Posts Tagged ‘Telefonie’

Sonntag, 9. August 2015

Mysteriöser Scam-Anruf aus dem Vereinigten Königreich

Diese Woche erhielt ich während der Arbeitszeit unerwartet einen Anruf aus dem Vereinigten Königreich unter der Nummer +44 7769 29652. Weil der Anruf so ungewöhnlich wie auch mysteriös war, gebe ich hier das Gespräch in gekürzter Fassung wieder:

Die Person am anderen Ende der Leitung gab an, beim „Oracle Research Institute“ zu arbeiten. Obwohl der Mann Englisch mit einem deutlich zu hörenden indischen Akzent sprach, nannte er sich „Clifford Smith“. Er rufe mich im Auftrag von „some economical houses“ an, welche er unter anderem mit „HSBC“ und „UBS“ bezeichnete (er leierte die eindrücklich klingenden Namen so schnell runter, dass ich mich nur an dieses erinnern konnte). Er möchte mit mir eine kurze Umfrage durchführen und es handle sich auf gar keinen Fall um ein Verkaufsgespräch, ich könne mich also beruhigen.

Doch bevor ich ihn zu seinen Fragen kommen liess, hakte ich misstrauisch nach. Von wo er meine Telefonnummer hätte? Ob er noch einmal seinen Namen wiederholen können. Welches genau das Unternehmen sei, für welches er arbeiten würde. Und dann legte ich los: „Oracle Research Institute, in London sagen Sie? Wieso kann ich das auf Google Maps nicht finden? Können Sie mir die Postanschrift sagen?“ Diese Frage brachte den Inder ins Straucheln. Nach wenigen Sekunden antwortete er mir, dass er im Bristol Building im fünften Stock arbeite. Auf meine Nachfrage, was denn die Strasse und Strassennummer sei, wusste er nicht weiter. Er bat mich um einen moment Geduld. Er legte den Hörer beiseite und rief in die Runde des Call Centers, jemand möge ihm doch bittesehr rasch eine Adresse in London organiseren. Nach ungefähr einer Minute war er zurück und nannte mir „Stratford Westfield“ als sein Arbeitsort. Eine kurze Google Maps-Suche zeigte ein Einkaufszentrum in London. Verwundert entgegnete ich, dass ich noch selten Büros in einem Einkaufszentrum gesehen hatte. Darauf ging er nicht weiter ein. Ich hakte weiter nach: Ob er mir die Web-Site seines Unternehmens nennen könnte. Zuerst beschwichtigte er, dass die Web-Site „under construction“ sei, nannte mir dann aber „oracleresearch dot org“ als Web-Site.

WICHTIG: Obwohl ich es hätte besser wissen sollen, surfte ich die Web-Site an. Der Proxy-Server meines Arbeitgebers verweigerte mir aber den Zugriff unter der Begründung „Spam“. Die Leser meines Blogs sind angehalten, die Web-Site nur mit einem voll gepatchten System anzusurfen — wer weiss, was sich dahinter verbirgt. Eventuell eine Malware-Schleuder?

Nach viel hin und her erklärte ich mich bereit, die „Umfrage“ doch jetzt bittesehr durchzuführen. Hier die Fragen, die mir „Clifford“ stellte:

  • Was ist ihr Name? Mario Aeby Müller
  • In welchem Industriesektor arbeiten Sie? Landwirtschaft
  • Sind Sie selbständig oder ein Angestellter? Selbständig
  • Was ist ihr Beruf? Bauer
  • Sind Sie zwischen 16-30, 30-50 oder älter als 50 Jahre alt? zwischen 30 und 50 Jahre alt
  • Was ist Ihr Ursprungsland? Italien
  • Sind Sie in einem oder mehrerer dieser drei Sektoren tätig? Properties / Trust ETFs / Share Stock Market Properties. Und Aktienhandel, im Agrarbereich
  • Wie hoch ist Ihre Investitionssumme? Unter 10’000 EUR oder über 10’000 EUR Über 10’000 EUR
  • Legen Sie ihr Geld selber an, oder haben Sie einen Vermögensverwalter beauftragt? Selber

Das wars. Schlussendlich fragte er mich, ob ich Interesse an weiteren Informationen hätte (zu was auch immer, er spezifizierte dies nicht genau). Ich bejahte, und gab ihm dann meine Gmail-Adresse an, fügte aber das Plus und eine eindeutige Bezeichnung hinzu, damit ich feststellen konnte, falls mir jemand aus dieser Bande weitere Informationen zustellen würde.

