Archiv November 2005

Donnerstag, 17. November 2005

Türkei im Elend – Blog-Schau

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Tripping turkey
Originally uploaded by emeidi.

wie bringt man 70 millionen türken ins elend?
mit 11 spielern…

Quelle: türkei – schweiz 3

Das ging ja voll ab gestern – und das Beste: Nach dem Abpfiff war noch mehr „Action“ los als während dem 93 Minuten dauernden Krimi im ehemaligen Konstantinopel resp. Byzanz.

Das in 10vor10 gezeigte Filmmaterial liess in mir ungute Gefühle aufkommen – irgendwie erinnerten mich die Szenen an wenige Jahre zurückliegende Ereignisse. Damals, im allsamstäglichen Ausgang, waren es zwar keine Türken, aber sonstige spätpubertäre Balkan-Krieger, die sich in Gruppen zusammenrotteten und kostenlos Fausthiebe verteilten. Ungefragt, willkürlich. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass deren Nationalmannschaften jeden Samstag WM-Qualifikationen verloren. Mehr als einmal geriet ich so mehr oder weniger unverschuldet in solche Situationen.

Der Vergleich mag für einige nun etwas hinken, aber worauf ich hinaus will: Die Ohnmacht unserer Nati angesichts der steinzeitlichen Verabschiedungsmethoden kann ich aufgrund eigener Erfahrung nachfühlen. Wenn sogar angeblich Sicherheitskräfte eine lockere Faust schwingen lassen, ja dann ist was Faul im Staate Atatürks.

Kleine Anekdote am Rande: Das schweizerische StGB musste in den 1920ern als Vorlage für die türkische Version herhalten. Damals pflegte man also noch freundnachbarschaftliche Verhältnisse …

Mich nahm Wunder, wie die Blogosphäre auf den Match von gestern reagiert hat. Hier einige Fundstücke, aufgetrieben über Technorati:

Bild-Material

Doch zuerst das „offizielle“ Video als Andenken (von wo das Video nun genau stammt, blenden wir lieber aus).

Auch die ARD hat eine multimediale Zusammenstellung der Ereignisse online gebracht. Insbesondere das Video aus den Katakomben ist interessant.

Blog-Artikel

  • Istanbul: der Film BILDMATERIAL! Insbesondere Ekstrabladet.dk!
  • Ein Stück Weg liegt noch vor der Türkei … verknüpft den gestrigen Match mit dem geplanten EU-Beitritt des Landes. Ausserdem kennt der Autor das neueste, vollständigere Videomaterial anscheinend noch nicht (der getretene Assistent hatte nämlich zuerst dem vorbeirennenden Behrami das Bein gestellt), worauf ihm Behramis Teamkollege einen Kick verpasst.
  • Türken sind raus – etwas fremdenfeindlich angehaucht. Und dann noch gleich über Nacht eine Domain reserviert? Respekt. Interessant: Link auf Spreadshirt, um sich das Dankes-T-Shirt zu sichern.
  • Unfair. Einige Rechtschreibefehler und zusammengeschüttelte Sätze – aber es wird klar, wovor der Autor am meisten Angst hat: Für einmal nicht vor der Kriminalisierung der Bürger, sondern der Fans!
  • Türkei vs. Schweiz Zitat: „Immer mitten in die Fresse rein“. Recht hat er – dann wüssten wir heute ohne grosse Nachforschungen, wer die Übeltäter waren. Die mit den Zahnabdrücken an der Faust. (Gilt bei denen eigentlich die linke Hand auch per se als schmutzig?).
  • Türken raus? – Auch hier ist nicht ganz klar, wie der Titel jetzt aufgefasst werden sollte. Kampfparole der CDU/CSU? Oder doch nur bezug nehmend auf das Ausscheiden der Nationalelf. Wer weiss. Die Türken aber gleich mit Hitlers Polenüberfall in Verbindung zu bringen ist dann doch gar etwas gewagt. „Seit 5.45 Uhr wird zurückgekickt“, oder was? Auch hier wieder der obligate Hinweis auf den (drohenden?) EU-Beitritt der Türkei.
  • fickt euch scheiss schweizer – niedlich. Da kann sogar der sehschwache Opa ohne Probleme mitlesen … Nachtrag: Oha, ich glaub‘ der meint es tatsächlich ernst. Hier sein Profil.
  • Freude . qualiefieziert – in der MIGROS gäbe es günstige Orthographie-Kurse …
  • Tritt in den Genitalbereich „… Die türkische Sportzeitung Fanatik …“. Jetzt ist alles klar ;-)

