Dienstag, 7. Oktober 2008

WC-Papier in Geld umtauschen? Die Fed hilft

Die US-Börsen haben nach den herben Kursverlusten von Montag Boden gutgemacht. Hauptgrund sind neue Vertrauenssignale der Notenbank Fed: Sie will künftig selbst unbesicherte Wertpapiere akzeptieren und dafür Liquidität zur Verfügung stellen.

Quelle: FTD.de – US-Börsen: Dow zurück über 10.000 Punkte – Marktberichte Aktien

Wenn das so weiter geht, kann ich bei der Fed bald meine Grosseltern gegen Bargeld eintauschen … oder WC-Papier. Tolle Aussichten für das Land und deren Währung!

Tags:
Labels: USA, Wirtschaft

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Dienstag, 7. Oktober 2008

Benennt den Rassistenberg um!

Man kann ja nie genug Petitionen unterzeichen. Deshalb hier mal was ganz besonders sinnvolles:

Rentyhorn Petition

Tags: ,
Labels: Schweiz

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, 6. Oktober 2008

Gemeindewahlen 2008 Neuenegg

Interessenbindung: Der Autor ist Mitglied der SP Neuenegg und tritt bei den Wahlen auf der Liste Gemeinderat an.

Am 19. Oktober 2008 entscheidet das Neuenegger Stimmvolk über die Zusammensetzung des neu siebenköpfigen Gemeinderates (vorher: 9 Sitze) sowie über fünf Kommissionen.

Rechtschreibefehler

Leser der BernerZeitung werden spätestens seit letztem Freitag wissen, dass Neuenegg im Wahlkampf steckt: Die SP Neuenegg sah ihr orthographisch verunfalltes Wahlplakat unfrewillig mit einem Verriss in der BZ positioniert.

Danke Anna Tschannen für das Gratis-Inserat – und erst noch in Farbe! Der Partei wäre es ohne Sofortkredit einer Bank (oder eines zahlungskräftigen Unternehmers) nie möglich gewesen, ein solches Inserat abdrucken zu lassen. Ob uns der Flüchtigkeitsfehler effektiv Stimmen kosten wird, bezweifle ich.

Der Anlass für die Kritik war aber auch unser Wahlkampf-Sujet: Gemüse und Früchte (siehe Wahlbroschüre, PDF, 10MB). Neben der von der Medienschaffenden geschassten Kartoffeln finden sich auch Tomaten, Äpfel, Zwiebeln, Bananen und Kiwis in der Broschüre – immer im Zusammenhang mit der jeweiligen Kommission.

Im Gegensatz zu den anderen Parteien versucht die SP Neuenegg nämlich alle vier Jahre, eine kreative Wahlbroschüre auf die Beine zu stellen. 2004 druckte man in der Broschüre Wörter ab, die die Buchstaben „SP“ enthielten (das provokative SPerma ist mir bis heute geblieben). In den Neunzigern war auch schon mal ein (Buckel)wal Sinnbild für die „Wahlen“.

Wahlbroschüren

Mittlerweile haben die Stimmbürger die Wahlunterlagen – und somit auch die Broschüren – erhalten. Nachfolgend ein Vergleich des Wahlmaterials der anderen drei Parteien:

Liste 1: SVP

Die SVP hält seit Menschengedenken die absolute Mehrheit im Gemeinderat. Die Wahlbroschüre ist schlicht und macht kaum Aufheben – es macht den Anschein, als sei kein Grafiker dahinter gesessen.

Wie immer sind die Listen der Kommissionen reich mit vielen unterschiedlichen Personen befrachtet – die Partei verfügt also offensichtlich immer noch über ein grosses Reservoir an alten Hasen und aufkommenden Nachwuchspolitikern. Komisch mutet aber an, dass gleich mehrere abtretende Gemeinderäte – pro forma? – für Kommissionen kandidieren, denen sie bisher als Ressortvorsteher vorstanden.

Der hellblaue Hintergrund auf den Fotos der Gemeinderatskandidaten ist mir zu kitschig. Auch die Angabe von Hobbys finde ich etwas übertrieben, da eigentlich nur Allerwelts-Freizeitbeschäftigungen herumgeboten werden.

