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Mittwoch, 26. Juni 2019

Das iPhone XS mit eSIM („Dual SIM“) ist für Weltenbummler ein Traum. Heute: USA-Reisen

Gestern Dienstag-Morgen bin ich von einem Kurztrip aus den USA zurückgekehrt.

Seit Jahren habe ich mir auf solchen Reisen gleich nach der Ankunft im nächsten T-Mobile-Laden jeweils eine T-Mobile Pay as you go Pre-Paid SIM-Karte gekauft und in meinem iPhone betrieben.

Mit einer solchen SIM-Karte kann ich innerhalb der USA telefonieren und (ortsabhängig schnelles und zuverlässiges) Internet geniessen, ohne dass ich bei meiner Rückkehr Sorgen um meine Telefonrechnung mit horrenden Roaming-Kosten machen muss.

Für 50 Dollar (plus die lokalen Steuern) erhält man für 30 Tage unlimitertes Internet mit LTE-Geschwindigkeit, unlimitierte SMS (braucht die noch jemand?) und unlimitierte Telefonate im us-amerikanischen Inland und einigen zugewandten Orten.

Da ich mir im Frühjahr 2019 beim Auszug des Media Markts aus der Markthalle in Bern verdammt Glück hatte und das letzte iPhone XS (Ausstellungsgerät) mit 30 Prozent Rabatt ergattern konnte, erfolgte bei diesem ersten Langstrecken-Trip in dem Jahr die Premiere: Ich wollte die Dual SIM-Funktion des iPhone XS verwenden und die virtuelle SIM-Karte bereits hier in der Schweiz zu Hause auf das Telefon draufladen. Das klappte (fast) problemlos:

Voraussetzungen

  • Ein eSIM-fähiges iPhone (sprich derzeit, d.h. im Juni 2019: ein iPhone XS, iPhone XS Plus oder ein iPhone XR)
  • Die iPhone-App T-Mobile eSIM
  • Eine Kreditkarte (VISA, Mastercard)

Schnellanleitung

Das iPhone benötigt eine Internet-Verbindung (d.h. WiFi, evtl. klappt es auch über 4G). Die App starten, laaange Warten, bis die Telefon-Hardware identifiziert wurde, einen Plan auswählen, die angezeigten Formulare ausfüllen (als US-Postleitzahl gebe ich die Postleitzahl des Heimatortes meiner Frau ein — diese PLZ wird meines Wissens nur verwendet, um die Vorwahl der T-Mobile Mobiltelefonnummer festzulegen), die (schweizerische) Rechnungsadresse eingeben, mit Kreditkarte bezahlen — et voilà, es erscheint eine Erfolgsmeldung mitsamt der neu zugewiesenen US-Mobiltelefonnummer.

Tipps

Planwahl Für den viertägigen Tripp habe ich den Simply Prepaid-Plan für $40 ausgewählt, welcher 30 Tage lang gültig ist und u.a. 10 GB Daten zur Verfügung stellt. Es gäbe auch noch einen expliziten Touristenplan für $30, der bringt aber nur 2 GB Daten mit, welche nach 21 Tagen verfallen. Für einen Heavy User wie mich unbrauchbar.

Als Referenz: Von Donnerstag-Abend (ca. 20:30 Uhr) bis Montag-Abend (ca. 18 Uhr) habe ich 3.1 GB Daten verbraten; und das ist eher wenig, weil ich die Hotel-WiFis immer verwendet habe und oft im Power Save-Modus unterwegs war, der Netzwerktransfers einschränkt.

Benennung der Linien und korrekte Konfiguration im Heimat- und Zielland:Ab sofort taucht die eSIM unter Settings > Mobile Data auf. Dort konfiguriert man die zwei verfügbaren Linien. Als erstes habe ich ihnen aussagekräftige Labels gegeben; d.h. „Switzerland“ und „USA“, indem ich die Einträge unter Data Plans angeklickt und das Feld Data Plan Label angepasst habe. Der Anfangsbuchstabe wird verwendet, um die Linien zu identizifizeren: Dies erfolgt visuell mit einem rechteckigen, grauen Böxchen, in welchem der Anfangsbuchstabe der Linie steht; bspw. in der Phone-App, damit man sieht, über welche Linie ein Anruf reingekommen oder rausgegangen ist. Bei mir also „S“ für Switzerland, und „U“ für USA.