Er sagte mir, dass ich bald wieder von Oracle Research kontaktiert werden würde, und ich in diesem Fall doch bitteschön seinen Namen — Clifford Smith — nennen solle, damit seine Arbeit (Provision? Kickback?) berücksichtigt werden könne.

In meinem Gmail-Postfach fand ich bisher keine E-Mail mit der übermittelten Empfängeradresse.

Wieso machst du das?

Bereits vor einigen Monaten wurde ich auf diese Weise kontaktiert, hatte damals aber sofort wieder aufgehängt, als mir der Anrufer nicht sagen konnte, von wo er meine Telefonnummer hatte. Dieses Mal wog die Neugier schwerer. Ich rechtfertige meine Aktion aber auch damit, dass ich die Scammer während 18 Minuten am Draht hatte — mit dem Wissen im Hinterkopf, dass Anrufe auf eine Schweizer Mobilfunknummer aus dem Ausland teuer sind (40 Rappen pro Minute? Dann hätten die Scammer immerhin über 7 CHF ausgegeben — für Schweizer ein Klacks, aber für Indien wohl doch eine leicht grössere Summe).

Vermutung

Meine Vermutung ist, das die Scammer dem Opfer eine präparierte E-Mail zusenden und sich erhoffen, dass auf Grund des Telefonats ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wurde und das Opfer das Attachment öffnet. Die Fragen sind entweder völlig unnütz, oder helfen aber, die Ziele einzugrenzen (Leute, die Online-Banking betreiben und grössere Summen auf dem Konto liegen haben).

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Sonntag, 9. Januar 2011

Digitaler Mitschnitt eines Telefonanrufs unter Mac OS X

Soeben packte mich der Reiz, einen Telefonanruf (auf eine nicht mehr gültige Rufnummer, notabene) mitzuschneiden und zwecks Belustigung an meine Kollegen zu versenden.

Unter Mac OS X absolut kein Problem. Man benötigt:

Nachdem man sowohl Skype wie auch Audio Hijack installiert hat, startet man zuerst Audio Hijack und eröffnet eine neue Session, die auf die Applikation „Skype“ zeigt. Ein Klick auf den Knopf Hijack startet Skype und macht Audio Hijack bereit für den Mitschnitt.

Nachdem man die Handy-Nummer in das Wählfeld von Skype eingegeben hat (aber noch ohne den Wählen-Knopf zu drücken), muss man die Audio Hijack-Aufnahme mittels Record starten. Anschliessend wechselt man umgehend zurück nach Skype und wählt die Nummer.

Die Audiodaten, die über den Lautsprecher ertönen, werden im Hintergrund digital mitgeschnitten und im Session-Profil angegeben Ordner im AIFF-Format abgelegt.

Nachdem die Aufnahme abgeschlossen wurde, konvertiert man sich die übergrosse AIFF-Datei ins MP3-Format, damit die Mailserver sich nicht verschlucken:

$ ffmpeg -i Skype\ 20110109\ 1702.aiff -f mp3 -ab 192k -ar 44100 41790000000-2011-01-09.mp3

Es erschien bei mir zwar die Fehlermeldung

[libmp3lame @ 0x189ac00]lame: output buffer too small (buffer index: 8777, free bytes: 1015)
Audio encoding failed

doch das MP3 liess sich mit VLC problemlos abspielen.