*schmunzel*

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Donnerstag, 17. November 2005

iPod 20GB wird 30GB

Da die Harddisk meines geliebten zweiten iPods (4G 20GB, gekauft: August 2004) vor etwas mehr als einer Woche den Geist aufgegeben hat (in etwas anderem Zusammenhang: Click-of-Death), habe ich mir als zwischenzeitlichen Ersatz einen iPod nano gekauft und die Vorzüge der neuen Produktversion genossen.

Parallel dazu wollte ich es mir aber nicht entgehen lassen, den dritten iPod in meinem Leben zu öffnen (1: iPod 1G zwecks Akku-Tausch, 2: iPod 4G aufgrund eines Wasserschadens).

Hier kurz mein Vorgehen, falls jemand in ähnlich misslicher Lage wie ich stecken sollte:

Ersatzteilnummer

Ohne Google wäre ich wohl wieder einmal gestrandet. Dank der Suchmaschine fand ich nach einigen Versuchen die Seite, die alle meine Fragen beantwortete:

WholesalePDAs.com

Neben einem gestochen scharfen, hochauflösenden Foto der Festplatte las ich

Toshiba p/n MK2006GAL

Lieferant

Ausgerüstet mit der Produktnummer konnte ich mich wieder Google zuwenden. Obwohl es natürlich Lieferanten in aller Welt gibt, die dieses Produkt anbieten, war ich an einem lokalen Verkäufer interessiert. Am Besten mit Webshop.

Für solche Fälle ist mittlerweile Toppreise.ch zu meiner bevorzugten Anlaufstelle geworden. Zwar wurden dort einige Shops aufgelistet, die das gesuchte Produkt im Angebot führten, doch viele wiesen einen unklaren Lagerstatus auf. Natürlich wollte ich nicht Wochen auf die Ersatzplatte warten. Deshalb wählte ich einige Shops aus und schrieb diese auch an. Die Antworten waren ernüchternd:

Der voraussichtliche Liefertermin für den Artikel 404B649 ist: LT von Toshiba unbekannt

Quelle: Primedirect.ch

wie es schon im shop ersichtlich ist –> „derzeit nich lieferbar“. leider
ist noch kein neuer termin bekannt.

Quelle: Pchigh.ch

Nun gut, zumindest der dritte angesurfte Shop namens Swisskaufhaus hatte das Produkt an Lager – jedenfalls wurde dies so auf Toppreise.ch ausgewiesen Also klickte ich mich zum Shop durch und bestellte in einer Nacht-Und-Nebel-Aktion das Produkt. Gesamtbetrag (inkl. Porto & Packung): SFr. 172.60

Den Betrag überwies ich zu Beginn dieser Woche – wobei mir nicht so ganz geheuer zu Mute war, weil ich von diesem Shop noch nie etwas gehört hatte und ich deshalb einfach so Geld ins freie Hinaus übermittelte. Doch ich wurde nicht enttäuscht: Bereits heute Donnerstag läutete mich der Postbote aus einer Runde Battlefield 1942 Multiplayer und überreichte mir ein eingeschriebenes Paket aus Urdorf (ZH).