Sobald man in den USA gelandet ist, stellt man in den iPhone-Einstellungen unter General > Mobile Data Folgendes ein:

  • Default Voice Line: USA
  • Mobile Data: USA

In der Schweiz sind die Einstellungen gerade umgekehrt (beide Male „Switzerland“); hier empfiehlt es sich zudem, den USA Data Plan auf „Off“ zu schalten, damit T-Mobile und die Amis nicht orten können, wo man sich in der Schweiz bewegt (vielleicht frisst das auch weniger Batterie?).

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Fallstricke

Es lief (fast) alles wie am Schnürchen. Wer es mir nachmachen will, sollte aber Folgendes beachten:

  1. Die Schweiz kann nicht als Herkunftsland der Kreditkarte ausgewählt werden. Ich habe stattdessen „Germany“ ausgewählt, die Schweizer PLZ eingegeben (vierstellig ist OK), und die Zahlung lief mit meiner Credit Suisse Bonviva VISA durch.
  2. Ich konnte den Betrag mit meiner für Auslandzahlungen bevorzugten Revolut-Kreditkarte nicht bezahlen. Dies könnte aber damit zusammenhängen, dass ich beim ersten Versuch zuerst mangels „Switzerland“ stattdessen „United Kingdom“ als Herkunftsland der Kreditkarte ausgewählt hatte (und nicht Deutschland, wie später mit der Credit Suisse Bonviva Kreditkarte). Sehr unwissenschaftlich: Beim zweiten Versuch zwei Faktoren anpassen und dann nicht sicher sein, welcher tatsächlich den Ausschlag gegeben hat. Die (zurückgewiesene) Zahlungsanfrage erschien jedenfalls gar nicht erst in der Revolut-App.
  3. Die App erschien mir sehr langsam und hakelig. Scheitert die Registration, muss man wieder komplett von Vorne beginnen und alle Formulare erneut ausfüllen — sehr mühsam. Zum Glück muss man sich mit der App im besten Fall nur für ca. fünf Minuten abmühen, und sie dann nie mehr öffnen.

Vorteile der eSIM

  • Die Schweizer Nummer bleibt aktiv; wenn mich jemand telefonisch kontaktieren will, klingelt das Telefon auch in den USA und es werden auch SMS aus der Schweiz angezeigt
  • Weder iMessage noch WhatsApp fordern einen auf, die Telefonnummer anzupassen — weder bei der Ankunft im Ferienland, noch bei der Rückkehr in der Schweiz

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Labels: Reisen, USA

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Samstag, 20. November 2010

iPhone auf USA-Reisen kostengünstig nutzen

Seit knapp einer Woche bin ich nun wieder zurück in den hiesigen Landen, gewöhne mich rasch wieder an die Kultur und Mentalitäten meines Mutterlandes — und die Kälte mitsamt wenig Sonnenschein. Das gemässigte südkalifornische Klima ist im Winterhalbjahr halt einfach wirklich viel angenehmer …

Ziel: Internet wie gewohnt aus der Hosentasche

Wer heutzutage durch die USA tingelt und ein Smartphone besitzt, möchte auch in Übersee nicht auf die mittlerweile gewohnten Nettigkeiten verzichten, die ein permanenter Internetzugang in der Hosentasche bietet. Doch was ist die beste Möglichkeit, um eine iPhone 3GS oder 4 in den USA zu verwenden? Ich habe es dank der Unterstützung meines Kollegen Bruno rasch herausgefunden. Bruno verbrachte just bis zum Tag meiner Ankunft sechs Wochen in den USA und hatte wertvolle Vorarbeit geleistet, damit ich innert 24 Stunden nach Ankunft in der Neuen Welt Internet auf meinem iPhone zur Verfügung hatte.

In der Schweiz

In der Schweiz ist zuerst einmal gewisse Vorarbeit nötig, um den SIM-Lock des iPhone zu entfernen. Personen, die ihr Apple-Handy mit einem Jailbreak von seinen Fesseln gesprengt haben, können getrost in die USA fliegen. Allen anderen sei empfohlen, den SIM-Lock auf offiziellem Weg entfernen zu lassen und dies — ganz wichtig! — auch noch zu überprüfen, indem man rasch eine fremde SIM-Karte eines anderen Operators in das Telefon schiebt.

In den USA

SIM-Karte

Nach der Ankunft im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten sucht man sich den nächstgelegenen T-Mobile-Shop auf. Dort frägt man nach dem Angebot an Pre-Paid SIM-Karten und erwähnt am Besten, dass man diese in einem iPhone betreiben möchte.