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Mittwoch, 8. Dezember 2010

Wer soll für den Ausbau der Mobilfunknetze bezahlen?

Bloomberg reports that European carriers are looking to band together in an effort to demand that companies such as Apple and Google offering data-intensive smartphones make specific contributions to network infrastructure according to their usage.

Quelle: European Carriers Claim Apple Should Pay for Network Infrastructure – Mac Rumors

Man stelle sich vor, die Schweizerische Eidgenossenschaft tritt an Mercedes, BMW, Volkswagen (und wie all die anderen Autohersteller heissen) heran und verlangt künftig, dass sie sich an den Kosten für die Sanierung und den Bau neuer Autobahnen beteiligen. Denn schliesslich produzieren die Hersteller die Autos, die Strassen kaputt machen und für das Verkehrsaufkommen sorgen.

Hirnrissig? Die unfähigen CEOs der Mobilfunkunternehmen scheinen genau dieser Logik zu folgen. Mal eine Zwischenfrage: An welcher Uni wird eigentlich solcher Bullshit gelehrt?

Meine Meinung: Der Netzausbau soll gefälligst von denjenigen Kunden berappt werden, die es auch am meisten benützen. Aber anscheinend ist eine solche verursachergerechte Berappung anno domini 2010 nicht mehr mehrheitsfähig …

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Samstag, 20. November 2010

iPhone auf USA-Reisen kostengünstig nutzen

Seit knapp einer Woche bin ich nun wieder zurück in den hiesigen Landen, gewöhne mich rasch wieder an die Kultur und Mentalitäten meines Mutterlandes — und die Kälte mitsamt wenig Sonnenschein. Das gemässigte südkalifornische Klima ist im Winterhalbjahr halt einfach wirklich viel angenehmer …

Ziel: Internet wie gewohnt aus der Hosentasche

Wer heutzutage durch die USA tingelt und ein Smartphone besitzt, möchte auch in Übersee nicht auf die mittlerweile gewohnten Nettigkeiten verzichten, die ein permanenter Internetzugang in der Hosentasche bietet. Doch was ist die beste Möglichkeit, um eine iPhone 3GS oder 4 in den USA zu verwenden? Ich habe es dank der Unterstützung meines Kollegen Bruno rasch herausgefunden. Bruno verbrachte just bis zum Tag meiner Ankunft sechs Wochen in den USA und hatte wertvolle Vorarbeit geleistet, damit ich innert 24 Stunden nach Ankunft in der Neuen Welt Internet auf meinem iPhone zur Verfügung hatte.

In der Schweiz

In der Schweiz ist zuerst einmal gewisse Vorarbeit nötig, um den SIM-Lock des iPhone zu entfernen. Personen, die ihr Apple-Handy mit einem Jailbreak von seinen Fesseln gesprengt haben, können getrost in die USA fliegen. Allen anderen sei empfohlen, den SIM-Lock auf offiziellem Weg entfernen zu lassen und dies — ganz wichtig! — auch noch zu überprüfen, indem man rasch eine fremde SIM-Karte eines anderen Operators in das Telefon schiebt.

In den USA

SIM-Karte

Nach der Ankunft im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten sucht man sich den nächstgelegenen T-Mobile-Shop auf. Dort frägt man nach dem Angebot an Pre-Paid SIM-Karten und erwähnt am Besten, dass man diese in einem iPhone betreiben möchte.

Wenn ich mich recht erinnere, gibt es insgesamt drei Pre-Paid-Angebote. Bei der Auswahl sollte man eigentlich nur auf die inbegriffene Datenmenge achten, was einem schnurstracks zum teuersten Pre-Paid-Angebot lotst. Dieses beinhaltete für 30 Tage Nutzung:

  • unlimitierte Voice Calls innerhalb der USA
  • unlimitierte SMS innerhalb der USA
  • 2 GB Datentransfer

Diese Karte schlägt mit 70 USD (ohne lokale Steuern) zu Buche. In San Francisco bezahlte ich schlussendlich 80 USD oder umgerechnet knapp 80 Schweizer Franken für das Vergnügen. Das Ding war jeden Rappen wert.