Aus- und Einbau

iPods sind ja nicht dafür bekannt, besonders wartungsfreundlich zu sein – insbesondere, wenn man ihnen an die Eingeweide will. Als erstes suchte ich mir wieder einmal eine bebilderte Anleitung, um die ungefähre Position der Plastic-Laschen an der Seite des Geräts festzustellen. Fündig wurde ich nach einiger Suche (natürlich Google) bei MacSales. Dort hatte sich ein vorbildlicher Zeitgenosse die Mühe gemacht, einen bebilderten Aus- und Einbau-Guide zusammenzustellen, der absolut keine Fragen offen lässt:

Apple iPod Replacement Battery

Doch: Auch bei meinem dritten „Aufbrechen“ eines iPods fehlte mir dieses „plastic pry“-Werkzeug. Ich sollte mir so ein Teil endlich einmal anschaffen … Wer schon mit metallenen Stoffen (Schraubenzieher etc.) versucht hat, einen iPod zu öffnen, weiss, wie verletzlich das Gerät ist: Rutscht einem der Schraubenzieher aus, entstehen hässliche Spuren auf der metallenen Unterseite. Versucht man, den Schraubenzieher zwischen das weisse Plastic und die Metallkappe zu drücken, kommt es nicht selten vor, dass auch das weisse Plastic nachgibt und unschöne Einbuchtungen entstehen.

Heuer fand ich aber heraus, dass mein glücklicherweise ungeschnittener Daumennagel an der Oberseite des Geräts zwischen die beiden Teile gepresst werden konnte. Zuerst konnte ich so den klitzekleinen Schraubenzieher dazwischen schieben und half danach mit zwei metallenen Lineale mit – auch diese sehr dünn. So gelang es mir, mich um die „Rundungen“ (= Ecken) des Geräts herumzuarbeiten und schaffte es schlussendlich tatsächlich, das Gerät ohne grosse sichtbare Schäden zu öffnen. Da hat sich die Überei an den vorangegangenen iPods doch gelohnt *smile*

Der Ersatz der Harddisk war nun keine Hexerei mehr – wer so etwas schon in Desktop-PCs gemacht hat, wird nichts dazulernen müssen. Datenkabel (das hier auch gerade den Strom liefert) abziehen, die geklebten blauen Schutzmäntelchen der Platte ablösen und an der Unterseite der Platte den Schaumstoff entfernen (zerriss bei mir leider teilweise).

MK2004GAL oder MK2006GAL?

Erschreckt musste ich aber nach dem Austausch feststellen, dass es sich gar nicht um den identischen Datenträger handelte, den ich da eingebaut hatte. Original war eine MK2004GAL verbaut gewesen, neu steckte nun eine MK2006GAL im Gerät.

Software-Probleme

Da Apple solchen Basteleien immer sehr kritisch gegenüber steht, machte ich mich darauf gefasst, dass das Gerät doch nicht zum Laufen zu bewegen wäre. Zuerst sah auch alles danach aus: Als ich den iPod per Firewire an den PowerMac anschloss, bot Mac OS X, den Datenträger zu initialisieren. Das tat ich vorderhand nicht und startete umgehend den iPod Software Updater 1.3.1 (vorerst übersah ich den Ordner iPod Software Updater.localized). Dieser erkannte aber keinen iPod! *schrecklassnach*

So startete ich einerseits den System Profiler, wo unter Firewire der iPod auch tatsächlich mitsamt aller Informationen angezeigt wurde, andererseits das Disk Utility. Erstaunt las ich, dass die Festplatte 30GB gross war und nicht 20GB, wie das Vorgängermodell. Dennoch ging ich den Versuch ein und formatierte die Platte mit HFS+ Journaled. Währenddessen lud ich mir von Apple auch noch den neuesten iPod Software Updater herunter (v2005-10-12).

Welch eine Freude machte sich breit, als ich den Updater startete und mir anerboten wurde, das Gerät zu „Restoren“. Tat ich – und siehe da, kein Gemecker. iTunes öffnete sich, zeigte 27.9GB freier Speicherplatz an und begann emsig, meine ganze lokale Library auf das Gerät zu übertragen (was ich verständlicherweise abbrach). Geschafft!

Fazit

50% mehr Plattenplatz und zwei iPods, zwischen denen ich nun auswählen kann – wunderbar! Der Tag ist gerettet :-)

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Mittwoch, 16. November 2005

In welchem Apple-User ist der Wurm drin?