Auf die Lokalpolitik bezug nehmende Parteiparolen dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Auszüge:

Hup Neuenegg!

Damit wir auch in Zukunft die Welt bei uns zu Gast haben.

Kontext: Die SP Neuenegg hat sich dagegen gewehrt, dass die Public Viewing Zone in Neuenegg während der Euro08 dazu missbraucht wird, auch noch gleich eine GUS Beach Party unter demselben Dach durchzuführen. Damit hätte man nicht nur Fussballfans, sondern Partyvolk aus der ganzen Region Bern angelockt. Und dies während drei Wochenenden, in einem Festzelt mitten im Dorf, ohne ausreichend Parkplätze.

Lässt man diesen Kontext bei Seite, ist es doch erstaunlich, dass die im Normalfall nicht gerade weltoffene und fremdenfreundliche SVP einen Gesinnungswandel durchgemacht zu haben scheint. Begrüssenswert!

Berner- oder Zürcherflügel?

Egal mit welchen Flügeln. Mit der SVP Neuenegg kommen Sie garantiert sicher ans Ziel!

Tatsächlich konnten in der SVP Neuenegg die Reihen auch während den BDP-Unruhen – dank Unterstützung von Tätschmeister Adrian „Richard Gere“ Amstutz – geschlossen gehalten werden. Dennoch zeichnet sich ab, dass es durchaus Spannungen zwischen dem traditionellen, ländlich geprägten und dem bürgerlichen Flügel gibt.

Mühleberg oder Ökostrom?

Bei der SVP Neuenegg wird nichts kategorisch abgelehnt. Bei uns stehen Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit auf einer Ebene.

Auch hier wildert die SVP in neuen Pfründen: Das grüne Label konnte die SP Neuenegg – mangels einer Lokalsektion der Grünen Partei – bisher für sich beanspruchen. Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch die Sonnenkollektoren-Geschichte, die von der SP Neuenegg mit einem Flyer thematisiert wurde. Ein Hausbesitzer musste seine Solaranlage rückbauen, weil deren Höhe gegen das Baugesetz verstossen hatte.

Liste 2: FDP

Bei der FDP hat es nur für eine zweifarbige Broschüre (Schwarz/Blau/Weiss) gereicht. Auch die (von der Mutterpartei vorgegebene?) Monospace-Schrift lässt das Herzen eines Gestalters nicht sonderlich höher schlagen.

Die Zahl der Kandidaten ist im Vergleich zu den anderen zwei traditionellen Parteien eher klein. Auf den Listen finden sich verschiedene Personen, die gleich für mehrere Kommissionen kandidieren. Ungewohnt: Der bisherige Gemeinderat, der wieder für das Amt antritt, fungiert auch auf der Liste der seinem Ressort unterstehenden Kommission. Weiteres Novum: Es kandidiert auch ein Landwirt für die Umweltkommission – als parteiloser. Bei den Landwirten scheint die FDP der SP einiges voraus zu haben.

Liste 4: CHJugend

Die jüngste Partei unseres Dorfes ist zugleich auch die (mitgliedermässige) jüngste Partei. Für die CHJugend stellen sich drei Personen (Jg. 1986, 1989) zur Wahl. Anstelle einer Broschüre gibt es einen klitzekleinen Flyer, was wohl auf das kleine Wahlkampfbudget zurückzuführen ist.

Begriffe, die auf die Politik der Partei schliessen lassen, lauten:

Ländlich, bürgerlich, innovativ

Die CHJugend steht für ein starkes Neuenegg auch in den Aussenbezirken

Man darf gespannt sein, wie viele Stimmen die ländlich und völkisch verankerten Jungpolitiker den anderen bürgerlichen Parteien, allen voran der SVP, abnehmen und ob sie es gar gleich beim ersten Anlauf in den Gemeinderat schaffen.

Labels: Neuenegg, Politik

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Montag, 6. Oktober 2008

Credit Suisse erhöht frech meine Maestro-Ausgabenlimite

Hätte ich den Altpapier-Stapel nicht noch einmal ganz genau durchgeschaut, so wäre mir durch die Lappen gegangen, dass die Crédit Suisse ihrem Ziel, die Leute zum ungerechtfertigten Konsum zu drängen, wieder ein Schritt näher gekommen wäre.

