Posts Tagged ‘Geschichte’

Donnerstag, 25. Juni 2015

Das alte Bauernhaus an der Schlösslistrasse in Bern …

… ist gar kein Bauernhaus!

Seit drei Jahren gehe ich nun fast täglich an diesem altehrwürdigen Gebäude (einem „Fremdkörper“, verglichen mit dem jungen Alter aller anderen Gebäude) vorbei, und bis gestern wusste ich nicht, dass es sich hierbei nicht etwa um ein wie von mir vermutet Bauernhaus handelt.

Gestern nämlich habe ich mir während einer Zugfahrt nach Zürich die Zeit genommen, mehr über das Gebäude in Erfahrung zu bringen. Die erste Knacknuss war die Adresse — das Gebäude trägt keine Hausnummer der Schlösslistrasse, sondern ist aus Sicht der Stadt Anstösser der Brunnmattstrasse. Der digitale Stadtplan hat mir bei der Lokalisierung der Hausnummer geholfen. Mit Google Maps hätte ich es mit Trial & Error wohl auch irgendwann einmal geschafft gehabt — aber der Grundbuchplan ist halt schon viel bequemer:

Brunnmattstrasse 10
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Stadtplan der Stadt Bern (map.bern.ch)

Die Adresse des Gebäudes lautet dementsprechend:

Brunnmattstrasse 10
3008 Bern

Bewaffnet mit der Postanschrift war es anschliessend eine Frage von Minuten, bis ich auf entsprechende Web-Inhalte zum Gebäude stiess: Das Gebäude heisst offiziell Brunnhaus oder Brunnenhaus. Es handelt sich um ein ehemaliges Trinkwasserpumpwerk der Stadt Bern; das erste Gebäude an dieser Stelle wurde im 16. Jahrhundert gebaut. Die Pumpe wurde dabei bis ins 20. Jahrhundert vom offenbar dieses Quartier durchfliessenden Stadtbach angetrieben.

Das erklärt dann plötzlich auch, wieso die Gegend hier „Brunnmatt“ (hochdeutsch: „Brunnenwiese“) heisst!

Heute ist in diesem Gebäude übrigens ein Kindergarten untergebracht — ich hatte eigentlich gehofft, dass man das Gebäude für Anlässe mieten könnte, ähnlich wie beispielsweise das Stöckli in Thörishaus.

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Samstag, 3. Januar 2015

Markus Somm und die kalifornische Initiative gegen japanische Einwanderer

Auf Flugreisen erhalte ich immer viel, viel Zeit, um auf Instapaper hinterlegte Artikel zu lesen. Während dem Rückflug aus den Weihnachtsferien hatte ich so Gelegenheit, mir das Geschreibsel des nationalkonservativen Markus Somm mit dem Titel Die Schweiz im Ausnahmezustand zu Gemüte zu führen.

Dabei fiel mir unter anderem folgende Aussage auf:

Als Kalifornien nach schweizerischem Vorbild vor dem Ersten Weltkrieg die direkte Demokratie ­einführte, richtete sich eine der frühen Volks­initiativen gegen chinesische und japanische Immigranten. Man nahm die Initiative an.

Spannend! Da ich seit einigen Jahren über Stephanie einen persönlichen Bezug zu Kalifornien, asiatischen Einwanderern und ABCs habe, nahm mich diese Episode besonders wunder.

Obwohl Somm äusserst unscharf schreibt und so nicht wirklich nachvollziehbar ist, auf welche Initiative er genau verweist, gehe ich nach einigen Recherchen davon aus, dass er sich auf das California Alien Land Law of 1913 bezieht:

The California Alien Land Law of 1913 (also known as the Webb-Haney Act) prohibited „aliens ineligible for citizenship“ from owning agricultural land or possessing long-term leases over it, but permitted leases lasting up to three years. It affected the Chinese, Indian, Japanese, and Korean immigrant farmers in California. Implicitly, the law was primarily directed at the Japanese. […] The law was meant to discourage immigration, primarily of Japanese immigrants, and to create an inhospitable climate for immigrants already living in California.

Quelle: California Alien Land Law of 1913

1920 wurde das Gesetz auf Grund des Resultats einer Volksinitative verschärft, weil es die japanische Einwanderung nicht stoppen konnte:

The 1920 Alien Land Law was passed in reaction to the intensification of anti-Japanese sentiment, and to the fact that the 1913 Alien Land Law was doing little to stem Japanese immigration to California.

Quelle: California Alien Land Law of 1913

Ich bin kein Verfassungsrechtler, aber ich glaube dass die Lex Koller das schweizerische Pendant zu diesem Gesetz ist — es aber nicht auf eine bestimmte Ausländergruppe abzielt. Der Gesetzgeber in Kalifornien hingegen formulierte den Gesetzestext aber so aus, dass europäische Einwanderer nicht von ihm betroffen waren:

The laws are widely held to have been discriminatory measures specifically targeting the Japanese, spurred by fears about the increasing number of Japanese immigrants settling in California. The choice to apply the laws only to those aliens ineligible for citizenship rather than to all aliens meant that European aliens would not be affected. Because of this, the bill was decidedly directed at Asians and specifically at the Japanese, who had become a strong presence in the agricultural labor market as well as in the control of farms. The Alien Land Laws were part of a larger trend of attempted discrimination against the Japanese through policy in California during the early 20th century.