Im Gegensatz zur Schweiz muss man sich hier nicht mit einem amtlichen Ausweis identifizieren — vielleicht einfach auch nur, weil ich mit meiner Schweizer Kreditkarte bezahlt habe? Jedenfalls hatte ich die SIM-Karte innert 10 Minuten in der Tasche und spazierte aus dem Lokal hinaus.

Refill

Ich musste mein Guthaben zwei Mal aufladen, weil ich vor Ort mit meinen Reisebegleitern gelegentlich per SMS Informationen austauschten. Da ich dabei auf deren Schweizer Nummern „simste“, wurden mir diese Nachrichten verrechnet — im Gegensatz zu den „Texts“ auf US-Nummern (sonst wäre ich heute bankrott).

Hierzu sucht man den nächstgelegenen Walgreens auf und sucht sich die Refill-Kartons (nach dem T-Mobile-Magenta Ausschau halten) in der Nähe der Kassen. Ich habe mir beide Male einen 10 Dollar-Refill gegönnt. An der Kasse erhält man auf dem Kassabon ausgedruckt einen PIN (nicht wegwerfen!), welcher über einen äusserst mühsamen Telefonanruf mit Sprachbefehlen („I want to refill“ — „Yes“ — „YES“ — „YES!!!“) über die Handy-Tastatur eingegeben werden muss.

Beipackzettel

  • Werkzeug Es empfiehlt sich, in der Schweiz eine Büroklammer einzupacken. Die T-Mobile SIM-Karte kommt im normalen Format daher. Wer ein iPhone 4 sein Eigen nennt, sollte also auch ein Japanmesser und eine Micro-SIM-Vorlage einpacken, um im Hotel zu basteln. Wer eine zugeschnittene SIM von einem Kollegen erhält, sollte für sein iPhone 3GS bereits zu Hause einen Micro-SIM-Adapter auftreiben (iPhone 4-Besitzer sollten über einen solchen Adapter verfügen).
  • Geduld Liegt die SIM-Karte zum ersten Mal im iPhone, sollte man sich grosser Geduld üben. Es kann gut und gerne 10 Minuten dauern, bis sich das Handy in das Mobilfunknetz eingebucht hat. Ist man unsicher, sollte man einen Standort suchen, der garantiert kein Funkloch ist.
  • UMTS Gibt es bei T-Mobile nicht, man muss sich mit dem deutlich langsameren EDGE zufriedengeben.
  • MMS Im Photo-Menu war die Option „Als MMS versenden“ nicht vorhanden. Ich vermute deshalb, dass T-Mobile dieses Nachrichtenformat nicht unterstützt.
  • Skype Out Funktioniert mit EDGE in den Grossstädten nicht zufriedenstellend — und in der Pampa wahrscheinlich noch weniger.
  • Abdeckung Kommt man aus den USA zurück, hat man das Gefühl, die Schweiz sei zu 99.9% mit Mobilfunktantennen abgedeckt. In Kalifornien muss man sich darauf gefasst machen, dass das iPhone an den unerwartesten Orten das Signal verliert. Manchmal mitten in einer Grossstadt. Dass es in der Pampa (bspw. Highway 1) nicht funktioniert, ist wiederum problemlos nachvollziehbar.
  • Datenmenge Die SIM-Karte war während ca. 15 Tagen nonstopp in meinem iPhone. Ich benutzte sie unzählige Male im Tag, um online zu gehen (Google Maps inkl. Traffic, Gowalla, Facebook, Safari). Ich habe das Datenvolumen definitiv nicht ausgereizt.

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Freitag, 2. April 2010

Carsten Schloters Zukunftsvisionen

Am 23. März 2010 war ich am JobForum 2010 der Swisscom zugegen und kam nach einer Einführung der HR-Verwantwortlichen in den Genuss einer ca. 30-minütigen Rede von Carsten Schloter, CEO der Swisscom AG.

