Archiv 2007

Montag, 18. Juni 2007

Ohne Erdöl keine Nahrung

It is argued that
the expansion of all Western Europe in population and prosperity has been
due to t!he utilization of the vast new lands of North America and elsewhere
for the production of a flood of new food. But this ignores the true
inwardness of the situation. It was not the knowledge of these virgin
lands nor even their occupation that made cheap imported foods possible.
Rather it was the fact that between the years 1870 and 1890 the transportation
of bulky products was revolutionized. Had it not been for that
development the production of surplus foods in outlying regions would not
have occurred, as indeed it was not large before 1870, though a large part
of these lands were then available. Between 1870 and 1890 railroads multiplied,
steamship capacity was doubled and quadrupled, speed of service
was increased, charges much decreased. In 1869 it cost approximately 37
cents to transport a bushel of wheat from Chicago to Liverpool, in 1905
only about 10 cents.

Quelle: O. D. von Engeln. The world’s food resources. Geographical Review, 9(3):170–190, March 1920.

Treibstoff

Dampf – wie nostalgisch. Ende des 19. Jahrhunderts war Kohle, was heute Erdöl ist. Billige Energie ist die Grundlage (und paradoxerweise auch die „Lebensversicherung“) unserer heutigen Welt. Schade nur, dass Erdöl eine endliche Ressource ist (gebildet in Millionen von Jahren, vom Menschen aufgebraucht in zwei- bis dreihundert Jahren). Was, frage ich mich in letzter Zeit, wenn die hohen Erdölpreise nicht unbedingt wegen der unsicheren Situation im Nahen Osten derart teuer sind, sondern, weil Peak Oil bereits eingetreten ist? Und niemand hat es bemerkt?

Unerwartete Parallelen

„The USDA projects global grain supplies will drop to their lowest levels on record. Further, it is likely that, outside of wartime, global grain supplies have not been this low in a century, perhaps longer,“ said NFU Director of Research Darrin Qualman.

Most important, 2007/08 will mark the seventh year out of the past eight in which global grain production has fallen short of demand. This consistent shortfall has cut supplies in half-down from a 115-day supply in 1999/00 to the current level of 53 days. „The world is consistently failing to produce as much grain as it uses,“ said Qualman. He continued: „The current low supply levels are not the result of a transient weather event or an isolated production problem: low supplies are the result of a persistent drawdown trend.“

Quelle: Lowest Food Supplies in 50 or 100 Years: Global Food Crisis Emerging

Auch das noch. Beunruhigend. Die industrielle Landwirtschaft scheint an ihre Leistungsgrenzen gelangt zu sein, noch bevor sich die Klimaveränderung in ihrer vollen Breite manifestiert hat.

Autarkie? Denkste

Deshalb ist es auch lächerlich, wenn Christoph Blocher die schweizerische Landwirtschaft aus Gründen der Autarkie unter Heimatschutz stellen will. Sollten in Zukunft in unseren Gefilden Nahrungskrisen auftreten, werden wir sicherlich nicht mit Käse und Milch überleben, sondern dank Kartoffeln und Getreide. Nüchtern und oekonomisch betrachtet liefern nämlich die beiden letztgenannten pflanzlichen Nahrungsmittel ein Vielfaches an Kalorien pro Bodeneinheit. Die Konsequenz:

„That small minority in the Western World who have so nearly monopolized the world’s meat will have to reduce their consumption.“

Quelle: O. D. von Engeln. The world’s food resources. Geographical Review, 9(3):170–190, March 1920.

Ich behaupte ohne nähere Kenntnis der heutigen Verhältnisse, dass unsere Böden nicht fähig sind, 7 Millionen Menschen mit Getreide und Kartoffeln zu ernähren (insbesondere dann, wenn neben Mangel an Grundnahrungsmittel Dünger und Pestizide knapp werden). Gar nicht erst zu denken, was passiert, wenn eine Missernte auftritt – und wir die Nachfrage nicht mit ausländischem Weizen stillen können (weil – wie oben beschrieben – nicht mehr genug produziert wird oder der Preis für die herbeigeschaffte Ware bis für die Mittelklasse unbezahlbar würde). Das gab es alles schon – vor nicht allzulanger Zeit, als es keine Züge gab, die grosse Mengen in kurzer Zeit durch den halben Kontinent transportierten. Leider vergisst der Mensch viel zu schnell.