Zwei untrügliche Zeichen, dass der nebenan sitzende Mac-User eine Flasche ist:

  • Microsoft Internet Explorer
    Obwohl lange Zeit der einzige brauchbare Browser im Mac-Land (gibt es seit MacOS 8.1 sel.), ist er heute in die Jahre gekommen. Wer sich öffentlich noch als MSIE 5.2er-Benutzer outet, sollte bedenken, dass wir im Jahre 2, Monat 10, Tag 9 von Safari leben. Aktueller Anlass: Heute bei einem Referenten eines Kolloquiums des Collegium Generale entdeckt. Todschickes 12″ PowerBook – und dann dieser blaue ‚e‘. Fürchterlich. Der Vortrag war fachlich aber super. Lieber so als umgekehrt *grins*
  • Datei-Endung? Brauch ich nicht!
    Weshalb sich dann 90% der E-Mail-Empfänger fürchterlich aufregen, und gerade mal so 5% einfach auf’s Geratewohl Endungen anhängen und versuchen, das Dokument in Word resp. Excel zu öffnen. Solche User, die dem Mittelalter entsprungen sind, sind nun wirklich nicht förderlich, die ansonsten so gute Sache zu propagieren …

Doch noch besteht Hoffnung …

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Dienstag, 15. November 2005

Endlich meins!

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Fictivision vs. C-Quence – Symbols
Originally uploaded by emeidi.

Für dieses Sammlerstück habe ich einiges hingeblättert – angesichts der Tatsache aber, dass schon nur auf Discogs.com satte 36 Leute diese Platte ihr eigen nennen möchten, waren die Kosten den Spass wert.

Abgesehen davon handelt es sich auch ein „Hammer-Brett“, wie in „Fachkreisen“ solche Platten für gewöhnlich bezeichnet werden.

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Montag, 14. November 2005

Liebenswerter Empfang in Istanbul

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Originally uploaded by emeidi.

Ich sag ab derab zuvorkommender Worte nur:

Hurren Geill!

Quelle: 10 vor 10, 14. November 2005

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Sonntag, 13. November 2005

Blochers Abgang

Eigentlich dachte ich ja, dass der überstürzte Abgang (welch‘ treffende Worte *gröhl*) noch bevorsteht, doch anscheinend ist es schon längstens passiert – und niemand hat’s bemerkt:

Ein Bad in der Menge

Quelle: Blocher auf Abwegen

Ich möchte aber festhalten, dass trotz aller Animositäten, die ich gegen den Politiker Blocher hege, ich ihm solche Missgeschicke dann doch wieder nicht gönne. Kann ja jedem passieren … Man stelle sich vor, er wäre durch diesen Sturz zum IV-Fall geworden!

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Samstag, 12. November 2005

EXIF-Tags kopieren

Das untenstehende Bild der World Clock des iPod nanos ist ein Ausschnitt aus einem grösseren Foto, das ich mit meiner Digicam geschossen habe und danach mit Photoshop ausgeschnitten habe. Leider gehen bei einem solchen Vorgang auch die EXIF-Daten verloren – doch das muss nicht sein. Man kann diese nämlich nachträglich vom Original-File auf die neue Bild-Datei übertragen. Ganz einfach, mit jhead

./jhead -te DSCN1878.JPG ipod-worldclock.jpg

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Samstag, 12. November 2005

iPod nano World Clock

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iPod nano World Clock
Originally uploaded by emeidi.

Endlich habe ich auch die verschiedensten Zeitzonen im Griff – oder besser: in der Hosentasche!

