giezendanner voran, könnten ja einen Teil ihrer Flotte „am Boden“ lassen (analog zu den US-Fluggesellschaften, die hunderte von Flugzeugen stilllegen – es kommt billiger, diese am Boden zu lassen, als durch die Lüfte zu fliegen).

Eine so einsetzende Verknappung des Angebots könnte sicherlich auch in der LKW-Transportbranche rasch Abhilfe schaffen. Aber anscheinend gibt es Konkurrenten, die trotz der hohen Dieselpreise noch Gewinn machen und bei dieser schon fast kartellmässigen Absprache nicht dabei wären. Tjach – Marktwirtschaft eben. Der Markt wird’s schon richten, Herr Giezendanner.

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Samstag, 21. Juni 2008

Wer findet die Oranje-Fans?

150′000 Oranjes in Bern

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Dienstag, 17. Juni 2008

Wie Hostpoint PHP beschleunigt

… kann ich auch nicht so genau sagen. Nachfolgend sollen erste Hinweise auf die Technologie gegeben werden, die ich über einige dort gehostete Web-Präsenzen in Erfahrungen bringen konnte:

  • FastCGI: incomplete headers (0 bytes) received from server "/var/run/hcgi/4444" So lautete die Fehlermeldung, die sich bei einer meiner Präsenzen im Apache error.log wiederfand. hcgi scheint der Name des im Einsatz stehenden PHP-Beschleunigers zu sein. Ob es sich bei 4444 um die PID oder die Kundennummer handelt, weiss ich nicht.
  • Es scheint sich um eine Eigenentwicklung zu handeln:

    Das Hostpoint-Engineering-Team hat einen PHP-Website-Beschleuniger entwickelt. Websites, welche auf PHP-Script aufgebaut sind, laufen nun massiv schneller.

    Hostpoint mit PHP-Website-Beschleuniger

  • php.ini-Dateien im Web-Root werden nun nicht mehr interpretiert. Hierzu muss man im Hostpoint Control Panel auf Explorer/Web-Einstellungen wechseln, wo man einerseits sog. PHP-Profile (im Grunde nichts anderes als ein GUI für php.ini-Einstellungen) erstellen/anpassen, sowie diese Profile bestimmten Web-Verzeichnissen zuweisen kann. Leider führte eine von mir „from Scratch“ erstellte Konfiguration zu einem HTTP 500er, weshalb ich schlussendlich eine Kopie des Profils typo3 anlegte und dort allow_url_fopen aktivierte. Für professionelle Web-Entwickler ist diese Oberfläche deutlich komplizierter zu bedienen, als eine gewöhnliche php.ini im Text-Editor anzupassen und dann via FTP auf den Server zu laden.
  • Das PHP-Profil wird über .htaccess-Dateien aufgerufen, die folgenden Inhalt erhalten:
    HcgiPhpProfileName php5 typo3
    
    #@__HCP_END__@#
    # Anything after the comment above is left alone
    ...

Für einmal darf ich Hostpoint gratulieren: Seit der Beschleuniger im Einsatz ist, sind auf PHP basierende Web-Applikationen (in meinem Fall: MediaWiki, so sehr man sich über die Code-Qualität und Performance-Eigenschaften des Produktes streiten kann) spürbar schneller geworden.

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Dienstag, 17. Juni 2008

Als der Fixlohn Usus wurde

Minger ist heute Abend Trumpf:

Niemand wird bestreiten können, daß wir [BGB nach 1918] auch den Verhältnissen der Arbeiterschaft und der Fixbesoldeten großes Verständnis entgegenbrachten […]

Manchmal liest man Texte aus längst vergangenen Tagen und realisiert plötzlich, dass unser als normal aufgefasstes Arbeitsleben anno dazumal die Ausnahme darstellte. Einen Fixlohn? Egal ob Winter, Sommer, Frühling, Herbst? Unabhängig vom Geschäftsverlauf? Geregelte Arbeitszeiten? Um 1918 musste das – wenn man Minger glauben will – immer noch als recht neumodisches Konzept gewirkt haben …

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Montag, 16. Juni 2008

Als die SVP noch zur Konkordanz stand

Wir verfolgen höhere Ziele. Unsere Politik muß getragen sein von Großzügigkeit und Weitsichtigkeit. Wir wollen nicht vergessen, dass nicht wir allein den Staat ausmachen, sondern daß unser Staatswesen sich aus den verschiedensten Gruppen zusammensetzt. Alle diese Gruppen haben ihre Existenzberechtigung. Es ist eine soziale Forderung, dass einjeder Beruf denjenigen, welcher ihn betreibt, samt seiner Familie erhält, vorausgesetzt, daß dieser Berufrichtig betrieben wird. Dieses Recht wollen wir jederzeit für alle Stände anerkennen, […]

Quelle: Rudolf Minger an der Gründungsversammlung der Bernischen Bauern- und Bürgerpartei vom 28. September 1918.