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Montag, 18. Juni 2007

Microsoft-Newsletter abbestellen? Unmöglich!


Unsubscribe Microsoft Newsletters?
Originally uploaded by emeidi

Vor einiger Zeit, wohl nach der Lektüre von The Low-Information Diet: How to Eliminate E-Mail Overload and Triple Productivity in 24 Hours über den optimalen Umgang mit der E-Mail-Flut im Unternehmen, entschliesse ich mich immer öfter, Newsletter abzubestellen. Der Nutzen dieser Kommunikationsform ist seit RSS äusserst gering – und führt bei mir letztendlich nur noch zu masslos überfüllten INBOXen.

Leider habe ich in den letzten Wochen bestätigt erhalten, dass man in sekundeneile in einen Mail-Verteiler eingetragen werden kann, während die Austragung gute Nerven und viel Ausdauer bedarf.

Halunken aus Redmond

Ein ganz schlimmer Fall ist Microsoft, wie obiger Screenshot beweist. Mir war es schlicht und ergreifend nicht möglich, mich aus dem Newsletter auszutragen, den ich auf eben diese E-Mail-Adresse zugeschickt erhalte. Den Captcha-Text gab ich etwa ein gutes Dutzend mal ein, und auch die E-Mail-Adresse variierte ich in der Gross-/Kleinschreibung (den ‚m‘ von eMeidi schreibe ich in der Regel gross). Nichts passierte – ich konnte mich nicht einloggen. Zwischen mir und den Opt-Out-Knopf lag (unnötigerweise!) eine unüberwindbare Mauer. Wäre Microsoft nicht schon längst auf meiner Abschlussliste, wäre es das Unternehmen spätestens jetzt.

Schweizer-Künstler

Für masslose Freude haben auch die Leute vom NetzwocheTicker gesorgt, die einem vor kurzen ein Abo für den hoffnungslos überladenen, unübersichtlichen und informationstechnisch kaum brauchbaren ICT-Newsletter aufgezwungen haben (ich sehe den Marketing-Heini vor mir: „jaja, nur zusenden, der will das schon!“). Nein, lieber Vordenker – ich will das nicht!

Lösungsansatz

Einige findige Web-Entwickler wiederum haben erkannt, dass die Benutzer sich äusserst schnell (und somit zwingend einfach) aus einem Verteiler austragen möchten. Die Lösung ist ganz simpel: Am Ende des Mails steht ein Link auf ein Script, dem mitteles einer GET-Variable ein eindeutiger Hash-Wert übergeben wird. Wird die entsprechende Seite angesurft, wird nicht mehr lange gefackelt und meine E-Mail schnurstracks aus dem Verteiler gestrichen. So sollte es sein. Mir ist es egal, ob ein Marketing-Fuzzi Angst vor Fehlklicks (sprich: der Mündigkeit der Benutzer) hat – ich will da raus!

Falls sich der Marketing-Fuzzi nicht überzeugen lässt, können die Entwickler ja noch ein allerletztes Mail senden mit der Mitteilung „Sie wurden erfolgreich aus dem Verteiler ausgetragen“. Darunter stünde ein Link, mit dem man sich wieder anmelden kann … Ich glaube aber nicht, dass viele Leute diesen Link klicken werden.

Nachtrag

Röfe lügt wie gedruckt! Hier zur Untermauerung meiner Aussagen der Screenshot des betreffenden Mails:

Der Link ‚Unsubscribe‘ oben recht zeigt auf go.microsoft.com/?linkid=6949882

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Montag, 18. Juni 2007

Mein Senf zur 5. IV-Revision

Nun haben wir sie also hinter uns, die Abstimmung zur 5. IV-Revision. In der Volksbefragung äusserten knapp 60 Prozent der Stimmenden ein „Ja“ zur Vorlage.

Die 40% Gegenstimmen sind aus meiner Sicht ein Achtungserfolg – es gab ja durchaus auch Abstimmungen zu gewissen Anliegen, wo den Befürwortern nur 30% gegnerische Stimmen gegenüberstanden. Wie Patrick Feuz heute im Bund kommentierte, mag die Abstimmung auch deshalb unproblematisch „durchgeflutscht“ sein, weil viele Stimmbürger wohl nie in ihrem Arbeitsleben auf diese Versicherung werden zurückgreifen müssen. Ob Anpassungen an der AHV so locker durchgewunken würden, erachte ich als fraglich.

sf.tv: Zeigt sich darin nicht auch ein grundsätzliches Problem: Viele Nicht-Betroffene entscheiden über vergleichsweise wenige Betroffene.