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Freitag, 11. November 2005

PHP-Wurm unterwegs

Beruhigend, dass es nicht immer nur Microsoft Windows trifft mit all diesem Wurm-Gezeugs

Wie ich in den letzten Tagen vermehrt in meinem error.log von Apache feststellen muss, wird mein Server zur Zeit mit Anfragen bombardiert:

[error] [client 84.134.213.41] File does not exist: /var/www/80/xmlsrv
[error] [client 84.134.213.41] File does not exist: /var/www/80/xmlrpc
[client 84.134.213.41] script '/var/www/80/xmlrpc.php' not found or unable to stat
[error] [client 84.134.213.41] File does not exist: /var/www/80/wordpress
[error] [client 84.134.213.41] File does not exist: /var/www/80/phpgroupware
[error] [client 84.134.213.41] File does not exist: /var/www/80/drupal
[error] [client 84.134.213.41] File does not exist: /var/www/80/blogs
[error] [client 84.134.213.41] File does not exist: /var/www/80/blog
[error] [client 84.134.213.41] File does not exist: /var/www/80/blog

Hier eine Übersicht der IPs von infizierten Hosts (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

193.80.52.154
62.240.244.200
64.81.144.43
62.234.191.205
211.131.219.126
210.183.235.133
61.19.31.42
212.199.214.20
84.134.213.41

Es scheint sich dabei um einen Wurm zu handeln, der eine XML-RPC-Lücke in PHP ausnutzt.

Übrigens: Folgende Befehle haben mir geholfen, die Liste „quick and dirty“ auszugeben:

cat /var/www/apache2/error.log |\ 
grep xmlrpc.php |\ 
cut -d ' ' -f2

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Freitag, 11. November 2005

Blocher sucks

Nicht, dass diese Fundamentalerkenntnis derart bahnbrechend und neu wäre – doch in den letzten Tagen geisterte der Herr Bundesrat doch erstaunlich oft in der Presse-Berichterstattung herum:

Grundsätzlich ging es hierbei um Blochers Gemotze bezüglich der Verringerung des Toleranzwertes für Geschwindigkeitsübertretungen, falls diese mit einem Laser-Messgerät gemacht würden. Er ist der Meinung, dass hier „Bürger kriminalisiert werden“ und der Staat auf Kosten dieser unnötig viel Kasse macht. Er erwähnte seinen Unmut darüber gleich zweimal: Einerseits anlässlich der Automobil-Ausstellung in Zürich von letzter Woche, andererseits an der Polizeidirektorenkonferenz von dieser Woche.

Obwohl mir diese gehäufte Erwähnungen des Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartements negativ auffiel, dachte ich mir nichts weiter dabei.

Der Zufall wollte es, dass ich heute meinen iPod nano (2GB, schwarz) erhielt und so nach dem HD-Ausfall meines iPod 4G (20GB) endlich wieder in den Genuss des Echo der Zeit gelangte.

Und so konnte ich heute endlich wieder der neuesten Ausgabe des Echos, nämlich derjenigen von gestern Donnerstag (10. November 2005) lauschen, die ja – vorbildlicherweise – als Podcast zum Download bereit steht.

Ein Beitrag drehte sich ganz um diese gehäufte Pressepräsenz des Chrigels vom Herrliberg und gab aufschlussreiche Hinweise, wieso dem so sei. Michael Bolliger, Bundeshausredaktor, geht ab der 31. Minute den Fragen zum Thema nach.

Einige Zitate Bolligers:

Er habe Zweifel am Sicherheitseffekt. Ein Telefon hätte genügt, und Blocher hätte es besser gewusst. Untersuchungen zeigen, Tempo 53 statt 55 ergibt einen Rückgang von vier Prozent der Unfälle mit Verletzungsfolgen. Quelle: Beratungsstelle für Unfallverhütung.

Ob diese Aussage des BFUs nun exakt stimmt, wage ich zu bezweifeln – aber um Zahlen, die auf die Nachkommastelle stimmen, geht es in der Diskussion meiner Meinung nach auch nicht.

Im Februar wird in der Stadt Zürich gewählt – und das hat für ihn scheinbar mehr Priorität. Denn Blochers SVP ist im Kanton Zürich arg in Schieflage.