Der Chef des ehemaligen Monopolisten sprach mit gewohnt mitreissender Eloquenz, frei ohne jegliche Notizen. Im Grunde dürfte man das aber durchaus von einem CEO erwarten, welcher über das Kerngeschäft und dessen zukünftige Entwicklung philosophiert — wer in einem solchen Fall nicht sattelfest ist, muss sich fragen, ob er am richtigen Ort ist.

Dass sich der CEO eines 16’000 Mitarbeiter zählenden Unternehmens mit soviel Einsatz um potentielle Stellenbewerber kümmert sieht man definitiv nicht alle Tage. Die anwesenden Studienabgänger dankten es ihm mit vielen Fragen und einem grossen Applaus.

Als interessierter Geek und Blogger habe ich mir selbstverständlich meine Notizen zu seiner Rede gemacht und werde die wichtigsten von ihm angetönten Punkte nachfolgend knapp wiedergeben:

iPhone / iPad

Aus seiner Sicht hat das iPhone und das bald erscheinende iPad einen Paradigmenwechsel eingeläutet. Heute verwendet man noch die guten alten Browser, um auf Internetangebote zuzugreifen. Mit iPhone und iPad verlagert sich nun aber des Gewicht auf Applikationen. Diese böten zwar keinen so grossen Funktionsumfang und so vielfältige Möglichkeiten wie ein Browser an, aber sie vereinfachen den Zugang zu Informationen für den Endbenutzer.

Desweiteren sieht es Schloter als sehr wahrscheinlich, dass Apple in den nächsten 12-18 Monaten einen internettauglichen Fernseher auf den Markt bringen wird.

Von Push zu Pull

Wir erleben heute dank diesen Technologieprodukten auch den Wechsel hin von „Push“ (der Inhalteanbieter, bspw. das Fernsehen, „stossen“ die Informationen/Inhalte zum Endkunden) hin zu „Pull“ — die Endkunden suchen sich die gewünschten Informationen und ziehen sie zu sich hin. Konkret: Die Jugendlichen unterscheiden sich stark von ihren Eltern, weil sich die mit den neusten Technologien aufgewachsenen Nachkommen nicht mehr an ein Radio- oder Fernsehprogramm richten möchten, um ihre Unterhaltung zu konsumieren.

Informationsflut

In den letzten Jahren hat sich die Information, die von uns konsumiert wird, versechsfacht. Es gibt keine Gründe die dagegen sprechen, dass sich dies bis 2020 ein weiteres Mal wiederholt.

Mit ein Grund für diese Flut wird sein, dass sich die Bandbreiten auf 1 Gigabit/s für kabelgebundene Kommunikation und auf 1 Megabit/s für den Mobilfunk erhöhen werden.

Swisscom und die Konkurrenz

Stolz vekündete Schloter, dass 20 % der Cablecom-Kunden einen Wechsel zur Konkurrenz ins Auge fassten — bei der Swisscom-Kundschaft seien dies nur 2.5 %. Der Grund gemäss Schloter: Swisscom setzt konsequent auf guten Service, während andere Anbieter viel zu stark möglichst billige Produkte auf den Markt bringen.

Inhalteanbieter

Dank dem Internet werden alte Vertriebsketten überflüssig — die Inhalteanbieter seien bereits heute bestrebt, direkt mit dem Kunden in Kontakt zu treten und Zwischenstellen auszuschalten. Dies sei mit ein Grund, weshalb auch Swisscom vermehrt als Inhalteanbieter auftreten möchte.

Organisation

Der Top-Down-Ansatz habe bei der Swisscom ausgedient. Dies sei eine Organisationsstruktur die für die heutige Zeit nicht mehr einen effizienten Betrieb garantieren könne. Niemand könne prophezeien, wie der Markt in einigen Jahren aussieht — deshalb sei es sehr gefährlich, wenn sich das Unternehmen auf genau ein Szenario einschiesst. Viel mehr müsse man offen gegenüber Neuerungen sein und rasch auf Veränderungen reagieren.