Die Marketing-Fuzzis der Bude sind dabei äusserst geschickt vorgegangen, als sie mir in einem Brief die vielen, vielen tollen Neuerungen bezüglich der Maestro-Karten näherbringen und mir nebenbei hinterrücks die Ausgabenlimiten gegen oben anpassen wollten:

  • CS legt meine Ausgabenlimite fest Als die Banken noch etwas risikobewusster waren, setzte man das Ausgabenlimit eines Kunden lieber zu tief an. Heute ist man – wie beim Vorbild USA – froh, wenn die Leute dank dem Plastikgeld über ihren Verhältnissen leben und sich verschulden. Zufälligerweise sind die Schuldzinsen exorbitant … und zufälligerweise verdient sich die CS an überschuldeten Kunden dumm und dämlich.

    Falls wir Ihren Talon nicht zurückerhalten, werden die Standardeinstellungen für Inhaber- und Partnerkarte gesetzt

    Ach, wie fürsorglich doch die Crédit Suisse wieder einmal hantiert. Immer im Wohle des Kunden. Weil die Grossbank „wichtige Neuerungen“ bezüglich der Maestro-Card einführt, müssen dem Kunden neue Ausgabenlimiten aufgedrängt werden (5’000CHF pro Tag, 10’000CHF pro Monat). Diese Zahlen muss ein weltfremder Banker mit Millionenbonus ausgetüftelt haben – welcher Schweizer Normalbürger kann schon solche Summen im Monat ausgeben?! Ich warte gespannt auf eine stichhaltige Begründung, wieso diese Korrektur nötig wurde – und man dazu das überall verpönte Opt-Out-Prinzip verwendete. Wenn der Kunde König ist, sollte es an ihm liegen, seine Limite nach oben zu setzen. Nämlich dann, wenn er tatsächlichen Bedarf sieht, und nicht dann, wenn die CS es für richtig hält.

  • Bisherige Limite unbekannt Wie hoch meine derzeitige Limite ist, erfahre ich übrigens nirgends. Auch über diesem geschickten Schachzug haben die Marketing-Affen der CS sicherlich tagelang gebrütet. Wer nicht an die alten Limiten erinnert wird, hat auch weniger Gründe, diese gegen unten zu korrigieren.
  • Pseudo-Couvert. Man muss die Ränder an vier Seiten lecken und den Fusel dann falten und so zusammenkleben. Wieso war es nicht möglich, ein ganz normales, vorfrankiertes B4-Couvert beizulegen, das mit einem selbstklebenden Verschluss versehen ist?
  • Formular-Bürokratie Neben meiner Postanschrift muss ich auf dem Formular auch die IBAN-Nummer sowie die Kartennummer angeben. Ein Schelm, der dadurch eine weitere Abschreckung sieht, das Formular auszufüllen und an die Crédit Suisse zurück zu senden. Tipp: Die gesuchten Angaben finden sich auf der jetzigen Maestro-Karte.
  • Stichtag Nur wer rechtzeitig reagiert, kann das Unheil abwehren; wenn ein Kunde seine Limiten selber festlegen will, muss er sich sputen. Obwohl die Neuerungen erst am 17. November 2008 in Kraft treten (was für ein bescheuertes Datum?!), muss der entsprechende Talon mit dem Änderungsantrag bis Ende Oktober bei der Bank eintreffen. Wahrscheinlich arbeiten die Profis der Grossbank noch mit Lochkarten und brauchen deshalb ein wenig mehr Zeit zur Verarbeitung … Bei der guten, alten Raiffeisen ist die Anpassung der Ausgabenlimiten eine Sache von fünf Minuten, die bequem an jedem Bankschalter durchgeführt werden kann. Zu welchen Leistungen die heutige Informationstechnologie im Stande ist! Logisch, dass da eine Grossbank mit einer Genossenschaftskasse nicht mithalten kann.

Marcel Schuler, Leiter Banking Products & Support, Sie sind mir ein äusserst sympathischer Zeitgenosse!

Tags: ,
Labels: Schweiz

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 5. Oktober 2008

Heiligt den Emergency Economic Stabilization Act of 2008

… oder auch bekannt als der „700 Billion USD Bailout“.

