Wieso haben wir in der Schweiz nie solche Diskussionen?! Das wäre wohl das erste erfolgreiche Comedy-Format auf unserem Staatsfernsehen …
Mittwoch, 19. September 2007
Mittwoch, 19. September 2007
Wieso haben wir in der Schweiz nie solche Diskussionen?! Das wäre wohl das erste erfolgreiche Comedy-Format auf unserem Staatsfernsehen …
Mittwoch, 19. September 2007
Stewart: So we’re not a free market then.
Greenspan: No. No.
Stewart: There’s a visible – there’s a benevolent hand that touches us.
Greenspan: Absolutely. You’re quite correct. To the extent that there is a central bank governing the amount of money in the system, that is not a free market. Most people call it regulation.
Quelle: Alan Greenspan and Jon Stewart on free markets versus central banking
Jetzt verstehe ich gar nichts mehr :-(
7/21/2004 — DIALOGUE THREE
(In which Ron Paul gets Greenspan to admit that, in fact, successful central banks must replicate gold standard – so why not return to it?)[…] Once you decide that a commodity standard such as the gold standard is, for whatever reasons, not acceptable in a society and you go to a fiat currency, then the question is automatically, unless you have Government endeavoring to determine the supply of the currency, it is very difficult to create what effectively the gold standard did. I think you will find, as I have indicated to you before, that most effective central banks in this fiat money period tend to be successful largely because we tend to replicate that which would probably have occurred under a commodity standard in general.
Sonntag, 16. September 2007
Ein Einspruch von höchster Stelle: US-Verteidigungsminister Robert Gates hat dem früheren Notenbankchef Alan Greenspan widersprochen, wonach es den USA im Irak-Krieg vor allem um das Erdöl gehe. […] Nicht der Zugriff auf Öl, sondern die Sorge um die Stabilität in der Golfregion sei also der Grund für den Irakkrieg gewesen, sagte Gates damit.
Quelle: Gates widerspricht Greenspan – Irakkrieg nicht wegen Erdöl
Und es geht doch um’s Öl. Ob man jetzt als Besatzungsmacht direkt Zugriff auf das Öl hat oder aber mit den Besitzern entsprechende Verträge schliesst (weniger der amerikanische Staat als die us-amerikanischen Öl-Firmen) spielt keine Rolle. Damit man aber von den seit 20 Jahren brachliegenden Öl-Reserven im irakischen Boden profitieren kann, muss in der Region selbstverständlich Ruhe einkehren. Niemand will wie in Nigeria oder Mexiko Anschläge auf Pipelines und Mitarbeiter der Fördergesellschaften, Raffinerien und Transportunternehmen.
Wie auch immer, folgende Grafik sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn die Stichworte USA und Öl fallen:
Quelle: Who Has The Oil, Who Uses The Oil
Die Länder mit den grössten Reserven (Saudi Arabien, Iran, Irak) tauchen erstaunlich häufig in Verbindung mit den USA auf. Die Saudis sind gute Freunde der USA, die Iraker sträuben sich noch ein wenig und die Iraner bombt man im Notfall in Grund und Boden. Zufall?
Samstag, 15. September 2007
Pinks Chart-Kracher, wenn man eine Ballade so nennen kann, enthält einige Textpassagen, die für Nicht-Amerikaner schwer verständlich sind:
How can you say
No child is left behind?
George W. Bush hat 2001 ein Gesetz verabschiedet, um die Schulbildung der amerikanischen Kinder zu verbessern. Das Gesetz ist unter dem Namen No Child Left Behind bekannt. Es gibt kritische Stimmen, die seit der Einführung des Gesetzes gar von einer Verschlechterung der Ausbildungssituation sprechen.
And what kind of father might hate his own daughter if she were gay?
Hier spielt Pink meiner Meinung nach auf die Tochter von Vizepräsident Dick Cheney an, die sich öffentlich als lesbisch geoutet hat (und mittlerweile mit ihrere Partnerin ein Kind erwartet).
You’ve come a long way from whiskey and cocaine.
Bevor George W. Bush seine nationale Polit-Karriere startete und seine destruktiven Kräfte auf den Nahen Osten richtete, war er drauf und dran, sich mit Alkohol (und vermutlich auch mit Kokain) selber zu zerstören.
Minimum wage with a baby on the way
Mit Minimallohn sind die sogenannten McJobs verbunden. Wer einen McJob besitzt, muss nicht zwingend bei McDonalds arbeiten – wichtig ist nur, dass der Job kaum Anforderungen an die Angestellten stellt, da diese meistens keine Schulbildung mit sich bringen. Als Beispiel sind die „Willkommens-Lächler“ und Plastictüten-Packer bei Wal-Mart anzuführen.