Claude Longchamp: Sicher, ja. Die direkt betroffenen IV-Bezüger entsprechen ungefähr einem Anteil von 6 Prozent an der Bevölkerung – rechnet man ihr Umfeld hinzu, sind es vielleicht 20 Prozent. Von daher wäre es schon wichtig gewesen, wenn sich jeder überlegt hätte, ob er selbst einmal auf die IV angewiesen sein könnte. Dazu ist es offensichtlich nicht gekommen.

Quelle: «Wenige IV-Bezüger = hohe Zustimmung»

Schrotschussmethode unangebracht

Ich persönlich habe ein Nein in die Urne gelegt. Nicht etwa, weil mein Parteibüchlein dies so von mir gefordert hätte und ich prinzipiell gegen Abbauvorhaben bei den Sozialwerken bin. Nein, mich hat gestört, dass man denjenigen Personen (und deren Verwandten) Leistungen kürzt, die offensichtlich Zielgruppe dieser Versicherung sind: Die Behinderten. Wieso das Parlament hier nicht fähig war, eine ausgewogenere Lösung zusammenzuzimmern, die den Missbrauch der IV (durch Arbeitnehmer und -geber, was oft vergessen geht!) verhindert, die wirklich Bedürftigen aber vor Sparmassnahmen verschont, ist mir schleierhaft. Die IV hat ihre Berechtigung und sollte den Bezügern ein menschenwürdiges Leben nach schweizerischen Massstäben erlauben.

Seien wir realistisch!

Dass die Sozialwerke umgebaut und den Umständen der Zeit angepasst werden müssen, entspricht meiner vollen Überzeugung. Dieser Entscheid basiert aber nicht auf Partei-Ideologie, sondern hat damit zu tun, dass ich ein junger Schweizer bin, dem die Sozialwerke wichtig sind. Ich empfinde diese als Errungenschaft, die es zu bewahren gilt – dermassen, dass ich während meiner ganzen beruflichen Laufbahn und bei meiner Rente von meinen Einzahlungen profitieren kann. Gleichzeitig anerkenne ich aber, dass es äusserst töricht wäre, Sozialwerke mit Annahmen zu betreiben, die vor zig-Jahrzehnten einmal Gültigkeit hatten. Zum Beispiel, dass 1947 viel weniger Arbeitnehmer das Rentenalter überhaupt erreichten; heute hingegegn die meisten noch zehn oder gar fünfzehn äusserst sonnige Jahre vor sich haben.

Aussagen der von mir als Pragmatiker eingestuften NZZ beruhigen mich mit Blick auf die Ankündigung der 6. Revision durch Ueli Maurer:

Wie immer behauptet die SVP einen massiven Missbrauch der IV, ohne das Ausmass allerdings belegen zu können. Hingewiesen wird auf Einzelfälle, die in den Augen der SVP die Spitze des Eisbergs ausmachen. Scharf gewürzt wird das Papier mit Schlagwörtern: Neben den «Scheininvaliden» und der «Balkanisierung» ist auch von der «Edelsozialhilfe für unintegrierte Ausländer» die Rede.

Quelle: SVP-Marschtabelle für eine 6. IV-Revision

Liebe SVP, zuerst schauen wir einmal, wie sich Revision Nummer 5 bewährt! Ich hege weiterhin die Hoffnung, dass radikalste Abbaumassnahmen Typ SVP bei einer Abstimmung keine Mehrheit finden würden.

Alle in einen Topf?

Nicht alle, die gestern Ja gestimmt haben, sehen dies so wie ich – unter den Befürwortern gibt es einerseits die Pragmatiker, und andererseits die Hardliner, die die IV am liebsten gleich ganz abschaffen würden. Ebenso gibt es in der Reihe der Gegner der Revision unterschiedliche Auffassungen – solche, die jeglichen „Sozialabbau“ verhindern wollen, und solche, denen ein bestimmter Punkt in der Vorlage sauer aufgestossen ist. Deshalb finde ich es immer wieder äusserst ulkig, wenn Parteipräsidenten jedwelcher Couleur in der Elefantenrunde (gab es gestern eine?) verallgemeinernd verkünden, was ausnahmslos alle Ja- (oder Nein-)Wähler mit ihrem Entscheid bewirken wollen. Oftmals sind es einige Faktoren, die auf ein Resultat einwirken, weshalb dann weder ein Hans-Jürg Fehr noch ein Ueli Maurer die alleinige Interpretationsmacht für sich in Anspruch nehmen sollten.