Mittlerweile 250 Seiten stark. Vom Senat als Amendment verfasst, weil dieses Haus eigentlich gar nicht aus erster Hand Gelder sprechen darf (das wäre die Aufgabe des Kongresses gewesen, dessen Mitglieder aber leider nach dem 30. September 2008 in die Ferien geflogen sind, nachdem sie den Bailout-Plan bekannterweise abgelehnt hatten).

Interessierte Personen archivieren sich dieses bahnbrechende Stück Gesetzestext:

H.R. 1424

Via: Every Member of Congress Gets a Copy of I.O.U.S.A. (wie immer ein äusserst lesenswerter Kommentar)

Tags: , ,
Labels: Politik, USA, Wirtschaft

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 5. Oktober 2008

Tilllate enttäuscht mit Redesign

Nach Jahren im Uralt-Kleid aus der Zeit der Dotcom-Blase ging Tilllate.com am 1. Oktober 2008 mit einem kompletten Redesign online (Dank: Daniel).

Nachdem die meines Erachtens am professionellsten betriebene schweizerische Party-Community im Mai 2008 den Wechsel auf Zend Framework bekannt gab, wollte und musste man wohl die mit MVC neu hinzugewonnene Flexibilität zur Schau zeigen. Wohl kaum zufällig wurde nur wenige Monate nach dem erfolgreichen Relaunch der Codebasis ein Redesign präsentiert. Der umgekehrte Weg wäre aus Sicht eines Entwicklers unlogisch gewesen, jedenfalls dann, wenn man es mit Uralt-Code zu tun hat.

Mit Tech-Blog mit Entwickler-Community in Kontakt

Dank der vorbildlichen Öffentlichkeitsarbeit durch das Tilllate Techblog (auf Twitter halten sich die Entwickler um Silvan Mühlemann leider allzustark zurück) wissen Beobachter, welche und wie viele (mit Betonung auf viele) Personen für die Technik hinter der Web-Site verantwortlich sind, auf welche Probleme sie treffen und welche Tools diese einsetzen.

Der Wechsel von selbstprogrammierten Spaghetti-Code auf das PHP-Framework vom PHP-Entwickler Zend höchstpersönlich zeigt das Bestreben der Entwickler, dort auf Open-Source-Software zu setzen, wo dies angebracht ist und Ressourcen schont. Wieso das Rad hunderte Male neu erfinden oder wieso die Gefahr eingehen, mit selber geschriebenem und schlecht getestetem Code unnötige Sicherheitslücken in die Web-Applikation reinzuschmuggeln? Zend Framework bildet eine – zugegebenermassen voluminöse und teilweise einarbeitungsintensive – Basis, auf der man erfolgreich objektorientierte Web-Applikationen mit dem MVC-Konzept realisieren kann.

Andere Artikel auf dem Blog geben zudem Hinweise auf die Verwendung von SVN zur Versionierung von Applikations-Code sowie auf intensive automatisierte Tests. Tilllate kann selbstbewusst vorgeben, welche Mittel Mitbewerber zum Unterhalt der technischen Infrastruktur bereitstellen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Löbliches …

Eines muss man Tilllate lassen: Die Site bricht vollständig mit dem alten Design – angesichts deren Alters ein löbliche Entscheidung. Auch zeigt ein Blick auf den Quelltext der Homepage, dass kein einziger Tabellen-Tag gefunden wird. Ein Hinweis darauf, dass man mit den längst verpönten tabellenbasierten Layouts aus der Zeit der Jahrhundertwende in den wohlverdienten Ruhestand geschickt hat. Stattdessen setzt man intensiv auf CSS, was unter anderem auch die vielen Listen zeigen, die sich im Quellcode finden. Aus meiner Sicht die semantisch korrekte Anwendung von HTML-Elementen.

Endlich wurde auch einer meiner innigsten Wünsche erhört: Die Dimensionen der Bilder wurde gegen oben angepasst. Heute surft niemand mehr mit einer Auflösung von 800×600 Pixeln, die Internetleitungen sind äusserst schnell und Datenspeicher wie auch Traffic sollte auch für Tilllate nicht mehr aller Welt kosten, um Bilder mit brauchbaren Dimensionen und ansprechender Bildqualität abzulegen. Leider scheint es bei der Qualität immer noch Abstriche zu geben. Favorit ist und bleibt in dieser Hinsicht Usgang.ch.