Natürlich sind solche Anstellungen äusserst schlecht bezahlt und bieten kaum Zukunftschancen. Kein Wunder, dass die Fluktuationen sehr hoch sind. Wer einem McJob nachgeht und Schwanger wird, sollte sich auf ein Leben in Armut gefasst machen („Working poor“).
Übrigens: Es gibt auch die McMansions (verständlicher: McHouses). Diese Fertigbauhäuschen in den Vorstädten, die meist aus dünnen, schlecht isolierten Holzwänden bestehen und bei jedem Tornado in Luft aufgelöst werden (wenn sie nicht gerade bei einer Hypotheken-Krise verlassen werden müssen).
Building a bed out of a cardboard box
Als ich bei Abenddämmerung mein Auto in Venice (Los Angeles) parkierte, fielen mir unweit von meinem Parkplatz unzählige Obdachlose auf, die sich auf einer Grasfläche gemütlich gemacht hatten. Während meines Aufenthaltes sollte ich immer wieder an diesen armen Gestalten vorbeikommen. Obdachlosigkeit ist in den USA ein deutlich grösseres Problem als in der Schweiz, weil der Wohlfahrtsstaat äusserst schwach entwickelt ist. Dies mag wohl auch mit dem immer wieder propagierten Individualismus („Nach mir die Sintflut!“) und dem ausgesprochenen harten Wettbewerbsdruck unter den Individuen zusammenhängen.
Item. Auf jeden Fall bauen sich die Leute aus Karton-Schachteln („cardboard boxes“) ein Dach über dem Kopf, um darin zu nächtigen. Auch in Japan gibt es vereinzelt solche Konstruktionen.
Freitag, 14. September 2007
SCO Group today filed for bankruptcy protection.
Quelle: SCO files for US bankruptcy protection
Endlich ist die Bude hops gegangen. In den letzten Jahren produzierte das Unternehmen nichts substanzielles mehr, als es mit Hilfe einer Horde Rechtsverdreher gegen den Giganten IBM vor Gericht zog. Grund der Klage: IBM habe Unix-Quellcode geklaut und in Linux eingebaut.
Ausser Spesen nichts gewesen: In einem Monat sollen 9 Millionen US-Dollar an die Anwälte überwiesen worden sein. Wenn zwei sich streiten freuen sich am Ende nur die Anwälte.
Labels: Linux, USA, Wirtschaft
Donnerstag, 13. September 2007
America is long past the possibility of some kind of profitable outcome in Iraq. Neo-con dreams of a quick, cheap victory, delivering democracy and peace and self-financed from Iraq’s own oil revenue, got us started on this misadventure. Like the students, the early bidding seemed like a fun adventure to the boys in the Bush administration. „Bring ‚em on,“ the chief boy said about the other bidders. And like the economics class, suddenly we were in the thing up to our necks, with only bad choices available at an ever-escalating cost.
Quelle: Lessons on the surge from economics 101
Najaaa … wenn man die Truppen schon mal vor Ort hat, könnte man es doch in Iran versuchen?
Dienstag, 11. September 2007
That hour-long „interview“ last night with Petraeus and Crocker would fit quite comfortably on North Korean state television.
Quelle: Brit Hume and the Bush administration take propaganda to a new level
Übrigens, das Säbelwetzen gegenüber dem Iran geht wie geplant weiter – dieses Mal wetzt aber sogar ein „Journalist“ – komisches Land, komisches Mediensystem:
HUME: That sounds pretty disturbing, Ambassador Crocker — that we are confronting with Iran now a situation where it doesn’t appear that we have any diplomatic possibilities to suppress this activity by Iran, or do we?
Montag, 3. September 2007
So the only way to have peace is to nuke any country thats trying to make nukes to defend themselves from being nuked from that country who already has nukes but doesn’t want anybody else to have nukes but themselves because they believe they are more responsible with those said nukes……see doesn’t that make perfect sense?
If you believe any of the following statements are true then you are a brainwashed idiot and probably American:
- Iran is run by an unstable government
- Iran has violated treaties it has signed
- Iran has attacked another country
- Iran has threatened to attack another country
- Iran is building nuclear weapons
- Iran has threatened to use nuclear weapons against another country, even non-nuclear countries
- Iran is a threat to world peace
If you substitute America for Iran in the above and believe any of the statements are false then you are a brainwashed idiot and probably American.