Wie weiter?

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Sonntag, 17. Juni 2007

Vor nicht allzulanger Zeit …

Before the war, apart from certain statutory regulations limiting the prices to be charged by public utility companies, State control of prices was unknown, and, for the most part, unthinkable. Maximum prices, ‚fair‘ prices and penalties for profiteering and forestalling were classed among the economic heresies of the dark ages before Adam Smith proclaimed the gospel of modern commerce. … The idea that in the twentieth century laws could be passed and enforced, prohibiting private traders from buying or selling articles of food and clothing at more than prescribed prices would have been regarded as too paradoxical […]

That circumstances combined in
1916-17 to produce conditions similar to those that surrounded earlier
riots is beyond doubt. For the first time since the mid-nineteenth century
an English community was faced with an acute shortage of a basic
food for which there was no substitute;
and the little supply available
could only be had at what was regarded as profiteering prices. There
was also the outrage caused by the knowledge that locally produced
food was being „exported“ to high-wage areas of the country in order
to obtain even higher prices

Quelle: Anthony James Coles: „The Moral Economy of the Crowd: Some Twentieth-Century Food Riots“, S. 158.

Merke: In einem Totalen Krieg ist es unklug, die freie Marktwirtschaft aufrecht zu erhalten.

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Sonntag, 17. Juni 2007

Des Claudes neue Kleider

Mein Jacket flimmert, zu viel Muster. Das geht nicht vor der Kamera, sagte Catherine Mettler spontan. Man hat mich entkleidet, und aus der Garderobe neue Kleider geholt. Urs Leuthard ist für meine Verhältnisse zu schlank. Das passte gar nicht! Zum Glück hatte Heinrich (”Heiri”) Müller, der zurückgetretene Tagesschausprechen seine Anzüge noch dagelassen. So kommentieren ich heute als erste in einem Anzug von Heinrich Müller, ohne dass Heinrich Müller selber am Bildschirm ist.

Quelle: Protokoll des Hochrechners

Obwohl ich überhaupt kein Mode-Experte bin, fiel sogar mir auf, dass mit Claude Longchamps „Aleggi“ heute um 14 Uhr etwas nicht stimmen konnte. Rotes Hemd, weisse Fliege – und braunes Jacket?! „Irgendwie hat da heute jemand daneben gegriffen …“ dachte ich mir im Stillen.

Dank dem Internet erlangen nun auch solche „Nebensächlichkeiten“ eine gewisse Relevanz – und machen das ganze Hochrechnungsbusiness menschlicher. Danke an den unermüdlich bloggenden Claude Longchamp, der uns fortschrittlich digital und zeitgleich eine neue Sichtweise auf Abstimmungssonntage im Fernsehen liefert.

Labels: Funny

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Sonntag, 17. Juni 2007

Grenzen des kantonalen Steuerwettbewerbs

[…] Anders als Konzerne können Kantone und ihre Einwohner bis auf Weiteres nicht vom Markt verschwinden. Also darf sich die Schweiz auch keinen Steruerwetbewerb leisten, der in einen Verdrängungskampf umschlägt. In der Logik jener herrschenden Ideologie, wonach Steuersenkungen immer gut und Steuern nie tief genug sind, kommt eines gar nicht so fernen Tages der Punkt, da Kantone elementare Ordnungsleistungen (wie eine wirksame Justiz) und Dienstleistungen (wie eine moderne Infrastruktur) nicht länger erbringen können.

Quelle: SonntagsZeitung, 17. Juni 2007, „Föderalismus, Parasitismus“ von Roger de Weck, S. 5.

In derselben Ausgabe lesen wir aus der Hand eines Leserbriefschreibers einen frappant verwandten Kommentar – hat Philipp Hadorn vielleicht gar recht?:

[…] Neunzehn gut betuchte Angeklagte schnallen sich die teuersten Anwälte an, und ein Minibetrieb der Zürcher Staatsanwaltschaft III versucht gemeinsam mit externen Gutachtern, aus rund 4150 Bundesordner voller Akten eine Anklage zu schreiben. Die Sparübungen bei der Justiz haben solche konkreten Folgen. Die Deregulierer wollen nicht zugeben, dass die vorliegenden Urteile möglicherweise das logische Resultat ihres schlanken, bürgerlichen Rechtes sind.