Unternehmensethik

Die Swisscom könnte bereits heute erotische Inhalte vertreiben und ein Heidengeld machen — tue dies aber nicht, weil dies nicht mit der Unternehmensphilosophie vereinbar sei. Bei der Swisscom frage man sich täglich: „Was erwartet die Schweiz von uns?“ — und das würde man auch tun, wenn das Unternehmen zu 100 Prozent in Hand von Privaten wäre.

Swisscom als Arbeitgeber

Andere Unternehmen böten durchaus auch spannende Jobs an, doch bei der Swisscom müssen Investitionen nicht innert 3 oder 5 Jahren wieder hereingeholt sein. Dies führe zu einem geringeren Druck und erlaube, viel längerfristige Projekte in Angriff zu nehmen. Unternehmen, die solch einen kurzen Horizont verfolgten, sind von den Aktionären getrieben und dies führe dazu, dass sich die Arbeitnehmer über jegliche ethischen Werte hinwegsetzten.

Fazit

Mit Schloters Rede und den anschliessenen Gesprächen mit Swisscom-Angestellten hat sich mein Eindruck des bösen Monopolisten radikal geändert. Ich musste erkennen, dass neben dem marktbehindernden Verhalten ein Teil des Unternehmens durchaus auch fortschrittlich ist und die Zukunft mitgestalten will. Diese Unternehmensteile haben kaum mehr etwas mit dem verstaubten Kupferkabel-Monopolisten und den ehemaligen Postbeamten zu tun — insbesondere die Forschungsabteilung mit über 100 Köpfen, die ähnlich wie die Ingenieursbude und Platzhirsch Google an zukünftigen Technologien und Einsatzmöglichkeiten forscht. Diese „Swisscom 2.0“ besteht meiner Meinung nach aus sehr jungen, innovativen Köpfen. Ich hoffe, dass die Swisscom diese neue Unternehmenskultur weiterführt und vielleicht dereinst sogar so selbstbewusst ist, um sich komplett vom Monopolistenstatus und -gehabe zu entledigen. Hoffnung besteht!

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Donnerstag, 23. Oktober 2008

Unnötiger Infrastrukturwettbewerb

Das EWZ wolle einen Wettbewerb der Dienstleistungsangebote und nicht bei der Infrastruktur, so Messmann weiter. Davon würden letztlich die Kunden mehr profitieren.

Quelle: ICT News – Swisscom und EWZ werden beim Glasfasernetzbau nicht kooperieren

Schön, dass sich die EWZ von der Swisscom im Glasfaserbau nicht hat unterkriegen lassen.

Gerne ziehe ich wieder meine Analogie mit den Autobahnen herbei: Es gibt von Bern auf Zürich auch nicht drei verschiedene Autobahnrouten von drei verschiedenen Anbieter. Welche Autos in welcher Farbe wie schnell auf der einzigen Autobahnstrecke nach Zürich fahren, entscheidet der Kunde selber. Kein Auto wird diskriminiert, weil es von einem Hersteller stammt, den der Betreiber der Autobahn auf dem Kieker hat.

Und so sollte es auch im Glasfaserbau sein. Die Swisscom hat bewiesen, dass sie mit einem Infrastrukturmonopol nicht umgehen kann und dabei den Kunden übermässig schröpft. Deshalb gehören die Glasfasern nicht in die Hände dieses Abzockers!

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Dienstag, 17. Juni 2008

Nokia bringt neue Business-Telefone – boah!

Interessieren solche Meldungen nach der Vorstellung des iPhone 3G wirklich noch jemanden?!

The world’s top cellphone maker, Nokia, unveiled two new models on Monday aimed at the business market dominated by the Blackberry,

Quelle: Nokia Unveils New Business Phones – NYTimes.com

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