Quelle: Kommentare auf Iran ‚reaches nuclear target‘
Tags: Iran, Naher Osten
Labels: Energie, USA
Sonntag, 2. September 2007
How do you sleep while the rest of us cry?
How do you dream when a mother has no chance to say goodbye?
How do you walk with your head held high?
Can you even look me in the eye?
Quelle: Pink – Dear Mr. President
Meine Befürchtung Iran einfach (geschützt auf stark zunehmende Postings im ganzen Internet) scheint sich in den nächsten Tagen zu bestätigen …
I have a friend who is an LSO on a carrier attack group that is planning and staging a strike group deployment into the Gulf of Hormuz. (LSO: Landing Signal Officer- she directs carrier aircraft while landing) She told me we are going to attack Iran. She said that all the Air Operation Planning and Asset Tasking are finished. That means that all the targets have been chosen, prioritized, and tasked to specific aircraft, bases, carriers, missile cruisers and so forth.
Quelle: „We Are Going To Hit Iran. Bigtime“
Dank: Anonymer Kommentator
The US military attack on Iran will, most certainly, be conducted with air power. The US has neither the available ground forces necessary to invade a large country like Iran, nor the appetite (given the experience of Iraq) to manage its aftermath. In contrast, airpower assets are plentiful and its employment offers a clean, seemingly low cost alternative to a ground invasion.
There are two major problems with deploying airpower. […]
Quelle: COLLAPSING IRAN
Die Frage ist natürlich, wie verlässlich Blogs und soziale Netzwerke als Quellen sind. Wir werden sehen. Jedenfalls vermag ich keinen Grund zu erkennen, wieso Massenmedien in solchen Angelegenheiten näher am Ball sind (oder in den USA: sein wollen). Die Informationen scheinen von Militärdienst leistenden Personen an der „Front“ zu stammen.
Zufälligerweise scheinen sich die Iraner und Amis abgesprochen zu haben – die kürzlich veröffentlichten Medienberichte rechtfertigen einen Angriff:
Iran says uranium goal reached
The country’s president says its objective of 3,000 centrifuges is a reality, which would create enough nuclear material for a bomb in a year.
Quelle: Iran says uranium goal reached
Mit dem angeblich kurz bevorstehenden Angriff auf den Iran erschliesst sich auch eine auffällige weil äusserst risikohafte „Wette“ im „Kasino“ des Kapitalismus:
An anonymous investor has placed a bet on an index of Europe’s top 50 stocks falling by a third by the end of September, as world equity markets plunged for a third day and volatility hit a three-year high.
Quelle: Mystery trader bets market will crash by a third
Dann halten wir in den nächsten Tagen doch untenstehnde Grafik im Auge:
Quelle: DJ EURO STOXX 50 (^STOXX50E)
Sollte der „mystery trader“ mit seiner „Bin Laden Trades“ wirklich recht haben, sollte die Linie bis zum 21. September auf minimal 3100 und maximal 2150 Punkte abstürzen.
Tags: Iran, Krieg, Weltgeschehen
Labels: USA
Sonntag, 2. September 2007
Gemäss der neoliberalen Denkweise würden doch solche Betrugsfälle dann der Vergangenheit angehören:
[…] Charlene Corley and her sister, Darlene Wooten, the owners of a small-parts company called C&D Distributors, shipped three machine screws costing $1.31 each to marines in Habbaniyah in Iraq. They then proceeded to charge the government $455,009 for transportation costs—and got paid.
[…] If only its officials could locate 190,000 assault rifles and handguns distributed during the past few years to Iraqi security forces. The Government Accountability Office reported recently that the weapons seem to have gone missing.
Quelle: Creative billing
Aber im Grunde ist die „Privatisierung“ längst im Gange: Halliburton, Blackwater – Firmen, die im Iraq tausende Milizler stationiert haben und neben Infrastrukturprojekten und Versorgungsleistungen für reguläre Truppen auch Sicherheitsdienstleistungen anbieten. Eine Dokumentation beleuchtet das moralisch und kriegsrechtlich äusserst fragwürdige Outsourcing von typischen Aufgaben einer Besatzer-Armee:
IRAQ FOR SALE: The War Profiteers
Merke: Eine Privatisierung bringt bei Monopolaufgaben rein gar nichts, insbesondere wenn diese weiterhin von Steuergeldern finanziert werden.
Dank: Kollege Burgdorfer
The privatisation of military functions from logistics to maintaining weapons has reached the point that the Pentagon now regards contractors as an integral part of its „total force“. Amercia could not go to war without them.
The Economist, 22. September 2007, „Privateers under fire“, S. 49.
Tags: Krieg, Staat
Labels: USA, Wirtschaft