Philipp Hadorn

Quelle: SonntagsZeitung, 17. Juni 2007, „150 Millionen hätte man sparen können“, S. 23

Labels: Politik, Schweiz

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Sonntag, 17. Juni 2007

Juristen erklären das Internet

Dass Juristen bei Informatikern nicht gerade beliebt sind, kommt nicht von ungefähr:

Das Internet ist kein undurchschaubarer Datenozean, sondern eher ein riesiger Datenspeicher, in dem Compuserve sein Daten abspeichert und sehr wohl in der Lage ist, das zu kontrollieren.

Quelle: Juristen erklären das Internet

Sie werden es nie lernen …

In eigener Sache

Erst vor kurzem äusserte ein Jurist Bedenken, eine Web-Site ins Netz zu stellen, der die Web-Applikation Mediawiki zu Grunde liegt:

Aufgrund der sichtbaren grafischen Oberfläche muss klarerweise von einem unlauteren Trittbrettfahren bzgl. des Erscheinungsbilds ausgegangen werden: Nicht nur sticht die semantische Ähnlichkeit zwischen „wikipedia“ und der Web-Site ins Auge; mit dem geplanten Design der Homepage haben die dafür verantwortlichen Personen einen auf den ersten Blick identischen Webauftritt zur weltberühmten Wikipedia-Homepage kreiert, welcher die Web-Site unweigerlich dem Vorwurf des unlauteren Trittbrettfahren gemäss UWG aussetzt.

Konkret geht es um das Standard-Template einer Mediawiki-Installation. Genau dieses Template verwendet auch Wikipedia, weshalb man in der Tat von einem „identischen“ Auftritt sprechen kann. Dies ist aber – jedenfalls meiner Meinung als Nicht-Jurist nach – nicht weiter schlimm, wird doch Mediawiki unter der GPL vertrieben.

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Samstag, 16. Juni 2007

Appeasement-Politik gegenüber Teheran am Ende

Wenn es nach den Vordenker der Yankees geht (ich befürchte, dass ausser diesen Leuten drüben gar niemand mehr denkt), geht morgen bereits die Party im Iran los:

Bolton once again dredged up the old Iraq war-drum tactic of belittling anyone less bellicose. “I regret to say that to date the Europeans simply do not see the Iranian threat the way we do… At some point, somebody in Europe has to say, you know, we’ve been trying this for four years, we’ve tried this behavioral approach… and Iran’s behavior isn’t changed. After four years of failure, I think it’s time to call it quits.”

Quelle: Bolton and Hannity: Let’s Get This War Party Started!

Nimmt endlich mal jemand diesen amoklaufenden Irren in Übersee die Waffen weg?!

Andere Aussagen im Video

  • Bolton spricht von einem „grand plan“ der Iraner – welch eine Ironie …
  • Herr Bolton glaubt anscheinend ernsthaft, dass Herr Sarkozy den USA bei einem Angriff auf den Iran zu Hilfe eilen werde …
  • „Condy Rice calls them the ‚world central bank of terrorism'“ – was ist mit Saudi-Arabien? Die Amis überweisen doch denen monatlich Millionen US-Dollars, um den American Way of Life weiterleben zu können …

Da braut sich was zusammen

We must attack Iran with everything we have. It should not be a limited attack on the nuclear installations alone, but an all out attack to destroy not only those installations but the Iranian military, theocracy and entire government of Iran.

[…] Yes, there will be collateral damage and civilian casualties, but that is exactly what we face here in our country if we fail to act. Better them than us. We have to stop worrying so much about civilian casualties and focus instead on the objective as the top priority.

We have tried to make war too clean by politically correct decisions on warfare.

The only thing Islam respects is brutality and overwhelming force. It’s how they’ve lived for over a thousand years.

Quelle: Iran Wants War. They will have it whether we want it or not

Das hatten wir doch alles schon einmal … Die Jungs sind einfach irr.

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Samstag, 16. Juni 2007

Wann kommt Kaliforniens "Big One"?

Als ich Anfang dieses Jahres nach Kalifornien flog, war ich mir durchaus bewusst, dass ich für zehn Tage in einem Gebiet unterwegs sein würde, das auf’s höchste erdbebengefährdet ist.