Die Bedienung über die Tastatur war längst überfällig und ist tadellos gelöst. So macht das durchstöbern von Event-Gallerien Spass! (Falls es denn zuverlässig klappen würde – mit dem Blocken der Ad-Server wird anscheinend oftmals kein Foto angezeigt, sondern nur ein schwarzes Loch)

… negatives

Dennoch bin ich bezüglich des Gesamteindruckes enttäuscht: Vor drei, vier Jahren hätte ein solches Redesign die Benutzer vielleicht noch entzückt. Doch leider ist mittlerweile 2008 und es gibt längst einen grossen Platzhirsch, um den man auch hier in der Schweiz nicht mehr herumkommt: Facebook.

Diese Bude zeigt mit ihrem Produkt, wie Social Apps fürs Web 2.0 (Buzzword-Alarm!) heutzutage daherkommen müssen, damit diese eine breite Masse ansprechen und sogar von Mammi und Pappi benutzt werden können.

Vergleicht man das „neue“ Facebook (auch kürzlich online gegangen) mit dem Vorschlag von Tilllate, gewinnt Facebook klar nach Punkten. Selbstverständlich muss man beifügen, dass Facebook über ein vielfach grösseres Budget verfügen konnte als Tilllate und deshalb dementsprechend eine Heerschar an Entwicklern anheuern konnte.

Man darf aber nicht vergessen, dass gerade das Frontend ebenfalls von (genügend) Profis (Usability-Gurus, Interaktions-Spezialisten, Psychologen und was es fürs GUI-Design alles für Experten gibt) bewirtschaftet werden sollte. Falls Tilllate hier wirklich prominente Unterstützung hatte (wer? wie viele?), müsste ich den UI-Designern bei Tilllate ein äusserst schlechtes Zeugnis ausstellen.

Spezifische Kritikpunkte

Was genau stört mich am Redesign?

  • Schwarzer Hintergrund. Ich kenne keine besucherstarke Web-Site, die über einen schwarzen Hintergrund verfügt (spontan: eBay, Amazon, aber auch das ebenfalls kürzlich redesignte Newsnetz mit BernerZeitung und Tagi). Die altbekannte Leier vom Kontrast – ich möchte keine fünf Minuten lang auf eine Web-Site mit solchen Farben schauen.
  • Serifen-Schrift Was bei Newsnetz durchaus Sinn macht – man liest dort im Normalfall Medienartikel – ist für eine Party-Community irrelevant. Hier zählt die einfache Bedienung – für Buttons und andere Bedienelemente ist Sans Serif – allen voran die für die Bildschirmanzeige optimierten Microsoft-Fonts – die bessere Wahl. Ganz hässlich: Tilllate mixt Serif- und Serifenlose Schriften ohne ein für mich klar erkennbares Konzept. Wenn wir gerade beim Schriften-Bashing sind: Wieso findet sich die in der Print-Werbung verwendete Schrift nirgends auf der Web-Site wieder? Und wieso nur ist das Logo weiterhin mit der Impact gesetzt?
  • Schrift-Grösse Auch wenn Jugendliche in der Regel über gutes Augenlicht verfügen – die Standardschriftgrösse ist einfach viel, viel zu klein!
  • Whitespace Die ganze Site macht den Eindruck, als sei sie förmlich mit der Müllpresse komprimiert worden. Motto: Möglichst viel auf einen Screen – und zwar (auch) möglichst viel Werbung. Web-Design im 2008 muss aber atmen können, und Whitespace ist der Schlüssel dazu (Ich gebe mich als Fan von Oli und seinen Information Architects zu erkennen, die für tamedia Newsnetz gestaltet haben – übrigens per Zufall auch die Mutterbude von Tilllate)
  • Asset-itis Beim Betrachten einer Photo-Gallery werden um die zwanzig Javascript-Dateien nachgeladen. Muss das sein? Was für den Entwickler angenehm ist, um die einzelnen Libraries abzukapseln, ist für den Browser mühsam. Auch verstehe ich nicht, wieso die Javascript-Dateien alle mit einem GET-Parameter geladen werden? Somit können diese (meines Wissens) vom Browser nicht gecachet werden.