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Montag, 16. Juni 2008

Die Geschichte der Schweizerischen Volkspartei wiederholt sich

Irgendwie ist man die Strömungen in der BGB, später SVP nie richtig losgeworden:

Vorerst muß Klarheit darüber herrschen, was es heißen will, politisch eine selbständige Partei zu sein. Das bedeutet die vollständige Loslösung sowohl von der freisinnigen als auch von der konservativen Partei. Bis heute hatten wir in unsern eigenen Reihen bekanntlich zwei politische Strömungen. Die neue Partei muß in erster Linie dazu berufen sein, diese Gegensätze auszugleichen, und es sollte dies meines Erachtens nicht schwer fallen, indem uns Bauern auf der ganzen Linie
das gleiche Interesse vereinigt.

Quelle: Rudolf Minger an der Gründungsversammlung der Bernischen Bauern- und Bürgerpartei vom 28. September 1918.

[…] Wir müssen darauf gefaßt sein, daß dieser Feldzug noch nicht beendigt sein wird und daß
man ganz besonders versuchen wird, unsern politischen Kurs zu beeinflussen. Sorgen wir deshalb vor, daß wir dieser Gefahr gewachsen sind. Eine ähnliche Gefahr droht uns aber auch aus dem konservativen Lager. Die bisherige konservative Partei hat bis jetzt hauptsächlich Oppositionspolitik getrieben, indem es ihr, als Minderheitspartei, nicht möglich war, ihren politischen Auffassungen zum Durchbruch zu verhelfen. Nun ist auch hier die Wahrscheinlichkeit groß, und verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß man längst gehegte Wünsche und Pläne vermittelst unserer jungen Partei verwirklichen möchte.

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Montag, 16. Juni 2008

Der Teufel steckt in der urbanen Gesellschaft

Dabei hat er [Bauernsekretär Ernst Laur] unter anderem hingewiesen auf die großen Gefahren, die dem Großstadtleben innewohnen: Auf den Luxus, die Genusssucht, die Üppigkeit und die Überkultur, besonders in Kreisen der Besitzenden und auf die dadurch entstehende Verweichlichung; ferner auf die durch solches Wohlleben angeregte Begehrlichkeit der untern Schichten; wie alles Sinnen und Trachten auf eine bequeme Lebenshaltung hin tendiere; wie dadurch die Arbeit als bittere Last empfunden wird, wie die ideellen Regungen im Menschen erstickt und die niedern Triebe gefördert werden und zu was für Lebensauffassungen und Anschauungen das führen muss.

Quelle: Rudolf Minger an der Gründungsversammlung der Bernischen Bauern- und Bürgerpartei vom 28. September 1918.

Kaum verwunderlich, wer – Mingers Ansicht nach – die Städter vor ihrem sicheren Untergang retten sollte:

Dem gegenüber hat er die Vorteile geschildert, die das Landleben, besonders in unseren Bauernfamilien, mit sich bringt. Wie das heimelige Zusammenleben und Zusammenarbeiten von Eltern und Kindern in der freien Gottesnatur die Kindererziehung erleichtere und günstig beeinflusse; wie die Freude an der Arbeit frühzeitig geweckt, so dass sie als Lust, als segensreiche Einrichtung empfunden werde. Die Anerkennung einer göttlichen Weltordnung sodann befruchte wohltuend Charakter- und Gemütsbildung und lenke den Blick aufhöhere, unvergängliche Ziele, die dem Leben die Weihe und den Inhalt verleihen. Durch das glückliche Zusammenwirken dieser Faktoren wird unser Bauernstand zum nie versiegenden Jungbrunnen, zum Reservoir, das dazu berufen ist, den Städtern die nötige Blutauffrischung zuzuführen, um dieselben vor dem sichern Niedergang zu bewahren.

Was ist aus diesen geflügelten Worten nur geworden? Die Urbanen Zeitgenossen haben die Landwirte endgültig und ein für allemal verdorben …

Ich kann mich übrigens nicht verwehren und erkenne im Begriff Blutauffrischung erste Tendenzen, die Deutschland in den 1930ern in den Untergang geritten haben.

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Samstag, 14. Juni 2008

Die Weltwoche lernt einem das Verführen

Was machen Männer, die erfolglos bei Frauen sind, falsch? «Viele sind zu nett und im falschen Zeitpunkt zu ehrlich. Zu viel Ehrlichkeit ist Bullshit! Man kann später noch ehrlich sein und sie verwöhnen, wenn man sie hat.» Um eine Frau zu verführen, dürfe man nicht zu perfekt sein und ja nicht den Gentleman spielen. «Mein Tipp: Man sollte ihr nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, nach dem ersten Date nicht gleich sagen, dass man sie toll findet.» Eher solle man belanglos darauf hinweisen, dass man sich ja wieder einmal auf einen Drink treffen könnte.

Quelle: Frauenhelden – Angriff, Rückzug, Dolchstoss

Gell, Randal …

Dank: Smythe

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