Quelle: California Alien Land Law of 1913

Ein wichtiges Faktum, welches uns Somm — in typisch nationalkonservativem Thesenjournalismus — verschweigt:

The Alien Land Laws were invalidated in 1952 by the Supreme Court of California as a violation of the equal protection clause of the 14th Amendment to the United States Constitution […]

Quelle: California Alien Land Law of 1913

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Freitag, 13. April 2012

Geschichte visualisiert: Schiffsreisen im 18. Jahrhundert

Als Historiker und Geek schlägt mein Herz immer besonders dann höher, wenn sich Technologie und Geisteswissenschaften verschmelzen.

Heutiges Fundstück: Die Reisen von Segelschiffen der Spanier, Niederländer und Briten im 18. und 19. Jahrhundert. Indem die in den Logbüchern enthaltenen Koordinaten digitalisiert und auf eine Weltkarte projeziert werden, erhält man ähnliche Grafiken wie man sie auch von den weltweiten Flugbewegungen her kennt:

Quelle: The age of sail, visualized

Nebenbei: Die Kapitäne und Navigatoren haben deshalb so akribisch Buch über ihre Position, Richtung und Geschwindigkeit geführt, weil es leider Gottes zu der Zeit noch kein GPS gab, welches einem auf Knopfdruck die Position auf den Weltmeeren angab. Nur durch präzise Buchführung konnte verhindert werden, dass man vom Kurs abkam.

Diese Daten werden seit einiger Zeit auch von der historischen Klimatologie herbeigezogen, um jahrhundertealte Klimadaten von den Weltmeeren zu erhalten – eine wahre Schatztruhe!

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Mittwoch, 4. Januar 2012

Das Ende der immerwährenden Prosperität

What if the entire period from the invention of the steam engine to the invention of the internet were not the normal thing, but the abnormal thing? What if the „lost decade“ we have just gone through is actually the mean…the usual…the normal thing? And what if – after nearly 3 centuries – we have just now reverted to it? […]

But what if it isn’t normal? What if it was a once-in-a-centi- millenium event, made possible by cheap energy?

Quelle: Correcting the Growth of Human History

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Sonntag, 13. November 2011

Das Ende der amerikanischen Konsumgesellschaft wurde vor 40 Jahren besiegelt

Starting in the late 1970s, the middle class began to weaken… The middle class nonetheless continued to spend, at first enabled by the flow of women into the work force. (In the 1960s only 12 percent of married women with young children were working for pay; by the late 1990s, 55 percent were.) When that way of life stopped generating enough income, Americans went deeper into debt. From the late 1990s to 2007, the typical household debt grew by a third. As long as housing values continued to rise it seemed a painless way to get additional money.

Quelle: A Zombie Economy Following Unfaithful Shepherds

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Sonntag, 24. Juli 2011

Lieber spät als nie …

Braunau entzieht Hitler Ehrenbürgerwürde

Quelle: Geburtsort: Braunau entzieht Hitler Ehrenbürgerwürde – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Panorama

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Dienstag, 14. Juni 2011

Bye bye, ICQ

Ich habe mich heute dazu entscheiden, meinen ICQ-Account 38563707 zu deaktivieren. Über kurz oder lang werden auch AIM, Yahoo! Messenger und MSN daran glauben müssen.

Die Zukunft gehört klar dem Facebook-Chat.

(Natürlich nicht der Web-Version, sondern mittels Adium über das Jabber-Protokoll).

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Dienstag, 24. Mai 2011

Der Unterschied zwischen Armut und Reichtum? Die Waschmaschine.

Offenbar nicht die Eigentumswohnung oder das Auto. Nein, die Waschmaschine:

Demographic researcher Hans Rosling has called the washing machine the greatest invention in the history of the Industrial Revolution. It liberated homemakers from boiling water and washing clothes. For women around the world, it makes the difference between poverty and prosperity.

Quelle: The Attack on the Washing Machine

Ich kann mich aber an eine Vorlesungsstunde bei Prof. em. Dr. Christian Pfister erinnern, in welcher er postulierte, dass mit der Einführung der Waschmaschine das Kleiderwaschen vollständig den (Haus)frauen übertragen wurde. Vorher halfen alle Mitglieder des Haushaltes beim Waschen mit.

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Donnerstag, 19. Mai 2011

Als man mit Word noch epische Texte verfassen konnte …

It doesn’t have a full screen mode, it doesn’t let you generate charts from an attached Excel spreadsheet, it doesn’t let you export a webpage, it doesn’t have thirty-seven different newsletter templates, it doesn’t make coffee, it doesn’t offer next-day shipping on purchases over $100, it doesn’t, well, it doesn’t get in your way.

Quelle: Forkbombr — Guest Post: Markdown is the new Word 5.1

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Dienstag, 15. Februar 2011

Für den unkontrollierten und uneingeschränkten Zugang zum Internet

The internet is radically unlike all the telecommunications networks that have preceded it. It’s the first national and global communication network designed from the outset to resist mechanisms for centralized control and monopoly.

Quelle: Coding Horror: The Importance of Net Neutrality

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