Archiv 10. August 2005

Mittwoch, 10. August 2005

SpiritPod

Nun denn, dann betreibe ich nun also tatsächlich Virales Marketing für einen meiner Ex-Chefs. Wahrscheinlich sogar, ohne dass er davon weiss. Leider kann ich aber nicht garantieren, dass dieser Eintrag hier die gewünschten …

erfolgreichen Booster-Effekte

… rüberbringt. (Quelle: Bytix.com)

Mein Ex-Chef, Pentti A. aus D., war bereits während meines Angestelltenverhältnisses zu seiner Firma B. nie um die kühnsten, kreativsten und oft einfach nur blödesten Ideen verlegen. So passierte es, dass wir eines Tages eine Sauerstoff-Flasche ins Büro geliefert kriegten – jeder Mitarbeiter (der Chef, ich und wohl noch zwei, maximal drei weitere Nasen) kriegte seine persönliche Atemmaske zugesteckt, und los gings. Obwohl der Fun bereits nach einem Tag und etwa zwei O2 Überdosen später flöte ging, blieb die Flasche stehen. Schliesslich galt es ja, den selten erscheinenden Kunden zu imponieren. Jaja, das waren noch Zeiten, die wilden 2000er, als der Dotcom-Boom nur erst die aufsteigende Flanke bezeichnete, die später schnurstracks in die steil abfallende Seite des Berges überging.

Doch alles darf ich nun dann doch nicht schlecht reden – Pentti führte mich in das schicke Zürich ein, nahm mich mit an einige der gemeinsamen Mittagessen mit dem Werber Ruf, zeigte mir das fantastische Sawasdee, aber auch die Blaue Ente, in dem das Menu für eine Person soviel kostet wie in anderen Restaurants für Zwei. Auch imponierte mir seine alljährliche Ferienreise mit ebendiesem Werber des Jahres: Ab nach Thailand, nur Handgepäck – ein kleiner Rucksack mit einem T-Shirt und einem Paar Badehosen. Der Berner vom Land – irgendwie sah ich die Welt, die sich mir in Downtown Switzerland anbot, mit grossen Augen, konnte mich aber dennoch nie damit anfreunden.

Item – heute hat mir Kollege Burgdorfer, der mittlerweile schon zwei Bombenanschläge in Londons City überlebt hat (weiter so!), den Link des Jahres zugesandt:

Spiritpod.ch

Über den Kauf der Domain war ich bereits eine Weile im Bilde, und weitere Recherchen ergaben dann auch schnell einen Überblick über die juristischen Eigenschaften dieser AG GmbH.

Die nächste irre Idee der Truppe? Wieso nicht – zutrauen könnte man es ihnen. Vielleicht aber auch nur ein ausgeklügeltes Finanzkonstrukt, um effektiver Steuern sparen zu können? Wer weiss … die Idee jedenfalls, „pod“ im Namen des Esoterik-Schrotts (sorry für die harschen Worte) zu verwenden, tönt gut – springen wir auf den iPod-Hype auf. Ob es in der Schweiz aber genügend Abnehmer gibt für die Esoterik-Werkzeuge? Wir werden sehen … Hat eigentlich Mike Shiva schon einer dieser hypen Gerätschaften? Das wäre dann wohl der ultimative Booster-Effekt!

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Mittwoch, 10. August 2005

Wenn SVPler rechnen …

… kommt immer was gescheites raus. Garantiert. Alle studierten Mathematiker, solche die es werden wollen, und selbst diejenigen, die finden, dass man diesen Mumpitz überhaupt gar nicht erst studieren muss, um ihn zu begreifen, sollten schleunigst das Parteibüchlein beantragen. Hier geht’s zum Anmeldeformular unserer örtlichen „Grossen Partei“ ™.

Doch worauf beziehe ich mich eigentlich? Wohl jedermann wird sich noch an die äusserst liebenswürdige Muslimen-Hetzkampagne vor den Einbürgerungsabstimmungen im Herbst 2004 erinnern (ACHTUNG: Der Text gehört nicht dazu, nur die Diagramme sind von Relevanz):

Betitelt war das wissenschaftlich fundierte Machwerk mit „Muslime bald in der Mehrheit“. Anhand einer fast exponentiell zunehmenden Kurve wurde den mathematisch geschulten SVP-Anhängern erklärt, was sie zu stimmen hatten. NEIN, zu beiden Vorlagen. Sonst hätten wir bald ausgeschweizerlt. Das sass. Die Abstimmung verlief dann leider auch tatsächlich wie befürchtet …

Liebe Kinder, das ist nur die halbe Wahrheit. Es kommt noch schlimmer, ziehen wir uns warm an! Und zwar haben die netten Kollegen (kenn‘ sie zwar gar nicht) von Anti-SVP ihrerseits die besten Mathematiker und Statistiker engagiert, um das Szenario noch detaillierter zu analüsieren. Deren Entdeckung lässt einem erschaudern:

Gemäss der extrem gescheiten Hochrechnung der SVP haben wir bereits im Jahre 2050 fast 150% (!) Muslime in der Schweiz, ist das nicht furchtbar! Und dabei dachten wir doch immer, mehr als 100% Ausländeranteil ginge nicht…. Aber alles halb so schlimm, wenn dann mal alle Muslime bei uns sind, haben wir ja halb Asien und Afrika für uns ganz alleine :-)

Das schöne Schweizerländle … Wird dann aus Chrigus Villa am Herrliberg eine Moschee? Muss wohl, sonst bringt man die 150% Joggeln ja nirgends mehr unter, am Freitag, wenn man vom Minarett zum Gebet ruft.