Schreckenszenario

Als äusserst ängstliche und berechnende Natur malte ich mir aus, wie sich die Katastrophe ereignen würde, während sich unser Flugzeug über die Rocky Mountains hinweg LAX näherte und wir aus den Fenstern des stählernen Vogels das brennende Chaos unter uns bestaunen könnten – schliesslich wünscht sich niemand, dass das grosse Beben kommt, wenn man bereits Fuss auf den Sonnenscheinstaat gesetzt hat …

Erinnerungen werden wach

Gestern Abend wurden mir diese Szenen wieder vor Augen geführt, als ich via Digg auf ein hochauflösendes Photo von San Francisco stiess – geschossen am 28. Mai 1906, mehr als ein Monat nach dem verhängnisvollen Beben, das die Stadt dem Erdboden gleich machte:


Hochauflösendes JPEG mit 7000 × 2748 Pixel (4.32 MB)

Reisevorbereitungen

Während meiner Reisevorbereitungen im Januar informierte ich mich auch über die Gefahr eines Erdbebens. Kurz: Es steht nicht zur Diskussion, ob sich in Zukunft ein mit 1906 vergleichbares Beben ereignen wird, sondern nur wann.

It sounds like a Hollywood disaster movie, all right. But sooner or later, when the Big One hits, it will be all too real. As certain as California’s sunny days, palm trees, and celebrity politicians, a massive earthquake is coming. With more than 300 faults beneath Southern California, and the giant San Andreas fault running through the state, California is a seismic time bomb. A magnitude 7 quake has a 62% chance of hitting San Francisco in the next 30 years, according to the U.S. Geological Survey (USGS); the risk for L.A. is only slightly less. […]

A shaker of that size, especially in the densely packed areas of L.A. or San Francisco, could make the horrific sights from Katrina look almost tame. Because there would be no warning — no CNN satellite shots like the ones that plotted Katrina’s swirling path toward New Orleans — there would be no evacuation. Virtually every one of L.A.’s freeways would be destroyed, says Lucille M. Jones, USGS chief scientist for Southern California. That could cut off supplies and needed help. […]

Quelle: The Day California Cracks

Die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebens steigt weiter an, wenn man den Horizont auf 80 Jahre ausdehnt:

Researchers at the University of California, Davis, forecast a 75% chance that San Francisco will be struck by a major earthquake of magnitude 7 or above by 2086.

Quelle: Ghost Cities Of 2100

Brücken als Nadelöhr

Besonders aktuell ist auch folgende Feststellung:

Plans to make the San Francisco Bay Bridge, which was partially destroyed in 1989, more earthquake-resistant have been delayed for eight years over design and funding controversies. Final plans were agreed to only this past July. The federal government’s policies haven’t helped much either. In the most recent Bush Administration budget, FEMA intends to spend three of every four dollars of its $3.4 billion in grant funds on anti-terrorism efforts, leaving little for earthquake preparedness. […]

Gerade erst hat ein explodierender Tanklastwagen gezeigt, wie viel (wenig?) Hitze die Konstruktion aushält. Immerhin: Die Brücke wurde in Rekordzeit und deutlich unter den Budgetvorgaben repariert. Ob man eine solche Brücke bei einer GaK (Grösste annehmbare Katastrophe) auch so schnell wieder für den Verkehr öffnen kann, ist hingegen fraglich. Treffend die Frage eines Diggers, wie die Brücke wohl erst nach einem minütigen Erdbeben aussehen würde?

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Samstag, 16. Juni 2007

Gesundes Misstrauen medizinischen Studien gegenüber

Thus, everyone who is diagnosed early automatically survives longer, independent of any other variable. Conversely, if you are diagnosed late, you are not going to „survive“ for long, although you might already have lived for quite a long time with your cancer.

Quelle: Winning the (propaganda) war on cancer

Ein erhellender Artikel über die Krebs-Industrie und die Aussagekraft medizinischer Studien …

The cancer treatment industry desperately wants us to think it’s beyond fabulous: cancer drugs, and related diagnostic and treatment devices, are among the most expensive, and most profitable, known to medicine. There are those who profit from our assumption that early diagnosis and treatment extend patients‘ lives. And profit they do: think of the hospitals, drug makers, device makers, diagnostic technicians, radiotherapists, surgeons, and oncologists. Cancer treatment is a vast, complex industry, and like any industry it flourishes best in a field of semi-educated consumers.

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