Erst jetzt ging mir ein Lichtlein auf – deshalb wird hier wieder mal gepoltert, was das Zeugs hält. Das Amt eines Bundesrates hält also den gelernten Landwirt und studierten Jurist nicht davor ab, auch im eigenen Kanton zum Rechten zu schauen (welch‘ ein Wortspiel!) und zum ursprünglichen, bekannteren Blocher zurückzumutieren.

[Ersatzwahl Finanzdirektor Zürich] Ein freundlicher CVPler gewann haushoch …

Noch Fragen?

Der Auftritt vor den Zürcher Autofreunden war eines Justizministers unwürdig. Wer zum Beispiel gegenüber unkooperativen Asylbewerbern Nulltoleranz verlangt, muss unvorsichtige Autofahrer mit gleicher Elle messen. Gesetze sind da, um eingehalten zu werden.

Meine Hervorhebung. Ich glaube gerade ein Justizminister, der zudem noch Jura studiert hat, sollte sich diesen Grundsatz eigentlich verinnerlicht haben.

Der Justizminister hat ausserdem dafür zu sorgen, dass die Gewalten- und Aufgabentrennung im Staat höchsten Stellenwert hat. Wenn Christoph Blocher lokale Behörden kritisiert, die Bundesrecht anwenden, dann ist das ein fragwürdiger Umgang mit der Aufgabentrennung.

Da redet einer immer von Eigenverantwortung und will dann doch allen in den Brei reden. Wo kommen wir da hin?

Wahlkampf auch auf Kosten der eigenen Glaubwürdigkeit.

Mein Senf

Vieles wurde eigentlich ja schon gesagt. Hier dennoch diejenigen Punkte, die ich besonders hervorheben würde:

  • Beim Toleranzwert geht es – nicht wie fälschlicherweise weit verbreitet – nicht etwa um den Toleranzwert des Tachometers, sondern um den Toleranzwert des Messgerätes. Dies ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. Die Idee des Abzuges war es nie, den Autofahrern ein oder zwei Stundenkilometer zu schenken – aus Goodwill sozusagen, weil die Tachos derart ungenau sind. Es ging darum, die vom Hersteller der Messgeräte garantierten Werte nicht zu ungunsten der Autofahrer auszulegen. Die Laserpistole ist genauer – und das sollte eigentlich doch jeden freuen. Ausser natürlich diejenigen, die allzugerne unaufachtsam mit unangepasster Geschwindigkeit durch Städte und Dörfer rasen.
  • Art. 8 BV lautet „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“. Es geht nicht an, dass man Asylbewerber gleicher behandelt, bei den eigenen Bürger aber das Auge zudrückt. Herr Blocher sollte diesen Artikel etwa im ersten Semester seines Studiums kennengelernt haben. Vielleicht hat er damals ja auch einfach geschwänzt? Selbst wenn der rechtskonservative Schweizer diese Auslegung so wünschen würde, käme er nicht an diesem Verfassungsartikel vorbei. Ja, ich wage gar zu bezweifeln, ob sich solche Leute noch als Schweizer bezeichnen dürfen, die sich offen über die Verfassung stellen. Denn ich behaupte unverfroren: Die Verfassungstreue ist die Eigenschaft eines wahrhaften und anständigen Schweizers. Wer dies nicht akzeptiert, sollte seinen Pass abgeben.
  • Kriminalisieren – oder doch nicht? Die Asylbewerber werden schnurstracks kriminalisiert, die Schweizer werden aber vom grossen Justiz-Pappi unter die schützenden Fittiche genommen. Mir sind solche Personen suspekt, die keine klare Linie haben. Der Chrigel ist einer davon.

Somit: Alles dummes Gepoltere. Aber leider spricht diese Art von Polemik die Stammwähler der SVP an – pfui!

Zum Schluss noch dies:

Wenn der Justizminister in der Schweiz dagegen die Einhaltung von Gesetzen als schädlich bezeichne, „dann ist er am falschen Ort“.

Schöner als Elmar Ledergerber könnte ich es auch nicht ausdrücken. Ein schönes und tolerantes Wochenende, das wünsche ich meinen Stammwä … -lesern!

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