Die Anti-SVP war nicht die einzige Organisation, die reagierte. Auch das BFS (Bundesamt für Statistik) schickte einen Winkelried los, seineszeichen Angestellter des Statistischen Amtes des Kantons Zürich (SVP-Hochburg – der Winkelried lebt garantiert nicht mehr) verfasste einen Bericht zum Thema – zwar etwas trockener, wissenschaftlicher. Damit haben sie wohl unbewusst und gekonnt verhindert, dass jemals ein SVPler dieses Schriftstück in die Hände bekommen wird. Egal, Hauptsache der Rest der Schweiz liest es:

… Diese Hochrechnungen haben keinerlei demografische Basis und die verwendete Methode – Verdoppelung des Anteils der Muslime in der Schweiz alle 10 Jahre – entbehrt jeder wissenschaftlicher Grundlage. Nicht zufällig endete die Grafik im Jahr 2040, denn bei einer Fortführung der angewandten Logik würde der Anteil der Muslime im Jahr 2050 144 Prozent betragen. …

Fazit

Mitglieder der SVP sollten also weder Mathematiker werden, noch sind sie zum Web-Designer berufen.

Labels: Neuenegg, Politik

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Mittwoch, 10. August 2005

Geschafft: Mac OS X ohne Developer-Mactel

Mac-Nachrichtenseiten konsultiere ich ja täglich zu hauf:

  • Macnews.de
  • Mac Rumors
  • Think Secret
  • Macslash
  • Fscklog.com
  • Macguardians.de
  • Mac OS X Hints
  • Mac Minute
  • Mac Teens
  • Daring Fireball
  • Last but not least: Paul Thurrott

Doch nur eine davon ist im guten, alten Französisch gehalten:

MacBidouille

Und genau die Franzosen waren heute wohl die schnellsten: Mac OS X läuft ohne den ausschliesslich von Apple an Entwickler verteilten Developer-Mactel! Im Artikel steht beschrieben, was man alles benötigt und wie man vorzugehen hat. Spannende Lektüre – es gibt also tatsächlich eine Unmenge Leute da draussen ™, die sich den Kauf eines Macs sparen möchten, Windows und Linux ins Nirvana schicken und wohl aus pubertären Gründen die Nachbarstochter beeindrucken möchten.

Dabei wissen doch die eingefleischten Maccies: Mac OS X läuft schon längstens in überzeugender Geschwindigkeit auf all den vielen Macs, die es (fast) überall zu kaufen gibt. Was ist so spannend daran, ein Kastrat auf einer Intel-Kiste laufen zu lassen? Ich glaube nicht, dass das Ding länger als ein Tag auf der Platte bleibt … ausser Schach scheint man ja kaum welche Applikationen vorzufinden.

His Majestys Opinion

Ich ziehe einen Vergleich aus der Auto-Szene heran: Was ist geiler? Einen komischen, alten BMW 3er zu kaufen und ihn in tausend Mannsstunden mit an Tuning-Shows gekauften Bestandteilen derart umzurüsten, dass er (leider dann halt nur optisch) als M3 durchgeht, oder zum örtlichen BMW-Händler zu marschieren, die American Express Centurion zu zücken und sich die Zündschlüssel zum im Schaufenster ausgestellten M3 aushändigen zu lassen?

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Mittwoch, 10. August 2005

Smarter folks …

Ein Autor auf dem Slashdot-Pendant MacSlash bringt es auf den Punkt (Kontext: Mac im Education-Bereich):

It’s also worth noting that Apple’s share of the college market (in the US) was 14 percent last year, compared to 4-5 percent in the broader market. Clearly, smarter folks are more likely to pick the right computer!

Wie immer: Kein Kommentar. Wie in der Vorlesung Empirische Sozialforschung bei Chief in Command Abraham gelernt sollte man Kausalzusammenhänge immer ganz genau unter die Lupe nehmen …

Übrigens: Die Prüfung habe ich trotz den allerschlimmsten Befürchtungen mit einer glatten 5 bestanden. Ich glaube aber immer noch nicht Recht daran, dass ich die sauschweren Fragen wirklich derart brilliant beantwortet habe – sehrwahrscheinlich war der Prüfer aufgrund des derart schlechten Durchschnittsresultates gezwungen, den Notenschnitt anzuheben. Dennoch herrscht Freude: Nun schon im 7. Semester, und immer noch durch keine Medienwissenschafts-Prüfung durchgefallen.

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