Wenn ich mich recht erinnere, gibt es insgesamt drei Pre-Paid-Angebote. Bei der Auswahl sollte man eigentlich nur auf die inbegriffene Datenmenge achten, was einem schnurstracks zum teuersten Pre-Paid-Angebot lotst. Dieses beinhaltete für 30 Tage Nutzung:

  • unlimitierte Voice Calls innerhalb der USA
  • unlimitierte SMS innerhalb der USA
  • 2 GB Datentransfer

Diese Karte schlägt mit 70 USD (ohne lokale Steuern) zu Buche. In San Francisco bezahlte ich schlussendlich 80 USD oder umgerechnet knapp 80 Schweizer Franken für das Vergnügen. Das Ding war jeden Rappen wert.

Im Gegensatz zur Schweiz muss man sich hier nicht mit einem amtlichen Ausweis identifizieren — vielleicht einfach auch nur, weil ich mit meiner Schweizer Kreditkarte bezahlt habe? Jedenfalls hatte ich die SIM-Karte innert 10 Minuten in der Tasche und spazierte aus dem Lokal hinaus.

Refill

Ich musste mein Guthaben zwei Mal aufladen, weil ich vor Ort mit meinen Reisebegleitern gelegentlich per SMS Informationen austauschten. Da ich dabei auf deren Schweizer Nummern „simste“, wurden mir diese Nachrichten verrechnet — im Gegensatz zu den „Texts“ auf US-Nummern (sonst wäre ich heute bankrott).

Hierzu sucht man den nächstgelegenen Walgreens auf und sucht sich die Refill-Kartons (nach dem T-Mobile-Magenta Ausschau halten) in der Nähe der Kassen. Ich habe mir beide Male einen 10 Dollar-Refill gegönnt. An der Kasse erhält man auf dem Kassabon ausgedruckt einen PIN (nicht wegwerfen!), welcher über einen äusserst mühsamen Telefonanruf mit Sprachbefehlen („I want to refill“ — „Yes“ — „YES“ — „YES!!!“) über die Handy-Tastatur eingegeben werden muss.

Beipackzettel

  • Werkzeug Es empfiehlt sich, in der Schweiz eine Büroklammer einzupacken. Die T-Mobile SIM-Karte kommt im normalen Format daher. Wer ein iPhone 4 sein Eigen nennt, sollte also auch ein Japanmesser und eine Micro-SIM-Vorlage einpacken, um im Hotel zu basteln. Wer eine zugeschnittene SIM von einem Kollegen erhält, sollte für sein iPhone 3GS bereits zu Hause einen Micro-SIM-Adapter auftreiben (iPhone 4-Besitzer sollten über einen solchen Adapter verfügen).
  • Geduld Liegt die SIM-Karte zum ersten Mal im iPhone, sollte man sich grosser Geduld üben. Es kann gut und gerne 10 Minuten dauern, bis sich das Handy in das Mobilfunknetz eingebucht hat. Ist man unsicher, sollte man einen Standort suchen, der garantiert kein Funkloch ist.
  • UMTS Gibt es bei T-Mobile nicht, man muss sich mit dem deutlich langsameren EDGE zufriedengeben.
  • MMS Im Photo-Menu war die Option „Als MMS versenden“ nicht vorhanden. Ich vermute deshalb, dass T-Mobile dieses Nachrichtenformat nicht unterstützt.
  • Skype Out Funktioniert mit EDGE in den Grossstädten nicht zufriedenstellend — und in der Pampa wahrscheinlich noch weniger.
  • Abdeckung Kommt man aus den USA zurück, hat man das Gefühl, die Schweiz sei zu 99.9% mit Mobilfunktantennen abgedeckt. In Kalifornien muss man sich darauf gefasst machen, dass das iPhone an den unerwartesten Orten das Signal verliert. Manchmal mitten in einer Grossstadt. Dass es in der Pampa (bspw. Highway 1) nicht funktioniert, ist wiederum problemlos nachvollziehbar.
  • Datenmenge Die SIM-Karte war während ca. 15 Tagen nonstopp in meinem iPhone. Ich benutzte sie unzählige Male im Tag, um online zu gehen (Google Maps inkl. Traffic, Gowalla, Facebook, Safari). Ich habe das Datenvolumen definitiv nicht ausgereizt.

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Labels: USA

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