It’s the business model, stupid!

Zugegeben – einen frappanten Unterschied gibt es zu Facebook: Tilllate verfügt über einen deutlich besseren Business-Plan, was die nachhaltige Profitabilität anbelangt. Die Überflutung der Titelseite mit Werbung (ich blocke zu Hause Ad-Server auf DNS-Ebene, weshalb die Titelseite recht ruhig erscheint) zeigt deutlich, wie Tilllate die Löhne seiner Mitarbeiter bezahlt.

Zukunftsaussichten

Dennoch bin ich gespannt, ob Party-Communities auch die nächsten Jahre ihre Daseinsberechtigung beibehalten können. Schlussendlich wären Party-Föttelis nur ein Facebook-Feature unter vielen.

So komisch es vor einigen Jahren klang: Doch heute scheint sich der Web-Benutzer daran gewöhnt zu haben, mit dem realen Namen im Web aufzutreten. Aus dieser Warte erscheint die Identifikation der Benutzer mit Nicknames und die Unmöglichkeit, Personen mit ihrem richtigen Namen zu suchen, als zunehmend grosses Manko von Tilllate & Co.

Tags: ,
Labels: Medien, Schweiz, Web

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 5. Oktober 2008

Facebook und StudiVZ v. Xing und Linkedin

As Mr Hoffman, LinkedIn’s founder, puts it: „Most users of social networks have a lot of disposable time, but not much disposable income. With professionals it is the other way around.“

Quelle: The Economist, 27. September 2008, „Facebook for suits“, S. 72.

Tags: ,
Labels: Web

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 5. Oktober 2008

Berater raten, auf ihren Rat zu verzichten

Die Beratergerade, deren grösster Fan ich wohl bin, überrascht für einmal:

When even consultants suggest that companies might want to spend less on consultancy, you know the industry is in for a difficult time.

Quelle: The Economist, 27. September 2008, „Giving advice in adversity“, S. 69.

Einzige Ausnahme: Firmen wie FTI Consulting und Huron Consulting (noch nie gehört, diese Namen), die Kunden bezüglich gerichtlichen Verfahren und den damit verbundene für ein Gericht relevanten Vorkommnisse in der Buchführung beraten.

Labels: Wirtschaft

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Sonntag, 5. Oktober 2008

Wir Rosinenpicker und die EU: Teil 33

Die Schweiz hat in Frankfurt vorgefühlt, ob die Europäische Zentralbank (EZB) helfen würde, wenn es für eine Rettungsaktion aus eigener Kraft nicht reicht; die Rede ist von einem Geheimabkommen.

Quelle: Das Magazin » Die Schweiz nach dem Crash

Seit ich am Challenge Europe 2008 in Brüssel unter anderem auch die Meinung eines europäischen Unterhändlers gehört habe, befürchte ich, dass uns als Nicht-Mitglied eine solche Rettungsaktion sehr, sehr teuer zu stehen käme (und damit meine ich nicht nur finanzielle, sondern auch symbolische Aspekte).

Obwohl zu hoffen bleibt, dass die UBS von dem hier hypothetisch angesprochenen Schicksal verschont bleibt: Zu Gern würde ich SVP, AUNS und FDP der EZB applaudieren sehen, wenn sie uns zu Hilfe eilt … (und die Spin-Doctors der Parteien uns diese Unterstützung als Sieg der Schweiz über die EU verkaufen sehen).

Tags: , ,
Labels: Politik, Schweiz, Wirtschaft

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Ich im Netz: 2001 v. 2008

Laut den Medien soll das Sich-Selber-Googlen ja zur Lieblingsbeschäftigung vieler Internet-Benutzer gehören. Ich habe es getestet – auf etwas besondere Art …

Google hat zu seinem zehnten Geburtstag den Index aus dem Jahr 2001 reaktiviert. Wer mit der (offensichtlich antiken) Google-Version von 2001 Google 2001 nach Begriffen sucht, bekommt diejenigen Resultate zu Gesicht, die ein Surfer 2001 zu Gesicht erhalten hätte. Selbstverständlich funktionieren viele Links 7 Jahre später nicht mehr …

Tags: ,
Labels: Funny, Web

Keine Kommentare | neuen Kommentar verfassen